W I D E R H A L L ~ Nr. 53

J a n u a r / F e b r u a r - 2 01 0 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Barack Obama und der Friedensnobelpreis.


Vorrede Seitenbetreiber: Frieder Wagner war so freundlich,
mir zu erlauben, seine Rede vom 20. Dezember 2009 - also
direkt vor Weihnachten - an die WIDERHALL-Leserschaft
weiterzugeben. Frieder Wagner ist Filmemacher. Zwar erhielt
seine Dokumentation "Der Arzt und die verstrahlten Kinder
von Basra" den europäischen Fernsehpreis, doch der Film
wurde jahrelang nicht ausgestrahlt. Warum? Der Film offen-
bart, "dass der militärisch-industrielle Komplex schon vor
Jahrzehnten auf die Idee kam, die Atomabfall-Industrie mit
der Waffenindustrie zusammenzulegen", um uran-abgereicherte
panzerbrechende Geschosse und Bomben zu bauen. Sein Film war
wohl so brisant, daß er - obwohl 2-facher Grimmepreisträger -
bei den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten Hausverbot
erhielt. Nun erst recht, dachte sich sicherlich der Mann und
produzierte aus seinem Material seinen Kinofilm "Todesstaub -
Deadly Dust", den er nun bei passenden Veranstaltungen wie den
Geopolitik-Treffen 2009 vorführt, um einfach nur die Wahrheit
an die Öffentlichkeit zu bringen. Eine Wahrheit, die imgrunde
genommen schlichtweg entsetzlich ist. Die USA unterhalten
Schulen, an denen Offiziere von Militär und Polizei der gesam-
ten westlichen Welt in Folter-Techniken ausgebildet werden.
Jedoch das ist nur ein Thema in Wagners Rede. Das Hauptan-
liegen sind die fürchterlichen Folgen des Einsatzes der abge-
reicherten Uran-Geschosse bzw. Bomben, die Freund und
Feind gleichermaßen treffen. Aber lesen selbst (KHH.):

* * *

Frieder Wagner, 2-facher Grimmepreisträger.


Rede auf dem 2. Geopolitischen Kongress in Gera am 20. XII. 2009.


Zyniker der Macht oder gar Schurkenstaat?



Liebe Freunde,

in seiner Dankesrede für die Verleihung des Friedensnobelpreises sagte US-Präsident Barack Obama
unter anderem, Zitat: "Es wird Zeiten geben, in denen Nationen - allein oder gemeinsam - den Einsatz
ihres Militärs nicht nur für nötig halten, sondern auch für moralisch gerechtfertigt. ( ) Ich kann die
Augen nicht vor den Bedrohungen für das amerikanische Volk verschließen. Es steht fest: das Böse
existiert in der Welt. Zu sagen, dass der Einsatz des Militärs manchmal nötig ist, ist kein Aufruf zum
Zynismus. ( ) Und selbst dort, wo wir auf einen teuflischen Feind stoßen, der sich an keine Regeln
hält, glaube ich, dass die Vereinigten Staaten von Amerika die Fahnenträger in der Kriegführung
bleiben müssen. Das unterscheidet uns von unseren Gegnern. Das ist der Quell unserer Stärke. Deshalb
habe ich Folter verboten. Deshalb habe ich angeordnet, das Gefangenenlager Guantánamo zu
schließen. Und deshalb habe ich Amerikas Verpflichtung bestätigt, sich an die Genfer Konventionen zu
halten." Zitat Ende.

Ich kann Präsident Obama nicht glauben. Er ist zwar der Präsident der USA, aber er hat nicht die
Macht zu tun und zu lassen, was er da alles gesagt hat. Nehmen wir seinen Satz: "Deshalb habe ich
Folter verboten und deshalb habe ich angeordnet Guantánamo zu schließen." Obama wird
wahrscheinlich Guantánamo schließen, aber er wird nicht die berühmt berüchtigte "School of the
Americas" in Fort Benning in Georgia schließen, eine wahrlich unheimliche "Bildungseinrichtung".
Das Motto an dieser Schule könnte nämlich lauten: "Wir foltern!"

Dort und vorher bis 1984 in Panama City finden wir die Wurzeln der US-Folterskandale. In
mittlerweile zugänglichen Schulungshandbüchern (KUBARK - Counterintelligence Interrogation, Juli
1963) wurden die Studenten dieser Schule - Militärs und Polizeioffiziere aus der gesamten "westlichen"
Welt - in zahlreichen dieser "verschärften Verhörtechniken" unterwiesen, die dann auch nach
Guantánamo und Abu Ghraib gekommen sind. Solche Techniken sind: Gefangennahme in den frühen
Morgenstunden, um den Schock zu erhöhen, das Überstülpen einer Kapuze, Reizüberflutung - durch
Brüllen und laute Musik, Schlaf- und Essenentzug, Erniedrigungen aller Art, erzwungene Nacktheit,
Isolationshaft und Schlimmeres, wie z. B. "waterbording". 1996 räumte Präsident Clintons
"Intelligence Oversight Board" ein, dass der in den USA produzierte Ausbildungsstoff stillschweigend,
Zitat: "die Exekution von Guerillakämpfern, Erpressung, körperliche Misshandlungen, Nötigung und
unzulässige Gefangennahme dulde", Zitatende. Clinton ließ zwar die Schule schließen, sie wurde
jedoch wenig später unter dem Namen "Western Hemisphere Institute for Security Cooperation"
weitergeführt.

Einige der Absolventen dieser Schule haben bald nach der Rückkehr in ihre Heimatländer, die
schrecklichsten Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen auf dem südamerikanischen
Subkontinent während des vergangenen halben Jahrhunderts begangen mit Zehntausenden von Toten
und Gefolterten, dem systematischen Raub von Babys der "Verschwundenen" z. B. in der
argentinischen Diktatur von 1976-83, die Morde an Erzbischof Oscar Romero oder an mehreren
Jesuitenpriestern in El Salvador und nicht zu vergessen: Abertausende von Ermordeten durch
Todesschwadronen in Nicaragua, Guatemala El Salvador, Irak und Afghanistan.

