W I D E R H A L L - Nr. 61
O S T E R N / A p r i l ~ 2 0 1 1 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
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1. Welche Energietechnik ist den Deutschen erlaubt?
2. Erneuerbare Energien gegen Kernenergie?


Einleitung: Die Frage "Welche Energietechnik ist Deutschland
gestattet?" ist leider berechtigt. Denn von Souveränität der
BRD kann man genau genommen einfach nicht sprechen. Schon
die Überleitungsverträge mit den Alliierten beweisen das.
Der 2+4-Vertrag erst recht! Urteile der Besatzungsmächte
dürfen nicht hinterfragt werden, auch wenn sich neue Er-
kenntnisse zur Beweislage der alliierten Gerichtsprozesse
ergeben. Die BRD hat sich verpflichtet alle Gerichtsurteile
und Anordnungen der Besatzer NIE anzuzweifeln bzw. zu ändern.
Eine löbliche Ausnahme bildet Rußland. Das hat auf Antrag
Betroffener inzwischen deutsche Soldaten und sonstige Bürger,
die wegen Kriegsverbrechen und anderem von den Sowjets un-
rechtmäßig verurteilt worden waren, rehabilitiert. Aber auch
auf dem Gebiete der Wirtschaft bzw. Energie scheint es nach
wie vor Einschränkungen zu geben, die mit einer Souveränität
einfach nicht zu vereinbaren sind, was uns Prof. Schulien im
folgenden Beitrag erläutert: "Gemäß Kontrollratgesetz Nr. 23
vom 10.4.1946 ist die Kohleverflüssigung in Deutschland ver-
boten!" In seinem darauf folgenden zweiten Text "Erneuerbare
Energie gegen Kernenergie" geht es darum, daß die erneuerbare
Energie - wie sie zur Zeit gehandbabt wird - niemals zu einer
sicheren Versorgung unseres Landes und seiner Bürger führen
kann, da - wiederum aus Souveränitätsgründen? - ganz offen-
sichtlich von der Politik die nötige Speichertechnik nicht
nur vernachlässigt wird, sondern sogar die entsprechenden
Forschungen einiger Institute durch Streichung der Förder-
mittel eingestellt wurden. Karl-Heinz Heubaum.

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Deckert: Eine zutreffende "Lagebeurteilung" oder: Wer solche Freunde hat...

*

Welche Energietechnik ist den Deutschen erlaubt?


Von Prof. Sigurd Schulien

Die Lösung der Energiefrage in Deutschland ist eines der wichtigsten technischen und politischen
Probleme, das in naher Zukunft angegangen werden muß mit dem Willen zu echten und dauerhaften
Lösungen. Die Frage ist sehr komplex und historisch belastet. Da imperiale Ansprüche mit der
Energiefrage verknüpft sind, ist die Diskussion heikel und voller Fallgruben und ideologischer
Vernebelungen. Nichts hat die Geschichte der letzten hundert Jahre so geprägt wie der Kampf um die
Kontrolle der Ölreserven der Welt in erklärten und unerklärten Kriegen. Dem Erdöl wird von F.
William Engdahl die wichtigste Rolle im Kampf um die Weltherrschaft zugeschrieben (1), aber auch
von anderen klugen Beobachtern (2, 3, 4, 5, 6)

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts zeigte sich, daß die zukünftige technische und wirtschaftliche
Entwicklung sehr eng mit dem Erdöl verknüpft sein wird. Automobile und Flugzeuge benötigen zu
ihrem Betrieb Benzin, das aus Erdöl destilliert wird.

Nach dem Ersten Weltkrieg mußte Deutschland seine Rechte an dem mesopotamischen Erdöl
(Bagdadbahn) an die Siegermächte abtreten. Es hatte damit keine nennenswerten Energievorräte mehr -
abgesehen von der Steinkohle im Ruhrgebiet -, nachdem die oberschlesischen Gruben an Polen, die
saarländischen an Frankreich abgetreten waren. Da das unseren westlichen Freunden nicht genügte,
erfolgte 1923 die Ruhrbesetzung, die allerdings nicht den gewünschten Erfolg brachte (Abtrennung des
Ruhrgebiets von Deutschland).

