W I D E R H A L L - Nr. 58
W E I H N A C H T / D e z e m b e r ~ 2 0 1 0 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
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Axel W. Reitz

Volksgemeinschaft statt Klassenkampf!

Eine Erwiderung auf Jürgen Schwab.


Wenn sich heute zwei Menschen in Deutschland über ein und denselben Begriff unterhalten, kommt es
nicht selten vor, daß dabei grundverschiedene Auffassungen geäußert werden und der eine die
Sichtweise des anderen nicht begreifen oder auch nur nachvollziehen kann.

In Jahrzehnten demokratischer Atomisierung des Volkskörpers in nur an sich selbst denkende
Individuen wurde unsere Nation in so viele Anschauungen zerrissen, wie sie Angehörige zählt. Ein
jeder erträumt sich nach seinen Bedürfnissen und Wunschvorstellungen die Welt, wie sie ihm gerade
gefällt. Die dadurch zwangsläufig entstandene geistige Leere und der daraus resultierende ideelle
Werterelativismus ist auch am Nationalen Widerstand nicht spurlos vorüber gegangen. So finden
wir heute im gesamten nationalen Lager weder eine politische Generallinie vor, noch eine
verbindliche Definition von alltäglich verwendeten Begriffen elementarer Natur, dafür aber allzuoft
einen Widerstreit des Verständnisses und der Darlegungen von inhaltsschweren Bezeichnungen.

Einer, der mit seinen Schriften und Kolumnen versucht hier Abhilfe zu schaffen, ist der streitbare
Publizist Jürgen Schwab. In seinen regelmäßig veröffentlichten Beiträgen bemüht er sich darum eine
ideologische Definitionshoheit zu erlangen und zumeist nur schwammig erklärte Begriffe mit Inhalten
zu füllen, wobei ihm - der sich selbst als "nationalrevolutionär" verortet - insbesondere soziale und
sozialökonomische Fragen am Herzen liegen. Auch die "Deutsche Stimme" bot ihm in ihrer August-
Ausgabe unter der Überschrift "Die Rechte muß ihr soziales Profil schärfen!" in einem Interview Raum
für die Ausbreitung seiner vielfach kontrovers beurteilten Thesen.

In dem besagten Gespräch liefert Schwab einen sehr interessanten Einblick in sein Politik- und
Geschichtsverständnis, wenn er formuliert: "Der schlimmste Fehler besteht darin, wenn nationale
Kräfte heute wieder in die Rolle der Freikorps der Jahre 1919 und 1920 zu schlüpfen versuchen, um
die bürgerliche, das heißt kapitalistische 'Demokratie' gegen eine soziale Revolution zu verteidigen."


Kommunistische Schreckensherrschaft.


Leider waren aber die blutigen Aufstände der extremen Linken in den Jahren 1919 und 1920 alles
andere als eine "soziale Revolution". Die mit äußerster Brutalität vorangetriebenen Unruhen führten in
Wahrheit zu einem blutigen Bürgerkrieg, an dessen Ende kein freies und souveränes Deutschland
stehen sollte, sondern mit der sog. "Diktatur des Proletariates" eine Terror- und Schreckensherrschaft
von Russland aus ferngesteuerter Kommunisten.

Was sich unter den Fahnen der USPD, des Spartakusbundes und anderer kommunistischer Verbände
zusammenrottete, um gegen die Weimarer Republik den Ansturm zu wagen, war nicht die um ihre
soziale Befreiung ringende Arbeiterschaft, sondern marodierender Pöbel. Überall dort, wo von diesen
traurigen "Revolutionären" die Regierung der Räte ausgerufen wurde, trat auf der ganzen Linie der
Mob die Herrschaft an. Es wurde geplündert und geraubt, es krachten Schüsse, Geschäfte wurden
gestürmt, willkürliche Verhaftungen und auch Hinrichtungen waren an der Tagesordnung, wie
unzählige zeitgenössische Darstellungen in erschreckender Deutlichkeit belegen.

Das hatte alles nichts mit einer "sozialen Revolution" zu tun, sondern war purer Terror, den besonders
vaterländisch gesinnte Deutsche über sich ergehen lassen mussten. Den aus dem Felde heimgekehrten
Soldaten der Reichswehr wurden von den "Revolutionären" die Achselstücke und die Orden von der
Uniform gerissen und oftmals wurde ihnen ins Gesicht gespuckt, wenn sie Widerstand gegen diese
Demütigung leisteten.

