W I D E R H A L L - Nr. 60
M ä r z ~ 2 0 1 1 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
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1. Von der Politik im Stich gelassen.-
- -60 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen.
- -Eine Bilanz mit Trauerrand.
- -Von Lutz Radtke.
*
2. Klein - aber fein!
- -Wie ich mir ein künftiges Dokumentationszentrum des BdV
- -über Flucht und Vertreibung in Berlin vorstelle.
- -Von Karin Zimmermann.
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1. Von der Politik im Stich gelassen.
- -60 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen.
- -Eine Bilanz mit Trauerrand.


Von Lutz Radtke

Es ist ein Tag der Erinnerung und Trauer. Es ist auch ein Tag der Heuchler. Er gereicht der deutschen Politik leider
nicht zur Ehre.

Kaum dem Inferno von Krieg und Vertreibung entronnen, hatten am 5. August 1950 die Vertreter von Millionen
Heimatvertriebenen ihren Verzicht auf Rache und Vergeltung formuliert und ihre Bereitschaft erklärt, durch harte,
unermüdliche Arbeit am Wiederaufbau ihres zerstörten Landes und Europas mitzuwirken - "im Gedenken an das
unendliche Leid, welches im besonderen das letzte Jahrzehnt über die Menschheit gebracht hat."

"Wir haben unsere Heimat verloren. Heimatlose sind Fremdlinge auf dieser Erde. Gott hat die Menschen in ihre
Heimat hineingestellt. Den Menschen mit Zwang von seiner Heimat zu trennen, bedeutet, ihn im Geiste zu töten."

So steht es in der Charta. Und dazu das Verlangen, das Recht auf Heimat als Grundrecht anzuerkennen und zu
verwirklichen. "Wir rufen Völker und Menschen auf, die guten Willens sind, Hand anzulegen ans Werk, damit aus
Schuld, Unglück, Leid, Armut und Elend für uns alle der Weg in eine bessere Zukunft gefunden wird."

Die Männer, die diese Erklärung unterschrieben haben - 31 Repräsentanten von ostdeutschen Landsmannschaften und
Heimatverbänden - wussten sehr genau, wovon sie sprachen. Sie hatten Krieg, Verfolgung und Verwüstungen mit all
ihren Folgen erfahren. Sie wollten Recht und Gerechtigkeit. Haben sie diese bekommen?


D I E ~ I N T E G R A T I O N ~ G E L A N G . ~ U N D ~ D A N N ?

Die Integration der Millionen Flüchtlinge und Vertriebenen in Deutschland ist gelungen wirtschaftlich, moralisch und
vor allem friedlich. Sie wirkten mit am Wiederaufbau des Landes, engagierten sich für Europa und die Vereinigung
des west- und mitteldeutschen Landesteils. Deutsche + Deutsche = Ein Volk.

Die Parteien? Die handelten pragmatisch. Viele sagen: opportunistisch, nicht unbedingt einer nationalen Interessenlage
folgend. Am Anfang hieß ihre Devise: Die Menschen ruhig stellen. Wähler gewinnen. Sich mit den Anliegen der
Vertriebenen identifizieren. Immerhin ging es um Millionen Wählerstimmen. Und die Schlagzeilen der Wahlkämpfe
waren entsprechend:

"Mit der SPD von Bonn über Berlin für ein freies, soziales und geeintes Deutschland (1950)."

Im gleichen Jahr postulierte die CDU:

"Das ganze Deutschland soll es sein - zum ungeteilten Vaterland durch die CDU."

Königsberg war auf dem Plakat zu sehen, Danzig, Stettin und Breslau.

Heute wissen wir, was das war - ein falsches Spiel. Leere Versprechungen einer Umarmungsstrategie. So, wie bei der
jahrelangen Vereinigungsrhetorik, als es um BRD und DDR ging. Erst der Ruf "Wir sind das Volk" brachte 1989
Wahrheit in das politische Geschehen - und damit die deutsche Wiedervereinigung. Nicht die Politik hatte sie initiiert.
Das Volk hatte sie ersehnt - und die Politik einfach mitgerissen.

Die Parteien hatten Hoffnungen geweckt, die sie nicht erfüllen konnten. Immerhin - die Flüchtlinge und Vertriebenen
blieben ruhig, vielleicht sogar zu ruhig. Keine Kampagnen, keine Massendemonstrationen. Nur jahrelanges stilles
Leiden und Hoffen, immer nur Hoffen. Zuerst auf die Rückkehr in die alte Heimat. Auf das Recht - das Heimatrecht
als Menschenrecht, das Selbstbestimmungsrecht, das Völkerrecht. Auf das also, was gleichermaßen für alle Menschen
und Staaten gilt. Für Deutsche nicht? Außer politischer Rhetorik - nichts. Schweigen. Abwiegeln. Schließlich sogar
ein Umschreiben der eigenen Geschichte im Sinne deutscher Schuld, die halt Folgen gezeitigt hätte. Das Volk blieb
immer noch ruhig, das Recht auf Heimat eine Floskel. Jahrzehnte vergingen. Und die Spekulation auf eine biologische
Lösung des so unbequemen deutschen Flüchtlingsproblems trug Früchte. Heute ist die Erlebnisgeneration weitgehend
ausgestorben. Protestwähler kommen mehr und mehr aus ihren Nachfolgegenerationen und von deutschen Bürgern,
die sich der politisch gewollten Manipulation ihrer Geschichte widersetzen. Von Bürgern, die deutsche Geschichte so
kennen, wie sie wirklich war...


