W I D E R H A L L - Nr. 63
J u l i / A u g u s t ~ 2 0 1 1 .
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Dipl.-Germanistin Petra Baumgart:


~ ~ ~ ~ ~ ~ " D a s ~ L i c h t - G e i s t i g e " ~ ~ ~ ~ ~ ~


Germanische Kultur und die Bedeutung des Wortes DEUTSCH.


(Kurzfassung eines Vortrags am 9.4.2011.)

Die gegenwärtig fehlende kulturelle Identität in unserem Land, ohne die es auch keine einheitliche
Nation geben kann, hat eine ihrer tieferen Ursachen darin, daß sich in 160 Jahren wissenschaftlicher
Forschung zu dem Volksnamen "deutsch" bis heute kein Lösungsvorschlag hinsichtlich der Bedeutung
dieses Wortes als verbindlich durchsetzen konnte. Bei meiner intensiven Beschäftigung mit diesem
Thema bin ich zu dem Ergebnis gelangt, daß ich den Ausführungen von Frau Dr. Neumann-Gundrum
folge. Ihre Übersetzung aus der alten Sprachüberlieferung ist für mich die einzige Deutung, welche
sowohl "Zukunftspotential" als auch "Vergangenheitspotential" (basierend auf dem Ur-Wissen einer
frühgeschichtlichen Hochkultur) beinhaltet:

"Diutisk" heißt "licht-geistig".

"Deutsch" heißt wortwörtlich genau "licht-geistig"...

"Denn der Volksname 'deutsch' ist Ausdruck einer bestimmten geistesgeschichtlichen
Bewußtseinsstruktur außerhalb des machtbesessenen, materialistisch die Menschen mißbrauchenden
Herrschaftsdenkens." (1) Sie führt weiter aus, daß die Unkenntnis der Bedeutung unseres Volksnamens
einerseits aus einem Mangel hinsichtlich des Tiefenausmaßes unserer Frühgeschichte besteht und
anderseits aus einem Mangel an menschlicher bewußtseinsmäßiger Entfaltung in der heutigen Zeit.

In und mit der Sprache werden Gedanken, Gefühle, Wissen, Empfindungen und "Befindlichkeiten"
zum Ausdruck gebracht. In diesem Sinne ist jedes Wort auch ein geschichtliches Zeugnis, das
wesentliche kulturelle Aufschlüsse über die Zeit enthält, in der es entstanden ist. Wann hat sich der
Name "deutsch" durchgesetzt, und welche geistesgeschichtliche Bewußtseinsstruktur besaßen unsere
Vorfahren zu dieser Zeit?

Unsere Muttersprache entstand im 8./9. Jahrhundert, zur Zeit der Missionierung der Germanischen
Stämme durch den Frankenkönig Karl. Diese Zeit war geprägt durch den endgültigen seelischen und
sozialen Bruch mit der Germanischen Kultur, welcher bereits mit der Völkerwanderungszeit im 4.
Jahrhundert begann. Im Römischen Reich wurde die christliche Kirche zur Staatskirche und
Staatsreligion des Kaisertums bestimmt. Die "Mütter", welche in dem Sinnbild der "Drei Matronen" /
der "Drei Mütter" sowohl rechts als auch links des Rheins jahrhundertelang gemeinsam an den Quellen
verehrt wurden, verschwanden. Sie, als die Gebärerinnen, als die Hüterinnen und Bewahrerinnen des
Lebens - deren Grundlage der Mutterboden gleichberechtigt für alle war - störten die neue römische
Weltordnung.