Unfähig diesem Aufstand des Pöbels aus eigener Kraft heraus Herr zu werden, bedienten sich die
damaligen Machthaber der SPD der Hilfe von Freiwilligenverbänden, den sogenannten Freikorps, um
wieder Ruhe und Ordnung im Reich einkehren zu lassen. Innerhalb kürzester Zeit gelang es den
Freikorps die Unruhen zu beenden und die staatliche Ordnung zu stabilisieren.


Marxistische Irrtümer.


Dabei waren die allerwenigsten Freikorps-Angehörigen, die in der Regel glühende Nationalisten und
ebenso wie die Kommunisten entschiedene Gegner der neuen Ordnung von Weimar gewesen sind, für
die Republik zu Felde gezogen. Diese Männer trieb alleine die berechtigte Sorge um Volk und
Vaterland in Frontstellung zu den aufständischen Kommunisten und nicht der Wunsch die Republik am
Leben zu erhalten. Ohne den Einsatz dieser Männer, das war ihnen damals bewußt und sollte auch
einem jeden von uns heute erneut bewußt werden, wäre über Deutschland kein sozialer Segen
gekommen wohl aber Terror, Anarchie, Mord und Unterdrückung.

Wer heute das Putschen und Zerstören unter den roten Fahnen der Kommunisten als "soziale
Revolution" verniedlicht und den heldenhaften Einsatz der nationalistischen Freikorps gegen die
extreme Linke als "Verteidigung der bürgerlich-kapitalistischen Demokratie" abklassifiziert, begeht
eine Tatsachenverdrehung im größten Ausmaß und stellt sich argumentativ in eine geistige Linie mit
kommunistischen Geschichtsklitterern.

Aber auch gänzlich unabhängig von der Beurteilung vergangener Geschehnisse finden sich in den
Schwab'schen Ausführungen noch andere Tendenzen, die dringend eine Erwiderung verdienen.
Beispielsweise sind die - durchaus vernünftigen - Forderungen der "Linkspartei" nach Verstaatlichung
von Privatbanken, erweiterter Arbeitnehmermitbestimmung und Gewinnbeteiligung für Schwab von
einem "wirklichen Sozialismus noch meilenweit" entfernt. Er fordert statt dessen einen konsequenten
Klassenkampf, indem er bekrittelt, dass die deutsche Rechte von "einer Volksgemeinschaft ausgeht, in
der man es allen Deutschen Recht machen kann - vom bislang Erwerbslosen bis hin zum Milliardär".

Für einen Marxisten stellt der Klassenkampf das absolute Prinzip der menschlichen Entwicklung dar.
Im Klassenkampf vollzieht sich nach marxistischer Theorie unvermeidlich der Übergang vom
Feudalismus zum Kapitalismus, von diesem zur Herrschaft des Proletariats und schließlich in eine
klassenlose Gesellschaft mit Gemeineigentum an Produktionsmitteln und ohne jegliche
Herrschaftsstrukturen. Als politische und wirtschaftliche Theorie ist der Marxismus natürlich längst
durch die Realität widerlegt worden und heute existiert er nur noch als weltlicher Religionsersatz bei
kommunistischen Sekten weiter, die den Klassenkampf als zwangsläufig und unvermeidbar
propagieren.


Volksgemeinschaft staat Gleichmacherei.


Natürlich ist der Klassenkampf eine internationale wie auch nationale Tatsache - aber diese Tatsache
darf niemals dazu verleiten ihn in marxistischer Denkweise als unumgänglich oder gar fördernswert zu
betrachten! Der Klassenkampf kann durch Brechung der Zinsknechtschaft, der Verwirklichung einer
korporativen Volkswirtschaft sowie der Erziehung zu Gemeinnutz anstelle von Egoismus und
Eigennutz beseitigt werden. Und das ohne die fortwährend Ausbeutenden mit den wirtschaftlich
Unterdrückten um den Platz an der Sonne kämpfen lassen zu müssen. Der ewige Klassenkampf würde
in letzter Konsequenz entweder chaotische Gleichmacherei bedeuten oder aber bloß die miteinander
ringenden Parteien die Plätze tauschen lassen. Die Einheit der Nation, die Gemeinschaft des Volkes
aber würde er niemals dauerhaft ermöglichen.