D A S ~ V O L K ~ E N T G L E I T E T ~ D E R ~ P O L I T I S C H E N ~ F Ü H R U N G .

Das Deutschland vor 60 Jahren ist heute ein ganz anderes Deutschland. Ein Deutschland der Relativierungen, der
Selbstanklagen, der besserwisserischen Kommentare sogar zum Inhalt der Charta. Gewiß: "Ein wahres deutsches
Wunder" kommentierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Charta und ihre Folgen beeindruckt. Und
Bundestagspräsident Lammert nannte sie gar "ein Gründungsdokument der Bundesrepublik und Voraussetzung für
ihre Erfolgsgeschichte", der Text könne auch helfen, die Zukunft zu bewältigen. Das klingt gut und ist sicher so
gemeint. Nur - was bedeutet das für die praktische Politik, für das Schicksal der Flüchtlinge und Vertriebenen? Die
haben da ihre eigenen Erfahrungen. Schon ein kurzer Blick zeigt Beispiele.

Da ist der Kampf um das "Zentrum gegen Vertreibungen". Gegründet im September 2000, sollte es, so dessen
Gründer,

"...den deutschen Vertriebenen jenes Maß an Mitgefühl signalisieren, das ihnen
in den letzten Jahrzehnten weitgehend verweigert wurde... Diese Geschichte
darf nicht ausgelagert werden, sondern muß im nationalen Gedächtnis einen
zentralen Platz einnehmen...".


Alles richtig. Doch was ist aus dieser Absicht geworden? Ein politischer Kampfplatz, ein Streit um Deutungen, in der
Summe ein Zeugnis geschichtlicher Unkenntnis, wohl auch Verdrängung, unserer herrschenden Klasse.

Jüngstes Beispiel: SPD und Grüne agitieren gegen zwei Mitglieder des Stiftungsrates, gegen Arnold Tölg und
Hartmut Saenger. Sie hatten sich - welche Untat im Land der politischen correctness! - tatsächlich eigene Meinungen
erlaubt. Hartmut Saenger kritisierte die kriegerische Haltung Polens nach dem Ersten Weltkrieg (was stimmt!) und
Arnold Tölg äußerste sich zum Thema Kriegsverbrechen so: "Während in Nürnberg von den Siegern die deutschen
Kriegsverbrechen zurecht verurteilt wurden, haben die gleichen Länder bezüglich Zwangsarbeitern ähnliche
Verbrechen begangen wie Hitler-Deutschland" (was ebenfalls stimmt!). Und jetzt? Aufregung im linken Lager, frei
nach Christian Morgenstern: "Weil, so schloß er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf."

Da ist ein deutscher Außenminister, wie ein Musterknabe auf dem Sofa des polnischen Staatspräsidenten sitzend und -
ein braver Schüler eben - bereit, auf polnischen Wunsch die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen im Vorstand des
"Zentrums" zu verhindern, was ihm auch gelang.

Da ist eine deutsche Bundeskanzlerin, die am 1. September 2009, dem Jahrestag des Kriegsbeginns mit Polen,
wörtlich erklärt:

"Heute vor 70 Jahren begann mit dem deutschen Überfall auf Polen das tragischste Kapitel in der Geschichte
Europas... ".

Das tragischste Kapitel - weiß Gott, ja. Aber "ein deutscher Überfall"? Auf ein Land, das zuvor bereits Tausende
Deutscher verfolgt, drangsaliert, umgebracht und gerade die Generalmobilmachung (Eine Teilmobilmachung der
polnischen Armee war bereits im März 1939 erfolgt!) seiner Truppen gegen Deutschland angeordnet hatte? Kommt
ein "Überfall" etwa nicht unerwartet, ganz plötzlich? Und: Hatte Polen in den Monaten und Jahren zuvor etwa nicht
seinen Kriegswillen öffentlich gemacht? Und dann ein deutscher "Überfall"? Wo mag Frau Merkel bloß im
Geschichtsunterricht gewesen sein?

Da ist ein (ehemaliger) deutscher Bundespräsident, der zwar von der mörderischen Vertreibung seiner Landsleute
spricht, diese aber nicht so zu nennen wagt. Bei ihm heißt dieses Verbrechen, bei dem mehr als zwei Millionen
Menschen, zum Teil auf die fürchterlichste Weise, umgekommen sind, ganz einfach "Erzwungene Wanderung" - wie
bei einem eher lustlosen Sonntagsspaziergang... Ein unerträglicher Grad deutscher Selbstverleugnung. Niemals ist ein
derartiges Verbrechen heuchlerischer mit humanisierenden Phrasen beschönigt worden...

Da fördert eine deutsche Bundesregierung den Beitritt der Tschechei zur Europäischen Union - und das durchaus im
Wissen um die Vertreibung von 3,2 Millionen Deutschen, von denen 250.000 durch Mord und Totschlag ihr Leben
verloren haben. "Legalisiert" sein sollte das durch die so genannten Benesch-Dekrete. Deren offenkundiges Unrecht
wurde in der ~ Tschechei sogar ausdrücklich als Verfassungsgesetz bestätigt, gilt bis heute und wird von der EU
respektiert! Was tat die deutsche Bundesregierung dagegen, was die Vertriebenenverbände?


