W I D E R H A L L - Nr. 58
W E I H N A C H T / D e z e m b e r ~ 2 0 1 0 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
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Michael Nier

Deutschland und die Zukunft des Kapitalismus.


Nur wenn man die Gegenwart im Strom der Geschichte bestimmen kann, darf man sich als mündiger Bürger
bezeichnen. Die meisten Menschen in Deutschland werden von den Konzernmedien und auch von den öffentlich-
rechtlichen Medien informationell gelebt. Das Unwichtige wird als wichtig erklärt. Das Wichtige wird
verschwiegen oder verzerrt gebracht. Wir werden informationell zugemüllt. Der unmündige Bürger trägt und
erträgt das System. Er ist die Masse. Die Masse ist normalerweise historisch bewegungslos, auch wenn sie
lautstark und lebhaft lebt. Ignoranz der Masse ist systemsichernd. Der mündige Bürger dagegen ist selten.
Eigentlich gehört er auf eine rote Liste. Aber natürlich steht er nicht unter Schutz. Er muss verborgen leben, denn
er würde stören. Der mündige Bürger wüsste nämlich Ort und Zeit der Geschichte anzugeben, an dem er sich
befindet. Er wäre ein kritischer Bürger und er wüsste, dass er in einem Kapitalismus lebt, der sich immer krasser
zum historisch Dramatischen entwickelt. Die noch einige Jahre anhaltende Weltwirtschaftskrise wird sich weiter
zur kapitalistischen Systemkrise mit grausamen Massenerscheinungen auswachsen. Und genau darauf sollte man
sich als mündiger Bürger vorbereiten. Man entgeht damit nicht den hässlichen Erlebnissen der nächsten Jahre,
aber man ist vorbereitet und kann sich mit anderen vielleicht dagegen verbünden. Es wird weniger darum gehen,
neue Parteien zu gründen, um sich von Konzernlobbyisten füttern zu lassen und sich am demokratischen Spiel um
Pensionen und Pfründen zu beteiligen.

Vielmehr werden neue politische Bewegungen entstehen. Pensionen für diejenigen, die uns mit in die Krise
geritten haben und nun frech das Steuersystem ausufern lassen, um die von den Banken übernommenen Schulden
vom einfachen Bürger als Steuern, Gebühren und Abgaben abzupressen, wird es sicher nicht geben. Die Krise
wird zu einem politischen Wandel führen. Dieser Wandel wird wahrscheinlich ein Wandel innerhalb des
Kapitalismus werden, da es im Westen derzeit keine tragenden revolutionären Ideen gibt. Natürlich können
Zivilisationen auch in Barbarei versinken, wenn es keinen zentrierenden Volkswillen mehr gibt. Gerät eine multi-
ethnische Gesellschaft in einen Kampf um die Verteilung knapper Güter, ist in der Regel der Teufel los. Das nur
als Nebenbemerkung. Eine revolutionär anmutende, politische Kosmetik kann ich mir für Deutschland vorstellen.
Das einfachste in einer Zeit der Wandlung ist das Auswechseln der sichtbaren Eliten zur Sicherung des Systems.
Wie sagt der Volksmund bei neuem politischen Personal: "Der Trog bleibt der gleiche, nur die Schweine
wechseln."

In politisch radikalen Wandlungen gibt es naturgemäß eine Vielfalt von radikalem Gerede und radikalen
Initiativen. In den romanischen Ländern beobachten wir gegenwärtig ein Wiedererwachen des Anarchismus als
politischem Mittel von Unter-, aber auch von Oberschichten. Manche terroristischen Aktionen wachsen von unten
als Momente der Volkswut. Anarchistische Aktionen sind aber auch wunderbar geeignet zur Beseitigung von
Bürgerrechten! Eliten haben so was nicht selten organisieren lassen. Man sollte deshalb aufmerksam hinschauen,
wenn heute jemand zur politischen Aktion aufruft. Oft ist es nur Leerlauf mit Vollgas. Man lässt nur den Motor
aufheulen, hat aber keinen Gang drin. Manche als historisch sich spreizende Initiative ist nur Veralberung oder
eitles Ringelreihen von politischen Scharlatanen. Immer sind Verführer unterwegs.

Der, der ein mündiger Bürger werden oder bleiben will, muss sich den Kapitalismus in der Veränderung denken
können und Wichtiges vom Unwichtigen scheiden zu lernen und von der Wirrnis der Erscheinungen zum Wesen
kommen. Das ist auch deshalb notwendig, da über die Medien der Schein der Undurchsichtigkeit der Verhältnisse
immer wieder erzeugt wird.


ZUR KLEINLICHKEIT BEI HISTORISCHER ABRECHNUNG.

Ein Moment des Arbeitens mit dem Schein der Verhältnisse ist, dass man sichtbaren Personen öffentlich sichtbar
Schuld für entstandene Lagen zuschiebt. Das wird immer so gemacht. Das kann auch im Gefolge der
Weltwirtschaftskrise in Europa geschehen. Das wird wahrscheinlich auch in Deutschland passieren. Irgend jemand
muss ja zur Volksberuhigung öffentlich den "Schwarzen Peter" bekommen.