Wir brauchen deshalb keine Aufbereitung aus sich selbst heraus scheiternder, weil gegen die
Lebenswirklichkeit gerichteter Ideen sondern ein radikales Umdenken. Vor allem hinsichtlich des
Verständnisses der Nation als der Willens- Schicksals- und Brotgemeinschaft aller Deutschen.

In seinem persönlichen Leben muß jeder Deutsche sich wie ein taugliches Mitglied der Gemeinschaft -
also des Staates in seines Wortes bester Bedeutung - verhalten, in all seinem Tun sich dem
Wohlergehen der Nation verpflichtet fühlen. Vom Staat muß er dafür die Freiheit als Einzelwesen
sicher zu leben und sich gemäß seinen Fähigkeiten und Veranlagungen frei entfalten zu können,
erhalten. Diese Synthese aus persönlicher Freiheit und Dienst an der natürlichen Gemeinschaft, die
über allem steht, ermöglicht den Weg zum unverfälschten Sozialismus.

Dieser Sozialismus aber kann nur auf der Basis einer wahren und gesunden Volksgemeinschaft
Wirklichkeit werden. Diese Volksgemeinschaft wird durch den Willen zur Gemeinschaft, zum wahren
Sozialismus, erkämpft und nicht durch Standesdünkel oder Klassenkampf.

Axel W. Reitz

* * * * * *


Fairerweise folgt nun die Wiedergabe des "Deutsche Stimme"-Gesprächs mit Jürgen Schwab, so daß
sich die Leserschaft ein eigenes Bild machen kann:


"Die Rechte muß ihr soziales Profil schärfen!"


Die "Deutsche Stimme sprach mit dem Publizisten Jürgen Schwab über die
Linkspartei, die Volksgemeinschaft und die Zukunft der deutschen Rechten.


DS-Frage:
Herr Schwab, Ihr zuletzt im Tübinger Hohenrain-Verlag veröffentlichtes Buch "Der Angriff der neuen
Linken" befaßt sich mit der Linkspartei. Können Sie kurz umreißen, worum es Ihnen genau geht?

Schwab:
Mein Buch "Angriff der neuen Linken - Herausforderung für die nationale Rechte" ist zunächst eine
politikwissenschaftliche Analyse der deutschen Linkspartei. Im Mittelpunkt steht eine Untersuchung
der Programmatik dieser Partei, aber auch die ideengeschichtlichen Bezüge kommen nicht zu kurz.
Von Bedeutung ist noch der organisatorische wie vermögensrechtliche Transformationsprozeß bzw. die
mehrfachen Häutungen der DDR-Staatspartei SED - über die Umbenennung in SED-PDS, dann PDS,
dann "Linkspartei.PDS" - in "Die Linke"; wobei im letzten Akt eine Fusion mit der "Wahlalternative
Arbeit & Soziale Gerechtigkeit (WASG)", eine Linksabspaltung von SPD und DGB, über die Bühne
ging.

Ein weiterer Schwerpunkt meines Buches stellt noch das politische Denken von Oskar Lafontaine dar,
der auch als Buchautor in Erscheinung getreten ist. Meinem Buch können Politiker und Aktivisten der
nationalen Rechten, vor allem der NPD, entnehmen, wie man die Linkspartei erfolgversprechend
bekämpfen kann. Es geht dabei um die Schwachpunkte der Linkspartei, aber auch um bisherige Fehler
einzelner Nationalisten in der Auseinandersetzung mit dieser Formation und dem linken politischen
Spektrum insgesamt.

DS-Frage:
Worin liegen die bisherigen Fehler in der Auseinandersetzung mit dieser Partei?

Schwab:
Der Kardinalfehler bestimmter Vertreter der Rechten liegt in dem Reflex, einen undifferenzierten Anti-
Kommunismus zu betreiben, der Gefahr läuft, zum einen alles an wirklichen sozialistischen
Forderungen unhistorisch mit dem Etikett "Bolschewismus" zu versehen, zum anderen nicht zwischen
Vergangenheit und Gegenwart zu unterscheiden. In beiden Fällen droht Gefahr, sich lächerlich zu
machen, und zwar auch bei den eigenen sozial orientierten Wählern, die sicherlich in vielen Fällen
zwischen einer Wahlentscheidung zwischen NPD und "Linke" schwanken. Denn die gemäßigten
sozialistischen Forderungen der Linkspartei - wie Verstaatlichung von Privatbanken, erweiterte
Arbeitnehmermitbestimmung und Gewinnbeteiligung - sind von einem wirklichen Sozialismus noch
meilenweit entfernt. Zum anderen ist der Hinweis, daß ein Großteil der älteren Mitglieder dieser Partei
aus der SED stammt, kein Beweis für die Richtigkeit der Verschwörungstheorie, daß es sich nach wie
vor um eine kommunistische Partei handeln würde.