Amnesty International hat in seinem 2001 veröffentlichten Buch "Ein abscheuliches Geschäft: das
Geschäft der Folter" darauf hingewiesen, dass "Folterer nicht als solche geboren werden: sie werden
von jemandem dazu erzogen, ausgebildet und unterstützt". In diesem Buch wurde die "School of the
Americas" als eines der führenden "Instruktionszentren" bezeichnet.

Soviel zu Präsident Obama`s Verbot von Folter. Jetzt noch ein paar Gedanken zu seinem Satz, dass er
"Amerikas Verpflichtung bestätigt, sich an die Genfer Konventionen zu halten".

Herr Obama weiß, dass das internationale Embargo gegen den Irak 1996 schon seit einigen Jahren
andauerte. In diesem Jahr wurde die damalige amerikanische Außenministerin Madeleine Albright
gefragt, ob ihr der damit verschuldete Tod von 500.000 Kindern unter fünf Jahren die
Aufrechterhaltung des US-Waffenembargos im Irak wert gewesen sei. Was glauben Sie, hat die
Außenministerin Ihres Landes zu der Ermordung von 500.000 Kindern unter fünf Jahren gesagt? "Ja,
wir denken es ist den Preis wert", das war die Antwort dieser Politikerin. Da frage ich mich, sind das
nicht Kriminelle, die uns da regieren, unverantwortliche Zyniker der Macht?

Und was geschah, als Präsident Bill Clinton 1998, bloß auf den Verdacht hin, dass die
Medikamentenfabrik Al Shifa im Sudan, Waffen produzieren könnte, diese durch schweres
Bombardement in Schutt und Asche legen ließ? Was machte dieser US-Präsident als sich herausstellte,
dass er das einzige pharmazeutische Werk weit und breit in Grund und Boden bombardiert hatte? Hat
er sich entschuldigt? Hat er die Fabrik wieder aufgebaut? Hat er als erstes sofort Ersatzmedikamente
zur Verfügung gestellt? Nichts von alledem! Mit dem traurigen Erfolg, dass - wir können da nur
schätzen - zuerst Hunderttausende von Menschen, bis heute wohl Millionen, an Malaria,
Schlafkrankheit und anderen Erkrankungen, die in der Region vorherrschen, krepiert sind. Von wegen:
"sich an die Genfer Konventionen zu halten" - Herr Obama!

Und nun noch ein paar Anmerkungen zu folgendem anderen Redesatz Obamas: "Es wird Zeiten geben,
in denen Nationen - allein oder gemeinsam - den Einsatz ihres Militärs nicht nur für nötig halten,
sondern auch für moralisch gerechtfertigt".

Nehmen wir den 11. September 2001. Ja, das war ein schreckliches Verbrechen mit unglaublichen
3000 Toten. Aber es war juristisch nichts anderes als eine Straftat und eine solche muss von Polizei,
Justiz und vielleicht auch von Geheimdiensten aufgeklärt und dann können Gerichte die Schuldigen
aburteilen, das ist in jedem demokratischen Staat so. Aber es geht nicht an, wie George W. Bush es tat,
einfach zu sagen, dass die USA jetzt Afghanistan angreifen werden, weil er, Bush weiß, dass die
Schuldigen für den 11. September in Afghanistan sitzen, unter anderen Usama Bin Laden. Er, Bush,
hätte dafür die Beweise. Aber weil er die Quellen schützen müsste, könnte er nicht sagen, woher er das
weiß. Nein, so geht das nicht, das ist einfach illegal und völkerrechtswidrig! "Moralisch gerechtfertigt",
kann nie ein Angriffskrieg sein, Herr Obama.

Balthazar Garzón, der höchste spanische Untersuchungsrichter, schrieb damals in der spanischen
Zeitung "El Pais", Zitat: "Dass man eigentlich die Sicherheitsdienste, Geheimdienste und die Polizei
der USA zur Rechenschaft hätte ziehen müssen, weil sie versäumt haben, das Massaker zu verhindern",
und Garzón fährt dann fort: "Ich nehme an, dass sich das wirkliche Ausmaß dieser Verantwortung
früher oder später herausstellen wird und dass dann entsprechend dem Ausmaß dieser Katastrophe die
Konsequenzen gezogen werden", Zitatende.

Dann fielen Anfang Oktober 2001 schon die Bomben auf Kabul und später auf ganz Afghanistan. Und
niemand in den europäischen Ländern empörte sich und fragte: Welche geschichtliche Entwicklung
steckte eigentlich hinter diesem Terroranschlag auf die Twin-Towers? Warum sprach niemand die
verbrechensreiche Verkettung der USA durch die Jahrhunderte an? Oder wenigstens die, der letzten 5-6
Jahrzehnte? Die vielen Menschenrechtsverletzungen der Genfer Konvention? Kein Staatsmann
reflektierte darüber, dass allein in den letzten 60 Jahren von den USA in Latein- und Mittelamerika und
überall in der Welt weit über zweihundert Militärinterventionen ohne UN-Mandat durchgeführt worden
waren. Niemand stört sich bis heute daran, dass durch Anleitung des US-Geheimdienstes CIA zwischen
1949 und 1987 etwa sieben Millionen Menschen getötet worden sind. Wer weiß schon, dass
Mitarbeiter von Untersuchungsausschüssen des US-Kongresses eine Mordliste der US-Geheimdienste
erstellt haben? Daraus geht klar hervor, dass diese US-Dienste zwischen 1949 und 1991 mehrere
ausländische Staatsmänner entweder umgebracht oder umzubringen versucht haben, darunter nach
Berichten des US-Kongresses den kubanischen Staatschef Fidel Castro allein 8-mal.