Wie krass in Umbruchszeiten mit Vermögen oder vermeintlich sicheren Rechten umgegangen wird, kann man an
der politischen Wende 1989/1990 und ihren politischen Nachspielen sehen. Der durch einen Sonderausschuss der
DDR-Volkskammer im September 1990 verfügte Vermögenseinzug bei 18 Spitzenfunktionären der DDR wegen
grob sittenwidrigen Verhaltens und unrechtmäßig erworbenem Vermögen ist von Bundesverfassungsgericht für
rechtmäßig erklärt worden (BverfG, 1BvR 282/99 vom 28.7.1999). Allein die Nachkommen des
Politbüromitgliedes und ehemaligen Auschwitzhäftlings Hermann Axen sollen das eingezogene Vermögen
ausgezahlt bekommen haben! Das Bundesverfassungsgericht hat weiterhin mit Beschluss vom 6.7.2010 (BverfG,
1 BvL 9/06) über Zusatzrentenansprüche für zwei Minister der DDR (Umweltschutz und Wasserwirtschaft sowie
Leichtindustrie) entschieden. Die zur Wendezeit verfügten generellen und speziellen Rentenkürzungen wurden in
dem Verfahren "Zur Überführung von Anwartschaften aus Zusatz- und Sonderversorgungssystemen des
Beitrittsgebietes" für rechtens erklärt. In der Regionalzeitung "Freie Presse" (Chemnitz) vom 29.7.2010, S. 5,
steht unter dem Titel "Kürzung von Ministerrente ist rechtens. Ex-DDR-Funktionäre scheitern vor höchstem
Gericht": "Denn entgegen der Ansicht der Kläger solle nicht deren früheres Verhalten bestraft, sondern verhindert
werden, dass ungerechtfertigte Vorteile auf das jetzige Rentensystem übertragen würden. Denn die DDR-Minister
seien in erster Linie nach politisch-ideologischen Kriterien ausgewählt worden. Der Gesetzgeber habe daher davon
ausgehen dürfen, dass mit deren Besoldung weniger ihre Leistung, als vielmehr politische Anpassung und
Erfüllung des SED-Herrschaftsanspruchs belohnt werden sollte. Die Kläger erhielten auch mit Kürzungen der
Leistungen immer noch mehr Rente als der DDR-Durchschnittsbürger."

Ein Minister erhielt in der DDR 4500 Mark Gehalt. Zwischen den niedrigsten und dem höchsten Gehalt in der
DDR war ein - bis auf Ausnahmen wie Schlagersänger, Wissenschaftler mit Einzelvertrag oder Spitzenkünstler -
Verhältnis von 1 zu 7. In der heutigen BRD herrscht ein Verhältnis von 1 zu 600. Ich habe diese Urteile des
Bundesverfassungsgerichtes deshalb genannt, weil auch in der heutigen BRD eine unheimliche Wut über die
Bereicherungsorgien von Regierungs- und Oberschichten beim Volk vorhanden ist. Es kann also im Verlaufe der
zur Weltwirtschaftskrise gehörenden politischen Krise dazu kommen, nach dem rechtmäßigen Erwerb von
Vermögen oder der Rechtmäßigkeit von "Sonderversorgungssystemen" für BRD-Eliten zu fragen. Die Oberen in
der BRD, aber auch in der EU, können heute noch nicht ermessen, wie kleinlich Benachteiligte im Ernstfall sein
werden. Auf jeden Fall kann man sich die Urteile des Bundesverfassungsgerichtes auf die Möglichkeit von
Vermögenseinzug und Senkung von Sonderversorgungsansprüchen bei der Rente bis zur Durchschnittsrente
herunter berufen. Da die Löhne und die Durchschnittsrenten in Deutschland dramatisch sinken, kann ich mir einen
heutigen Minister mit späterer Grundsicherung lebhaft vorstellen. Für Hartz IV-Bezieher gibt es ja schon heute
nur noch ein reduziertes Eigentumsrecht und wie einst bei sowjetischen Kolchosbauern eine Bindung an den Ort.
Die Kreisgrenze darf nur mit Erlaubnis des "Fallmanagers" überschritten werden. Auch das internationale Verbot
von Zwangsarbeit ist in Deutschland für Arbeitslose aufgehoben.


WIR HABEN ALSO SCHON ODER NOCH SONDERGESETZE FÜR EINEN TEIL DER DEUTSCHEN.