Ganz im Gegenteil: Wir sehen überall, vor allem in Osteuropa, daß die ehemals kommunistischen
Parteien zu postkommunistischen, allenfalls linkssozialdemokratischen, also in Bezug auf den
Kapitalismus reformistischen Parteien mutiert sind. Das wissen natürlich auch die Wähler, denen es
kaum zu vermitteln ist, warum die Linkspartei angeblich "kommunistisch" sein soll, wenn diese in
Landesregierungen, in denen sie vertreten ist, die Agenda 2010 ("Hartz IV") mitverwaltet. Für gelernte
DDR-Bürger ist diese Politik nicht Kommunismus, sondern Kapitalismus. Die Linkspartei nimmt im
Grunde genommen heute im Parteienspektrum der BRD den Platz der SPD zu Zeiten Willy Brandts
ein. Der schlimmste Fehler besteht darin, wenn nationale Kräfte heute wieder in die Rolle der Freikorps
der Jahre 1919 und 1920 zu schlüpfen versuchen, um die bürgerliche, das heißt kapitalistische
"Demokratie" gegen eine soziale Revolution zu verteidigen. Dann sagen die Linken: Schaut her, die
Faschisten sind die Steigbügelhalter der Kapitalisten.

DS-Frage:
Aber sollen wir die Rolle der Freikorps wirklich so negativ bewerten?

Schwab:
Nein, dies bezog sich auf die innenpolitische Auseinandersetzung in der Weimarer Republik. Die
revolutionäre Linke war damals an ihrem Pseudo-Internationalismus gescheitert, der ohne Nationen
auszukommen verspricht. In anderer Hinsicht haben sich die Freikorps natürlich beachtliche Verdienste
um das Vaterland erworben, beispielsweise in der Rückeroberung oberschlesischer Gebiete, z.B. des
Annabergs.

DS-Frage:
Ist es nicht augenfällig, daß sich die "Linke" heute leichter tut, sich im Parteienspektrum zu behaupten
als die Rechte?

Schwab:
Das ist offensichtlich. Es gibt zwar in der Bundesrepublik starke bürgerliche Kreise, von der FDP, den
Unionsparteien über Arbeitgeberverbände bis hin zur bürgerlichen Presse, die Gegner von
Regierungsbeteiligungen der Ex-PDS in den Ländern und im Bund sind. Aber auf der anderen Seite
finden wir auch ein linksliberales und sozialdemokratisches Milieu vor, das schon aus Gründen der
eigenen politischen Karrieren eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei nicht grundsätzlich ablehnt -
zumindest dann, wenn es keine anderen Optionen für eine SPD-geführte Regierung gibt.

Eine solche gesellschaftliche Basis für eine etwaige Einbeziehung einer nationalen oder rechten Partei
in Regierungsverantwortung fehlt in der BRD vollständig. Die Rechte ist im Gegensatz zur Linkspartei
gesellschaftlich völlig isoliert und stigmatisiert. Interviewmöglichkeiten bei den Systemmedien und
Einladungen zu "Talkshows" sind für nationale Politiker eher die Ausnahme. Hingegen kommen
Gregor Gysi und andere Linkspolitiker in den Systemmedien regelmäßig und recht ausführlich zu
Wort.

DS-Frage:
Woran liegt diese ungleiche Behandlung von "Links" und "Rechts"?

Schwab:
Dafür ist die "Vergangenheitsbewältigung" maßgeblich entscheidend. Die Verbrechen des
Kommunismus, der ungefähr weltweit - von Stalin über Mao bis Pol Pot - 100 Millionen Opfer auf
dem Kerbholz hat, werden von weiten Teilen der gesellschaftlichen Eliten zwar als verwerflich, aber
als im ganzen gesehen als weniger schlimm betrachtet als die Untaten, für die man Hitler
verantwortlich macht. Jüdische Opfer scheinen einen besonderen Stellenwert gegenüber ukrainischen
Kulaken (Bauern) und anderen Opfern des Kommunismus zu haben.

DS-Frage:
Gibt es dafür aktuelle Beispiel?