Herr Obama es wäre schön, wenn Sie den Beitrag der bekannten, indischen Schriftstellerin Arundhati
Roy kennen würden, die fragte am 28.09.2001 in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Wer ist
Usama Bin Ladin?" und gab dann selbst die Antwort:, Zitat: "Bin Laden ist das amerikanische
Familiengeheimnis. Er ist der dunkle Doppelgänger des amerikanischen Präsidenten. Der brutale
Zwilling alles angeblich Guten und Zivilisierten. Er ist aus der Rippe einer Welt gemacht, die durch die
amerikanische Außenpolitik verwüstet wurde, durch ihre Kanonenbootdiplomatie, ihr
Atomwaffenarsenal, ihre unbekümmerte Politik der unumschränkten Vorherrschaft, ihre kalte
Mißachtung aller nicht-amerikanischen Menschenleben, ihre barbarischen Militärinterventionen, ihre
Unterstützung für despotische und diktatorische Regimes, ihre wirtschaftlichen Bestrebungen, die sich
gnadenlos wie ein Heuschreckenschwarm durch die Wirtschaft armer Länder gefressen haben. Ihre
marodierenden Multis, die sich die Luft aneignen, die wir einatmen, die Erde, auf der wir stehen, das
Wasser, das wir trinken, ja sogar unsere Gedanken."

Und in diesem Artikel fährt Arundhati Roy dann fort: "Inzwischen werden sich die beiden auch in der
Sprache immer ähnlicher. Jeder bezeichnet den anderen als "Kopf der Schlange". Beide berufen sich
auf Gott und greifen gern auf die Erlösungsrhetorik von Gut und Böse zurück."

Und Roy ergänzt wenig später, dass Präsident Bush den Völkern der Welt ein Ultimatum gestellt hat,
als er sagte: "Entweder ihr seid für uns, oder ihr seid für die Terroristen" und dann sagt Frau Roy klar
und deutlich: "Bush offenbart eine unglaubliche Arroganz. Kein Volk will eine solche Wahl treffen,
kein Volk braucht diese Wahl zu treffen und keines sollte gezwungen werden, sie zu treffen." Zitat
Ende.

Und Deutschland? Deutschland erklärte sich unter Rot-Grün, also Kanzler Gerhard Schröder und
Außenminister Joschka Fischer vollkommen und kritiklos solidarisch mit den Vereinigten Staaten von
Amerika, so als ob sie die Lügerei um den völkerrechtswidrigen Angriff gegen Afghanistan nicht
gekannt hätten.

Immer hat man Deutschland in sogenannte "humanitäre Kriege" hinein gelogen, auch in den
Kosovokrieg. Da hat Außenminister Fischer und sein Gefolge unter Rot-Grün uns erklärt, dass wir im
Kosovo ein neues Auschwitz verhindern müssten. Verteidigungsminister Scharping präsentierte in der
WDR-Sendung "Es begann mit einer Lüge" noch einmal den "Hufeisenplan", von dem damals jeder
bereits wissen konnte, dass er niemals existiert hat und dass man so die NATO zur Luftunterstützung
der albanischen UCK bereitstellte und in Rambouillet so verhandelte, dass kein Serbe den Vertrag am
Ende unterschreiben konnte. Das alles, weil US-Präsident Bill Clinton diesen Krieg wollte, weil die
USA das geostrategisch wichtige Kosovo haben wollten, so wie sie später aus diesen geostrategischen
Gründen auch Afghanistan wollten. Herr Obama weiß das nur zu gut und auch ihm ist egal, was das
kostet an Menschenleben und an Geld.

Allein Deutschlands Rüstungsetat beträgt jährlich dreißig Milliarden Euro, das sind über 82 Millionen
Euro pro Tag, die wir da verpulvern. Die USA verschwenden jedes Jahr sogar über vierhundert
Milliarden Dollar plus Zusatzhaushalte von oft 80 oder gar 100 Milliarden Dollar. Die USA geben
mehr für Rüstung aus, als die halbe Welt! Alles nur um ihre Hegemonialansprüche für den
globalisierten Kapitalismus durchzusetzen. Und da stehen wir heute.

Deshalb haben wir auch eine NATO-Osterweiterung gebraucht. Und deshalb belügt man uns auch
täglich, indem man das eine Erfolgsgeschichte nennt. Als uns US-Präsident George Bush senior 1991
erklärte, wir hätten den Kalten Krieg gewonnen, gab es keinen europäischen Politiker, der ihn gefragt
hat, was der Preis dafür war. Der Preis waren unter anderem fünfzig Millionen Menschen, die jedes
Jahr in der so genannten Dritten Welt verhungern - jedes Jahr fünfzig Millionen Menschen!

Und dann hören wir auch noch die deutschen Grünenpolitiker sagen: Aber wir müssen eine
zuverlässige berechenbare Außenpolitik haben. Wir dürfen aus der Nato nicht heraus. Aber was ist,
wenn wir erkennen müssen, dass wir eigentlich inzwischen einer kriminellen Vereinigung angehören?
Wenn wir uns eingestehen müssen, dass wir da hineingeschlittert sind! Ist es da nicht ein Verbrechen,
wenn wir in so einem Verbund bleiben? Müssen wir da nicht einen Schlussstrich ziehen und sagen:
Raus aus der Nato?!

Was machen Kriege aus Menschen? möchte ich gern Herrn Obama, den Friedensnobelpreisträger
fragen, der jetzt weitere 30.000 Soldaten nach Afghanistan schicken wird. Die US-Army hat heute
schon mehr als Hunderttausend Soldaten mit posttraumatischen Stresssyndrom. Menschen, die jetzt aus
dem Ruder laufen, weil ihnen gelehrt wurde jede Grenze zu überschreiten. Wenn man einmal tötet, gibt
es kein Halten mehr. Solche Menschen überschreiten alle Hemmungen. Sie werden zu
Tötungsmaschinen, weil sie alles was furchtbar ist, mit System lernen mussten, mit Gefühllosigkeit, mit
Zerstörung jeden Mitleids. Und dann kommen solche Menschen aus Kriegen nach Hause, die von all
dem, was sie tun sollten und tun mussten, kein Wort mehr sagen dürfen. Ehefrauen erkennen ihre
Männer nicht mehr wieder, weil aus ihnen Fremde geworden sind. Wie heilen wir Menschen, die -
nicht durch das, was man ihnen zugefügt hat, sondern durch das, was sie anderen zufügen mussten -
traumatisiert wurden?