Deutschland hatte zu jener Zeit allerdings noch beträchtliche geistigtechnische und moralische
Ressourcen. Seine Wissenschaftler und Techniker entwickelten in kurzer Zeit ein effektives Verfahren,
um aus dem heimischen Energierohstoff Kohle durch Hydrierung (Anlagerung von Wasserstoff an
Kohlenstoff) Benzin zu produzieren. Die Führung des Staates erkannte die Bedeutung der Erfindung
und förderte mit beträchtlichen Mitteln den Bau von Hydrieranlagen. Das künstliche Benzin war
natürlich teurer als das aus dem billigen Erdöl der Kolonien gewonnene - aber die
Erpressungsmöglichkeiten waren reduziert.

Das Energieproblem war technisch gelöst, aber nicht politisch - was dann u.a. zu kriegerischen
Auseinandersetzungen führte (2. Weltkrieg).

Nach dem erfolgreich durchgeführten Kreuzzug gegen die Terroristen in Mitteleuropa konnten sich die
siegreichen Amerikaner ab 1945 an den Umbau der deutschen Wirtschaft machen, wie es die
Kriegsziele vorsahen. So wurden die Kohleverflüssigungsanlagen geschlossen (die in der östlichen
Zone erst nach 1989) sowie der Bergbau allmählich gedrosselt und der Erdölverbrauch gefördert - die
Ölvorräte waren ja in guten Händen.

Etwas voreilig hatte man in den sechziger Jahren die Nutzung der Kernenergie freigegeben, weil man
glaubte, die Hand auf allen Uranlagerstätten und ein Monopol auf die Urananreicherung zu haben. Das
war zu kurz gedacht, denn es stellte sich heraus, daß im Schnellen Brüter oder im
Hochtemperaturreaktor - der in Deutschland bis zur Serienreife entwickelt worden war - neben der
Energie auch der benötigte Brennstoff erzeugt werden kann. Mittels der fortgeschrittenen
Kernenergietechnik hätten sich also einige wichtige Staaten vom Einfluß der guten Menschen aus New
York unabhängig machen können. Da dies dem Sinn der Geschichte widersprochen hätte (Rathenau)
und genau das Gegenteil der jahrzehntelangen zähen Bemühungen der Wall-Street-Mächtigen war,
wurde die Gefährlichkeit der Kernenergie entdeckt. Die befreundeten Medien und Geheimdienste
sorgten dafür, daß diese Gefahr nicht verborgen blieb. Die Kampagne war sehr erfolgreich. Sie wird
bis heute von einer bunten Schar unterschiedlichster Hilfstruppen weitergeführt. Denn das technisch-
wissenschaftliche Know-How der Kerntechnik und Kohletechnik ist in Deutschland immer noch nicht
erloschen - trotz intensiver Bemühungen unserer guten Freunde aus dem Westen.

Die Kernenergieindustrie wehrte sich mit dem Argument, daß bei der Nutzung der Kernenergie keine
Umweltverschmutzung auftritt wie bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, also kein
Schwefeldioxid, keine Stickoxide, kein Kohlendioxid (das kein Schadstoff und Klimakiller ist wie die
Leute von der Wall-Street behaupten) usw. Die Retourkutsche der Erdölbosse waren die radioaktiven
Abfälle aus den Kernreaktoren.

Seitdem vernebelt der ideologische Streit um fossile bzw. nukleare Energieträger mit unreflektierten
Schlagworten die Gehirne eines Großteils der Menschheit.

Der Ausgang des Disputs Erdöl gegen Kernenergie war in Deutschland bei Würdigung der bestehenden
Machtverhältnisse unzweifelhaft. Als Ersatz für die Kernenergie durfte man sich in Deutschland mit
regenerativen Energien beschäftigen, also mit Windenergie, Sonnenenergie, Erdwärme, Wellenenergie
sowie Energie-Einsparung als neuartiger Energieform etc. Die Pfiffikusse von jenseits des Atlantiks
hatten sich dabei vermutlich folgendes gedacht: das von den Medien gelenkte Publikum ist erfreut
darüber, daß etwas auf dem Gebiet der "natürlichen und sauberen Energie" geschieht.