W A R U M ~ K E I N ~ V Ö L K E R R E C H T ~ F Ü R ~ D E U T S C H L A N D ?

Prof. Alfred de Zayas, der bekannte amerikanische Völkerrechter, sieht die Situation sehr klar:

"Wenn Völkermord oder Verbrechen gegen die Menschheit verübt worden sind, hat der verantwortliche Staat die
Verpflichtung, diese Verbrechen zu ahnden und den Opfern Wiedergutmachung zu leisten. - Nach denselben
Maßstäben, die in Nürnberg gegen die Nazis angewandt wurden, stellen die Vertreibungen und Verschleppungen der
Deutschen Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar... Es ist ein Skandal, dass dieser selbstverständliche Anspruch
der Vertriebenen auf diplomatischen Schutz weder von Berlin noch von Wien respektiert wird."

Das ist die Lage nach 60 Jahren Charta. Und wie wird sie künftig sein - nach den wohlmeinenden Reden zum
Jubiläum? Heute ist eine ehrliche Bilanz ohne Trauerrand nicht möglich. Gewiß - die deutsche Integration ist
vollzogen. Das gilt nach innen. Aber nach außen, vor allem nach Polen und Tschechien? Da regiert deutsches
Duckmäusertum. Da wird unentwegt nach Versöhnung gerufen. Doch so wichtig sie für ein friedliches
Zusammenleben auch ist - so kann es sie nicht geben. Nicht ohne Ehrlichkeit, nicht ohne Umdenken der deutschen
politischen Klasse und ihrer Medien. Nicht ohne geschichtliche Wahrheit. "Eine Macht, die die Wahrheit nicht braucht,
ist eine Banditenmacht", soll die 2006 ermordete russische Journalistin Anna Politowskaja gesagt haben. Das ist hart.
In Deutschland sollte die Wende zur Wahrheit dagegen mit mehr nationalem Gewissen und besserer Kenntnis der
jüngeren Vergangenheit möglich sein.

Ein Symbol deutscher Vertriebenenpolitik ist das Zentrum gegen Vertreibungen, das jetzt "Stiftung Flucht,
Vertreibung, Versöhnung" heißt. Auch, wenn es nur noch ein Torso des Ursprungskonzepts von Erika Steinbach
(CDU) und Peter Glotz (SPD) ist - wir müssen gegenwärtig damit leben. Das wird auch künftig nicht ohne
Anfeindungen möglich sein, nicht ohne Forderungen nach einer Umdeutung der Geschichte im Sinne linker
Ideologien.

Diese Brandsätze, wie gerade im Falle Saenger und Tölg, werden auch wieder verglimmen. Man sollte sie ignorieren.
Es gibt sehr viel Wichtigeres zu tun in unserem Lande!

Vielleicht können wir dann eines Tages auch den Trauerrand von der Charta entfernen und ihren Unterzeichnern die
verdiente historische Ehre erweisen.

Lutz Radtke

*

Seitenbetreiber: Der 60. Jahrestag der "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" war im August vorigen Jahres
terminiert. Der Kommentar von Lutz Radtke soll dieses Ereignis für unsere Nachkommenschaft dokumentieren. KHH.

* * * * * *

Z W I S C H E N B E M E R K U N G :

Von: "Gigi Romeiser" <Gigi.Romeiser(A)gmx.de>
Datum: 05. Dez 2010 10:03
Betreff: Verhöhnung der sudetendeutschen Opfer

Nachricht

Belohnung für Völkermord und Vertreibung durch deutsche Richter?

Eger, das die Tschechen nach der Ausrottung der Deutschen Cheb nennen, bekommt einen Wald in Bayern von
deutschen Richtern zugesprochen - der zum Eigentum des deutschen Eger gehörte und bis jetzt unter deutscher
Verwaltung steht. Begründung: "...Eine entsprechende Regelung aus Zeiten des Kalten Krieges habe sich spätestens
durch den EU-Beitritt Tschechiens überholt. Die Richter erwähnen ausdrücklich, daß die Stadt Cheb nicht unmittelbar
für Enteignungen durch die Benes-Dekrete verantwortlich gemacht werden könne. ..."

Der Richter hat wohl "übersehen", daß mit den Benes-Dekreten nicht nur das Vertreiben der Deutschen sondern alle
Verbrechen wie die Massenmorde, Vergewaltigungen, Mißhandlungen usw. von Tschechen an Deutschen
gerechtfertigt und straffrei gestellt wurden - und gerade auch der "Eigentumstransfer", also das Berauben der
Deutschen, womit für die Tschechen das "Aneignen" auch des deutschen Eger möglich wurde und "gerechtfertigt"
war.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/stadtwald-von-eger-die-zeit-des-kalten-krieges-ist-vorbei-1.1032060

* * * * * *

Klein - aber fein!

Wie ich mir ein küftiges Dokumentationszentrum des BdV
über Flucht und Vertreibung in Berlin vorstelle.


Von Karin Zimmermann

D i e ~ V o r g e s c h i c h t e .