Die USA marschieren unter dem Mäntelchen "Freiheit und Demokratie" zu bringen, in sogenannte
Schurkenstaaten ein, indem sie behaupten, diese Staaten hätten Massenvernichtungswaffen. Ist ein
solches Land aber nicht selber ein Schurkenstaat, wenn es einen Angriffskrieg gegen ein Land mit
Uranwaffen führt, die sich nun immer mehr selbst als eine Massenvernichtungswaffe herausstellt, weil
sie noch viele Jahre nach ihrer Anwendung, die Menschen die dort leben, sterbenskrank macht und die
Umwelt kontaminiert. Oder wie sollte man sonst ein Land nennen, dass bei der Aburteilung der
Nazischergen in Nürnberg noch gesagt hat, dass ein Angriffskrieg das größte internationale
Kriegsverbrechen ist, weil ein solcher Krieg alle Verbrechen in sich vereint und jetzt führt dasselbe
Land, solche Kriege?! Herr Präsident Obama, sind solche völkerrechtswidrigen, schmutzigen Kriege
"moralisch gerechtfertigt"? Meinten Sie dieses "Böse", wenn Sie in Ihrer Friedensnobelpreisrede
sagten: "Es steht fest: das Böse existiert in der Welt."? Herr Obama, wissen Sie nicht: Krieg ist
überholt, Krieg ist obsolet! Als Friedensnobelpreisträger sollten sie verhandeln, nicht bomben.

Stellen Sie sich vor, jemand käme auf die Idee 2000 Tonnen des atomaren Abfallprodukts
"abgereichertes Uran" zu Feinstaub zu zermahlen und würde dann diesen Uranstaub aus einem
Flugzeug über Deutschland verteilen. Das wäre eine entsetzliche Katastrophe. Es dürften keine
Fussballspiele mehr stattfinden, alle Stadien wären geschlossen, alle sportlichen Outdoor-
Veranstaltungen müssten verboten werden. Niemand dürfte mehr ohne Schutzanzüge und Gasmasken
auf die Straße gehen - auch nicht zum Einkaufen. Nach wenigen Wochen würden Tausende von
Kleinkindern an aggressiven Leukämien erkranken. Monate später würden 10-Tausende von gerade
noch gesunden Erwachsenen an Krebs erkranken, später dann Hunderttausende, dann Millionen. Wenn
Sie jetzt sagen, dass das ja zum Glück nur ein Gedankenspiel ist, dann muss ich Ihnen leider sagen:
Willkommen im Irak, im Kasovo, in Afghanistan, willkommen in Serbien, in Somalia und im Libanon.
Denn die Alliierten haben in allen ihren vergangenen Kriegen in diesen Ländern diese Waffen aus
abgereichertem Uran angewendet. Mit dem Ergebnis, dass in diesen Ländern jetzt Babys ohne Augen,
ohne Beine und Arme, Babys, die ihre inneren Organe in einem Hautsack außen am Körper tragen,
geboren werden und unter furchtbaren Schmerzen irgendwann sterben.

Uranmunition und Uranbomben sind die wohl furchtbarsten Waffen, die heutzutage in Kriegen
eingesetzt werden, weil sie die Menschheit unweigerlich in den Abgrund führen. Denn eine der Folgen
der Anwendung von Uranwaffen ist, dass es bei Mensch und Tier zu Chromosomenbrüchen kommt
und so der genetische Code verändert wird. Das ist seit Jahrzehnten eine wissenschaftliche Tatsache
und der amerikanische Arzt Dr. Karl Muller, hat dafür schon 1946 den Nobelpreis erhalten. Trotzdem
haben die alliierten Streitkräfte in den vergangenen Kriegen so getan, als würde es diese Tatsache nicht
geben. Aus einer vertraulichen Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums wissen wir
inzwischen, dass schon die Anwendung von 40 Tonnen dieser Uranmunition zu 500.000
Nachfolgetoten führt und zwar durch so entstehende hoch aggressive Krebstumore und Leukämien.

Das ist aber noch nicht alles: Bei den hohen Verbrennungs-Temperaturen von bis zu 5000 Grad Celsius
verbrennt das Urangeschoss zu keramisierten, Wasser unlöslichen Nanopartikelchen, die 100 Mal
kleiner sind als ein rotes Blutkörperchen. Das heißt, es entsteht praktisch ein Metallgas und dieses
Metallgas ist weiterhin radioaktiv und hoch giftig. Auch amerikanischen Militärwissenschaftlern ist
inzwischen die Tatsache bekannt, dass diese Nanopartikelchen eingeatmet oder mit der Nahrung
aufgenommen, im menschlichen und tierischen Körper überall hinwandern können: in alle Organe, ins
Gehirn, in die weiblichen Eizellen und in den männlichen Samen. Schon 1997 wurde bei fünf von 25
amerikanischen Veteranen, die seit dem Golfkrieg 1991 Uranfragmente im Körper haben,
abgereichertes Uran 238 im Sperma festgestellt, mit allen schrecklichen Folgen von genetische Defekte
und Missbildungen usw. so wie wir es auch nach den Bombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki
und nach der Tschernobyl-Katastrophe erlebt haben.

Die weltweit anerkannte Strahlenbiologin Rosalie Bertell, sagt deshalb:

"Es ist wissenschaftlich unbestritten, dass das abgereicherte Uran beim Verbrennen von Temperaturen
bis zu 5000 Grad Celsius einen unsichtbaren gefährlichen Metallrauch erzeugt. Dies allein stellt eine
Verletzung des Genfer Protokolls für das Verbot des Gebrauchs von Gas im Krieg dar, denn
Metallrauch entspricht einem Gas."

