W I D E R H A L L - Nr. 57
S e p t e m b e r / O k t o b e r ~ 2 0 1 0 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
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Michael Nier

Krisen können Pause machen.

Kurzfristige Erholung der Wirtschaft bedeutet kein Ende der Not.


Die Seele der Bürger, besonders der Konsumenten, zu massieren gehört zu den üblichen
Marketingmaßnahmen. Wie sollte man die Leute auch zum Geldausgeben motivieren, wenn man ihnen
nicht eine nette Zukunft ausmalt und die kritische Sicht auf die Gegenwart ausredet? Deshalb tönt es in
dieser Zeit allenthalben, daß die Krise vorbei sei, wir immer weniger Arbeitslose hätten, die Wirtschaft
wieder Tritt gefaßt habe, die deutschen Banken den Streßtest bestanden hätten, bei Mercedes wieder
Sonderschichten für die S-Klasse gefahren werden müßten - und so weiter und so fort.

Den penetranten Spruch von Nina Ruge: "Alles wird gut!" könnte man derzeit an jede offizielle politische
Rede unserer Oberen anhängen. Wenn man in historischen Dimensionen denkt und aus der Presse die
harten Wirtschaftsdaten klaubt, dann ist man nicht mehr ganz so sicher. Fredmund Malik aus St. Gallen
weist in verschiedenen Beiträgen und im Internet abrufbaren Interviews daraufhin, daß der gegenwärtige
Krisenverlauf dem von 1929 bis in die dreißiger Jahre immer ähnlicher werde.

Auch damals gab es zwischenzeitlich Aufschwünge auf den Aktienmärkten, bis es dann endgültig abwärts
ging. In Deutschland sanken die Aktienwerte auf rund 50 Prozent des Wertes vor dem "schwarzen
Donnerstag", dem 24. Oktober 1929, in den USA sogar auf 10 Prozent. Malik prognostiziert den Fall des
Dow Jones in einer ersten Abstiegsphase auf 3000 Punkte und schließt einen Niedergang bis auf 1000
Punkte nicht aus. Er sieht eine riesige Deflation voraus und sagt, daß es für so etwas keine
wirtschaftspolitischen und politischen Erfahrungen gebe.

In den USA wächst die Schar derjenigen Zeitgeistökonomen, die eine Deflation kommen sehen. Die
deutschen "Experten" sehen jedoch noch mehrheitlich eine Inflation herankommen. Staatlicherseits sollte
man sich auf beides vorbereiten. Inflation hatten wir schon ständig, Deflation jedoch kennen wir in Verlauf
und Wirkung noch nicht und wissen vor allem nicht, wie man ihr begegnen soll.

Politik bestand ja in den letzten Jahren nur darin, der Finanzwirtschaft und ihren Konzernen Sonnenschein
zu bieten sowie Sozialabbau für die Massen voranzutreiben. Das sind übrigens feine Voraussetzungen für
Deflation. Wer kein Geld mehr hat, der kauft auch nichts.

Es gibt eine alte Ingenieursweisheit, die der Autor dieser Zeilen vor Jahren vom Rektor der TU Karl-Marx-
Stadt, Prof. Dr. Friedmar Erfurt, hörte: "Ein Ingenieur geht bei der Konstruktion immer davon aus, daß der
gestörte Betrieb der normale Betrieb ist." Was bedeutet das für die Politik? Politiker müssen in der Lage
sein, Störungen in der Gesellschaft zu beseitigen und auch aus kritischen Zuständen die Gesellschaft
schnell wieder zum Normalbetrieb hochzufahren.

Normalbetrieb heißt wirtschaftliche Prosperität und qualifiziertes Sozialsystem. Schließlich sollte nicht
wegen des Profits gewirtschaftet werden, sondern um des guten Lebens der fleißigen Bürger wegen. Und
genau dazu sind unsere Politiker nicht mehr in der Lage, weil sie nichts mehr zu denken und zu sagen
haben. Sie bekommen aus der Finanzwirtschaft und aus den Unternehmerverbänden alles gesagt, ja sogar
oft gleich die Gesetze geschrieben (*). Durch die internationalen Vernetzungen der Herrschenden gibt der
Stärkste die Linie vor. Das ist die angelsächsische Finanzwirtschaft, die über allen Weltkonzernen thront.