Denken wir auch an das immer noch geltende "Gesetz über Schiedsstellen der Gemeinden des Freistaates Sachsen
(SächsSchiedsGütStG)" von 1999. Dort ist eine Liste, der für das kleine Amt des gemeindlichen Friedensrichters
ungeeigneten Personen. Natürlich dürfen ehemalige Angehörige des MfS so was nicht machen, aber es sind auch
andere faktisch ausgeschlossen: "5) Bei ehemaligen Mitarbeitern oder Angehörigen in herausgehobener Funktion
von Parteien und Massenorganisationen, der bewaffneten Organe und Kampfgruppen sowie sonstiger staatlicher
oder gemeindlicher Dienststellen oder Betriebe der ehemaligen DDR, insbesondere bei Abteilungsleitern der
Ministerien und Räten der Bezirke, Mitgliedern der SED-Bezirks- und Kreisleitungen, Mitgliedern der Räte der
Bezirke, Absolventen zentraler Parteischulen, politischen Funktionsträgern in den bewaffneten Organen und
Kampfgruppen, Botschaftern und Leitern anderer diplomatischer Vertretungen und Handelsvertretungen sowie
bei Mitgliedern der Bezirks- und Kreiseinsatzleitungen wird vermutet, dass sie die als Friedensrichter erforderliche
Eignung nicht besitzen. Diese Vermutung kann widerlegt werden." Selbst als ehemaliger Abteilungsleiter eines
kleinen volkseigenen Betriebes ist man weiterhin eine politisch anrüchige und verdächtige Person. Übrigens ist die
DDR schon 20 Jahre Geschichte. Es ist schon interessant, welche Gesetze in der Bundesrepublik gelten.
Rechtsstaat bedeutet, dass man Gesetze macht, danach richtet und es einen Weg mit Rechtsmitteln dagegen gibt.
Mehr ist Rechtsstaat nicht. Auch Unrecht kann rechtsförmig daherkommen. Dies nur als Hinweis zur Orientierung
im Kommenden. Das Kommende wird Auseinandersetzung in und um den Kapitalismus sein. Diese
Auseinandersetzungen werden sich an Personen und Personengruppen festmachen. Das Volk will zur
revolutionären Belustigung immer "Köpfe rollen sehen". Man möge die Formulierung nicht wörtlich nehmen.


INHALT UND FORM DES KAPITALISMUS.

Kapitalismus liegt als Moment oder System immer dann vor, wenn Geld in Verwertungsprozesse gesteckt wird,
die so organisiert werden, dass durch Arbeit anderer letztlich mehr Geld zurückfließen soll und dieses Geld der
Kapitalgeber erhält. Dieses in Arbeit gesteckte Geld nennt man während der Verwertungsprozesse Kapital. In der
Tasche oder auf dem Girokonto ist Geld auch heute nur Geld. Stecke ich das Geld in Unternehmensanleihen oder
Aktien, wird mein Geld Kapital. Es gibt dann den blöden Spruch: "Ich lasse mein Geld arbeiten". Lässt der
Arbeiter seine Entlohnung als Unternehmensanteil im Unternehmen, so arbeitet er für sein eigenes Geld in einem
Unternehmen, das einem nicht gehört und wo man selbst fürs eigene Geld Profit für die anderen und
Profitbröckchen für sich erarbeitet. Man nennt das Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand und glaubt selbst ein
bisschen Kapitalist zu sein, der nicht gegen sich streiken darf. Übrigens kreditiert der Arbeiter immer den
Unternehmer, denn der Arbeiter oder Angestellte kriegt seinen Lohn erst nach über einem Monat getaner Arbeit.
Eigentlich leiht der Arbeiter seine Arbeitskraft dem Unternehmer, der sie nimmt. Von Unternehmer als
Arbeitgeber kann also keine Rede sein. Der Arbeiter ist der eigentliche Arbeitgeber. Die Sprachregelungen von
Kapitalseite sind natürlich anders und sollen die Verhältnisse beschönigen.

Die politische Sprache ist deshalb in unserer späten Zeit der BRD eine verlogene Sprache. PR-Agenturen sind bei
der Verschönerung der politischen Sprachregelungen heute immer dabei. Das ist in einer Zeit der totalen
Herrschaft des Finanzkapitals über alle Lebensbereiche und die meisten Weltgegenden zwangsläufig. Der mit
Worten gewebte Vorhang vor den wirklichen Verhältnissen muss dicht sein und darf nicht reißen.

Wer vom Kapitalismus direkt spricht, reißt schon an dem Vorhang herum. Er würde ja sonst von der "sozialen
Marktwirtschaft" oder von den Gesellschaft des freien Wettbewerbs, einer Wettbewerbsgesellschaft, einer
Leistungsgesellschaft, einer Gesellschaft der Chancen oder von einer Gesellschaft der Freiheit und der Freien
reden. Auch von einer "Offenen Gesellschaft" könnte gesprochen werden. Popper fiel diese Formulierung ein, als
seine Emigration geklappt hatte. Er fühlte sich, als ob die Fenster geöffnet worden seien und frische Luft
hereinkäme. Apologeten nennen den Kapitalismus auch "Offene Gesellschaft" im Gegensatz zu geschlossenen
Gesellschaften, wie dem seinerzeitigen osteuropäische Sozialismus, dem Dritten Reich oder islamischen
Gesellschaften.