Und Rosalie Bertell ist sich mit anderen renommierten Wissenschaftlern darüber einig, dass allein im
Irak, wo im Krieg 2003 allein etwa 2000 Tonnen Uranwaffen eingesetzt wurden, in den nächsten 15-20
Jahren ca. 5-7 Millionen Menschen an den Folgen der Anwendung dieser Uranwaffen sterben werden
und zwar an Krebs und aggressiven Leukämien - das wäre ein neuer Holocoust. Und die dafür
Verantwortlichen dieses völkerrechtswidrigen Krieges, der natürlich auch wie der Kosovokrieg mit
Lügen begann, der amerikanische Präsident George W. Bush und der ehemalige britische Premier Tony
Blair gehören beide aufgrund dieser Kriegsverbrechen eigentlich vor ein internationales
Kriegsverbrechertribunal.

Durch die Anwendung dieser Uranmunition sind im Irak, im Kosovo und natürlich auch in Afghanistan
inzwischen ganze Regionen wegen der radioaktiven und hoch giftigen Kontamination durch die
Uranwaffen nicht mehr bewohnbar. Dies wurde im letzten Jahr durch eine Veröffentlichung der
irakischen Presseagentur bestätigt, in der stand, dass nach Untersuchungen von unabhängigen,
irakischen Wissenschaftlern festgestellt wurde, dass durch die Bombardierung der Alliierten mit
Uranbomben im Krieg 1991 und 2003 im Irak heute 18 Regionen nicht mehr bewohnbar sind und dass
deshalb die Bevölkerung dort evakuiert werden müsste.

Und das liest man hier in keiner Zeitung und man erfährt es auch nicht aus den TV-Medien, weil das
Thema "Uranmunition und die Folgen" ein Tabuthema geworden ist. Denn nicht die viel beschworene
Klimakatastrophe ist die unbequemste Wahrheit, nein die unbequemste Wahrheit sind die furchtbaren
Folgen der Uranmunition. Ich prognostiziere hier an dieser Stelle, heute in Gera und bin mir da einig
mit vielen Wissenschaftlern, dass von unseren Tausenden eingesetzten Soldaten im Kosovo und in
Afghanistan und das gilt für alle dort stationierten Soldaten, etwa 30 % durch Uranmunition
kontaminiert nach Hause kommen werden und diese jungen Soldaten werden alle mit ihren Ehefrauen
und zukünftigen Ehefrauen Kinder zeugen und werden ohne es zu wissen ihre Kontamination an ihre
Kinder und Kindeskinder weitergeben, mit allen furchtbaren Folgen von Missbildungen,
Immunschwäche, Leukämien und Krebstumoren.

Die Bundestagsfraktion "Die Linke" hat im vergangenem Jahr eine Kleine Anfrage an die
Bundesregierung gestellt mit einem Fragenkatalog über die Folgen der Uranmunition. Diese Fragen hat
der damalige Staatsminister Gernot Erler von der SPD im Namen der Bundesregierung beantwortet.
Eine der Fragen lautete, ob der Bundesregierung Erkenntnisse über den Einsatz von Uranmunition in
Afghanistan seit 2001 vorliegen und ob uns die Alliierten entsprechend informieren?

Der Staatsminister Gernot Erler antwortete wörtlich:

"Der Bundesregierung liegen keine eigenen Erkenntnisse zu möglichen Einsatzorten bzw. -zeiten von
Munition mit abgereichertem Uran in Afghanistan seit 2001 vor" und:

"Der Bundesregierung wird ein Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran nicht angezeigt. Eine
Informationspflicht hierzu besteht nicht."

Wie muss man dann eine Anweisung verstehen, die mir in Kopie zugegangen ist und die als
"Verschlußsache - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH" deklariert ist und aus dem
Verteidigungsministerium aus dem Jahr 2003 stammt. Dort heißt es auf Seite 25 unter:

1.3.3 Gefährdung durch DU-Munition

Bei der Operation "Enduring Freedom" zur Unterstützung der Nordallianz gegen das Taliban-Regime
wurde durch US-Kampfflugzeuge u. a. auch panzerbrechende Brandmunition mit Uran-Kern
eingesetzt.

Beim Einsatz dieser Munition gegen Hartziele (z.B. Pz, Kfz) entzündet sich das Uran auf Grund seiner
pyrophoren Wirkung. Bei der Verbrennung entstehen besonders an und in den Zielen sesshafte toxische
Stäube, die jederzeit aufgewirbelt werden können.

DU-Munition kann deshalb bei ungeschütztem Personal toxische und radiologische Schädigungen
hervorrufen:

+ Gefahr einer Schwermetallvergiftung
+ Gefahr durch sehr schwachen radioaktiven Strahler
usw. usw.

Dieses Papier beweist, dass der damalige Staatsminister Gernot Erler das Parlament, den
Parlamentspräsidenten und uns, das Volk belogen hat, wenn er sagt, der Bundesregierung liegen keine
Erkenntnisse zu möglichen Einsatzorten von Uranmunition in Afghanistan seit 2001 vor.

Welche Schlüsse müssen wir daraus ziehen, dass uns Politiker heute derart belügen? Und die Lügen
und das Verschweigen geht ja ständig weiter, wie die Affäre Kundus zeigt.