Schon 1999 erklärte der Bund der Vertriebenen (BdV) seine Absicht, ein Projekt zur Dokumentation und
Aufarbeitung der deutschen und europäischen Vertreibungen zu schaffen. Ein Jahr später wurde dann die Stiftung
"Zentrum gegen Vertreibungen" mit dem Auftrag gegründet, in Berlin ein Dokumentationszentrum über die
Vertreibungen des 20. Jahrhunderts in Europa einzurichten. Vorsitzende wurden Erika Steinbach, Präsidentin des
BdV und CDU-Bundestagsabgeordnete, sowie der 2005 verstorbene Peter Glotz, SPD-Bundestagsabgeordneter. Ziel
der Stiftung war die Errichtung eines Dokumentationszentrums in Berlin, das in einer Dauerausstellung die Flucht und
Vertreibung der Deutschen dokumentieren und in wechselnden Sonderausstellungen Vertreibungserfahrungen anderer
Völker thematisieren sollte.

Nach jahrelangem Widerstand - vor allem aus Polen - fiel im März 2008 schließlich die Kabinettsentscheidung: Das
Dokumentationszentrum kommt!


Die "Hypotheken" des von der Bundesregierung
beschlossenen Dokomentationszentrums.


E r s t e ~ " H y p o t h e k " : ~ U n k l a r e ~ Z i e l s e t z u n g .

Was aber die Wenigsten dabei bemerkt hatten: Mit dieser Entscheidung wurde auch die Zielsetzung des Zentrums
dahingehend verändert, daß nun auch die Vertreibung der Angehörigen anderer Völker, "deren Vertreibung von
deutscher Seite verursacht wurde", dokumentiert werden sollte. Bezeichnenderweise - historisch und faktisch
unzutreffend - wurden hierbei auch die 1,5 Millionen Polen genannt, die von Stalin am Ende des 2. Weltkrieges aus
den von Polen vorher eroberten Gebieten wieder nach Westen geschickt wurden. Mit der so veränderten Zielsetzung
wurde dem BdV zum ersten Mal eine "gezinkte Karte" präsentiert.

Mit dieser Ahnungslosigkeit der Verantwortlichen auf dem Gebiet der deutschen Geschichte begann das Dilemma, das
bis zum heutigen Tag immer ärgere Blüten treibt: Jetzt sind es auf einmal 60 - 80 Millionen Menschen, die in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vertrieben wurden, denen in Berlin gedacht werden soll. - Nach der 2008
beschlossenen Konzeption sollten Flucht und Vertreibung von Deutschstämmigen in Folge des Zweiten Weltkrieges
sowie ihrer anschließenden Integration in der Bundesrepublik und der DDR dargestellt werden. Auch sollte an das
Schicksal anderer europäischer Völker erinnert werden, für deren Vertreibung Deutsche verantwortlich waren, wobei
auch an die Vertreibungen im Zug der Jugoslawienkriege erinnert werden sollte.

Blendet man einmal kurz auf das hochkarätige "Symposium Flucht, Vertreibung, 'ethnische Säuberung'", das im
September 2010 zu dem Thema stattgefunden hat, dann stellt man in der Tagesordnung fest, dass nun z.B. auch der
Konflikt zwischen Indien und Pakistan (1947) oder der Völkermord in Ruanda thematisiert werden. - Die SPD, die in
der vergangenen Legislaturperiode der Stiftungsgründung noch zugestimmt hatte, forderte im März 2010 einen
Neuanfang und eine Klärung der Stiftungsziele. Auch daraus wird deutlich: Der Wille, möglichst allen
herandrängenden Interessengruppen gerecht zu werden und deren Interessen in das Projekt einzubinden, hat dazu
geführt, dass sich das Vorhaben so aufgebläht hat, dass man es vom darzustellenden Inhalt her wohl kaum bewältigen
kann. (Vielleicht ist es das Ziel bestimmter Kreise das Projekt durch Überladung zu verunmöglichen?? - KHH.)

Z w e i t e ~ " H y p o t h e k " : ~ P e r s o n e l l e ~ G r ü n d e .

Weiter erschwerend wirken sich die unterschiedlichsten personellen Gründe aus. Jahrelang war den Vertriebenen, die
die Gedenkstätte wollten, klar: Erika Steinbach und Peter Glotz haben im "Zentrum gegen Vertreibungen" das Sagen.
Mit dem Beschluß der Bundesregierung wurde das aber anders: Jetzt war als Exekutivorgan ein Stiftungsrat
vorgesehen, der (zunächst) aus 13 Mitgliedern bestehen sollte.

Mit der aus (dem Vertreiberstaat) Polen kommenden und von der Grünen-Fraktion im Bundestag unterstützten
Forderung, die "Ideengeberin" und Vorsitzende des BdV dürfe dem Gremium aber selbst nicht angehören, wurde der
BdV und seine Vorsitzende dadurch "ruhig gestellt", daß dem BdV eine Verdoppelung seiner Mitglieder im
Stiftungsrat von bisher 3 auf 6 zugesagt wurde, für den Fall, daß Frau Steinbach nicht als Mitglied benannt wird. Das
war dann die zweite "gezinkte Karte". Aus Polen waren zwischenzeitlich Presseberichte bekannt geworden, in denen
Frau Steinbach mittels Fotomontage in "Hakenkreuz-geschmückter SS-Uniform" zu "bestaunen" war und als "Blonde
Bestie", "Revisionistin", "Revanchistin" ja indirekt sogar als "Antisemitin" denunziert wurde, der das Handwerk gelegt
werden müsse ...".

Irgendwelche sachlichen Gründe wurden dabei nicht genannt - allein der Gedanke, wonach die Akzeptanz der
Gedenkstätte in Polen beeinträchtigt sein könnte, wurde vorgebracht. Eine Forderung, der unser neuer Außenminister,
auf dem Sofa des polnischen Staatspräsidenten sitzend, flugs glaubte nachkommen zu müssen.

