W I D E R H A L L - Nr. 63
J u l i / A u g u s t ~ 2 0 1 1 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
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1.) Nicht nur EU-Transferunion,
- - sondern auch Haftungs- und Schuldenunion.
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2.) Deutschland wird ruiniert.
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3.) Die Hurra-Europäer als Totengräber.
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? ? ? ~ H e i m a t ~ E u r o p a ~ ? ? ?
Deutschland wird regelrecht ausgeplündert.
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Prof. Dr. Eberhard Hamer

Nicht nur EU-Transferunion,
sondern auch Haftungs- und Schuldenunion.


Zeit-Fragen, 14. Juni 2011 - Das Politbüro der EU-Kommissare treibt die Europäische Union
systematisch von einem zuerst nur wirtschaftlichen Zusammenschluss demokratischer europäischer
Staaten zu einer nur noch scheindemokratischen (Dekorativ-Parlament), die Mitgliedsländer zentral
beherrschenden Diktatur nach kommunistischem Vorbild (Zentralkomitee).

Ursprünglich sollten alle Regelungen nur einstimmig beschlossen werden, um auch kleine Länder nicht
zu überrollen. Inzwischen jedoch ist dies abgeschafft, gilt das Mehrheitsprinzip, so dass sogar große
Länder überrollt werden können. 84 Prozent der Regelungen in den europäischen Mitgliedsländern
kommen so - auch ungewollt - aus Brüssel, sind zwangsweise von den nationalen Parlamenten nur
noch «umzusetzen», das heisst zu vollziehen.

Entsprechend hat der Vertrag von Lissabon auch die einzelnen Nationalstaaten innerhalb der EU
abgeschafft. Es gibt danach keine Nationen mehr, sondern nur noch «EU-Bürger» in EU-Provinzen.
Konsequenterweise hätten die nationalen Parlamente und Regierungen längst abgeschafft werden
müssen, sind noch dekorativ vorhanden, aber haben immer weniger oder kaum noch substantielles,
politisches Gewicht.

Entsprechend hat die EU die Zuständigkeit für Wirtschaftsfragen immer mehr bis auf die persönlichen
Bedingungen der Bürger ausgedehnt, sich inzwischen auch für den EU-inneren Einsatz eine EU-Truppe
geschaffen, ist gerade dabei, ein EU-Außenamt mit 7.000 EU-Diplomaten zu schaffen, um damit
sämtliche EU-Außenminister überflüssig zu machen, und strebt nun - wie EZB-Präsident Trichet
verraten hat - auch Finanz- und Haushaltskompetenz über alle 27 Mitgliedsstaaten an, will sie also
auch noch ihres wichtigsten und grundsätzlichsten demokratischen Gestaltungsrechtes berauben.

Von Anfang an hat sich die EU immer stärker zu einer Umverteilungs- und Bestechungsmaschine
entwickelt, welche Gelder der Mitgliedsländer einzog und damit nicht nur selbst immer mehr
verbrauchte, sondern vor allem auch neue Länder durch Bestechungsleistungen zur Mitgliedschaft
bewog und - wie die Türkei - schon im Vorfeld mit Zahlungen bedenkt, damit diese der EU beitreten
und damit die Macht des Zentralkomitees vergrößern. Alle Mitgliedsländer werden in
unterschiedlichem Masse mit EU-Subventionen beglückt, eigentlich um durch solche Umverteilung
einen Wohlstandsausgleich in der EU herbeizuführen. Tatsächlich sind aber die am Dauertropf der EU
hängenden Nettoempfänger nicht stärker geworden, sondern haben sich an diese Dauersubventionen
gewöhnt und ihre Ausgabeüppigkeiten immer stärker darauf eingerichtet.

Im Zeitraum 1976 - 2008 haben die Hauptempfängerländer folgende Leistungen empfangen (in
Milliarden Euro):

Spanien . . 157,5
Griechenland . . 133,5
Portugal . . 72
Irland . . 67,5

Gesamt . . 430,5

Davon war Deutschland mit Mehrbelastungen beteiligt (in Milliarden Euro):

Spanien . . 81
Griechenland . . 69
Portugal . . 37,5
Irland . . 39

Gesamt . . 226,5

Insgesamt haben Griechenland, Spanien, Irland und Portugal von 1976 bis 2008 287 Mia. Euro als
Nettoleistungen von der EU im wesentlichen auf Kosten Deutschlands erhalten.