Leider hat man sich auch dort durch Ideologie selbst geblendet. Ging nach der Wirtschaftslehre des
Feudalismus die Wertschöpfung vom Boden aus und bei den Wirtschaftslehren des Industriesystems von
der Industriearbeit, so geht bei der Wirtschaftslehre des Finanzimperialismus die Wertschöpfung allein
vom Kapital aus. Deswegen wird auch ständig von der Dienstleistungsgesellschaft, vor allem der
Finanzdienstleitungsgesellschaft der Zukunft, geredet. Industrie können die Doofen in Fernost machen.
Denen geben wir Papierdollars oder Papierpfunde, und die geben uns Klamotten, Computer und was der
Zivilisierte sonst so brauchen könnte.

Der Neoliberalismus ist das illusionäre Selbstbewußtsein der Finanzwirtschaft. Dieses illusionäre
Selbstbewußtsein der Banker bestimmt heute die Wirtschaftswissenschaften, die Unternehmensberatungen
und die Politik. Da braucht man keine Fachleute in den Parlamenten, die etwas von Stahlproduktion,
Informationstechnik, Landwirtschaft, Medizin, Eisenbahnwesen oder Physik verstehen, sondern es reichen
Juristen, Lehrer, "FeministInnen", Studienabbrecher und halbe Idioten aus.

Das gesellschaftliche System ist der Finanzwirtschaft und deren Lobbyisten ausgeliefert und hat kaum noch
eigene Gestaltungskraft. Und wenn da auf einmal Unwetter heraufziehen, dann macht man es wie Barroso
bei seinem Gesprächen am 11. Juni 2010 mit europäischen Gewerkschaftern - man droht, daß man die
kommenden Aufstände in Südeuropa mit Waffengewalt niederschlagen werde. Wir haben also kein
Verhältnis von Politik und gesellschaftlichem System mehr, daß aus gestörtem Betrieb schnell wieder zum
Normalbetrieb hochgefahren werden kann.

Die Trunkenen fahren nur noch auf Sicht. Wir sind deshalb zu einem ganz neuen Lernen in der Deflation
verurteilt, die unser ganzes gesellschaftliche Leben durchrütteln wird. Wieso wird es Deflation geben?
Wenn Verschuldete oder Verarmte bei verschuldeten Unternehmen nichts mehr kaufen und die
verschuldeten Banken bei den verschuldeten Konsumenten, überschuldeten Hausbesitzern,
hochverschuldeten Unternehmen und total verschuldeten Partnerbanken, ihr Geld zurückhaben möchten
und die einzuziehenden Vermögenswerte verwerten möchten und keine Käufer dafür finden, weil die
entweder verschuldet sind oder keine Schulden machen wollen, dann sausen die Preise in den Keller. Wer
noch Geld hat, hält es fest.

Da mit der Deflation Massenpleiten von Unternehmen verbunden sind, gibt es also auch
Massenarbeitslosigkeit. Wer nun sieht, daß seine Zukunft unsicher wird, der gibt nicht mehr auf dumme
Weise Geld aus. Der geht auch nicht mehr so oft zum Griechen oder Italiener, der spart sich den Urlaub,
der läßt sich seine Zähne nicht teuer renovieren, der macht einen Bogen um Finanzberater und hütet sich
vor Rechtsanwälten. An seinem Häuschen wird er noch etwas machen und baut sich einen Ofen rein. Holz
kann man schließlich organisieren. Auch vielleicht nachts.

Wenn man häßliche Zahlen, die in die Deflation weisen, lesen möchte, dann schaue man nur in die
Wirtschaftspresse. 2010 haben die europäischen Banken rund 270 Mrd. Euro unbesicherte Anleihen zu
bedienen, 150 Mrd. Euro Pfandbriefe und etwa 80 Mrd. Garantieanleihen. Bloomberg meldete am 6. Juli
2010, daß europäische Kreditgeber in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien ein Risikokapital von
2,29 Billionen Dollar im Feuer haben. Darauf sind 2010 wahrscheinlich 314 Milliarden abzuschreiben.