In einem Leserbrief an die Junge Freiheit hatte ich am 22.11.2009 formuliert:

"...Der Eindruck eines 'hündischen Kriechens' gegenüber seinem Gesprächspartner führt nicht nur zu abgrundtiefer
Verachtung bei den deutschen Vertriebenen, nein, auch bei der polnischen Intelligenz, die die gemeinsame Geschichte
besser kennt, als der deutsche Außenminister."

Was bei dem Versprechen, die Mitgliederzahl des BdV von 3 auf 6 zu verdoppeln zunächst auch nicht dazugesagt
worden war, war die Tatsache, daß die Gesamtzahl der Mitglieder des Stiftungsrates von 13 auf 21 angehoben wurde.
Unter dem Direktor (Prof. Dr. Manfred Kittel) sollten die Sitze im Stiftungsrat wie folgt verteilt sein:

1. Präsident der Stiftung Deutsches Historischen Museum - 1,

2. Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland - 1,

3. Deutscher Bundestag - 4,

4. Auswärtiges Amt und Innenministerium - 2,

5. Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien - 1,

6. Bund der Vertriebenen - 6,

7. Evangelische Kirche - 2,

8. Katholische Kirche - 2,

9. Zentralrat der Juden - 2.


E i n ~ u n w ü r d i g e s ~ S p i e l ~ m i t ~ " g e z i n k t e n ~ K a r t e n " .

Diese Vergrößerung des Gesamt-Gremiums war insofern ein weiteres Spiel "mit gezinkten Karten", weil die
Verdoppelung der ehemaligen 3 von 13 Mitgliedern im Vergleich von nunmehr zu 6 von 21 Mitgliedern gerade mal
auf eine Steigerung der BdV-Mitglieder im Stiftungsrat von 5,5 % (!!!) hinausläuft. Hierzu wäre die Regierung zu
fragen: Geht man so miteinander um? Abgesehen von der Frage, ob ein 22-köpfiges Gremium überhaupt geeignet ist,
in vernünftig kurzer Zeit klare Sach-Entscheidungen zu fällen, kam es - für den Insider erwartungsgemäß - zu
weiteren Querelen, was die personelle Zusammensetzung des Stiftungsrates betraf, die bis heute andauern.

So wurde z.B. dem vom BdV in den Stiftungsrat benannten BdV-Landesvorsitzenden in Baden-Württemberg Arnold
Tölg von Kritikern vorgeworfen, das Regime der Nazis zu verharmlosen. Oder es wurde Front gemacht gegen den
ebenfalls in den Stiftungsrat benannten Bundesvorsitzenden der Pommern, Hartmut Sänger, der die in der Politik
gängige, aber in der Art unzutreffende Formulierung "...des von dem nationalsozialistischen Regime entfesselten
Weltkrieges" beanstandet und anhand von Fakten richtiggestellt hatte. Weiterhin geriet Frau Steinbach, die sich
schützend vor ihre Mitglieder gestellt hatte, ins Fadenkreuz der Kritik. Sie hatte (zutreffend) erwähnt, daß Polen
bereits im März 1939 (teil-) mobil gemacht hatte.

Rudi Pawelka hat das unwürdige Gejaule in der Märkischen Zeitung vom Oktober 2010, so ausgedrückt:

"...Die jetzt gestarteten Attacken richten sich vordergründig gegen zwei Vertriebenenvertreter, gegen den BdV-
Landesvorsitzenden in Baden-Württemberg Arnold Tölg und den Bundesvorsitzenden der Pommern, Hartmut Sänger.
In Wahrheit handelt es sich um Frontalangriffe gegen das Erinnern an das Verbrechen der Vertreibung. Diese Angriffe
werden mit Sicherheit fortgesetzt, insbesondere dann, wenn die Konzeption für die Dauerausstellung Gestalt
annimmt."

Und damit komme ich zur dritten und wesentlichsten Hypothek, unter der die Stiftung "Flucht, Vertreibung,
Versöhnung" leidet und wohl auch künftig ihrer Sinnbestimmung kaum gerecht werden kann: Die heutigen
(umerzogenen) Politiker und Medienvertreter haben der Öffentlichkeit ein Geschichtsbild vermittelt und klammern
sich mit allen Mitteln daran fest, was in wesentlichen Aspekten unzutreffend ist. Und ein auf Lügen aufgebautes
Geschichtsbild kann niemals "stimmig" werden und überzeugen.


D r i t t e ~ " H y p o t h e k " : ~ U n z u t r e f f e n d e ~ D a r s t e l l u n g ~
d e r ~ d e u t s c h e n ~ u n d ~ e u r o p ä i s c h e n ~ G e s c h i c h t e .

Ob es tatsächlich die Unkenntnis der europäischen Geschichte ist, oder ob politische Vorgaben sogar eine
unzutreffende Darstellung der deutschen und europäischen Geschichte verlangen, vermag ich nicht zu beurteilen.
Tatsache ist auf jeden Fall, daß historisch zutreffende, wahre Behauptungen immer wieder zu einem Aufjaulen der
(politisch korrekt erzogenen) Politiker und der entsprechenden Medien-Vertreter führen, was eine sachgerechte Arbeit
hinsichtlich der Organisation eines Gedenkens an die 15 Millionen deutschen Vertreibungsopfer mit 2,5 Millionen
Toten praktisch unmöglich macht.

