W I D E R H A L L - Nr. 58
W E I H N A C H T / D e z e m b e r ~ 2 0 1 0 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
1. Korruption in Staat und Gesellschaft.
2. Die West-LB - Krimineller Sondermüll.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Hans-Wolff Graf

Korruption in Staat und Gesellschaft.


Vortrag anläßlich der 12. Speyerer Demokratietagung
("Systemmängel in Demokratie und Marktwirtschaft.")
am 28. Oktober 2010.


Sehr geehrter Herr Professor von Arnim,
sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine ausgesprochene Ehre, heute zu Ihnen sprechen zu dürfen, wenngleich das Thema alles
andere als ehrenwert ist.

In Anbetracht der mir zur Verfügung gestellten Zeit muß und kann ich mich jeweils nur fragmentarisch
auslassen, und wenn ich bisweilen überspitzt oder gar polemisch argumentiere, so sei zu meiner
Verteidigung gesagt: Polemik drückt 'die von Leidenschaft getragene Meinung' aus.

Soeben wurde der jüngste Korruptionsbericht von Transparency International (TI) veröffentlicht,
demzufolge Deutschland - hinter sämtlichen nordeuropäischen Staaten - unverändert auf Platz 15
rangiert. Die USA sind erstmals nicht unter den Top-20 vertreten (an 22. Stelle). Italien rangiert
zwischen Ruanda und Georgien auf Platz 67 und Griechenland an 78. Stelle gleichauf mit China,
Serbien, Lesotho und Kolumbien. Dieser Bericht bezieht sich jeweils auf die staatliche Korruption und
auch nur auf die materielle Vorteilsnahme im Amt.

Doch was ist Korruption eigentlich wirklich?

Der 'Duden' definiert Korruption als "Bestechung, Bestechlichkeit, moralischer Verfall". Wesentlich
erhellender ist hier der 'Stowasser' (lat. Wörterbuch): 'corrumpere' [lat.: 'beugen, biegen (zer-)brechen,
hinters Licht führen, täuschen, belügen, betrügen']

Daraus folgert, daß sich Korruption beileibe nicht nur oder vornehmlich auf materieller Ebene abspielt,
sondern auf intellektuell-emotionaler Ebene beginnt.

Korruption ist ein seelisch-geistiger Krebs, der uns permanent begleitet und zu ständigen Opfern und
Tätern macht - wenn und solange wir die dahinter stehende Phänomenologie nicht erkennen. Ihren
Ursprung hat Korruption letztendlich im Zeitpunkt der Entstehung menschlichen Bewußtseins und der
daraus resultierenden "Notwendigkeit", durch Vorenthaltung von Wissen die Herrschaft der geistigen
und weltlichen Führer über ihre Untertanen zu sichern und zu zementieren.

Sprache als wohl sensibelste und gravierendste Spielwiese von Korruption ist dabei insofern besonders
wichtig, als sie den Basisparameter für alle Formen von Korruption darstellt. Kinder und Eltern,
Manager und Leader, Lehrer und Pädagogen, Lehrherren und Vorgesetzte, Kollegen und Unterstellte,
Freunde und Verwandte, Politiker und Parteiführer, Kunden und Verkäufer, Berater und Mandanten -
sie alle bedienen sich praktisch aller Formen von Kooperation (dem Gegenstück von Korruption) oder
Korruption als Transportmittel sowohl von Informationen als auch Desinformationen.

Da kooperative Information(abilität) entsprechendes Wissen um Hintergründe und Zusammenhänge
voraussetzt, kann umgekehrt statuiert werden, daß der Mensch um so leichter durch Desinformationen
korrumpiert werden kann, je geringer sein Wissen, je niedriger sein Bildungsstand ist.

Andererseits gelingt es gerade Menschen mit Hintergrundwissen, das nicht jedem vertraut ist
("Herrschaftswissen"), zu ihrem eigenen Vorteil (und ganz bewußt) andere zu täuschen, hinters Licht zu
führen, also zu korrumpieren. Beste Beispiele hierfür sind sicherlich die Werbung, die Gilde der
"Superverkäufer" (nachgerade im Finanzmarkt), die Religionen sowie (ihrerseits korrumpierte)
Wissenschaftler und Medien.