Der gemeingermanische Mutterboden wurde zum Königsland erhoben. Die Erben einer Jahrtausende
währenden Hochkultur wurden zu Unfreien, das Leben in und mit der All-Einheit somit zerstört. Es
gehörte zu unserem Ur-Wissen, daß wir Menschen nur für eine kurze Zeit als Gast auf diesem
wertvollen Planeten verweilen dürfen, deren Gastgeber die Mutter Erde und die Himmelsmutter
(SUNNA) sind. Unsere leiblichen Mütter (das 3. Muttersymbol in der "Dreiheit der Mütter") lebten seit
Ur-Zeiten in der Einheit mit der Erden- und der Himmelsmutter. Die "Drei Mütter" sorgten sich
gleichwertig um das Wohl der ihnen Anvertrauten, ohne Unterschied. Die Sonne schien für alle
gleichwertig, der Boden nährte und gab gleichwertig, ohne irgendetwas dafür einzufordern. Das Gesetz
bestand für uns aus einem gleichwertigen Geben und Nehmen. Alles, was wir taten, geschah im
Einklang. Was der Erde entnommen wurde, gaben wir ihr mit unserer bedingungslosen Liebe - durch
unsere Feste und Kulte - zurück. Alles wurde gemeinsam mit allen (auch den Tieren, den Bäumen, den
Quellen und Steinen) besprochen. Heute nennt die moderne Wissenschaft diesen Teil unseres Ur-
Wissens "partizipatorisches Bewußtsein" (2). Das waren, ganz skizzenhaft, einige Bestandteile unserer
Kultur vor der Völkerwanderungszeit und vor der Missionierung durch König Karl. Diese Zeit habe ich
literarisch in meinem Buch: "TANFANA - Die letzte Seherin der Germanen" beschrieben (3).

Kultur bedeutet für mich die Fähigkeit des Menschen, mit sich selbst, den anderen Menschen und der
Natur in Einklang zu leben. Dieses Kulturverständnis wird durch die alten gemeingermanischen
Wörter: "Seele", "Sonne", "Gold im Sinne von Sonnenlicht", "Mond", "Wald", "Stein", "Ere" (später:
Ehre), "Treue", "Mutter", "Vater", "Tochter", "Sohn" getragen. Wörter wie "Krieg" (kam nach J.
Grimm im 12. Jh. aus dem Lateinischen), "Religion" und "Priester" (kamen nach J. Grimm im 16. Jh.
aus dem Lateinischen) kannte und brauchte unsere Kultur nicht. Das Wort "Religion" bedeutet
"Rückanbindung". "Rückanbindung" setzt voraus, daß etwas verloren gegangen ist. Wer jedoch in und
mit der All-Einheit - die zugleich auch immer Frei-Einheit ist - lebt und schafft, braucht diese
"Rückanbindung" nicht. Inneres Wissen, innere Weisheit zu erlangen, setzt intensive Seelenarbeit
voraus. Diese muß und kann jeder einzelne nur selbst erbringen. Selbsterfahrung kann niemals durch
Fremderfahrung ersetzt werden. Es ist ein Irrtum zu glauben, daß irgendjemand etwas für mich seelisch
richten kann, daß andere für mich leiden, daß andere für mich auferstehen. Alles, was in unserer Kultur
wichtig und wertvoll war, haben wir uns selbst gegeben - auch den Namen "deutsch".

Das 8. Jh. war eine Zeitenwende: Die Kultur der Germanen ging zu Ende, die Geschichte des
Abendlandes begann. Umso bedeutender ist die Tatsache zu werten, daß die Franken, Sachsen, Bayern,
Alemannen, Thüringer und Friesen - trotz ihrer territorialen Abgrenzung und ihres eigenen
stammesgeschichtlichen Weges - sich zu "diutisk" gemeinschaftlich, als einen "Überbau" der sie vereint
und verbindet, bekannten. "Diutisk" muß in seiner ursprünglichen Bedeutung eine Brücke zwischen
etwas sehr Hochstehendem und dem Eigenen gewesen sein. Diese Verbindung kann nur in dem
gemeinsamen Ur-Wissen, dem himmelskundlichen Wissen, dem Wissen der "Drei Mütter", den Jahres-
und Kultfesten bestanden haben. Für diese Jahrtausende währende Selbsterfahrung einer Hochkultur
gab es nichts Übergreifenderes und Wertvolleres als "diutisk".

"Diutisk" (nach J. Grimm ab dem 13. Jh. "diutsch") ist somit ein herausragendes geschichtliches Erbe,
welches wir einst gemeinschaftlich angenommen haben. Dieses "Licht-Geistige" ist für alle Menschen
des 3. Jahrtausends die Brücke, über welche wir zusammen gehen müssen, damit Licht, nährende und
gestaltende Liebe, das Leben und der Frieden wiederum und endlich dauerhaft Einzug halten können.
Einzug auf unserem Planeten, Einzug in unserem Land, Einzug in unsere Herzen, Einzug in unsere
Seelen. Es ist das gemeinsame, vereinigende Band innerhalb der Germanischen Kultur, wie in der
ganzen vorchristlichen Zeit. Dazu schrieb der große römische Privatgelehrte Varro: Die alten Römer
hätten mehr als 170 Jahre lang die Götter ohne Bildnis verehrt. Wäre man dabei geblieben, wäre der
Gottesdienst ein reinerer. "Soll ich die Größe solcher Majestät in eine einzige Zelle einschließen?
Müssen wir nicht besser in unserer Seele ihm ein Heiligtum einrichten, nicht lieber in unserer Brust
eine Stätte weihen?" (4) Also: Selbsterfahrung anstelle von Fremderfahrung. Viele Gläubige in unserem
Land gehen inzwischen ihren eigenen Weg (Pilgerfahrten, Jakobsweg ) zu Gott.