In Sachen Uranmunition müssen wir jedenfalls folgende Schlüsse ziehen:

Die Gefahren der Uran-Munition waren seit dem Golf-Krieg von 1991 und dem Kosovo-Krieg 1999
öffentlich und bekannt, auch unseren damaligen und heutigen Politikern. Wer darum 2003 für einen
erneuten Golfkrieg gestimmt hat, der stimmte nicht nur für einen völkerrechtswidrigen Krieg, er war
damit auch wissentlich und willentlich für das Kriegsverbrechen der Uranmunition. Hochrangige
Persönlichkeiten und Politiker, wie z. B. unsere heutige Kanzlerin Angela Merkel und unser Ex-
Verteidigungsminister Josef Jung und andere haben sich in Deutschland 2003 für diesen Golfkrieg
ausgesprochen. Sie können sich nun nicht darauf zurückziehen, von der zwangsläufigen Verwendung
von Uranmunition und den Folgen in einer heutigen kriegerischen Auseinandersetzung nichts gewusst
zu haben. Auch nicht der jetzige Verteidigungsminister Herr von und zu Guttenberg. Sie werden sich
alle für die Folgen eines Tages verantworten müssen. So wie es der amerikanische Wissenschaftler
John W. Gofman, der als Physiker an der Entwicklung der Hiroshimabombe mitgearbeitet hat und der
auch Arzt war, schon 1979 in einem Offenen Brief gefordert hat. Er schrieb schon damals:

"Ich denke, dass mindestens 100 Wissenschaftler, die sich mit den biomedizinischen Aspekten der
Niedrigstrahlung beschäftigt haben - mich, Gofman, eingeschlossen - Kandidaten für ein Nürnberg
ähnliches Gericht sind, da sie mit ihrer großen Nachlässigkeit und Verantwortungslosigkeit Verbrechen
gegen die Menschheit begangen haben. Denn jetzt, wo die Gefahren niedriger Alpha-Strahlung bekannt
sind, ist dies nicht mehr nur ein Experiment, das wir gemacht haben, sondern Mord." Und ich sage
Ihnen, unsere Bundeskanzlerin ist von Beruf Physikerin, sie muss das alles also ganz genau wissen.

Ich komme darum zu folgendem Fazit:

Die neuere und insbesondere die unabhängige Forschung hat hinreichend Beweise erbracht, dass
Menschen, die durch Uranaerosole abgereichertes Uran in ihren Körper aufgenommen haben, seien es
Soldaten oder Zivilbevölkerung, aber vor allem Kinder und Jugendliche, einer schweren Gefährdung
ihrer Gesundheit und ihres Lebens ausgesetzt sind, besonders im Irak, in Afghanistan, im Kosovo, in
Serbien und in Somalia, aber auch im Libanon und inzwischen wohl auch in Gaza.

Das alleine reicht aus, um von den Regierungen der Welt, also in der UN und im UN-Sicherheitsrat,
aber natürlich auch in unserem Parlament ein Verbot des Einsatzes von Uranwaffen zu fordern. Denn
keine Macht dieser Welt hat das Recht, auf ihren selbstherrlich gewählten Kriegsschauplätzen ganze
Regionen unbewohnbar zu machen und die Menschen noch lange nach Beendigung der
Kriegshandlungen zu vergiften und zu töten. Denn so vernichten wir den Lebensraum unserer Kinder
und Kindeskinder und die werden uns dafür zu Recht eines Tages verfluchen.

Und was sagen unsere Mainstream-Medien dieser Problematik? Sie schweigen - sie müssen inzwischen
schweigen.

Doch das war nicht immer so und da können wir eine erschreckende Entwicklung erkennen. Bis zum
Januar 2001 haben die meisten großen deutschen Tageszeitungen und entsprechende Fernsehmagazine
immer wieder über mögliche Gefahren und sogar Missbildungen bei Neugeborenen hervorgerufen
durch die uranhaltige Munition der Alliierten berichtet. Magazine wie MONITOR und PANORAMA
hatten Beiträge über die Folgen dieser Munition gebracht. MONITOR sprach Ende 1999 sogar einmal
von "ganzen Landstrichen im Kosovo", die womöglich verseucht seien.

Der SPIEGEL Redakteur Siegesmund von Ilsemann konnte in der SPIEGEL-Ausgabe 3 u. 4 im Januar
2001 unter dem Titel "Tödlicher Staub" noch auf fast 12 Seiten über die Gefahren, die von den
Urangeschossen für Mensch und Natur ausgehen, berichten.

Dann starben erste portugisische KFOR-Soldaten an höchst aggressiven Krebstumoren und Leukämien.
Und in der Bundesrepublik Deutschland geriet Verteidigungsminister Rudolf Scharping durch diese
Meldungen in der Presse zum Neujahr 2001 heftig unter Druck.

Deshalb war man sich im Pentagon und in der Nato schnell einig: Das Thema Uranmunition musste
raus aus den Medien! Und dazu hat man sich in Deutschland der Wochenzeitung DIE ZEIT bedient:
Diese Zeitung hat Mitte Januar 2001 durch ihren Wissenschaftsjournalisten Gero von Randow unter
dem Titel "Das Golfkriegssyndrom" die Wende eingeläutet. Auf einer ganzen Seite durfte von Randow
seine Sicht der Dinge und was er von den Berichten der Konkurrenz zu diesem Thema hielt, darlegen.
Schon im Untertitel konnte man lesen wohin das führen würde. Er schrieb dort: "Die Medien schüren
Angst und Fakten spielen keine Rolle".

Wenn nun jemand auf die Idee gekommen wäre, zu fragen: Wie kann es sein, dass ein Redakteur der
ZEIT sich mit den Kollegen großer Zeitungen anlegen kann? Nun, da müssen wir die damaligen
Zeitumstände der ZEIT recherchieren. Ende 1999 wurde ein gewisser Dr. Theo Sommer von
Verteidigungsminister Rudolf Scharping als Sonderbeauftragter zur Untersuchung über Urangeschosse
und deren Folgen in eine entsprechende Kommission berufen. Laut Impressum der ZEIT war Theo
Sommer damals im Beirat dieser Zeitung und Chefredakteur, Gero von Randow einfacher Redakteur.
Zählt man nun eins und eins zusammen, so erfährt man, dass Gero von Randows Beitrag in der ZEIT in
Abstimmung mit den Ergebnissen der Kommission des Dr. Theo Sommer und nicht zufällig erfolgte.
Konnten doch so zwei Dinge gleichzeitig gelöst werden: Theo Sommer erwies sich als höchst
zuverlässig im Sinne seines Auftraggebers Scharping und DIE ZEIT outete sich als
Regierungssprachrohr indem der Redakteur Gero von Randow Journalistenschelte gegenüber der
Konkurrenz betreiben konnte. Stützen konnte er sich vorab auf die Ergebnisse der sogenannten "Dr.
Theo Sommer Studie". Das Ergebnis der Studie war, knapp zusammengefaßt folgendes: Die im
Kosovo eingesetzte Uranmunition ist für unsere dort stationierten Soldaten vollkommen ungefährlich.
Dabei stützte sich die Studie auf Untersuchungen der UNEP und der WHO und auch auf eine Studie
die das Institut für Strahlenschutz in Neuherberg bei München im Auftrag des
Verteidigungsministeriums unter Scharping veranlasst hatte. All diese Studien gelten heute bei
neutralen Wissenschaftlern als höchst umstritten oder völlig überholt.