Außerdem kann man mit den regenerativen Energien allein keine großen Netze betreiben oder ganz
Deutschland mit Energie versorgen. Denn Solarenergie und Windenergie werden mit zu geringer
Intensität und zu großen Schwankungen diskontinuierlich angeboten. Die Verbraucher möchten
allerdings eine konstante gleichmäßige Energielieferung. Um diese Forderung zu erfüllen, braucht man
einen leistungsfähigen Energiespeicher für die regenerativen Energien. Das einzige Speichermedium,
das für die Solar- oder Windenergie in größerem Umfang infrage kommt, ist der Wasserstoff, da er
leicht durch Wasserzersetzung erzeugt werden kann, gut transportabel und speicherbar und sein
Verbrennungsprodukt mit Sauerstoff reines Wasser ist: eine ideale Lösung sowohl für kleine Inselnetze
als auch für große Einheiten auf der Basis regenerativer Energien. Ohne Speicherung sind die
regenerativen Energien nutzlose Spielerei und können die bestehenden Energiesysteme nicht ersetzen.

Als Verfahren für die Speicherung des gasförmigen Wasserstoffs hat man zunächst die Speicherung in
Drucktanks erwogen. Solche Tanks sind allerdings zu groß, um sie in normalen Personenautos
einzusetzen, abgesehen von anderen Schwierigkeiten der Sicherheit und Infrastruktur. Für die mobile
Anwendung könnte man aber den Wasserstoff in Form von Methanol speichern, das durch eine
chemische Reaktion von Wasserstoff und Kohlendioxid hergestellt wird. Methanol ist ein geeigneter
flüssiger Energieträger, für den z.B. die vorhandene Verteilungs-Infrastruktur (z.B. Tankstellennetz)
ohne große Änderungen benutzt werden kann.

Mit der Wasserstofftechnik bzw. der daraus abgeleiteten Methanoltechnik könnten die regenerativen
Energien ihren endgültigen Durchbruch erzielen. Daß dies den Weltpolitikern bzw. Globalstrategen
nicht in den Kram paßt, ergibt sich aus dem vorher Gesagten. So tauchte bald das Argument auf, die
Wasserstofftechnik komme erst in hundert Jahren. Woher man das weiß, ist nicht bekannt. Die
Hilfstrupps in Bonn und Berlin haben diese Aussage fleißig kolportiert. Daß damit die regenerativen
Energien auch erst in hundert Jahren kommen, haben sie nicht laut gesagt.

Ein weiteres Argument gegen die Wasserstofftechnik kam von den Grünen: diese Technik helfe nur der
Großindustrie und sei damit nicht förderungswürdig. Basta! Ab Mitte der 1990er Jahre - als der
Einfluß der 68er in allen Parteien bestimmend geworden war - wurde die staatliche Förderung der
BRD-Wasserstoff-Projekte zurückgefahren bzw. eingestellt. Dafür wurde der Absatz von
Windenergieanlagen und Photovoltaiksystemen in steigendem Maße subventioniert. Diese Windräder
liefern allerdings bei Windstille oder Schwachwind keinen Strom (zur Zeit - 17. April 2011 - stehen
hier die beiden Windanlagen still, die ich von meiner Wohnung aus beobachten kann, und zwar tags
und nachts schon mehrere Tage - wie eben fast immer bei Schönwetterlagen, Hochdruck. - KHH)
ebensowenig wie die Solarzellen nachts oder bei wolkenverhangenen Himmel. Die grünen
Energiepolitiker waren sich schnell einig, daß dieses Problem leicht mit Batterien zu lösen sei.