Wie sehr wir tagtäglich von aktiver und passiver Korruption bedroht, zumindest aber in unserem
privaten und beruflichen Leben gefährdet sind, erschließt sich wirklich erst, wenn man von der
üblichen, nur auf materielle Aspekte beschränkten Sicht von Korruption Abschied nimmt.


Wer sind nun die wichtigsten Protagonisten
der Korruption in Wirtschaft und Gesellschaft?

Hier seien nur die wichtigsten genannt:

IWF/Weltbank, die mit den Machtmitteln der Finanzkraft der Industrieländer rohstoffreiche, aber
bettelarme Entwicklungsländer um ihre Rohstoffe bringen oder in engem Schulterschluß mit der
Waffen- und Energielobby, dem Rohstoffkartell und der Pharmaindustrie unter Kuratel halten;
Agrarkartelle und Atomlobby; spezifisch in Deutschland: das staatliche Bildungsmonopol und die
öffentlich-(un)rechtliche Krake der Bürokratie (hier darf u.a. an das weltweit fast einzigartige
Zwangskammer(un)wesen erinnert werden). Auch die Werbung, die sich mit raffinierten
psychologischen Tricks dem Konsumterror verschrieben hat, gehört in diesen Kreis. Aber die wohl
wichtigsten Protagonisten sind die Medien und die Religionen. (Zu letzteren in aller Kürze: Kinder
fasziniert und ängstigt man mit Märchen, ältere Kinder/Erwachsene mit Religionen.)

Der unrühmliche erste Platz gebührt meines Erachtens jedoch der Finanzindustrie, zu der ich mich
etwas näher äußern möchte:

Täglich werden ca. 3 Billionen Euro in Finanztransaktionen um die Welt geschickt. Dies entspricht in
etwa 1,1 Billiarden Euro pro Jahr. Bei einem Welt-Bruttosozialprodukt von derzeit jährlich etwa 32
Billionen Euro bedeutet dies, daß nur etwa 2,9 % aller p.a. um die Welt gepumpten Gelder durch
volkswirtschaftliche Leistungen (Agrar, Produktion, Handel, Dienstleistung) unterlegt sind. Anders
herum: Mehr als 97 % aller Finanztransaktionen sind pures Monopoly - Tendenz: steigend!

Wenden wir uns pars pro toto den bundesdeutschen Parteispenden von mehr als 50.000 Euro für den
Zeitraum 2002 bis 2010 zu.

Hierauf muß ich insofern nicht weiter eingehen, als Prof. Hans-Herbert von Arnim in seinem Buch
"Die Deutschlandakte" gerade hierzu ausführlich Stellung bezogen hat.