Das "Licht-Geistige" ist und bleibt das Aufleuchten des Urwissens in jeder Menschenseele selbst.

Die Institution Kirche kam in unserem Land nicht umhin, sich unseres gemeinschaftlich bekundeten
"Licht-Geistigen" anzunehmen und die Germanische Kultur zu einem festen Bestandteil ihrer
kirchlichen Liturgie werden zu lassen. Davon zeugen u. a. das Germanische Fest zu Ehren der
Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostara, aus welchem das heutige Osterfest wurde. Es mutet
merkwürdig an, daß sich die Kreuzigung des HERRN nach dem ersten Vollmond nach
Frühlingsanfang richtet (21. März bis Ende April). Das kirchliche Osterfest variiert somit um 4
Wochen. Ein langer Ermessensspielraum für die Kreuzigung. Desweiteren wurde die Geburt von Jesus
Christus im Jahre 529 in Rom festgelegt - auf den 25. Dezember. Aus dem uralten Wissen der
Wiedergeburt der Sonne aus dem Schoß der Weltenmutter, zur Wintersonnenwende, wurde die Geburt
des Sohnes.

Noch heute werden die fußlangen Gewänder der Germanischen Seherinnen ("schwarz" für Feiern, um
der Mutter Erde zu huldigen; "weiß", wenn Menschen, Tiere, Bäume... vergangen - "gestorben" - sind)
von Männern getragen, v.a. in den Farben schwarz/weiß. Es gibt keinen großen Dom oder eine
bedeutende alte Kirche in unserem Land, welche nicht auf einem vorchristlichen Kultplatz errichtet
wurde. Aus unseren "Drei Müttern" wurden die "Drei Bethen" usw. Dieses Verwobensein von
Germanischer Kultur und kirchlicher Liturgie in unserm Vaterland (warum nicht Mutterland analog zu
Muttersprache?) könnte an weiteren Beispielen belegt werden. Unseren vorchristlichen Wurzeln wurde
somit lediglich, durch einen sie verdunkelnden Überbau, das Licht entzogen. Doch das 3. Jahrtausend
ist das "Licht-Geistige-Zeitalter"! Es hat seinen nährenden Boden in einem Land, welches sich vor über
1200 Jahren diesen Namen selbst gab. Zu einer Zeit, als die gemeinsamen seelischen Wurzeln, der
Mutterboden und die verbindlichen kulturellen Werte so bedroht waren wie noch nie zuvor.

Lassen Sie uns gemeinsam in das Neue Zeitalter gehen, damit wir unserer Mutter Erde, unserem Land,
unseren Kindern und Enkelkindern wahrlich dienen können. Wir alle haben die Pflicht, ihnen unsere
Heimstatt liebesfähiger, menschlicher und friedlicher zu übergeben. Das geht nur durch Zusammenhalt,
durch ehrliche Herzen und freie Seelen; ohne Leidens- und Gewissensdruck!

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(1) Dr. E. Neumann-Gundrum: Der Volksname "Deutsch". Begleitende Überlegungen zu Europas
Kultur der Groß-Skulpturen, Urbilder/Urwissen einer europäischen Geistesstruktur, S. 2/3.

(2) Prof. Silke Jahr: Steinzeit ist Neuzeit. Wie die Quantenphysik das Urwissen beweist. "Die
Silberschnur" GmbH, 2010, S. 54.

(3) Petra Baumgart: "TANFANA - Die letzte Seherin der Germanen", TANFANA Verlag UG, 2009.

(4) Roland Schuhmann: Geographischer Raum und Lebensform der Germanen, Dissertation, Jena
2003, S.293.

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Quelle: Schutzbund für das Deutsche Volk e. V.
Postfach 201706, D-80017 München
Weltnetz: http://www.schutzbund.de
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Abgeschlossen am 9. Juli 2011.
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