Kapitalismus gibt es schon eine ganze Weile und eigentlich müsste klar sein, wie er aussieht und wie er
funktioniert. Wir haben im römischen Reich auch schon Finanzkapital, das sich Sachen und Menschen angeeignet
hatte. Auch Menschen konnten auf dem Markt gehandelt werden. Deshalb haben wir im Kapitalismus seit dem 15.
Jahrhundert die Aufarbeitung und Modernisierung des "römisches Rechts". Es ging um Besitz und Eigentum.
Juristen werden auch noch heute in römischem Recht geschult. Seit Ende des Mittelalters entwickelt sich mit der
Aufhebung des Zinsverbotes und dem Ende der Brakteatenzeit der Kapitalismus der Kaufleute und der Wucherer.
Später das kapitalistische Industriesystem mit dem doppelt freien Lohnarbeiter, der frei von Bindung an die
Scholle und Leibeigenschaft und frei von Arbeitsmitteln war. Der musste seine Arbeitskraft verkaufen. Da diese
auf dem Markt weniger wert war, als sie an Werten schuf, konnte der Kapitalist sich mit dem Kauf der Ware
Arbeitskraft Mehrwert aneignen. Der Arbeitslohn sollte immer nur die Reproduktion der Arbeitskraft sichern.
Auch heute wird durch Arbeit keiner reich. Eingesetztes Kapital wurde für den Kapitalbesitzer zum "sich selbst
verwertenden Wert". Die Nationalökonomie des 19. Jahrhunderts ging deshalb von der Arbeit als Quelle des
kapitalistischen Reichtums aus. Dem Kapitalisten selbst schien seine eigenes Kapital wundersam zu hecken. Er hat
den Zusammenhang zur Arbeit durch seine Lieblingsökonomen kaschieren und ignorieren lassen. Nunmehr sind
wir noch eine Stufe weiter. Die globale politische Ökonomie des 20. Jahrhunderts kulminierte in Milton Friedman,
wonach das Kapital Quelle seines Wachstums selbst sei. Und damit sind wir in der Gegenwart angekommen.


FINANZIMPERIALISMUS.

Der Kapitalismus hat eine gesetzmäßige Entwicklungstendenz zum Finanzimperialismus, in dem die Interessen der
Finanzoligarchie über die ganze Gesellschaft herrschen. Wir sind mit der Weltfinanz- und Wirtschaftskrise in einer
Epoche des Kapitalismus angelangt, wo der Finanzimperialismus absolut triumphiert und sich seine Destruktivität
für die Menschheit offenbart. Insofern sind wir an einem interessanten Punkt der Menschheitsgeschichte.

Mit der Gründung der FED zu Weihnachten 1913 ist in der USA, dem Hauptland es Kapitalismus, die gesamte
Wirtschaft dem Kreditsystem der Banken unterworfen worden. Seitdem bestimmt die Finanzwirtschaft den Gang
der Realwirtschaft. Seit dem 15. August 1971 hat der Dollar keine Goldbindung mehr und es fällt der Wertanker
weg, der die Geldvermehrung im Zaum gehalten hatte. Mitte der 60er Jahre ging von Milton Friedman in Chicago
der Neoliberalismus und der Neomonetarismus auf seinen Siegeszug um die Welt. (Siehe die grundsätzliche
Schrift von Manfred Braun, Günter Krause und Klaus Müller: "Neomonetarismus. Kritische Untersuchungen
einer konservativen staatsmonopolistischen Wirtschaftslehre", Akademie-Verlag Berlin 1989. Ich besitze ein am
5.4.1995 aus der Universitätsbibliothek der TU Chemnitz ausgesondertes Exemplar. Fundierte Kritik ist
unerwünscht.) Heute sind alle führenden Ökonomen von New Yorck über London, Frankfurt, Moskau und
Peking von der neoliberalen Lehre geprägt. Der Glaube, dass der Markt alles regele, gilt immer noch und über
Geldpolitik will man alles regeln. Die Schöpfung von Kreditgeld und die Spekulation sind sozusagen allgemein
anerkannte Praxis. Die Welt des Geldes ist zu einer eigenen Lebensform geworden, so wie manche glauben, man
würde nach seinem Erdenwandel seinen Lieben oder Gehassten im Himmel oder der Hölle wiedersehen.