Von Interesse mag jedoch für Sie sein, inwieweit einige unserer Top-Politiker sich mit den beiden
größten Finanzvertrieben assoziieren, die unter dem Mäntelchen vorgeblicher Unabhängigkeit
suggerieren, es ginge ihnen um Beratung; ein Fehlschluß und im Sinne des vorher Gesagten schiere
Korruption; ihnen geht es - wie Banken und Versicherungen auch - ausschließlich um Verkauf.
||==================================================================
|| Hier wurde von Herrn Graf mittels Powerpoint-Präsentation Folien
|| über die "beiden größten Finanzvertriebe" (DVAG & AWD) gezeigt,
|| die ich aus urheberrechtlichen Gründen (Wirtschafts-Woche) nicht
|| wiedergeben kann. Sie zeigen einmal das politische Netzwerk der
|| "Deutschen Vermögensberatung" des Reinfried Pohl. Die Wirtschafts-
|| Woche meint nun, daß bei Pohl folgende Politiker richtig gepohlt
|| sind, deren Konterfeis abgebildet sind: Bernhard Vogel, Guido
|| Westerwelle & Horst Teltschik als Beiräte bei DVAG, Beiratsvors.
|| Helmut Kohl, dessen Chef des Bundeskanzleramtes Friedrich Bohl
|| als Aufsichtsratsvorsitzender der DVAG, Theo Waigel im Aufsichts-
|| rat, der ehem.hessische Udo Corts und last,not least Angela Merkel
|| als Rednerin auf Vertriebskonferenzen der DVAG. Des weiteren wird
|| das Netz der Hannover-Connection, Finanzbetrieb AWD des Gründers
|| Carsten Maschmeyer vorgestellt. Machmeyer warb in Zeitungsanzeigen
|| für Schröders Wahl zum Ministerpräsidenten, Von der Leyen und M.
|| kennen sich aus dem Studium, Bert Rürup ist Vorstand der Masch-
|| meyerRürup AG & Chefökonom bei AWD, Bela Anda, Regierungssprecher
|| unter Kanzler Gerhard Schröder ist Kommunikationschef bei AWD.
|| Diese alle und Guido Westerwelle, Philpp Rösler & Christian Wulff
|| waren gern gesehene Gäste beim 50. Geburtstag des AWD-Gründers
|| Carsten Maschmeyer, alles laut Wirtschafts-Woche. KHH.
||==================================================================
Nur am Rande sei erwähnt, daß amtierenden Ministern gesetzlich untersagt ist, führende Positionen in
Aufsichts- und Beiräten zu bekleiden. Erlauben Sie mir ein Zitat: "Politiker sind wohl die willigste
Gruppe von Menschen, die man für Geld kaufen kann." J.L. Earl.

Als Beispiele politischer Korruption des Volkes - fernab jeglichen Hauchs von Demokratie und
entgegen dem klaren Diktat des Grundgesetzes, wonach Parteien bei der 'Willensbildung' lediglich
mitzuwirken haben [Artikel 21 (1) und insbesondere (2)!]: die Rechtschreibreform; die Rettung
"systemrelevanter" Unternehmen; der Kammerzwang - ein klarer Verstoß gegen die
Versammlungsfreiheit nach Artikel 9 GG; die Aushebelung von Artikel 146 GG durch Schäuble u.a.;
die Kohl`sche 'Restitutionslüge'; diverse Bundeswehreinsätze (Afghanistan, u.a.); das
'Scheinselbständigkeitsgesetz'; u.v.m.

Hierbei beruft sich der Staat jeweils auf hoheitlich angemaßte Rechte [vorgeblich EU-Recht oder
(notfalls) auf einen "übergeordneten Notstand"], wobei die frappantesten Verletzer der Demokratie
hierbei regelmäßig Parteien, Politiker und die Medien sind.

Aber auch international wütet der Dämon Finanzindustrie wie derzeit wohl kein anderer. So bestehen
derzeit 9 % des britischen Bruttosozialprodukts (1,7 Billionen Euro p.a.) aus faulen Krediten - mehr
als 153 Milliarden Euro; sieben Banken [J.P. Morgan (mit 80 Billionen Euro auf Platz 1), Bank of
America, Goldman Sachs, City Group, Morgan Stanley, Wells Fargo und HSBC] halten zusammen 96
% des internationalen Derivatenhandels - in summa mehr als 150 Billionen Euro, was dem 4,7-fachen
des jährlichen Welt-Bruttosozialprodukts entspricht.

Das Handelsvolumen von Morgan Stanley liegt bei etwa 850 % des Eigenkapitals, das der HSBC bei
mehr als 680 %. Mithilfe des sog. 'High Frequency Tradings' werden im Millisekundentakt Billionen
hin- und hergeschaufelt, wobei es den Banken völlig egal ist, wer bei diesen Deals gewinnt oder
verliert; sie leben prächtig von den jeweiligen Gebühren ('Fees') - den Milliardengewinnen, die zum
Erstaunen der Bürger pro Monat anfallen, obgleich eben diese Institute noch vor zwei Jahren allesamt
vor dem Konkurs standen. Nur noch atemlos registriert die Gemeinschaft der Anleger, daß alleine für
das Rechnungsjahr 2010 Boni von etwa 145 Milliarden Euro an die fleißigen Mitarbeiter ausgeschüttet
werden sollen.