In der Wirtschaftswoche vom 12. 7. 2010, S. 77 ff., steht unter dem Titel "Genau durchleuchtet", daß die
Aktionäre mit den 30 DAX-Unternehmen 2010 starke Nerven bräuchten. An den veröffentlichten Zahlen
ist es nicht mehr möglich, Unternehmen klar zu bewerten. Man kann vermuten, daß hinter so geschönten
Zahlen häßliche Zustände verborgen werden.

Schlimm sieht es bei Staatsanleihen aus. Am 6. Mai 2010 wären außer den deutschen Staatsanleihen keine
anderen mehr handelbar gewesen. Deshalb hat man in einer verfassungswidrigen Blitzaktion 750 Mrd.
Euro für einen "Rettungsschirm" lockergemacht. Griechenland gilt bei Investoren derzeit nach Venezuela
als das für Staatsanleihen zweitunsicherste Land noch vor Argentinien, Pakistan und dem Irak. Aber
Griechenland ist nur die Spitze des Eisberges. Wir können sicher sein, daß die Solvenzkrise der
Privatpersonen, Unternehmen und Staaten weitergeht. Neu gedrucktes Geld findet nur den Weg in die
Bilanzen der Banken. Dort ist es weg. Die Finanzwirtschaft in USA, GB und EU kann ohne Bremsen
weiter spekulieren. Die Politik ist nicht in der Lage, die Banken an die Kandare zu nehmen.

Alle "Regulierung der Finanzmärkte" ist nur Theater. Die lassen sich nichts verbieten. Und das wird zu
einer neuen Finanzkrise gigantischen Ausmaßes führen. Wir werden fürs Tägliche und fürs
Wirtschaftsleben Deflation erleben, denn die Finanzwirtschaft wird die Realwirtschaft brutal zerlegen. Die
Krise, die gerade ihre Pause macht, geht bald wieder weiter.

MICHAEL NIER

in EURO-KURIER 8/2010 -

(*) = Manche Konzerne bzw. Verbände sollen direkt zeitweilig oder dauerhaft eigene Büros in den
betreffenden Ministerien unterhalten, um ohne Umwege die gewünschten Gesetze zu erarbeiten bzw. der
Ministerialbürokratie zur Hand zu gehen.

Bild links: Gebt unser Geld zurück. Immer klarer wird, daß der Zusammenbruch unseres Finanzwesens
kaum noch gestoppt werden kann. Die Rechnung, die wir wohl für die Gier und Maßlosigkeit
internationaler Investmentbanker zahlen müssen, entzieht sich in ihrer Größe jeder Kontrolle. Es wird
deshalb höchste Zeit, sich auf den kommenden Währungsuntergang vorzubereiten.
"Gebt unser Geld zurück" von Andreas Argens; 368 Seiten; Leinen; 90 Abbildungen; 19,90 Euro; Bestell.-
Nr. beim Grabert-Verlag: 200 218.
Bild rechts: Wege aus dem Globalisierungschaos. Politiker und Wirtschaftsführer machen das "Wachstum"
zur unerläßlichen Bedingung heutiger Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik, obwohl dies in einer endlichen
Welt auf Dauer unmöglich ist. Resegger legt die Fundamente für eine neue Wirtschaftsordnung.
Neoliberalismus ist die Fahrkarte in die Armut.
"Wege aus dem Globalisierungs-Chaos" von Gerhoch Reisegger, 496 Seiten; Leinen; Abb.; 22,80 Euro;
Best.Nr. beim Grabert-Verlag: 200 217.
Natürlich können beide Bücher bei der lokalen Buchhandlung bestellt und bezogen werden.
Grabert-Verlag, Postfach 1629, D-72006 Tübingen
www.grabert-verlag.de

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Von wegen "Erholung" - Die echte Krise kommt erst noch.
Der Zusammenbruch unserer Währung.
Die Bank ist nie Dein Freund!