Schwab:
Die DDR-Vergangenheit und die Hinterlassenschaft des Ostblocks spielte immerhin eine Rolle bei den
Sondierungen zur Regierungsbildung in Düsseldorf, wo am 9. Mai dieses Jahres ein neuer Landtag
gewählt wurde. Die direkte Einbeziehung der Linkspartei in eine rot-rot-grüne Koalition unter Führung
von Hannelore Kraft (SPD) scheiterte daran, daß sich die Führung der NRW-Linken nicht ausreichend
von der DDR-Vergangenheit und vom Kommunismus distanzierten. Das wäre der bürgerlichen
Öffentlichkeit bislang kaum zu vermitteln gewesen. Deshalb heißt nun die Düsseldorfer Notlösung:

Minderheitenregierung aus SPD und Grünen, die von der Linkspartei, die im Landtag vertreten ist
toleriert werden soll. Das ist also eine halbe Distanzierung und eine halbe Umarmung von Hannelore
Kraft. Bei der nächsten Bundestagswahl könnte die vollständige Umarmung, also eine reguläre rot-rot-
grüne Koalition angesagt sein. Bleibt zu ergänzen, daß man in Düsseldorf das "Magdeburger Modell"
kopiert. Von 1994 bis 2002 regierte in Sachsen-Anhalt Reinhard Höppner (SPD) mit einer rotgrünen
Minderheitenregierung bei Tolerierung durch die PDS. Indem nun das Magdeburger Modell in
Düsseldorf eingeführt wird, wird der Gewöhnungsprozeß gegenüber der Linkspartei auch auf
Westdeutschland übertragen.

DS-Frage:
Wo sehen Sie die Schwachpunkte der Linkspartei. Wie könnte die NPD diese Formation erfolgreicher
als bisher bekämpfen?

Schwab:
Die NPD sollte ihr soziales Profil weiter schärfen, am besten sozialrevolutionäre Positionen bis hin zur
Verstaatlichung aller Privatbanken und Sozialisierung von Großunternehmen. Aber dabei stoßen wir
auf das Problem, daß die NPD ihrem Selbstverständnis nach eine nationale Sammlungspartei ist, der
auch Nationalliberale, Nationalkonservative und soziale Völkische, deren "Nationaler Sozialismus"
mehr im Emotionalen begründet ist, angehören.

Die augenblickliche Stärke bzw. die Attraktivität der Linkspartei bei sozial Deklassierten und allgemein
bei Menschen, denen soziale Gerechtigkeit am Herzen liegt, sehe ich dann, daß deren Vertreter nicht
nur gegen die Oberschicht polemisieren, sondern ihre Agitation - auch in der Programmatik abgesichert
- mit Forderungen nach "Reichensteuer", "Wiedereinführung der Vermögenssteuer", "Die Reichen
sollen die Finanzkrise bzw. Schuldenkrise bezahlen" verbinden. In diesem Punkt ist bei der Rechten
zumeist Schweigen zu registrieren, weil man analog zu den 1930er Jahren von einer Volksgemeinschaft
ausgeht, in der man es allen Deutschen Recht machen kann - vom bislang Erwerbslosen bis hin zum
Milliardär.

Das halte ich vor allem unter den Gegebenheiten der Globalisierung für eine falsche Annahme. Die
NPD ist aber im Vergleich zu den Mitkonkurrenten im nationalen und rechten Parteienspektrum noch
die Formation mit der deutlichsten sozialpolitischen Ausrichtung. Der absolute Schwachpunkt der
Linkspartei ist ihr Widerspruch zwischen sozialistischem Anspruch, also Parteiergreifung für die
Arbeiternehmer, und der Propagierung der Einwanderungsgesellschaft. Das müßte doch einem
Gewerkschaftsfunktionär wie Klaus Ernst nicht entgangen sein, daß den Kapitalistenverbände - BDI,
BDA, DIHT -, die am lautesten nach "Zuwanderung" schreien, Migranten als Lohndrücker, zusätzliche
Konsumenten und Mieter dienen.