Wenn die durchschnittliche Haltedauer einer US-Aktie inzwischen nur noch ca. 11 Sekunden betragen
soll, kann unabhängigen Vermögensverwaltern angesichts dieses Finanzkarussells nur noch
schwindelig oder angst und bange werden.

Auch zur Unabhängigkeit des Rechtswesens darf mit wenigen Sätzen Stellung bezogen werden, da
auch hierzu im bereits erwähnten Buch von Prof. Hans-Herbert von Arnim ausführlichst Stellung
bezogen wird: Die Abhängigkeit der Staatsanwaltschaften darf in diesem Plenum ebenso als bekannt
vorausgesetzt werden wie die Tatsache, daß als Richter nur derjenige die höchsten Weihen erfährt, der
rechtzeitig der jeweils am Ruder sitzenden Partei angehört. Gegen das Zwangskammerwesen sprechen
sich Politiker (hier glänzt vor allem die FDP) jeweils dann aus, wenn sie in der Opposition sitzen. Bei
Regierungswechseln hingegen wird der angeblich dringenden Notwendigkeit und wirtschaftlichen
Bedeutung der Kammern Rechnung getragen.

Überhaupt: Was sich Politiker in rechtlicher Hinsicht gestatten, ist schon bemerkenswert. Hier sei an
den ehemaligen Bundeskanzler Kohl erinnert, der unter Mitwirkung seiner Parteifreunde Waigel,
Schäuble und des damaligen Präsidenten des Verfassungsgerichtes, Roman Herzog, das Parlament und
die gesamte Bürgerschaft mit seiner 'Restitutionslüge' (*) hinters Licht führte. Hier sei auf § 108 a des
Strafgesetzbuches verwiesen:

1. Wer durch Täuschung bewirkt, daß jemand bei der Stimmabgabe über den Inhalt seiner Erklärung
irrt oder gegen seinen Willen nicht oder ungültig wählt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder
mit Geldstrafe bestraft.
2. Der Versuch ist strafbar.

Nicht erwähnt werden muß, daß jeder von uns, der sich der Auskunftsverweigerung ("Nennung der
Spender") schuldig machen würde, wie dies der ehemalige Bundeskanzler meinte, tun zu können,
entweder in Beugehaft genommen oder zu einer Gefängnisstrafe verurteilt würde.

Wie einträglich es sein kann, sich als Politiker bereits im Amt gewisse Verdienste um Branchen oder
spezifische Firmen verdient zu machen, beweisen die Post-Ära-Politiker-Jobs der Herren Kohl und
Schröder, Müller und Bangemann, Fischer und Schnappauf, Wiesheu und (jüngst) Koch. Und, last not
least, ein Wort zu den Medien: Natürlich ist nicht unsere Staatsratsvorsitzende Merkel die mächtigste
Frau der Republik; dieser Rang gebührt den Damen Mohn und Springer. Geschätzt etwa 95 % der
Medien stehen unter dem Diktat dieser beiden Verlagschefinnen sowie der Kirchen und der SPD (!).

Nach diesem (völlig unvollständigen) Parforce-Ritt durch tagtäglich praktizierte Korruption stellt sich
die Frage:


Wer ist hier Täter? Wer ist Opfer? Was sind die Motive?


Grundsätzlich dient Desinformation/Täuschung, also Korruption, der Erzielung von Vorteilen, die man
mit lauteren Mitteln nicht erzielen zu können vermeint. Man versucht daher im Rahmen der jeweils
gültigen Gesetze und gerade noch vertretbarer Moral - unter Mißachtung der eigenen Ethik und dessen,
was man als 'schlechtes Gewissen' bezeichnen könnte -, den anderen hinters Licht zu führen.