Bis zum Jahr 2001 haben die europäischen Medien gute Aufklärungsarbeit in Sachen Uranwaffen
geleistet. Die Alliierten, besonders die USA und die britische Regierung liefen also Gefahr, dass man
früher oder später aus ethisch - moralischen Gründen mit dem Finger auf sie zeigen würde. In den USA
hatten zudem einige Rechtsanwälte Sammelklagen gegen die amerikanische Regierung eingereicht, in
der über 600 Golfkriegsveteranen, die schwer missgebildete Kinder haben, um
Wiedergutmachungszahlungen in Milliardenhöhe klagen. Den Verantwortlichen im Pentagon war also
klar, dass es hier nicht, wie bei der Klimakatastrophe, um ein Problem geht das alle Industrieländer der
Erde verursacht haben, sondern dass für die Folgen, die der Welt und den Menschen durch die
Anwendung der Uranwaffen drohen, nur sie mit ihrem Hauptverbündeten Großbritannien
verantwortlich sind. So musste das Thema Uranwaffen aus den Medien verschwinden. Dass sich auch
unsere Presse dem so beugt, weil DIE ZEIT angebliche Gegenbeweise vorlegte, hätte ich noch vor zehn
Jahren nicht für möglich gehalten.

Inzwischen ist es so, dass mißliebige Journalisten und Filmemacher von ihren Arbeitgebern keine
Aufträge mehr erhalten. Vom WDR in Köln weiß ich, dass der drei mir namentlich bekannte Kollegen
inzwischen Hausverbot erteilt und sie zu unerwünschten Personen erklärt hat, darunter Leute, die 30
Jahre für diesen Sender gearbeitet haben. Das heißt, man drängt solche Journalisten ins Abseits und
versucht sie mundtot zu machen um so ein kritisches Thema aus der Öffentlichkeit verschwinden zu
lassen. Und wie macht man das? Man wirft diesen Leuten vor, sie hätten in ihren Beiträgen einseitig
tendenziös gearbeitet und deshalb sei ihre Arbeit nicht sendefähig bzw. nicht zu veröffentlichen. Da
muss ich fragen: Stempelt die Wahrheitstendenz eines Beitrages diesen tatsächlich als tendenziös ab -
und ist das Bestreben, einen solchen Beitrag zu deformieren und kaputt zu reden nicht erst recht
tendenziös?

Wenn mich also morgen die Geraer Thüringische Zeitung als antiamerikanisch bezeichnen sollte, da
kann ich nur vorab sagen:

Das wäre tendenziös, denn wirklich antiamerikanisch hat Präsident George W. Bush seit dem 11.
September 2001 gehandelt, weil er seitdem immer wieder die Verfassung der Vereinigten Staaten von
Amerika mit Füßen getreten hat. Denn es ist höchst antiamerikanisch Soldaten in einen
völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu schicken und dort Waffen zu verwenden, die nach ihrer
Anwendung die eigenen Soldaten und die Bewohner des Landes krank machen und töten und die
Umwelt für Jahrhunderte verseuchen und vergiften, das ist antiamerikanisch! Und es ist
antiamerikanisch zu sagen: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Und es ist nicht antiamerikanisch, wenn
der bedeutendste amerikanische Intellektuelle, Noam Chomsky, in seinem Buch: "War against People -
Krieg gegen das Volk", die USA wegen ihrer weltweiten illegalen Aktionen als Schurkenstaat
bezeichnet.

Die heute regierenden Parteien führen uns, wie wir erfahren haben, von einem völkerrechtswidrigen Krieg in den
anderen. Sie behaupten, dass wir unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen müssen - so ein Schwachsinn - wir
haben dort nichts verloren.

Unsere Politiker wissen, dass mindestens 70% der Bevölkerung gegen eine Beteiligung im Afghanistankrieg sind.
Und diese Politiker sagen deshalb: "Wir müssen den Menschen unsere Ziele und Absichten verständlicher
machen". Wir wollen das aber gar nicht, weil wir mit dieser Politik gar nicht einverstanden sind. Wir, das Volk,
müssen darum den Politikern verständlich machen, warum wir ihnen nicht mehr folgen und warum wir sie nicht
mehr wählen werden. Denn sie sind nicht mehr unsere Politiker und Abgeordnete, die uns vertreten, viele von
ihnen sind leider zu Marionetten verkommen in der Hand von anderen, die die Macht haben!

Das Recht steht aber über der Macht. Das Recht der Haager und Genfer Konvention, der Nürnberger Dekrete,
und die UN-Charta müssen der Macht den Weg weisen und ihr den Respekt vor den Grundwerten lehren. Auf
Armut und Unterdrückung, Krieg und Bomben, verstümmelten, missgebildeten und getöteten Frauen und Kindern
läßt sich kein Frieden bauen - nicht im Irak, nicht in Afghanistan und auch nicht in Gaza - nirgendwo. Der Westen
versinkt täglich immer tiefer im Sumpf der eigenen Politik. Nicht ein einziges Mal in den letzten 200 Jahren hat ein
muslimisches Land den Westen angegriffen. Die europäischen Großmächte und die USA waren immer die
Aggressoren. Nicht die Gewalttätigkeit der Muslime, sondern die Gewalttätigkeit des Westens ist das Problem
unserer Zeit und da hat sich auch unter Obama nichts geändert. Denn er hat ja offensichtlich gelogen, wenn er bei
der Nobelpreisverleihung sagte, dass er Amerikas Verpflichtung bestätigt, sich an die Genfer Konventionen zu
halten. Die USA haben allein in den letzten sechs Jahrzehnten die Genfer Konventionen immer wieder und immer
wieder gebrochen und mit Füßen getreten.

