W I D E R H A L L - Nr. 58
W E I H N A C H T / D e z e m b e r ~ 2 0 1 0 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
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1. Die Globalisierung verendet in ungeheuren
- -politischen Konflikten.
2. Rückblich auf 2010.
3. Das Schweigen der glücklichen Sklaven.
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Michael Nier

Die Globalisierung verendet in
ungeheuren politischen Konflikten.


In Europa wird der Nationalismus politisches Gewicht bekommen.
Deutschland von Freunden umzingelt ein böser Witz?


Wir sind derzeit Beobachter von zwei "Globalisierungen" und deren Scheitern. Die "große Globalisierung"
ist die Machtausdehnung der Herrschaft des angelsächsischen Finanzkapitals und ihrer Erdölwirtschaft mit
Hilfe des militärisch-industriellen Komplexes der USA über die Welt. Im Jahr 2011, am 15. August,
werden es 40 Jahre, daß ein vom Goldanker befreiter Dollar entsprechend den Wünschen der Hochfinanz
sich fast ungebremst vermehren konnte und die USA mit einem durch eine ungeheuere Militärmaschinerie
geschützten Dollar im Weltprodukteladen hemmungslos einzukaufen vermochte. Die alte englische
Freihandelsideologie ist von den Staaten des Westens zur Weltideologie aufgeblasen und handelspolitisch
durchgesetzt worden. Das hat aber nun in den USA und Großbritannien zu zwei schönen Effekten geführt:
Hochverschuldung und Entindustrialisierung. Die USA und Großbritannien haben sich damit ins Bein
geschossen. Begleitet wurde das von einer Weltmeinungsmache, die einerseits den Hollywood-Frohsinn
eines tumben Konsumlebens propagiert und andererseits Feindbilder zur US-Interessensicherung in die
Köpfe drückt.

Der Islam als Weltfeind ist in einer Weisung von Präsident Carter 1979 projektiert worden und, dann als
"Krieg gegen den Terror" geheimdienstlich und militärisch praktiziert worden. Er ist der aktuelle
ideologische Mantel der Aggressionspolitik des Westens. Das Beuteziel sind immer noch die
Erdölreserven des nahöstlichen und mittelasiatischen Raumes.

Doch die Welt ist nicht mehr bereit, den Konsum der US-Bürger und die Globalisierungskriege der USA
zu finanzieren. Wir sind mit der großen Globalisierung an einer Zäsur: Entweder Rückzug der USA auf ihr
Territorium, Bescheidenheit im Konsum und Wiederaufbau ihrer Industrie oder US-Weltkrieg bis zum
Endsieg. China und die "Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit" sind der Feind.

Eine "kleine Globalisierung" ist in Europa passiert. Sieger ist das wirtschaftlich starke und militärisch
bedeutungslose Deutschland. Es gelang der Finanzbranche und den Konzernen in Deutschland mit Hilfe
der Politik von CDU, SPD und den Grünen, eine Exportoffensive der deutschen Wirtschaft zu
organisieren. Mittel waren die Installierung eines breiten Niedriglohnsektors für gut ausgebildete Arbeiter,
Stopp aller Reallohnsteigerungen seit 1990, Beseitigung der Allgemeinverbindlichkeit der
Flächentarifverträge in konzertierter Aktion von Unternehmerverbänden und Gewerkschaften,
Subventionsgeschenke für Großunternehmen, Steuervergünstigungen sowie Steuervermeidung auch über
EU-Maßnahmen sowie steuerfinanzierte Industrieverlagerung nach Osteuropa. Das als "keltischer Tiger"
hochgelobte Irland erscheint nun als totgefahrene Katze. Es war als Niedrigsteuerregion der EU zur
Steueroptimierung für Banken und Konzerne projektiert und fällt nun auf den alten Status eines
Niedriglohnlandes zurück. Zugleich wurde die gesamte Wirtschaftsstruktur des EU-Ostens und Südostens
nach Bedürfnissen der deutschen Finanzwirtschaft und der Konzerne verändert.