Paraforanden der Korruption sind die Sprache sowie die Information und deren Inhalte, die
Metaforanden der Korruption sind hingegen die Verlust- und Versagensängste sowohl der
Protagonisten, die sich der Korruption teils bedenken-, teils gedankenlos bedienen, als auch der
Rezipienten, der Opfer manipulativer Korruption. Hierzu darf später noch Näheres ausgeführt werden.

Zur sprachlichen Verdummung der Menschen auf politischer Ebene seien beispielhaft zwei Momente
angeführt:

1.
Sozialismus/Kommunismus und Kapitalismus werden uns seit Jahrzehnten als höchst feindliche
Antagonisten gepredigt. Das ist natürlich insofern Unsinn, als Sozialismus/Kommunismus eine
Gesellschaftsillusion darstellt, der Kapitalismus hingegen ist eine Wirtschaftsideologie.

2.
Als weiteres Beispiel sei der Begriff Demokratie genannt. Demos kratein (griechisch) kann semantisch
korrekt sowohl als 'Volksbeherrschung' als auch 'Herrschaft durch das Volk' definiert werden. Dem
altgriechischen kratein entsprechend könnte man jedoch auch formulieren: "Das Volk zieht den
Wagen." (Und wer macht es sich da oben bequem?)

Dabei galten für die Demokratie nach dem athenischen Grundprinzip zwei Voraussetzungen:

1. Wer abstimmt, muß über die entsprechenden Informationen verfügen.
2. Wer abstimmt, muß von den Folgen der Abstimmung betroffen sein.

Daraus folgt logischerweise: Demokratie kann immer nur regional/kommunal funktionieren! Ansonsten
wird Demokratie zur Herrschaft der nicht-wissenden, aber indoktrinierten Masse über die Minderheit
der wirklich Wissenden und Betroffenen.

Wie (je nach Sicht jämmerlich oder lächerlich) es um die Demokratie nicht nur hierzulande, sondern
praktisch in jedem sich als demokratisch bezeichnenden Staat bestellt ist, in welch absurdem Maße die
Politiker längst zu Bütteln und Heloten der Wirtschaft, insbesondere der großen Konzerne mutiert sind,
darf angesichts der Legionen von Büchern, die zu diesem Thema bereits verfaßt wurden, als bekannt
vorausgesetzt werden. Auch hierzu darf einmal mehr auf Hans Herbert von Arnims Buch "Die
Deutschlandakte" verwiesen werden.

Exemplarisch sei aber Horst Seehofer, der bayerische Ministerpräsident zitiert: "Diejenigen, die
entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu sagen."


Kooperation versus Korruption - ein Vorschlag für
einen neuen Blick auf die Wege aus der Korruption.


Wie schon erwähnt, beginnt die Korruption auf intellektuell-emotionaler Ebene. Aus Information (lat.:
in formam ire) erwächst Wissen. Aus einem entsprechend breiten Kranz unterschiedlichen Wissens
erwächst Bildung. Und sofern diese mit Lebenserfahrung unterfüttert wird, kann daraus Weisheit
erwachsen. Diese Entwicklung bedarf ständiger Eigen- und Fremdmotivation (lat.: 'motivum dare') und
erfolgt in kooperativer Weise - auf der Basis von Neugier und Interesse vonseiten des Empfängers,
bzw. menschlicher Zuwendung und ehrlicher Anteilnahme vonseiten des Lehrenden [Pädagoge,
griech.: Wegbegleiter, Spielgefährte)]. Diese Entwicklung bedarf einer schematischen (unbegrenzten)
Öffnung und praktischen Erlebens.

Leider ist das Gros dessen, was uns als Information geboten bzw. "verkauft" wird, nicht Information,
sondern Desinformation. Hieraus erwächst ein Pseudowissen, was sich dann immer wieder als solches
erweist und für zunehmende Verwirrung sorgt. In dem Maße, in dem der sich eigentlich informiert
Fühlende erfährt, daß er Desinformationen aufgesessen ist, gerinnt diese Verwirrung zu immer
stärkerer Hilflosigkeit, die letztlich in Resignation mündet. Hinter diesem desinformativen Strang
steckt ein höchst korruptives Maß an Manipulation [manu pulare (lat.: mit der Hand ziehen, zwingen)].
Dies geschieht in höchst pragmatischer Weise und dient vor allem dem Erhalt unterschiedlicher
Systeme, in die der Rezipient der Desinformation hineingezwungen und dort (um jeden Preis) gehalten
werden soll.