Allerdings gibt es auf der Welt nicht so viel Blei (für die Elektroden der Batterien), um die
Energieversorgung Deutschlands für einige Wochen durch Batterien sicherzustellen. Die von den
Grünen aller Parteien vorgeschlagene Stromversorgung Deutschlands durch Windräder ist also durch
folgende Eigentümlichkeit gekennzeichnet: Bei Windstille wird der Strom für Küche, Fernseher usw.
durch konventionelle Kraftwerke geliefert. Deutschland muß also fast die doppelte Kraftwerkleistung
installieren statt der real benötigten.

Noch kurioser wird es bei Starkwind. Wegen des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) müssen bei
starkem Wind (also bei hoher Stromproduktion) die konventionellen Kraftwerke, die billigen Strom
liefern, abgeschaltet werden, damit die Netzspannung nicht zu hoch wird durch den im Übermaß in das
Netz gepumpten Strom. Daher die hohen und derzeit steigenden Strompreise und das Politiker-Gerede,
wir hätten zu viele Kraftwerke. Natürlich haben wir in der BRD mehr Kraftwerk-Kapazität als
erforderlich, weil konventionelle Kraftwerke vorgehalten werden müssen für den Fall der Windstille
oder Wolken am Himmel. Man könnte mit dem überschüssigen Strom Wasserstoff erzeugen durch
Wasserzersetzung, aber das ist verboten. (Aha, hier kommt die Souveränität ins Spiel - KHH.)

Denn ein noch größeres Hindernis für die Wasserstofftechnik als die Unwissenheit und Beratungs-
Resistenz der Politiker ist die Gesetzeslage dieser unserer BRD. In dieser US-Kolonie gelten nämlich
immer noch viele Kontrollratgesetze, die nach 1945 von den Besatzungsbehörden erlassen wurden.
Diese Gesetze stehen gemäß Grundgesetz - Artikel 139 (Befreiungsgesetz) über jedem deutschen Recht
und können von deutschen Parlamenten nicht aufgehoben werden. Gemäß Kontrollratgesetz Nr. 23
vom 10.4.1946 ist die Kohleverflüssigung in Deutschland verboten (s.
www.de.wikipedia.de/Kontrollratgesetze) und damit die Wasserstofftechnik, die ja ein Teil der
Kohleverflüssigungstechnik ist. Ebenso ist gemäß Kontrollratgesetz Nr. 25 B die Herstellung von
Methanol nach dem Hochdruckverfahren nur mit Genehmigung unserer Freunde aus der westlichen
Wertegemeinschaft möglich.

Welche Energiepolitik ist also für die BRD erlaubt?

Kernenergie ist verteufelt, Energie aus deutscher Kohle unerwünscht (muß verboten werden), Energie
aus Erdöl und Erdgas nur zulässig, wenn Öl und Gas aus den Ländern der westlichen
Wertegemeinschaft stammen und die CO2-Abgabe an die Börse entrichtet wird, Wasserstoff-
Energietechnik ist nicht erlaubt wegen Kontrollratgesetz Nr. 23 und da keine CO2-Abgabe für den
Emissionshandel möglich ist. Deutsche Energiepolitik im Sinne unserer Freunde aus der Londoner City
und der Wall-Street bedeutet: Deutschland zahlt, auch für die Geldsäcke in Paris.

Energieautarkie darf es für Deutschland nicht geben, Deutschland muß erpreßbar bleiben. Damit ist die
Frage aus der Überschrift beantwortet:

Keine dem deutschen Wohl dienende Energietechnik ist erlaubt. Als Energietechnik für die BRD
bleiben also nur die erneuerbaren Energien ohne Speicherung. Damit ist die deutsche Frage im Sinne
unserer Freunde aus dem Westen gelöst. Näheres zu diesem Thema findet man im Internet unter
www.adew.eu.

Wenn jetzt noch Zweifel daran bestehen, daß Deutschland immer noch von seinen Freunden aus der
westlichen Wertegemeinschaft vernichtet werden soll, dann sollte man sich die Hollywood-Filme der
letzten Jahre ansehen, die mit unserem Land zu tun haben.