Das Modell der Vernichtung der Industrie und der Übernahmen des gesamten Handels im DDR-Gebiet ist
in ganz Osteuropa noch einmal praktiziert worden.

Fährt man durch die Tschechei, dann merkt man nicht, daß man in einem anderen Land ist: überall die
gleichen Konzerne mit ihren Reklamen. Man hat dort und anderswo einen Konsumboom auf Pump
gefördert, der nun zusammenbricht. Der schöne Konsum bricht weg, und die Schulden bleiben. Unter den
Bedingungen einer Währung können Ungleichgewichte nur durch weitere Schuldenaufnahme und durch
Sozialabbau scheinbar bewältigt werden.

Die Ungleichgewichte können unter den Bedingungen einer Herrschaft deutscher Konzerne in Europa nicht
durch Neuaufbau von industriellen Grundlagen bewältigt werden. Die Konzerne beherrschen die
regionalen Wirtschaften. Die Investitionsgüterindustrie ist auch nur noch in Deutschland lohnend. Nur auf
Pump bei deutschen Banken könnten die Osteuropäer ihre vaterländischen Industrien wieder aufbauen.
Doch das verhindert die politische Klasse Europas. Die Regierenden in Osteuropa hängen mit vielen Fäden
an den Machtzentralen des Westens. Sie vertreten auch alle das neoliberale Politmodell. Zu dem gehört
immer Sozialabbau. Das schafft böses Blut unter den Bevölkerungen ganz Ost- und Südeuropas. Die
Deutschen sind schuld, sagt man dort allenthalben.

Einer solchen Stimmung könnten sich auch Regierungen eventuell nicht mehr entziehen. Auch alter
Nationalismus mit alten offenen Rechnungen könnte sich wieder melden. Die Beziehungen zwischen
Ungarn und der Slowakei sind seit einigen Jahren gespannt. Griechenland rüstet seit Jahren für einen
möglichen Waffengang mit der Türkei. Die Waffen kommen aus Deutschland und Frankreich.
Deutschland, dem gerade die Fähigkeit zur Landesvereidigung endgültig genommen werden soll, wäre
einem hochgerüsteten NATO-Staat im Osten hilflos ausgeliefert. Natürlich haben wir eine international
konkurrenzfähige Rüstungsindustrie, aber die arbeitet für die Welt, nicht für die deutsche
Landesverteidigung. Der schöne Spruch, wonach wir von Freunden umzingelt seien, kann sich in der
großen Krise der EU ganz schnell als böser und dummer Witz herausstellen.

Wir werden in den kommenden Jahren eine wachsende innenpolitische und außenpolitische Instabilität
erleben. Spätestens im Frühjahr 2011 wird die Finanzkrise weltweit neu ausbrechen. Überall werden
nämlich Anleihen fällig. Derzeit haben wir in Deutschland noch eine Kombination von Idioten- und
Panikkonjunktur. Die einen wollen sich verschulden, weil ja der Aufschwung da ist. Die Wissenden oder
Ahnenden kaufen noch Sachwerte, weil sie wirtschaftlich das Schlimmste befürchten. Das von den
Unternehmerverbänden und der Bundesregierung inszenierte Theater vom XXL-Aufschwung ist wie das
Pfeifen des kleinen, ängstlichen Jungen im finsteren Wald. Oben meint man, daß Wirtschaft vor allem
Psychologie sei.

Also macht man Optimismustheater eigentlich ein Optimystizismus. Man beschwört China, das leider nur
5 Prozent der deutschen Exporte abnimmt, oder faselt von den Schwellenländern, in die man mehr
exportieren möchte. Doch diese machen schon währungspolitisch dicht, um die einströmenden
Papierdollars abzuwehren. Sie wollen keine Blasenwirtschaft induziert haben. 60 Prozent der deutschen
Exporte gehen in den EU-Raum. Dort wird es immer finsterer.