Vergleicht man die wichtigsten Nettozahler und Nettoempfänger in der EU von 2004 bis 2008, so war
die Reihenfolge der Nettozahler:

Deutschland . . 31,4%
Frankreich . . 16,7%
Großbritannien . . 13,8%
Italien . . 12,1%
Niederlande . . 10,4%

Dem stehen als wichtigste Nettoempfänger gegenüber:

Griechenland . . 24,4%
Spanien . . 23,9%
Polen . . 15,5%
Portugal . . 12,7%
Irland . . 4,9%

20 Jahre Umverteilung hat also die Wirtschaftkraft der Empfängerländer relativ nicht verbessert,
sondern sie sich offenbar an diesen Dauertropf gewöhnen lassen. Eigentlich hätten sie durch diese
hohen Zuschüsse sich nicht auch noch zusätzlich verschulden müssen, haben aber über die
Subventionszahlungen hinaus noch die gefährlichste Verschuldung ihrer Haushalte in Kauf genommen.

Dass Deutschland absolut und relativ der Hauptzahler der EU geworden und geblieben ist, war
politisch gewollt und von deutschen Politikern offenbar auch geduldet, während z.B. Großbritannien
durch Protest von Frau Thatcher seine Leistungen fast halbieren und dadurch natürlich die deutschen
Zahlungen erhöhen konnte. Auch Frankreich hat seinen EU-Beiträgen entsprechend hohe
Gegenleistungen angepasst und liegt dadurch im Nettobeitrag etwa halb so hoch wie Deutschland.
Hätte Deutschland nur die normalen Nettobeiträge der anderen zu zahlen gehabt, hätte es z.B. von 1991
bis 2008 nicht 145,9 Mia. Euro leisten müssen, sondern nur 84,8 Mia. Euro. Deutschland ist also in
seiner Funktion als Zahlmeister gegenüber allen anderen Nettozahlern unangemessen belastet worden,
oder anders ausgedrückt: Die deutschen Politiker haben in ihrer Euro-Begeisterung oder aus
Untertänigkeit hingenommen, dass Deutschland von Anfang an und zunehmend durch die anderen EU-
Länder ausgeplündert wurde. Begründet wurde dies immer mit den Exportüberschüssen Deutschlands,
der guten Konjunktur oder den gegenüber Korruptionsstaaten solideren Staatsfinanzen. Per saldo bleibt
jedenfalls: Die EU war immer schon eine Transferunion zu Lasten Deutschlands; Deutschland ist
tributpflichtig für die wachsenden Zahlungsbedürfnisse der EU der meisten europäischen
Mitgliedsländer.

Die subventionierten EU-Mitgliedsstaaten haben sich aber nicht mit den jährlichen Subventionen aus
den soliden Staaten - insbesondere Deutschlands - begnügt, sondern darüber hinaus sich auch noch
kräftiger verschuldet als die Geberstaaten. Während 2010 die gesamte Euro-Zone im Durchschnitt mit
85% ihrer Wirtschaftsleistung (BIP) verschuldet war (Deutschland 2% darunter), schaffte es

Griechenland auf 143%,
Irland auf 96% und
Portugal auf 93%.

Der kriminelle Schuldenstand war für Griechenland 329 Mia. Euro, für Irland 148 Mia. Euro und für
Portugal 161 Mia. Euro.

Dass die Schuldnerstaaten überhaupt so hohe Schulden auftürmen konnten, hing mit dem gemeinsamen
Euro zusammen, der als Gemeinschaftswährung den Mitgliedsländern Verschuldung in dieser
gemeinsamen Währung erlaubte, auch wenn nach allen europäischen Verträgen keine
Gemeinschaftshaftung für solche Einzelschulden der Länder galt (No-bail-out-Klausel). Die
internationalen Zockerbanken hatten jedoch längst darauf gezählt, dass sie auch mit leichtsinnigen
Krediten an die Schuldnerländer nicht allein stehen, sondern durch die Macht ihrer Hochfinanz über die
US-Regierung, die Macht der US-Regierung über die EU-Kommission sowie die Macht der EU-
Kommission über die Mitgliedsländer im Notfall Hilfe bekämen. Tatsächlich hat dann in der US-
Immobilienkrise 2008 der damalige US-Finanzminister und ehemals während 10 Jahren Goldman-
Sachs-Präsident Paulson für verzockte Kredite der US-Großbanken Staatshaftung in nie gekannter
Größenordnung (700 Mia. Dollar) übernommen und die europäischen Satellitenstaaten zu gleicher
Staatshaftung für die überschuldeten Banken in Europa und den USA gezwungen, so dass die private
Bankenüberschuldung zur Staatsüberschuldung wurde.