*

Literatur
(1) F. William Engdahl Mit der Ölwaffe zur Weltmacht, Dr. Böttiger Verlags GmbH 1993
(2) Anton Zischka, Die alles treibende Kraft, Energieverlag Heidelberg 1988
(3) Anton Zischka, Ölkrieg, Wilhelm Goldmann Verlag 1940
(4) Walter Theimer, Öl und Gas aus Kohle, dtv wissenschaft München 1980
(5) Gert v. Paczensky, Das Ölkomplott, Kösel-Verlag 1984
(6) Robert Gerwin, Die Weltenergieperspektive, Deutsche Verlags-Anstalt 1980

Quelle: ADEW Arbeitsgemeinschaft Deutsche Energie- und Wirtschaftspolitik,
Postfach 100 133 - 63701 Aschaffenburg
http://www.adew.eu/berichte/Welche%20Energietechnik%20ist%20erlau.pdf
ePost: sschulien(A)web.de
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Erneuerbare Energien gegen Kernenergie?


Von Prof. Sigurd Schulien

Solarenergie und Windenergie fallen immer in geringer Konzentration und ungleichmäßig an. Der
Energiebedarf eines Industrielandes wie Deutschland muß allerdings stetig und zuverlässig gedeckt
werden, auch wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Das bedeutet, daß bei der
Nutzung von erneuerbaren Energien ein leistungsfähiger Energiespeicher erforderlich ist, der die
benötigte Energie liefert, wenn keine erneuerbaren Energien vorhanden sind. Dieser Energiespeicher ist
bekannt, nämlich Wasserstoff, der durch Zersetzung von Wasser in seine Grundbestandteile
Wasserstoff und Sauerstoff mit Hilfe von Strom aus Solarzellen oder Windrädern erzeugt werden kann.
Denn die in Solarzellen oder mit Windrädern erzeugte elektrische Energie ist in der Lage, Wasser in
seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Konkret heißt das: mit ca. 4,5 kWh
elektrischer Energie kann man mit Hilfe von Elektrolyseuren aus etwa einem Liter flüssigem Wasser ca.
einen Kubikmeter gasförmigen Wasserstoff und 0,5 Kubikmeter Sauerstoff erzeugen. Diese Gase kann
man speichern und bei Energiebedarf wieder rekombinieren lassen (Knallgasreaktion). Dabei wird die
bei der Wasserzersetzung aufgewandte Energie zum großen Teil wieder gewonnen als thermische oder
auch als elektrische Energie (letzteres in Brennstoffzellen).

Es macht also keinen Sinn, Windräder oder Solarzellen zu entwickeln, wenn man sich nicht auch um
die dazu passende Speichertechnik kümmert. Dies hat man in Deutschland in den vergangenen
Jahrzehnten nicht in der notwendigen Weise getan, obwohl die Wissenschaft immer die Politiker
darauf hingewiesen hat. Das führt nun zu der absurden Tatsache, daß für 1000 Megawatt installiert
Windkraftleistung fast die gleiche konventionelle Kraftwerkleistung vorgehalten werden muß für den
Fall eventueller Windflauten. Denn wenn die Windräder keine oder zu geringe Leistung abgeben, muß
diese aus anderen zusätzlichen Kraftwerken kommen. Wenn diese nicht vorhanden sind, werden die
konventionellen Kraftwerke überlastet, die dann nach ca. 30 Minuten wegen Überhitzung der
Generatoren abschalten. Die Stromlieferung ist somit zu Ende und nicht einfach wieder in Betrieb zu
setzen.

Umgekehrt weiß man bei Starkwind in Schleswig-Holstein nicht, wohin mit der erzeugten elektrischen
Leistung. Denn wenn man den Strom direkt ins Netz einspeist, steigt dessen Spannung. Das führt
schließlich dazu, daß die angeschlossenen Glühlampen und Geräte den Geist aufgeben. Natürlich
könnte man mit dem erzeugten Strom sofort Wasser zersetzen und Wasserstoff erzeugen, den man
speichern oder dem Erdgas zumischen kann. Aber man tut es nicht! Vielmehr tut man etwas ganz
Absurdes: man reduziert bei Starkwind die Leistung der konventionellen Kraftwerke ( Kohle,
Kernkraftwerke), die billigen Strom erzeugen, damit die Windräder ihren teuren Strom nach dem EEG
(Erneuerbare Energien Gesetz) ins Netz speisen können.