Wenn ich im WIDERHALL Bücher vorstelle, so geschieht das, um der Leserschaft weitere
Informationsquellen zu erschließen. In dem Zusammenhang möchte ich betonen, daß diese Bücher-
Vorstellung ohne jegliche finanzielle Zuwendung erfolgt. So gibt es keinen Interessenkonflikt. Die
Beschreibung des folgenden Buches ist dem Werbe-Prospekt entnommen, der behauptet "So bereiten Sie
sich solide auf den Euro-Zusammenruch vor", wenn die Sachinformationen - die das Buch bietet - genutzt
werden. Die Aussagen des Prospektes decken sich mit den Ansichten von Michael Nier oben: Die Krise
macht nur eine Pause. Die ist auch nur möglich, weil immense neue Schulden vom Staat aufgenommen
wurden, die eindeutig zu Lasten der kommenden Generationen gehen und sie sind zu einer nicht mehr
rückzahlbaren Höhe angewachsen. Das heißt eine Währungsreform ist unausweichlich, wann auch immer.
Zumindest sobald der Staat keine neue Schulden anhäufen kann, weil ihm niemand mehr die Staatsanleihen
abkauft. Nun spricht der Prospekt. Karl-Heinz Heubaum.

Professor Dr. Bernd- Thomas Ramb (62), der Autor. Studium der Mathematik, Physik und
Wirtschaftswissenschaft. Er berät seine Leser so, wie er auch seine eigene Familie berät. Solide - "bis auf
die Knochen". Und vor allem: Er ist keiner Partei und keiner Bank oder dubiosen "Anlageberatern"
verpflichtet, die Kunden abzocken, statt zu beraten.

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Da muß nicht groß die Werbetrommel gerührt werden. Klipp und klar: Es ist das mit Abstand beste Buch
von inzwischen Hunderten zum Thema Drohender EURO-Zusammenbruch und wie man sich darauf
vorbereitet. Kein Börsen-Marktschreier, kein 25jähriger Bank-"Anlage-Berater" spricht hier. Fakten von
einem unbestechlichen Wirtschafts-Wissenschaftler und Mathematiker.

Prof. Dr. Bernd-Thomas Ramb (62) nennt das Kind beim Namen: Er sagt, warum der EURO
zusammenbrechen muß. Er zeigt, in den kommenden Jahren wird eine Währungs-Reform immer
wahrscheinlicher. Er nennt die wahren Schuldigen beim Namen, hält Politiker, die weiter hemmungslos
Schulden machen, schlicht und einfach für "Kriminelle", weil sie unseren Kindern und Enkeln die Zukunft
rauben. Er gibt seriöse Hinweise, wie sich "kleine" Leute, Mittelständler und auch "größere Fische" auf
den mit Sicherheit bald einsetzenden Zusammenbruch unserer Währung trotzdem solide vorbereiten
können, um zu "überleben". Und auch das sagt er erstmals in aller Klarheit: Die Bank ist nie Dein Freund.
Die angebliche "Wirtschafts-Erholung" ist lediglich ein vorübergehender Schein-Aufschwung auf Pump.

Auf 168 Seiten ein brillant recherchiertes und für jedermann verständlich geschriebenes Buch. Die
Politiker - egal welcher Partei - können beschwichtigen und lügen, wie sie wollen: Der EURO wird kippen
- und wer sich nicht darauf vorbereitet - der wird alles verlieren, wofür er ein ganzes Leben gearbeitet hat.
Das Buch ist für jeden Menschen mit "Grips im Kopf" eigentlich Pflicht-Lektüre.
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Prof. Dr. Bernd-Thomas Ramb: Der Zusammenbruch unserer Währung ... und wie man sich darauf
vorbereitet. 168 Seiten, Euro 14,90. Wer es in der lokalen Buchhandlung nicht bekommt, kann es gegen
Rechnung (keine Vorauszahlung) bei den Deutschen Konservativen bestellen, Postf. 76 03 09, D-22053
Hamburg - frankierte Postkarte genügt. Oder über ePost: info(A)konservative.de
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Abgeschlossen am 17. September 2010
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das Auffinden von ePost-Adressen möglichst zu erschweren, verwende ich in
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