Gelingt es dem derart manipulativ korrumpierten Menschen nicht, dieser Resignation zu entkommen,
mündet diese entweder in ingressiv-passive Verhaltensmuster - was dazu führt, daß dieser Mensch
ernsthaft erkrankt (Manien, Phobien, Psychosen und Neurosen bis hin zum Suizid) - oder er versucht,
aggressiv-aktiv dieser Resignation zu entkommen. Hier finden wir die prima causa für
Übersprungshandlungen aller Art (Exzentrik, Egozentrik und Rücksichtslosigkeit, aber auch Amoklauf
u.ä.).

Zur Verdeutlichung der Begriffe System und Schema seien einige Antagonisten aufgeführt, die speziell
in Medien und politischen Reden nur allzu oft synonym verwandt und mißbraucht werden.

Grundsätzlich handelt es sich bei Systemen um in sich geschlossene Entitäten, die durchaus ihren Sinn
erfüllen können (Sprachen, Verkehrsregeln, Benimmregeln, u.ä.), solange sie ihrem eigenen
Daseinszweck genüge leisten. Systeme sind jedoch weder lernwillig noch -fähig; nur IT-Fachleute
sprechen von "lernenden Systemen", aber IT-Spezialisten gehen ohnehin wenig kenntnisreich und
höchst sorglos mit Sprache um.

Schemata hingegen sind offene und höchst entwicklungsfähige und lernbereite Entitäten, die von der
ständigen (Weiter-)Entwicklung leben und nach ihr streben.

Und noch zur Erläuterung: Die jeweiligen Antagonisten (z.B.: "Ethik" und "Moral"; "Chancenfreiheit"
und "Gleichmacherei"; "Philosophie" und "Ideologie", etc. sind jeweils in gleicher Schrift (Größe) und
Positionierung in diesem Denkmodell angeführt.

Ein zusammenfassender Blick auf das Denkmodell 'Kooperation versus Korruption' mag eine Hilfe
dafür sein, wie man Korruption - egal, auf welcher Ebene - erkennt und wie man sich ihr - aktiv und
passiv - zu entziehen vermag (Folgebild).

Gestatten Sie mir zum Abschluß zur Erläuterung des Unterschieds von Schema und System folgende
Analogie: Sie sitzen am Rhein und beobachten einen mit Steinen beladenen Kahn, der flußaufwärts
fährt. Frage: Welche Kraft bewegt diesen Kahn flußaufwärts?

Für den Pragmatiker ist es der 3.500 PS-Motor, für den Praktiker jedoch der Sinn, der im Transport
dieser Steine liegt.

Für weitere Informationen zu allem Gesagten und aus Zeitgründen nicht Erwähntem, verweise ich
Interessierte auf mein Buch "Korruption - Die Entschlüsselung eines universellen Phänomens", das
über den 'PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V.' bestellt werden kann. Eine Kurzbeschreibung des
Buches finden Sie unter:
http://www.d-perspektive.de/zeitreport-online/empfehlungen/gesellschaft/npage/1.html

Außerdem können Sie sich informieren unter http://www.d-perspektive.de/konzepte.html über unsere
alternativen Konzepte zu den Themen Demokratie und Recht, Steuer, Wirtschaft und Soziales sowie
Gesundheit und Bildung.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Hans-Wolff Graf