Als dann die große Dollarflutung der FED das Vertrauen in diese Währung weltweit zerstörte und statt
des notwendigen Dollar-Zuflusses von 2 Milliarden täglich ein Dollar-Abfluss vor allem in den Euro
die Zahlungsfähigkeit der USA bedrohte, wurde durch Down-Rating von Griechenland dessen
Refinanzierungsmöglichkeiten und Zahlungsfähigkeit gefährdet.

Auf Betreiben der EU-Kommission, die darin eine willkommene Gelegenheit zur Übernahme der
Finanzhoheit über die Länder sah, wurden angebliche «Rettungsschirme» in Höhe von zuerst 440 Mia.
Euro, 2011 auf 700 Mia. Euro erhöht, geschnürt, um angeblich den griechischen, irischen und
portugiesischen Staatsbankrott sowie denjenigen anderer Länder zu verhüten, in Wirklichkeit aber, um
den internationalen Zockerbanken die Abschreibung ihrer an Griechenland unter anderem leichtsinnig
vergebenen Kredite zu ersparen. Eine private Beteiligung an dem Hilfspaket war nämlich nicht
vorgesehen.

Mit der gemeinsamen Hilfe und Haftung der europäischen Mitgliedsländer untereinander, die vor allem
eine Haftung und Zahlung Deutschlands ist, ist aber das Ziel der strippenziehenden US-Hochfinanz und
der am gleichen Strang ziehenden Brüsseler Kommission noch nicht erreicht. Vor allem letztere kämpft
bereits offen für eine Zahlungsübernahme der wenigen starken Länder, insbesondere Deutschlands, für
die Schulden der unsoliden europäischen Schuldnerländer. Da letztere auch in der Mehrheit sind, ist
dies in Brüssel auch durchsetzbar, obwohl es verfassungswidrig ist:

- Eine Haftungs- oder Schuldenunion ist nach allen Europa-Verträgen ausgeschlossen. Das Brüsseler
Politbüro betreibt also damit bewusst Euro-Verfassungsbruch.

- Auch nach deutschem Verfassungsrecht ist es nicht zulässig, die Haftung und Schulden anderer
Länder grundsätzlich und dauerhaft zu übernehmen. Die deutsche Regierung begeht also ebenfalls
nationalen Verfassungsbruch.

- Transfer-, Haftungs- und Schuldenunion bedeuten - wie Trichet kürzlich mit Recht betont hat - das
Ende der innerstaatlichen Finanzhoheit der Mitgliedsländer und eine neue Oberfinanzhoheit des EU-
Politbüros. Damit ist im Gegensatz zu allen demokratischen Verfassungen das letzte und wichtigste
demokratische Souveränitätsrecht zentralisiert worden.

- Die Mitgliedsländer haben damit sämtliche demokratischen Mitwirkungsrechte und ihre Souveränität
an das Brüsseler Zentralkommissariat verloren, welches seinerseits nicht demokratisch gewählt, auch
nicht demokratisch kontrolliert, sondern von internationalen Finanznetzwerken ferngelenkt wird.

Das ist das Ende des "Ewigen Demokratiegebotes" unseres Grundgesetzes, unserer nationalen
Souveränität und der Mitwirkungsmöglichkeiten der Bürger für mehr als 80% aller Regelungen, die sie
betreffen.

Letztlich aber dient die Transfer-, Haftungs- und Schuldenunion dazu, das teuflische Spiel der
Bankenzockerei mit faulen Krediten, faulen Finanzprodukten und faulen Währungen fortzusetzen und
die Täter nicht selbst dafür in Haftung nehmen zu können, sondern alle Risiken auf die Mitgliedsländer
und ihre Bürger zu sozialisieren. Mit anderen Worten werden die Spielschulden der unsoliden
Zockerbanken zuerst verstaatlicht und dann die Pleiteländer mit den soliden zu Gesamtschuldnern
zusammengebunden, so dass aus den Schulden Griechenlands, Portugals, Irlands oder Spaniens nun
deutsche Direktschulden werden, nur um den internationalen Banken ihre Kredite zu erhalten.