Die Welt des Geldes hat sich von der Welt der Dinge abgehoben und es gibt da ein Eigenleben. So wie der
Himmel uns Blitze schickt und die Wolken über Verdunstung entstehen, hängen Realwelt und Finanzwelt auch
zusammen. Leider, so zeigt sich heute. Würden die Banker in ihrem Spielkasino nur mit Spielgeld spielen, dann
müsste es uns nicht interessieren. Sie spielen aber mit unserem Geld und unserem Leben. Sie versuchen, ihr im
herrschaftlichen Spiel vermehrtes Geld mit Werten zu belegen, die unser Eigentum sind. Sie haben deshalb
Verfahren erdacht, uns unser erarbeitetes Eigentum abzuknöpfen und uns zu ihren Tributsklaven zu machen.
Lloyd Craig Blankfein von Goldman Sachs meinte, dass sie in ihrem Tun Gottes Werk täten. Alexander Dibelius
von Goldman Sachs Deutschland tönte im April 2010, dass die Banken nicht zum Gemeinwohl verpflichtet seien.
Dibelius ist Berater der Kanzlerin Merkel. Die Politiker scheinen diesen Bankern aufs Wort zu gehorchen. Sie
machen Gesetze im Interesse der Finanzbranche bzw. verabschieden die ihnen von der Finanzbranche diktierten
Gesetze. Damit hat auch der Staat seine Funktion eingeschränkt oder sogar aufgegeben "Gesamtkapitalist" zu
sein, also die bürgerliche Gesellschaft insgesamt stabilisierend zu steuern. Seit rund vier Jahrzehnten hören die
Bürger die Rufe nach Privatisierung und Deregulierung. Zugleich werden die wachsenden Staatsschulden
bejammert und behauptet, dass die Bürger dem Staat zu teuer komme. Die Bürger kriegen zu viel Lohn, sie
kriegen zu viel Rente und die Arbeitslosen kriegen zu viel Stütze. Die Reichen meinen, dass ihnen die Armen zu
teuer kommen. Deshalb seien sie auch daran schuld, dass der Staat alles bis hin zum Tafelsilber verkaufen müsse.


WORUM HANDELT ES SICH WIRKLICH?

Wir sind in einer Zeit, die etwa mit dem Raub des Gemeindelandes durch den Adel oder dem Bauernlegen durch
den Adel vergleichbar ist. Heute wird der Finanzbranche und der Finanzoligarchie das gesamte Eigentum der
Menschheit schrittweise zugespielt. Die Finanzbranche will die durch Geldschöpfung und Kreditschulden
exponentiell wachsende Geldmenge in Realwerte umwechseln. Deshalb sind vorhandene Werte umzuverteilen und
bisher nicht wertbehaftetes wertvoll zu machen. Diese Werte werden der Finanzbranche als Eigentum zugespielt.
Zugleich müssen Prozesse in Gang gesetzt werden, die Geldströme vom Bürger in die Finanzwelt lenken. Dazu
müssen Verschuldungen in allen Bereichen erzwungen werden und dies muss dem Bürger als Normalität
erscheinen. Noch Ende des 19. Jahrhunderts haben brandenburgische Junker das Recht der ersten Nacht bei ihren
Untertanen praktiziert. Der betroffene Bräutigam fand das unangenehm normal. Wir finden es normal, unser
Häuschen "zu finanzieren" und 30 Jahre Sklave der Bank zu sein. Dem Banker ist jedoch bisher noch kein
Beischlafrecht beim Baukreditvertrag eingeräumt worden.

Was wir in den nächsten Jahren erleben werden ist, dass die überall angewachsenen Schulden notleidend werden.
Die USA sind eigentlich schon lange pleite. Doch sie lassen sich mit den eigenen Ratingagenturen immer als beste
Schuldner mit AAA bewerten. Da die Hochfinanz die Zentralbanken und die Politik bestimmt, werden die
ausfallenden Staatsanleihen durch die FED, die EU, die EZB oder die Zentralbanken aufgekauft. Das Geld wird
wiederum als Schulden bei den Banken aufgenommen. So entstehen Schuldenberge. Die Schulden werden nicht
abgetragen, sondern verzinst. Die Verzinsung geschieht heute sowohl durch neuen Schuldenaufnahme und immer
neue Steuererhöhung. Irgendwann führt das zu einem Kollaps. Das kann die Form von Staatsbankrotten
annehmen, kann sich als Hyperinflation entladen oder auch als Deflation mit dem schrittweisen Zusammenbruch
der Wirtschaft und allgemeiner Verelendung der Massen enden.

Auch schon heute werden wir mit Krisenpropaganda überschüttet. Wir sollen in eine latente Panik geraten. Das
klappt auch ganz gut, denn die Verbindung von Finanzbranche, Medienwirtschaft, politischer Klasse und
käuflicher Wissenschaft funktioniert. Selbst wenn man recht belesen ist, ist es trotzdem schwierig auseinander zu
halten, was eine Medienkampagne aus echter Besorgnis über wirtschaftliche Entwicklungen, Vorbereitung neuer
globaler Geschäfte der Hochfinanz oder Panikmache zur Gefügigmachung der Bevölkerungen ist. Die
Weltkampagne zum "menschengemachten Klimawandel" durch zu viel C02 dient der Preiserhöhung für
Energieprodukte, neuer CO2-Steuern und der Installation eines Billionenmarktes für CO2-Zertifikate. Wenn es
schon keine neuen technischen Innovationen gibt, dann macht man eben Innovationen für die Finanzbranche,
indem man über Lobbyismus politisch einen Markt erzwingt, der nur der Umverteilung von Volksvermögen dient.