Worin bestehen diese unzutreffenden Behauptungen?

1. Man wird nicht müde, die nachweislich falsche These von Ursache und Wirkung zu betonen, wonach die
Vertreibung der Deutschen alleine auf nationalsozialistische Untaten in den besetzten Staaten zurückzuführen ist.

2. Man negiert, daß die Ursachen der Vertreibung in den freien Entscheidungen einer nicht allzu großen Zahl von
Politikern mehrerer Staaten lagen, deren langfristiges geopolitisches Kalkül 1945 in die größte Vertreibung der
Geschichte mündete.

3. Die kollektive Schuld aller Deutschen und aller Vertriebenen, die den auf der ganzen Welt gültigen
Völkerrechtsgrundsätzen widerspricht, wird eingeräumt. Das bedeutet de facto: Jeder deutsche Vertriebene ist an
seiner Vertreibung selbst schuld.

4. Die Erkenntnisse der Wissenschaft, wonach der Zweite Weltkrieg zwar Anlaß, nicht aber die Ursache der
Vertreibung war, werden geleugnet.

5. Wenn Privateigentum im Zusammenhang mit einem Verbrechen gegen die Menschheit oder einem Völkermord
entzogen wurde, muß sich der Staat, dessen Bürger die Opfer sind, für Wiedergutmachung durch Rückgabe oder
Entschädigung einsetzen. Die Ausübung des diplomatischen Schutzes ist in diesen Fällen keine Ermessensfrage. Um
diese zwingende Verpflichtung hat sich die Regierung der Bundesrepublik Deutschland bisher ebenso wenig geschert,
wie die Regierungen der Vertreiberstaaten. Das verletzt damit selbst geltendes Völkerrecht.

-

Die nicht in Übereinklang zu bringenden Auffassungsunterschiede der Mitglieder des Stiftungsrates bezüglich der
Deutung geschichtlicher Abläufe haben bisher immer wieder zur Weigerung von Akteuren geführt, im Stiftungsrat
weiter mitzuarbeiten. So kann man z.B. aktuell dem Internet entnehmen, daß die Mitgliedschaft der beiden jüdischen
Teilnehmer im Stiftungsrat seit September 2010 ruht:

1. Die Arbeit der Stiftung müsse "grundlegend verändert" werden,

2. Die Geschichte der Vertriebenenverbände sei unzureichend aufgearbeitet und

3. Bevor man mit der Arbeit anfangen könne, brauche man eine Studie darüber, in welchem Verhältnis Vertreibung,
Zweiter Weltkrieg und Holocaust zueinander stünden,

so das für mich kaum nachvollziehbare Vorbringen von Raphael Gross, dem Direktor des Jüdischen Museums in
Frankfurt am Main. Und: "Wenn nur die Vertreibungen analysiert würden, wären die Deutschen die größte
Opfergruppe. Die Haupttäter des Jahrhunderts wären dann die Alliierten: Briten, Amerikaner, Russen".

Was Salomon Korn, der Vertreter des Zentralrats der Juden im Stiftungsrat angeht, so drohte dieser ebenfalls mit
Rücktritt: Wenn das Thema Vertreibung "nicht im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem
nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen" dargestellt werde, werde er sein Amt zunächst ruhen lassen. - Und
wenn man weiter "bohrt" findet man, daß auch folgende Personen ihre Mitgliedschaft im wissenschaftlichen
Beraterkreis "zurückgegeben" haben:

1. Der polnische Historiker Tomasz Szarota erklärte seinen Rückzug so: Die Stiftung schere sich nicht um die
Aussöhnung mit den Nachbarn. Stattdessen gehe es "offenbar um eine Versöhnung zwischen den Vertriebenen und
den anderen Deutschen".

2. Die tschechische Historikerin Kristina Kaiserová klagte, sie sei von der "zunehmenden Politisierung" der Debatte
genervt.

3. Die Publizistin Helga Hirsch erklärte per Brief ihren Austritt aus dem Kreis. Sie beklagte die "starke parteipolitische
Instrumentalisierung der Debatte".

4. Und auch bei den anderen sei die Stimmung schlecht, berichtet der Spiegel in seiner Ausgabe vom 13.10.2010.

Angesichts der desolaten Situation sieht SPD-Bundestagsvize Wolfgang Thierse die Stiftungsidee im Kern gefährdet:

"...das darf nicht zu einer rein deutschen Angelegenheit werden", lautet seine Forderung. (Je eine andere Ansicht von
Thierse zu erwarten, wäre vermessen. - KHH.) Die Vorstellungen von Kulturstaatsminister Bernd Neumann zur
Rettung des Projektes, nämlich den Beraterkreis auf 15 Mitglieder zu erweitern, dürften nach den bisher gemachten
Erfahrungen genau das Gegenteil bewirken. Man muß daher erhebliche Zweifel dahingehend anmelden, ob das Projekt
der Bundesregierung überhaupt noch zu realisieren ist!


V i e r t e ~ " H y p o t h e k " : ~ T o t a l e ~ V e r n a c h l ä s s i g u n g ~
d e s ~ g e l t e n d e n ~ V ö l k e r r e c h t e s .