*

(*) = Restitutionslüge des Kohl. Kohl hat behauptet, daß Gorbatschow seine Zustimmung zum
"Beitritt" der DDR zur BRD davon abhängig gemacht habe, daß die Enteignungen, die die
Sowjetunion direkt nach Kriegsende in ihrem Bereich vorgenommen hat (Junkerland in Bauernhand)
nicht rückgängig gemacht werden. Gorbatschow hingegen hat bestätigt, daß von solch einer Bedingung
nie die Rede war. Kohl und die seinen beharrten aber auf ihrer Behauptung und übereigneten zum
Beispiel Ländereien an ehemalige SED-Bonzen (z.B.LPG-Vorstände), um diese ruhig zustellen. Die
ehemaligen Besitzer gingen leer aus, wodurch ein Grundsatz westlicher Wertegemeinschaft - Schutz
des Eigentums - bedenkenlos über Bord geworfen wurde.

* * * * * *

Es folgt der Selenz-Kommentar vom 3. Dezember 2010, der mit den obigen Aussagen Herrn Grafs
korrespondiert.

Prof. Dr. Hans-Joachim Selenz


Die WestLB - Krimineller Sondermüll.


"Niemand braucht die WestLB. Strich drunter und abwickeln." Mit diesen Worten wird Hilmar Kopper
zitiert, ehemals Boss der Deutschen Bank, aktuell Aufsichtsratschef der HSH-Nordbank.

Wenn der Mann sich da mal nicht irrt. Die WestLB ist eine Bank, die viele - nicht nur in NRW - sehr
wohl brauchten und eventuell noch immer brauchen. Und das zu den erstaunlichsten Zwecken.

Die NRW-Bank ist, wie ihre Brüder- und Schwester-Banken in den anderen Bundesländern, gleichsam
der Garant für den Erhalt eines Systems mannigfaltigen Gebens und Nehmens. Die Landesbanken
stehen für politisch-wirtschaftliche Kollaboration jenseits aller Grenzen. Insbesondere der gesetzlichen.
Ihre Aktivitäten entfalten sich unter dem Schutzschirm politisch überaus weise gelenkter und
mindestens ebenso serviler Justiz-Organe. Diesem System würde bei einer Abwicklung der
Landesbanken ernsthafter Schaden drohen. Im schlimmsten Fall könnte das gesamte System
kollabieren. Die Landesbanken sind daher überaus systemrelevant und folglich mit allen Mitteln zu
erhalten. Insbesondere Finanzmitteln. Denn wenn wir eines aus der Finanzkrise gelernt haben, so dies:
Systemrelevante Banken, deren Zusammenbruch weitere Pleiten nach sich ziehen könnte, müssen auf
jeden Fall erhalten werden. Koste es was es wolle. Es sind ja eh nur Steuergelder .

Ausländische Potentaten nutzten die WestLB z.B. sogar zum Fliegen. Alpen-Kanzler Vranitzky flog
allein 15-mal auf Kosten der WestLB. So am 20. Mai 1993 von Wien nach Köln und tags darauf von
Köln nach Düsseldorf. Die Rechnung über 21.551,40 DM zahlte die WestLB. Dass im PJC-Flieger bei
"gelegentlichen Bordfesten oben in den Wolken" die erstaunlichsten Fotos entstanden, ist im SPIEGEL
7/2000 zu lesen: "Bei den Bildern - die Geschichte gerät jetzt erheblich unter SPIEGEL-Niveau -
handelt es sich um Nacktfotos." Den SPIEGEL "erinnert auch das an Mafia".

Vor dem Untersuchungsausschuss des NRW-Landtages bestätigte der Co-Pilot die Ausstellung
überhöhter Rechnungen, "mit denen 'Sex-Dienstleistungen' an Bord bezahlt worden seien" (BS-Ztg. 2.
Februar 2000). Tatsächlich weisen die Polit-Flüge der WestLB-Airline PJC fixe Mehrkosten auf, die
jedem Finanzbeamten sofort hätten auffallen müssen. So beträgt die Differenz zwischen der reinen
Flugzeit (Airtime) und der Zeit zwischen Abdocken am Start- und Andocken am Ziel-Terminal
(Blocktime) in aller Regel exakt 60 Minuten. Und zwar pro Flugbewegung. Für einen Dreiecksflug
wurden so bis zu drei Stunden mehr bezahlt als der Jet tatsächlich in der Luft war.