Der CO2-Schwindel ist eine Idee der Hochfinanz. Die Idee, dass das umlagefinanzierte und solidarische
Rentensystem ineffizient sei und letztlich durch ein "kapitalgedecktes" unsolidarisches Rentensystem ersetzt
werden müsse, ist eine Idee der Finanzbranche. Auch die Strategie der Bundesregierungen, das System der
gesetzlichen Krankenversicherung mit einer Salamitaktik in ein System der privaten Krankenversicherungen
überzuführen, wird durch die Versicherungs-, Pharma- und Krankenhauskonzerne induziert. Der laufende Abbau
des öffentlichen Bildungswesens und seine schrittweise Ersetzung durch konfessionelle oder libertär ausgerichtete
Schulen und Schulen internationaler Bildungskonzerne sowie die "Führung der Hochschulen wie Unternehmen"
ist ebenfalls eine Idee der Absonderung der Oberschichten vom Volk und zugleich die Ausweitung des
Profitsystems auf Gemeinwohlstrukturen. Bildungsverkauf soll Kohle bringen. Wir haben eine durch die
internationale Finanzbranche immer mehr durchorganisierte Gesellschaft.

Auch die Übernahme der Spekulationsschulden und faulen Kredite der Banken durch die Staaten und die EZB ist
ein Zeichen für die Herrschaft des Finanzkapitals. Man denke auch nicht, dass die Konjunkturpakete der Staaten
zur Förderung der Wirtschaft allein für die Realwirtschaft gedacht sind. Es geht vor allem um die riesigen
Schulden der Unternehmen, die ohne neue Aufträge vermittels schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme fällig
würden. Die Finanzbranche will die über ihre Spießgesellen in den Unternehmensführungen aufgetürmten
gigantischen Kredite nicht als uneinbringliche Schulden abschreiben. Die meisten DAX-Konzerne sind gigantische
Schuldenunternehmen. Allein bei den Familienunternehmen ist noch unternehmerische Solidität zu finden. Die
Aldi-Unternehmen sind schuldenfrei und Haribo ist nach einmaligen, fast tödlichen Schulden nie mehr verschuldet
gewesen. Doch das Schuldenmachen gehört zum System der heutigen Herrschaft des Finanzkapitals und dieses
System wird an den Schulden kollabieren. Schon jetzt beginnen sogar in den USA die Leute ihren Konsum zu
drosseln. Die Deutschen haben schon paar Jahre mit dem Angstsparen begonnen. Betuchtere flüchteten in
Edelmetalle. Bei der Edelmetallhandelsbank Proaurum in München standen im Mai 2010 die Leute vier Stunden
an und zogen Nummern wie auf dem Arbeitsamt. Bei der gleichen Firma in der Filiale in Bad Homburg haben
DAX-Vorstände auch mal eine halbe Million Euro in Gold umgetauscht.


DIE GROSSE VERWEIGERUNG.

Der Kapitalismus hat als Folge der Entwicklung des Industriesystems eine Realwirtschaft hervorgebracht, in der
durch Arbeit verkaufbare materielle Güter hergestellt werden, nach denen durch uns zivilisierte Menschen
Nachfrage besteht.

Dies ist das wesentliche Fundament unserer Zivilisation. Wir leben, sofern wir uns nicht selbst versorgen, mit den
durch uns alle und gemeinsam erzeugten Produkten der Realwirtschaft. Von der Seite des zivilisierten Menschen
gehören zur Realwirtschaft Fähigkeiten, Fertigkeiten, Wissen und Bildung. Es sind dies zur materiellen Arbeit und
Naturgestaltung gehörige Momente. Deshalb hatten Industriekapitalismus und Sozialismus als tragende Idee die
Erziehung zur Arbeit. In der DDR war das zentrale Erziehungsprinzip die "polytechnische Bildung".

Zum Ende der Weimarer Republik gab es den Freiwilligen Arbeitsdienst (FAD), aus dem später der RAD
(Reichsarbeitsdienst) wurde. Im Dritten Reich und der DDR wurden nach sowjetischem Vorbild
"Ernteschlachten" geschlagen. Man hat keinen Sabbat mit Nichtstun verbracht, sondern nach sowjetischem
Vorbild einen Subbotnik abgehalten, d.h. am Sonnabend fast freiwillig und unentgeltlich den Betrieb aufgeräumt
und Reparaturen durchgeführt. In der DDR waren Arbeitsscheu und Asozialität strafbar. Straffällig gewordene
Jugendliche lernten in Jugendwerkhöfen Arbeit, Disziplin und Ordnung. Das wird vom libertären Standpunkt
ungeheuerlicher Freiheit natürlich verteufelt.

Die jetzige Gesellschaft der automatisierten Produktion und effektivierten Warenverteilung hat nicht mehr für
jeden Arbeit. Die Arbeitsplätze, die zu den im Lande verkauften Massenprodukten gehören, stehen in China,
Vietnam, Indien, Kambodscha, Türkei, Brasilien und anderen Ländern. In unseren Quasi-Kolonien lassen wir
große Teile des Wohlstands der Konzerne, Banken und auch der Bürger erarbeiten. Die Kaufleute holen die
Waren zurück und machen einen größeren Schnitt, als wenn sie in Deutschland produzieren ließen. Institute der
Wirtschaftspropaganda bedrohen deutsche Arbeiter mit der Behauptung, es könnten noch mindestens 11
Millionen Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. Das macht die Leute gefügig, Lohnsenkungen und
Rechteabbau hinzunehmen.