Der Grund für die aufgezeigten Auffassungsunterschiede liegt wesentlich darin, daß sich jedes Mitglied des
Stiftungsrates ebenso wie des wissenschaftlichen Beraterkreises seine eigenen Vorstellungen über das Phänomen
"Vertreibung" macht und laut verkündet, ohne daß diese Vorstellungen in irgendeiner Art und Weise mit dem auf
dieser Erde geltenden Völkerrecht "verobjektiviert" sind. - Man will über das mit 2,5 Millionen Toten möglicherweise
größte Menschenrechtsverbrechen der Geschichte befinden, ohne die dafür geltenden Begriffe "Völkermord" und
"Verbrechen gegen die Menschheit" in den Mund zu nehmen!

Wenn man sich die Mitgliederliste von Stiftungsrat und wissenschaftlichem Beraterkreis ansieht, ist dort kein einziger
Völkerrechtler aufgeführt, der die z.T. abstrusen Vorstellungen einzelner Mitglieder auf den Boden der Realitäten
zurückführen könnte. - Auch aus dem Grund ist die Chance, das von der Bundesregierung geförderte Projekt zu
realisieren in hohem Maße zurückhaltend einzuschätzen. Der international renommierte Völkerrechtler und Historiker
Prof. Dr. Dr. Alfred M. de Zayas hat sich zu den Fehlentwicklungen bei dem geplanten Vertriebenenzentrum in
vergleichbarer Weise geäußert: Auf die Frage der Preußischen Allgemeinen Zeitung, wie er die "Richtung" der
Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung beurteile, hat er geantwortet:

"Zuweilen bekommt man den Eindruck, daß bestimmte Politiker diese Stiftung
kaputtmachen wollen. Es herrschen Einschüchterung und Mobbing, ja Drohung
und Erpressung. Dies ist kein guter Ansatz für einen wissenschaftlichen Dialog -
noch nicht einmal ein Ansatz für den Beginn einer aufrichtigen Beschäftigung
mit der Thematik."


Aus meiner Sicht ist das eine bemerkenswert zutreffende Betrachtungsweise dieses in der Schweiz lebenden
Völkerrechtlers.


Nationale Erinnerungskultur -
eine Selbstverständlichkeit in den Staaten Europas -
warum nicht in Deutschland?


Geht man einmal von dem Fall aus, daß ein Familienmitglied - möglicherweise sogar durch fremde Schuld - zu
Tode gekommen ist. Dann liegt die Entscheidung über die Frage, in welcher Art das Erinnern/das Gedenken an
den Verstorbenen gestaltet werden soll, alleine bei der Familie. Diese fragt nicht die Nachbarn oder die Bekannten
und schon gar nicht den Täter, wie die Trauerfeier gestaltet werden sollte und was in der Todesanzeige und was
auf dem Grabstein stehen darf. Die Familie entscheidet das alleine.

Das macht ganz sicher auch die Bevölkerung von Indien und Pakistan aus ihrem aus 1947 herrührenden Konflikt
so, ebenso wie die Bevölkerung aus Ruanda hinsichtlich der dortigen Völkerrechtsverbrechen.

Niemand hier in Deutschland würde sich einfallen lassen, bei einem Gedenkprojekt, was in einem anderen Land
geschaffen werden soll, mitreden bzw. sogar fordernd mitreden zu wollen. Wer das Bedürfnis hat, einem
bestimmten Ereignis aus der Vergangenheit zu gedenken, tut das - ohne lange zu fragen. Und zwar in der Weise,
die er für richtig hält. Das ist völlig normal und überall auf der Welt so.

Es mutet schon seltsam an, wenn die Nachkommen der Täter aus den Vertreiberstaaten hierzulande Forderungen
über die Einzelheiten des Gedenkens stellen wollen in der die Opfer ihre Trauer um ihre Toten gestalten sollen. Es
gibt für sie weder ein juristisches, noch ein moralisches Recht bei der Gestaltung des "Zentrums gegen
Vertreibungen" mitzubestimmen. Das sollte nun auch die Leitlinie für den BdV und seine Landsmannschaften
werden. Mit dem "Zentrum gegen Vertreibungen" soll keine Politik gemacht werden, sondern die Flucht und
Vertreibung der Deutschen dargestellt und der dabei entstandenen Opfer gedacht werden. - Der BdV und seine
Landsmannschaften sollte sich daher jede Einmischung in die Ausgestaltung der Erinnerungskultur in seinem
Bereich verbitten, nicht nur aus dem Ausland - auch aus dem Inland.


K o n k r e t e ~ M a ß n a h m e n .

Ich empfehle folgende Schritte zur Realisierung - nicht irgendwann, sondern sofort:

1. BdV und Landsmannschaften versuchen - möglichst preiswert - Vitrinen/Schaukästen zu erwerben. Mit
einigem Glück könnte das bei Geschäftsaufgaben sogar kostenlos gelingen.

2. Diese Vitrinen werden in den Geschäftsräumen der Landsmannschaften/BdV-Landesverbände aufgestellt.

3. Sie werden nach und nach mit möglichst aussagekräftigen Fotos bzw. Gegenständen aus dem Kreis der
Mitglieder bestückt, wobei die Beschriftung mindestens auf Ort und Zeit des darzustellenden Ereignisses, sowie
auf die Täter und die Folgen eingehen sollte.

4. So entsteht zunächst ein punktueller Eindruck von dem Vertreibungsgeschehen und den Opfern, der dann mit
zunehmender Zahl der Exponate immer umfassender wird. Kosten entstehen dabei so gut wie nicht.