Überall laufen Sparprogramme gegen die Bevölkerungen. Überall will man den Studenten das Studium
verteuern, und die gehen immer munterer auf die Straße. Die Massenarbeitslosigkeit unter der Jugend
Europas wird weiter wachsen. In Spanien gibt es 40 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Die Jungakademiker
bekommen keine Stellen. Den Rentnern kürzt man die Renten, und die Lebensmittelpreisexplosion ging
schon los. Und nun glauben viele junge Ost- und Südeuropäer, daß man nach Deutschland gehen könne
und dort Arbeit finden würde. Wenn sie kommen, dann werden wir zu unseren eigenen Arbeitslosen noch
neue bedürftige EU-Bürger bekommen. Die haben durch die EU-Diktatur ja alle sozialen Rechte in
Deutschland. Ich glaube nicht, daß die deutschen Arbeitslosen, die Aufstocker, Niedriglöhner, die
Kurzarbeiter und tariflos Arbeitenden sich das ewig anschauen werden. Wie überall in Europa wird der
Nationalismus politisches Gewicht bekommen.

Die antimuslimische Haltung, die ja von oben gewollt ist, wird durch neue oder alte sozialpolitische
Feindbilder erweitert.

Bisher gibt es dazu noch keine politische Repräsentanz. Die Linkspartei ist bürgerlich-sozialdemokratisch
oder libertär-dekadent. Sie paßt zu den Grünen, die eigentlich nichts anderes sind als die politische
Verkörperung der Frankfurter Schule. Die CDU und die FDP sind Parteien des großen Geldes. Vielleicht
wird der deutsche Arbeiter, der Ingenieur und der tätige Unternehmer irgendwann wieder einmal politisch
vertreten? Es wäre an der Zeit.

MICHAEL NIER in EURO-KURIER 12/2010.

* * * * * *

Rückblick auf 2010.

Und was bringt uns das Neue Jahr?


"Die deutsche Wirtschaft boomt, es gibt sowenig Arbeitslose wie seit 20 Jahren nicht mehr." Diese
Nachrichten werden zur Zeit immer wiederholt und sollen dem Bundesbürger das Gefühl der Sicherheit
und des Vertrauens in die Zukunft geben.

Doch zumindest unterschwellig fühlt jeder, daß wir einer schwer belasteten Zukunft entgegengehen. Mit
Irland ging kürzlich ein Staat pleite und mußte mit vielen Milliarden Euro von der Europäischen Union
unterstützt werden, obwohl er im letzten Jahrzehnt unverhältnismäßig hohe Zuwendungen von Brüssel
erhalten hatte. Weitere Länder, insbesondere die Mittelmeerstaaten, werden wahrscheinlich gezwungen
sein, ebenso den finanziellen "Schirm der EU" in Anspruch zu nehmen. Das läuft auf eine gewaltige
Umverteilung von Nord nach Süd hinaus, bei der die Bundesrepublik wieder als "Lokomotive des Euro"
am meisten zahlen wird.

Entgegen der Meinung vieler ist die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht ausgestanden.
Obwohl die Banken mit Hunderten von Milliarden gestützt wurden, ist noch keine Stabilität vorhanden,
und die verbrecherischen Finanzspekulationen gehen trotz inzwischen eingebauter
Überwachungsmechanismen weiter. Auch in diesem Bereich wird der Staat weiter nachhelfen müssen,
selbst wenn der erwartete Zusammenbruch der Währungen, insbesondere des Dollar und des Euro, noch
einige Zeit hinausgeschoben werden kann.

Denn für die in den letzten Jahren getätigten Neuverschuldungen ist bei der Höhe des bereits vorhandenen
Schuldenberges kaum eine andere abhelfende Maßnahme als eine brutale Währungsreform denkbar.
Soziale Unruhen und Bürgerkriege werden nicht ausbleiben. Wenn nur China, das auf den letzten
internationalen Konferenzen schon seine Muskeln spielen ließ, seine Dollarvorräte auf den Markt wirft,
sind die USA pleite, und der Euro dürfte mit in den Strudel gerissen werden. Viele zweifeln schon daran,
daß der Euro die nächsten Jahre überlebt.