Wie weit die westliche Freihandelsstrategie dauerhaft mit den Interessen der liefernden Völker vereinbar ist, steht
in den Sternen. Zum Glück sind die Fähigkeiten der Deutschen, jede Industrie in der Welt technisch neu zu
installieren, noch vorhanden. Die deutsche Rüstungsproduktion könnte in kurzer Zeit die Bundeswehr wieder zur
Verteidigungsarmee umrüsten. Auch Atombewaffnung wäre möglich und Raketenabwehr in verschiedene
Himmelsrichtungen innerhalb von ein bis zwei Jahren installierbar. Zur Zeit versucht man durch Stillegung der
Kohleförderung die industrielle Kompetenz für den Bergbau zu beseitigen. Kurzsichtige Ökonomen sehen den
international niedrigen Steinkohlepreis und wollen deshalb den Steinkohlebergbau in Deutschland endgültig
zerstören. Deutschland mit seiner Investitionsgüterindustrie und hochwertigen Gebrauchsgütern hat im letzten
Jahrzehnt rund eine Billion mehr ausgeführt, als importiert. Das so gewonnene Geld wurde nicht etwa zum
Anlegen von Staatsreserven oder zum Aufbau, wie es die Russen sagen würden, einer "vaterländischen Industrie"
verwendet, sondern in die Finanzmärkte gespült. Veruntreut durch die Oberschichten in Griechenland oder als
Bauruinen in Spanien oder Einkaufstempel in Texas oder als Kauf maroder Unternehmen auf Rat von Banken
oder als US-Kriegsführung in Afghanistan können wir die Spur des Geldes verfolgen. Diese vergeudete Billion
entspricht etwa auch dem Schaden, den das deutsche Volk durch die Entindustrialisierung der DDR und die
Vernichtung der dortigen wissenschaftlichen Potentiale erlitten hat. Wir scheinen es ja zu haben.

Zum Glück wachsen die Bäume nicht bis in den Himmel und das exponentielle Wachsen von Schulden im
heutigen Weltfinanzsystem geht nicht ewig. Die Weltfinanzkrise zeigt, dass das Finanzsystem sich von der
Realwirtschaft abgehoben hat und die Finanzoligarchie panisch nach Anlagemöglichkeiten sucht, in dem sich ihre
Geldtitel spiegeln können. Doch es gibt heute mindestens vierzig mal mehr Geld auf der Welt, wie Sachwerte.
Jetzt scheint der Berg von Schuldentiteln so groß zu sein, dass die Realwirtschaft des Westens nur schrumpfen
kann. Es ist kein Kreditgeld mehr für eine Realwirtschaft vorhanden. Bürger, die Kredite nachfragen, werden
genauer geprüft. Immer mehr sind nicht kreditwürdig. Arbeitslose haben sowieso kein Geld. Unternehmer, die
sehen, dass sie weniger verkaufen können, werden nicht investieren oder sogar ihre Produktion einschränken.
Zwei Drittel aller neuen Stellen in Deutschland sind nur noch Zeitarbeitsstellen. In Thüringen sind von acht
angebotenen Stellen sieben von Zeitarbeitsfirmen. Die Tendenz zum Niedriglohnland Deutschland hält an. Jeder
fünfte arbeitet im Niedriglohnbereich. Im Beitrittsgebiet arbeiten über 2 Millionen Menschen für Löhne unter 9
brutto und 13% der Beschäftigten arbeiten für unter 6 brutto. Mit solchen Löhnen trocknet der Binnenmarkt
des Hochpreislandes Deutschland natürlich aus. Weltweit sind Konjunkturprogramme aufgelegt worden. Davon
hat die deutsche Investitionsgüterindustrie profitiert und da die Konjunkturprogramme überall in der Welt den
Reichen zugute gekommen sind, haben die natürlich die S-Klasse bei Mercedes-Benz und wildgewordene
Volkswagen von Porsche bestellt sowie andere Accessoires des Wohlstandes. Mit dem Auslaufen der
Konjunkturprogramme auf Pump fällt die Nachfrage nach deutschen Waren. Auch wenn unsere Politiker vom
Aufschwung und Ende der Krise schwärmen, die kalte Dusche kommt. Die Binnennachfrage stagniert und die
Außennachfrage wird wieder einbrechen. Die Krise geht ihren Weg.

Immer mehr verdichten sich die Meinungen, dass wir in eine Deflation und eine langanhaltende Depression
kommen werden. In der werden wir ähnliche Erscheinungen erleben, wie in Deutschland 1930 bis 1932.