Darum müssen wir in Deutschland unseren Bundestagsabgeordneten durch entsprechende Ansprache, Briefe, E-
mails und persönliches Vorsprechen klar machen, welche Verantwortung sie tragen, wenn sie im kommenden
Januar z. B. weitere deutsche Soldaten nach Afghanistan schicken wollen. Wir müssen ihnen klar machen, dass sie
die Verantwortung tragen, wenn diese Soldaten tot, verletzt, traumatisiert oder durch Uranwaffen kontaminiert
nach Hause kommen. Wir müssen ihnen klar machen, dass wir solche Politiker zur Verantwortung ziehen werden,
wenn diese Soldaten eines Tages wegen dieser Munition krank oder durch sie missgebildete Kinder geboren
werden. Wir müssen ihnen klar machen, dass es um die Zukunft unserer Kinder und dieser Erde geht. Wir müssen
ihnen klar machen, dass wir mit Zynikern der Macht und Schurkenstaaten nichts zu tun haben wollen.

Vielen Dank.

* * *

Wagners Dokumentation "Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra" und zum Film "Todesstaub - Deadly
Dust" gibt es ein Interview, sowie ähnliche Filme können bei

http://www.videogold.de/der-arzt-und-die-verstrahlten-kinder-von-basra/

kostenlos und legal angeschaut werden (Stand: 16. Februar 2010). Die Filme haben das Potential, Emotionen zu
wecken.

* * *

Anmerkung Seitenbetreiber:

Warum Frieder Wagner die Anschuldigung, daß die USA "die Genfer Konventionen immer wieder und immer
wieder gebrochen und mit Füßen getreten" haben, auf die letzten sechs Jahrzehnte beschränkt, kann ich nicht ganz
nachvollziehen. Schon 1864 gab es eine Genfer Konvention zu den Kriegsregeln, denen 1882 die USA beigetreten
sind. (Wikipedia) In den Zeitläuften wurden die Regeln zum Schutz verwundeter und gefangener Soldaten und
zum Schutz von Zivilisten und für Abwehr heimtückischer Partisanen (heute Terroristen) usw. usf. immer wieder
erneuert, ergänzt und erweitert. Deswegen ist mir - wie gesagt - unverständlich, daß Frieder Wagner für die USA
eine Grenze von 60 Jahren zieht, so als wären die verbrecherischen Terrorbombardements der USA und
Britanniens gegen deutsche Wohnstädten im 2. Weltkrieg nicht betroffen oder erwähnenswert!!! Das drängenste
Beispiel ist - neben vielen anderen deutschen Städten - das m.W. verbrecherischste Terror-Bombardement der
völlig ungeschützten Stadt Dresden wenige Wochen vor Kriegsende, einer Stadt mit 600.000 Einwohner und
zusätzlich vollgestopft mit Flüchtlingen aus den Ostgebieten und verwundeten Soldaten aus allen gefährdeten
Reichsgebieten. Es ist eines der entsetzlichsten Kriegsverbrechen! In der Feuerhölle kamen um die 300.000
deutsche Zivilisten, Greise, Frauen und Kinder qualvoll um. Man komme mir bloß nicht mit der Phrase der
deutschen Kriegsschuld und deutscher Kriegsverbrechen. Wenn es die denn gab, haben sie nicht zu solchen
Terror-Bomardements berechtigt. Niemals! Wenn ein Mitmensch meine Tochter vergewaltigt und umgebracht
hat, habe ich nach unseren Gesetzen nicht das Recht, dessen Töchter umzubringen! Man komme mir auch nicht
mit Coventry usw. Das Bombardieren ziviler Ziele haben nachgewiesenermaßen die Angloamerikaner begonnen.

Karl-Heinz Heubaum
======================================================
Abgeschlossen am 16. Februar 2009.
======================================================

Verweise zum Seitenanfang, zu Beiträgen über Bombenterror gegen Dresden & zur Hauptseite:

WIDERHALL-HEUBAUM-HAUPTSEITE mit Verweisen zu weiteren Veröffentlichungen, zum Haftungsausschluss und anderen Hinweisen. = http://www.widerhall.de

===================================================================
Vielen Dank für den Besuch der Homepage. Bitte weiterempfehlen und wieder
reinschauen. In unregelmäßigen Abständen kommen neue Beiträge hinzu. Anregungen,
Kritik und Beiträge sind willkommen. Bei Leser-Briefen setze ich die Erlaubnis
zur Veröffentlichung voraus, wenn nichts anderes angegeben wird.
A C H T U N G ! A C H T U N G ! A C H T U N G ! ! Um den Suchrobotern im Netz
das Auffinden von ePost-Adressen möglichst zu erschweren, verwende ich in
allen eBrief-Anschriften anstelle des @ die Zeichenfolge (A)
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
D I S T A N Z I E R U N G . Aufgrund bundesdeutscher Justizpraxis können auch
Zitate, sogar welche aus wissenschaftlichen Werken und historischen Dokumenten,
zu einer Strafverfolgung führen, wenn man sich nicht glaubhaft vom Inhalt
distanziert und die Veröffentlichung geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu
stören. Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von solchen Zitaten und
Aussagen, sollten sie in meinen Veröffentlichungen erscheinen. Das gilt für
alle Ausgaben des WIDERHALL. Übertragen gilt dies auch für Links/Verweise auf
andere Internetseiten. Deren Veröffentlichung habe ich rechtlich grundsätzlich
nicht zu vertreten, da ohne Einfluß meinerseits. Ich verweise ausdrücklich
auf den Haftungsausschluss und die Bekanntmachungen gleich anfangs auf meiner
Hauptseite hin, gültig für alle von mir veröffentlichten Weltnetz-Seiten.
Viele Grüße von Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de