Seit ca. 1960 wurden von Wissenschaft und Technik in Deutschland Vorschläge gemacht, die
Wasserstofftechnik für die Energieversorgung zu entwickeln. Dies ist hartnäckig von den politischen
Entscheidungsträgern nicht zur Kenntnis genommen worden. Neben der Solar- und
Windenergietechnik hätte die Wasserstofftechnik zügig entwickelt werden müssen, um zu einem
nachhaltigen und realistischen sowie wirtschaftlichen Energiesystem auf der Basis erneuerbarer
Energien zu kommen. Wie schon erwähnt, ist dies nicht geschehen. Die in Deutschland seit den 1980er
Jahre laufenden experimentellen Wasserstoffprojekte zur Speicherung erneuerbarer Energien wurden
seit den 1990er Jahren nicht mehr gefördert, obwohl sie erfolgversprechende Ergebnisse geliefert
hatten. Beispiele sind die eingestellten Projekte an der Universität Stuttgart (Hysolar), das Solar-
Wasserstoff-Bayern-Projekt in Neunburg vorm Wald, das Projekt bei der Fraunhofer-Gesellschaft in
Freiburg, an der Fachhochschule Wiesbaden, bei verschiedenen Firmen.

Es ist kaum etwas übrig geblieben von diesen vielfältigen zukunftweisenden Entwicklungsaktivitäten.
Der Vorschlag, die Wasserstofftechnik zur Methanoltechnik weiterzuentwickeln, wurde von der Politik
erst gar nicht angenommen. Da die Speicherung von gasförmigem Wasserstoff aufwendig und teuer ist,
wurde vorgeschlagen, den mit erneuerbaren Energien erzeugten Wasserstoff mit Kohlendioxid
reagieren zu lassen. Dabei entsteht Methanol, ein flüssiger Energieträger und Chemierohstoff, der leicht
speicherbar ist und für den auch schon eine Speicherinfrastruktur besteht ( z.B. Tankstellen). Die
Entwicklung breitbandiger Solarzellen hohen Wirkungsgrades wurde nicht vorangebracht. Ein
ingenieurmäßiger realistischer Entwurf großer Wasserstoffsysteme zur Energieversorgung abgelegener
Regionen mit Hilfe von erneuerbaren Energien und Wasserstoff fand nicht statt.

Die Entwicklung zur Serienreife dieser für die landesweite Anwendung der erneuerbaren Energien
unabdingbaren Techniken dauert Jahrzehnte. Welches die Gründe sind für die Ablehnung der
Wasserstofftechnik durch die Politik, ist nicht nachvollziehbar, denn die erneuerbaren Energien ohne
Speicherung sind in einem Industrieland wie Deutschland Unfug. Vermutlich steckt dahinter die
Absicht unserer Freunde aus der Londoner City, die deutsche Industrie zu vernichten bzw. ins Ausland
zu treiben.

Wegen der in den letzten Jahren begangenen Fehler der Energiepolitik wird darum kein Weg an der
Nutzung der Kernenergie in den nächsten 30-40 Jahren vorbei führen. Nur so kann der
Zusammenbruch unseres Sozialsystems verhindert werden.

Die erneuerbaren Energien können beim jetzigen Stand der Technik den Energiebedarf eines
Industrielandes wie Deutschland nicht decken. Wenn das Speicherproblem gelöst ist, können sie einen
größeren Anteil der Energieversorgung Deutschlands gewährleisten, aber nie 100%.

Weitere Einzelheiten zu energiepolitischen Fragen, zur Kernenergie, erneuerbaren Energie und zum
Klimaproblem find Sie unter www.adew.eu.

ADEW Arbeitsgemeinschaft Deutsche Energie- und Wirtschaftspolitik
Postfach 100 133, 63701 Aschaffenburg
www.adew.eu
ePost: sschulien(A)web.de
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Abgeschlossen am 17. April 2011.
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