Alle Schichten in Deutschland sind verunsichert. Sie ahnen, dass das Finanz- und Wirtschaftssystem in eine extrem
kritische Phase kommen werden. Es ist dies eine Ahnung. Leider verstehen die Bürger die Gesellschaft nicht mehr
und können auch nicht mehr alternativ politisch denken. So viele Jahre der politischen Ruhe in Westdeutschland
und des ausgekosteten Sieges über die DDR und den Sozialismus haben das politische Denken in einen tiefen
Schlaf versetzt. Die Medien, die ja durchweg die in strategischen Zirkeln der Finanzwirtschaft und der Konzerne
entworfenen Meinungen reproduzieren, sind bar jeder Aufklärung über die Verhältnisse. Es wird im Interesse der
amerikanischen Freunde und der herrschenden Eliten getrommelt. Wenn man als gewesener DDR-Bürger sich die
ZDF- Nachrichtensendung "Heute" antut, dann denkt man sofort an die "Aktuelle Kamera" des DDR-Fernsehens,
die vom Politbüromitglied Joachim Herrmann täglich auf Optimismus und Leere getrimmt worden war. Wenn die
Medien nicht mehr berichten, dann muss es um System und Regime wirklich schlimm stehen. Die Bürger fühlen
das. Sie werden sich mehr und mehr der offiziellen Politik verweigern, vor allem passiv.


DIE OBERSCHICHTEN SIND STRATEGISCH BLIND.


Jähe Wendungen der Geschichte sind jederzeit möglich, wenn in einer wirtschaftlichen Großkrise die Eliten
monoton die Krise verschärfen und die Medien dem als alternativlosen Maßnahmen die ideologische Weihe
verpassen. Brüning und Schacht schauen hinter den Sparmaßnahmen der Regierung der BRD und auch der
anderen Regierungen im EU-Bereich hervor. Man will sich durch Sparen am Sozialstaat aus der großen Krise
herauswinden. Durch Protektionismus und Abwertungswettlauf der Währungen geht man gegeneinander los. Das
ist schon ab 1930 in den USA und der damaligen westlichen Welt schief gegangen. Wir stehen wie 1930 vor einer
großen Depression. Vielleicht sind wir sogar schon drin. Damals war bei den europäischen und natürlich auch bei
den deutschen Volksmassen der Sozialismus eine Option. Auf den russischen Sozialismus gab es europäische
Antworten. Faschismus und Nationalsozialismus wurden in ganz Europa probiert. Es war also kein deutsches
Phänomen. Doch in Deutschland wurde mit "deutscher Gründlichkeit" eine Alternative zum russischen
Sozialismus probiert, die jedoch die Adelselite und das Großkapital nicht antastete. "Sozialismus" war damit nur
ein Palliativ. Es gab eine sozialistische Formensprache. Diese stammte überwiegend aus Sowjetrußland und wurde
dann auch in der DDR weiter gepflegt. Daraus wird auch die offizielle Meinung von den "zwei Diktaturen"
genährt.

Den gescheiterten Endsieg vor Augen wurde die "soziale Marktwirtschaft" von strategisch denkenden Vertretern
der Industrie und prognostisch denkenden NS-Eliten entworfen. Am "Institut für Industrieforschung" wirkte als
Direktor Ludwig Erhard und dieses Institut stand unter Schutz der SS (Otto Ohlendorf). Schon 1942 war die
Niederlage des Reiches klar. Die Gründung des Institutes war eine der Zukunftsmaßnahmen. Man wusste, dass
der Kapitalismus ohne sozialistische Elemente in Deutschland nicht akzeptabel sein würde. Zugleich ist erkannt
worden, dass nach dem Krieg ein initiatives und verantwortungsbewusstes Unternehmertum nötig sei. Eine
Symbiose war herzustellen. Außerdem war klar, dass eine politisch-moralische Einheit des Volkes ein positiver
Wirtschaftsfaktor ist. Wozu die Klassen aufeinander hetzen, wenn es mit Ausgleichsmechanismen viel besser
gehen würde. Diese Klugheit verlor sich mit der historischen Distanz. Die gleichen Gruppen, die auch im Dritten
Reich im Hintergrund herrschten, haben in der späten BRD der 70er und 80er Jahre ihre historischen Erfahrungen
über Bord geworfen. Sie übernahmen die angelsächsischen Praktiken der sozialen Herrschaft und
Unterschichtenverachtung.

Die gegenwärtigen Versuche in Europa, die EU zum absoluten Herrschaftsmechanismus über die europäischen
Völker zu machen und damit zur offenen Diktatur überzugehen, werden wahrscheinlich am Widerstand der
europäischen Völker in der Krise scheitern. Hoffentlich. Welche Form der Kapitalismus mit dem Scheitern der EU
annehmen wird, ist nur zu erahnen.

Deutschland könnte nach der Krise am besten durchstarten, weil es immer noch Industrie und Industrieforschung
hat. Käme mit einem nationalen Aufbruch auch wieder Volkswille ins Spiel, dann kann es wieder ein gutes
Deutschland geben und zwar mit neuen Eliten. An der Spitze der Volksrepublik China stehen übrigens Ingenieure
und keine Lehrer oder Juristen. Und es sind Patrioten mit Kultur.
*
Erschienen: Deutschland in Geschichte und Gegenwart, Grabert-Verlag Tübingen,
November 2010, Heft 3/2010, S. 12 - 18
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Abgeschlossen am 10. Dezember 2010.
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Zitate, sogar welche aus wissenschaftlichen Werken und historischen Dokumenten,
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Viele Grüße von Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de