Diese zusätzlich berechneten Stunden sind auch bei vielen Flug-Rechnungen von Johannes Rau
(ehemaliger Ministerpräsident NRW und ehemaliger Bundeskanzler) zu beobachten. Nicht jedoch bei
"Normal-Passagieren", die auch mit PJC flogen. Rau benutzte den Jet 50-mal. Im Unterschied zu
Vranitzky ließ Rau die Flüge sogar durch seine Sekretärin Hedda Höbig von der Staatskanzlei aus
direkt bei PJC bestellen. Per Fax. PJC rechnete die Flüge sodann auch direkt mit der Staatskanzlei ab.
Die Rechnung bezahlte schließlich die WestLB mit Steuergeldern.

Da auch hochrangige Vertreter der CDU, wie z.B. Horst Köhler (ehemaliger Bundeskanzler), in dem
Bordell-Jet reisten, war der Schutz perfekt und eine Ahndung der offensichtlich kriminellen
Abrechnungen polit-taktisch unmöglich. Den politisch abhängigen Staatsanwälten sind dazu die Hände
gebunden. In deutschen Talkrunden wird derweil der Sex am schwedischen Königshaus bis zum
royalen Bettvorleger verfolgt. Was sich mehr oder weniger zeitgleich im WestLB-Jet über den Köpfen
der Bundesbürger abspielte, kehrt man indes bis dato schamhaft unter den bundesrepublikanischen
Justiz-Teppich.

Eine Aufklärung der Betrugsvorgänge durch Finanz- oder Strafverfolgungsbehörden ist weder bei der
WestLB noch bei anderen Landesbanken zu erwarten. Man hat vorgesorgt. Die Bank finanzierte 130
NRW-Finanzbeamten eine exquisite Sause auf dem Rhein. Bei einer Razzia der Steuerfahnder fanden
diese später die Vorstandsetage "klinisch gereinigt" vor. Selbst eine Arbeitstagung von
Generalstaatsanwälten und Bundesanwaltschaft wurde ebenso gesponsert wie Fachgespräche mit der
zuständigen Schwerpunktabteilung für Wirtschaftsstrafsachen. Inzwischen hat die WestLB Bilanz-
Sondermüll in Höhe von 77 Mrd. Euro ausgelagert. In die erste deutsche Bad-Bank. Die Schäden,
angerichtet durch die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften Preussag/TUI und Babcock Borsig,
summieren sich zusätzlich auf einen zweistelligen Mrd. Betrag. Die Bank, die nicht nur Politiker auf
schmutzigste Weise abhängig machte, kann nicht einfach mit einem Federstrich á la
Kopper abgewickelt werden. Der kriminelle Sondermüll der WestLB fordert sensibleres Handeln......

Peine, den 03. Dezember 2010
gez.: Prof. Dr. Hans-Joachim Selenz
www.hans-joachim-selenz.de
=================================================
Abgeschlossen am 17. Dezember 2010.
=================================================

Links/Verweise

===================================================================
Vielen Dank für den Besuch der Homepage. Bitte weiterempfehlen und wieder
reinschauen. In unregelmäßigen Abständen kommen neue Beiträge hinzu. Anregungen,
Kritik und Beiträge sind willkommen. Bei Leser-Briefen setze ich die Erlaubnis
zur Veröffentlichung voraus, wenn nichts anderes angegeben wird.
A C H T U N G ! A C H T U N G ! A C H T U N G ! ! Um den Suchrobotern im Netz
das Auffinden von ePost-Adressen möglichst zu erschweren, verwende ich in
allen eBrief-Anschriften anstelle des @ die Zeichenfolge (A)
Ich verweise ausdrücklich auf den Haftungsausschluss und die Bekanntmachungen
gleich am Anfang meiner Hauptseite hin, gültig für alle von mir veröffentlichten
Weltnetz-Seiten. Viele Grüße von Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de