DS: Herr Schwab, wir danken Ihnen für das Gespräch!
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Das Interview mit Jürgen Schwab führte DS-Chefredakteur Karl Richter.
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Zur Person:

Jürgen Schwab, geboren 1967 in Milfenberg/Main, gelernter Bürokaufmann, Diplom-Germanist und
parteiloser Publizist, studierte deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Kommunikations- und
Politikwissenschaft an der Universität Bamberg. Aus seiner Feder stammen die Bücher: "Die
Meinungsdiktatur - wie 'demokratische' Zensoren die Freiheit beschneiden" (Coburg 1997), "Deutsche
Bausteine - Grundlagen nationaler Politik" (Stuttgart 1999), Volksstaat statt Weltherrschaft (Tübingen
2002), "Die westliche Wertegemeinschaft" (Tübingen 2007) sowie "Angriff der neuen Linken -
Herausforderung für die nationale Rechte" (2008). Er ist Mitherausgeber des Sammelbandes "1848 -
Erbe und Auftrag" (Graz 1998). Schwab ist Mitinitiator der Bildungsinitiative "Deutsche Akademie
(DA)" und des Netzwerkes "Sache des Volkes (SdV)".

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Anmerkung Seitenbetreiber: Natürlich könnte ich's mir einfach machen und sagen: Beide haben recht.
Reitz mit seinen Ansichten zu den Freikorps und bezüglich des Klassenkampfes, den es in einer
Volksgemeinschaft nicht gibt. Dagegen wirft Schwab die Globalisierung in die Waagschale und meint,
daß man es nicht allen recht machen kann. Es taucht der Vorwurf ans rechte Lager auf, daß man "heute
wieder in die Rolle der Freikorps der Jahre 1919 und 1920 zu schlüpfen" versucht, um die
kapitalistische Demokratie gegen die soziale "Revolution" zu verteidigen. Aber so einfach ist es nicht.

Um es gleich eingangs zu sagen, ich neige den reitz'schen Auffassungen zu. Schwabs Ratschläge an
rechtsgerichtete nationale Parteien mögen für diese Parteien in unserer gegenwärtigen Polit-Landschaft
erfolgversprechend sein, in einer individualisierten Gesellschaft, anstatt der Volksgemeinschaft
allemal. Aber sie gehen an der geschichtlichen Wahrheit vorbei. Es gab eben annodazumal - also
1919/1920 - keine "soziale Revolution", sondern es handelte sich in der Tat um Aufstände, die initiiert
und geleitet waren von kommunistischen Funktionären, die weder eine Demokratie noch eine
Volksgemeinschaft im Sinne hatten, sondern eine Diktatur unter bolschewistischen Internationalisten.
Um diese Gefahr zu bannen, hat sich die damalige SPD-Regierung gerne der Freikorps "bedient".
Schließlich muß Schwab doch die "beachtlichen Verdienste um das Vaterland" der Freikorps
anerkennen.

Gewiß wird man es niemals jedem recht machen können, selbst in einer echten Volksgemeinschaft
nicht. Es wird wohl immer einen gewissen Prozentsatz geben, dessen Zugehörige einerseits als
"Lebenskünstler" mit Hartz IV bzw. Vergleichbarem "zurechtkommen" und das so wollen; andererseits
als Produktionsmittel-Besitzer bzw. Fabrik- und Banken-Bonze zur Gewinnmaximierung nur an die
Ausbeutung von Mensch und Natur denkt und danach handelt. Auch in der vollendeten
Volksgemeinschaft. Das berechtigt aber nicht zu ewigem Klassenkampf aufzurufen. So sehr der in der
globalisierten Gegenwart berechtigt und notwendig sein mag. Aber das Ziel sollte doch die
Volksgemeinschaft sein und bleiben, nach dem Motto: Einer für alle, alle für einen! Wobei ich nicht
weiß, ob eine solche je wieder möglich sein wird bei der rasanten Islamisierung der europäischen
Länder. Sarrazin hat zwar recht, aber das hat keinerlei positive Folgen. Im Gegenteil: es werden noch
mehr Millionen oder gar Milliarden für Integrationsversuche sinnlos verpulvert, anstatt ein
Rückführungsprogramm auf freiwilliger Basis aufzulegen und anstatt die Zerstörung der deutschen
Familie zu beenden zugunsten einer radikalen Förderung derselben plus Nachwuchs, geistig, ethisch,
ideell und materiell. Man müßte sich auch die Frage stellen, ob die Vergötterung und bevorzugte
Darstellung der kaputten Familie und der Homosexualität in den Medien beendet werden sollte, eben
zugunsten der Normal-Familie mit Kindern. Nur so kann wieder eine Volksgemeinschaft werden, die
Klassenkämpfe überflüssig macht.

Karl-Heinz Heubaum
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Abgeschlossen am 6. Dezember 2010.
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