5. Für die so entstehenden Erinnerungsstätten wird in der Öffentlichkeit nicht geworben. Sie sind grundsätzlich
nur dem Personenkreis zugänglich, der das Gedenken pflegen will: BdV-Angehörige, Angehörige der
Landsmannschaften, Vertriebene und ihre Kinder/Enkelkinder.

6. Die so dezentral entstehenden Erinnerungsstätten sollen letztlich beim BdV in Berlin zusammengefaßt werden,
sobald dort die geeigneten Räume zur Verfügung stehen. Dabei bietet sich folgende Gesamt-Konzeption an:


A u s s t e l l u n g s s c h w e r p u n k t e ~ i n ~ S a a l ~ 1 :

Entwicklungen in Westeuropa zwischen 1918 und 1939.


1. Das Ende des 1. Weltkrieges (Kriegsmüdigkeit in Deutschland, Die 14 Punkte des US-Präsidenten als
Voraussetzung für die Einstellung der Kämpfe ),

2. Das Versailler Diktat (Verlangte Gebietsabtretungen, Stimmen zum Versailler Vertrag aus dem Ausland, aus
Deutschland, aus den deutschen Parteien ),

3. Die Wiedergeburt Polens während/nach dem 1. Weltkrieg,

4. Die Geburt des Vielvölkerstaates "Tschechoslowakei",

5. Die polnischen Eroberungskriege nach dem 1. Weltkrieg,

6. Die Vertreibung von Deutschen im Rahmen von Polens Politik zur Enteignung und Vertreibung seiner
Minderheiten (Ukrainern, Juden, Deutschen, ) in den Jahren 1920-1939 (Prinzip: "Polen soll so rein, wie ein
Glas Wasser sein"),

7. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten,

8. Die politische Entwicklung in der Tschechoslowakei von 1920-1938,

9. Die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in den 30er Jahren im Vergleich zu den übrigen Staaten
Westeuropas,

10. Die Bemühungen Deutschlands zu einem Einvernehmen mit Polen hinsichtlich der Verkehrsanbindung
Ostpreußens und in der Danzig-Frage,

11. Die sich zuspitzenden Ereignisse in den Monaten, Wochen und Tagen vor dem Kriegsausbruch,

12. (Reserve).


A u s s t e l l u n g s s c h w e r p u n k t e ~ i n ~ S a a l ~ 2 :

Die Vertreibung der verschiedenen Volksgruppen.


1. Die Vertreibung der Deutschen aus dem wiedergegründeten Polen in den Jahren 1920-1939 und ihre Ursachen,

2. Die "wilden Vertreibungen" vor der Potsdamer Konferenz und ihre Ursachen,

3. Die Vertreibung der Sudetendeutschen und ihre Ursachen,

4. Die Vertreibung der übrigen Volksgruppen nach Ende des 2. Weltkrieges.


P r i n z i p s k i z z e ~ d e r ~ A u s s t e l l u n g s r ä u m e :

Unabhängig von der Gestaltung dieser Gedenkstätte halte ich eine wesentliche Intensivierung der Bemühungen
von BdV und Landsmannschaften zur Wiederherstellung des Völkerrechtes auch für die deutschen Vertriebenen
für unabdingbar.

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|| Die Stadt Celle ändert Straßennamen:
|| "Celle. Wegen der Nazi-Vergangenheit ihrer Na-
|| mensgeber hat der Rat der Stadt Celle die Än-
|| derung von drei Straßennamen beschlossen. Am
|| umstrittensten war die Umbenennung des Helmut-
|| Hörstmann-Wegs, der künftig 'Am Französischen
|| Garten' heißen soll. An dieser Straße liegt
|| Rathaus. Der ehemalige SS-Mann Hörstmann war
|| von 1973 bis 1985 für die CDU Oberbürgermei-
|| ster der Stadt. Auch die Agnes-Miegel-Straße
|| und der Hanna-Fueß-Weg werden nun umbenannt."
|| "Neue Osnabrücker Zeitung" vom 14. Febr. 2011.
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Seitenbetreiber: Alles Deutschtum muß vernichtet werden und auch die Erinnerung daran. Agnes Miegel wurde
am 9. März 1879 in Königsberg/Ostpreußen geboren. Sie war Journalistin in Berlin. Ab 1927 freie Schriftstellerin,
sie schrieb Balladen und Erzählungen über ihre ostpreußische Heimat. Die Lehrerin meiner Tochter schwärmte
von Agnes Miegel als der heimat- und vaterlandstreuen deutschen Schriftstellerin, die in Bad Salzuflen am 26.
Okt. 1964 verstorben ist. Ihre Werke: Herbstgesang (1932), Ordensdome (1940/41), Erzählungen "Geschichten
aus Altpreußen" (1926), "Gang in die Dämmerung" (1934), "Die Blume der Götter" (1950), "Der Federball"
(1951), "Truso" (1958), Gesammelte Werke, 6 Bände, (1952 - 1955). - Es ist klar, daß heute die Systemparteien
die Erinnerung an einen solchen Menschen auslöschen wollen. Alles Deutsche muß weg und niedergemacht
werden, so die Politschranzen in diesem Lande, die allem Anschein nach wohl eher fremden Interessen dienen als
dem Deutschen Volke.
Karl-Heinz Heubaum
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Abgeschlossen am 10. März 2011.
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