Unter dem Gewicht der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrisen werden andere Lebensfragen unseres
Volkes in den Hintergrund gerückt. Sarrazins aufrüttelndes Buch hat zwar eine oberflächliche Diskussion
der Ausländerpolitik angestoßen und sachliche Unterlagen zur Debatte geliefert, die nicht abgestritten
werden können. Einige Verschärfungen zur weiteren Einwanderung wurden beschlossen. Aber
Grundsätzliches wurde zur Migrantenfrage nicht geändert. Das Scheitern der bisherigen Integrationspolitik
wurde zwar offiziell zugegeben, aber die ungeheuer teuren, wenn auch meist erfolglosen
Integrationsprogramme laufen weiter. Schärfere Maßnahmen, wie sie die Schweizer gegen ihre Regierung
durch Volksabstimmungen in den letzten Monaten durchsetzten oder wie sie sogar in
Einwanderungsstaaten wie den USA oder Kanada seit jeher üblich sind, wurden bei uns kritisiert und von
den Gutmenschen abgelehnt.

Das Statistische Bundesamt mußte wie seit Jahren melden, daß wieder weniger Geburten von Deutschen zu
verzeichnen waren. Hinzu kommt, daß wegen des Abtretens der früheren verhältnismäßig geburtenstarken
Jahrgänge in Zukunft mit noch schnellerem Geburtenrückgang zu rechnen ist. Dennoch wurden keine
wirksamen familienfördernden Maßnahmen ergriffen, sondern das geburtenfeindliche Gender
Mainstreaming weiter gefördert. Warnende Stimmen, daß ein Staat das Recht habe, sich gegen
Überfremdung und Umvolkung zu wehren, wurden wie in der Vergangenheit nicht beachtet. Die Zukunft
sieht düster für Deutschland und Europa aus.

*

Quelle: EURO-KURIER 12/2010, Grabert-Verlag-Tübingen
www.grabert-verlag.de

* * *

Richard Melisch

Das Schweigen der glücklichen Sklaven.


Preisfrage: Was haben die US-amerikanische "Fed", die Offiziere auf der Brücke der untergehenden
"Titanic", die Brüsseler EU-Kommission und globale Bankinstitute wie Goldmann Sachs oder die
Deutsche Bank gemeinsam? Antwort: Hier wie dort ist es eine kleine, extrem profitgierige Minderheit von
Drahtziehern und Lobbyisten, die über Leben, Gesundheit und Zukunftsperspektiven ihrer weniger
begüterten Mitmenschen entscheiden. Für Richard Melisch steht fest: Die heutige Globalisierung - die
Herstellung weltweiter Wirtschafts-, Waren-, Kapital- und Dienstleistungskreisläufe - hat das Zeug zu
einem weltweiten Mega-Crash, der nicht nur ganze Volkswirtschaften, sondern auch Millionen von
Menschen in den Abgrund reißen kann. Das Schlimme daran: Die Globalisierung, die mit geradezu
verbrecherischen Manipulationen der Volkswirtschaften, Währungen und gewachsenen Völker einhergeht,
ist weder Zufall noch Naturgesetz, sondern das eiskalte Machtprogramm einer skrupellosen, schwerreichen
Finanzclique, für die der Rest der Menschheit nur Objekt einer immer irrwitzigeren Ausbeutung ist.

Ein mutiges, hochbrisantes Buch, das Hoffnung macht - weil, wenn nicht alles täuscht, der Widerstand
gegen die weltweite Ausplünderung wächst!

(480 Seiten, 50 Abbildungen, 19,80 Euro, Bestell-Nr. 200 221 beim Grabert-Verlag, Postfach 1629, D-
72006 Tübingen, aber m.E. auch in der örtlichen Buchhandlung erhältlich.)
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Abgeschlossen am 17. Dezember 2010.
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