Mit dieser Haftungs- und Verschuldungsunion haben die internationalen Banken einen Sprengsatz unter
das Euro-System gelegt: Zwar kann die Einzelschuld eines Landes durch Haftungs- und
Schuldenübernahme zur Gesamtschuld vieler Länder vergrößert und damit die Zahlungsunfähigkeit
eines Landes einmal oder mehrmals vorübergehend verhindert werden; die Hoffnung ist jedoch
trügerisch, dass überschuldete, unproduktive, lange über ihrer Verhältnisse gelebt habende Euro-
Länder nun durch Sparen wieder gesunden könnten. Vielmehr hat man wie bei einer Seuche den Virus
nur weitergereicht, auf alle übertragen und statt kleinerer Einzellösungen eine Generalbereinigung
notwendig gemacht. Diese kann wie in den USA zunächst noch durch weitere Geldflutung und
steigende Inflation herausgeschoben werden, wird aber immer in eine Währungsreform münden.

Für die deutschen Bürger ist damit klar: Die internationalen Bankster, die betrügerische griechische
Politik, unsere eigene Regierung Merkel unter Zustimmung von Rot und Grün sowie das
Zentralkomitee in Brüssel haben unter mehrfachem Verfassungsbruch unseren deutschen Wohlstand
verspielt, die Währungsreform wird

- viele Bürger verarmen lassen,

- viele Firmen, Arbeitsplätze und Arbeitseinkommen kosten,

- deswegen auch sinkende Steuern und Sozialabgaben bringen, die wiederum drastisch sinkende
Sozialleistungen, Renten und öffentliche Gehälter erzwingen werden.

Es tröstet nicht, dass dieser Zusammenbruch nun alle europäischen Staaten treffen wird - die USA
möglicherweise schon früher. Jedenfalls wird damit die größte Wohlstandsphase - wenn auch
Scheinblüte - des deutschen Volkes enden. Mit diesem Zusammenbruch werden allerdings auch wohl
die heute noch herrschenden Parteien vom Wähler verjagt und die gesellschaftliche Umwälzung nicht
ohne bürgerkriegsähnliche Unruhen vollzogen werden.

Diese internationalen Bankster und die dem Brüsseler Politbüro gehorsame Regierung mit ihren grünen
und roten Helfern hat uns ohne Not in private (Banken-) und fremdstaatliche Finanzkrisen
hineingezogen und dem deutschen Volk damit - entgegen ihrem Amtseid - mehr geschadet als jede vor
ihr.

*

Prof. Dr. Eberhard Hamer, Mittelstandsinstitut Niedersachsen.

*

Von Prof. Dr. Hamer sind weitere Texte im WIDERHALL zu finden. Drei Direktlinks unten in der
Linkliste. Insbesondere ist der Beitrag "Der Welt-Geldbetrug" von Prof. Dr. Hamer immer lesenswert!

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Prof. Dr. Wilhelm Hankel


Deutschland wird ruiniert.


Unter den 622 Bundestagsabgeordneten fanden sich vorige Woche nur drei, die ihren Protest gegen den
beschlossenen "Rettungsschirm" für den Euro öffentlich zu Protokoll gaben: Peter Gauweiler (CSU),
Klaus-Peter Willsch (CDU) und Frank Schäffler (FDP). Der Liberale zeigte seiner Partei dabei erneut,
wie sie ihren drohenden Untergang in letzter Minute abwenden könnte - mit konsequentem Eintreten
für den Schutz des Bürgers vor politischer Entrechtung und finanzieller Ausplünderung durch ein
Europa, das seine selbst herbeigeführte Krise mit Deutschlands Wirtschaftsleistung "erklärt" und (unter
dem Zuspruch linker wie grüner Experten) hohe Geldbußen für dieses Vergehen für begründet und
angemessen hält.

Fehlt Deutschlands Spitzenpolitikern jeglicher Sachverstand für ihr Amt und ihre Verantwortung? Oder
der Mut, die Interessen ihres Landes vor Freunden und Nachbarn zu vertreten, wenn diese sie
verletzen? Oder fürchten sie bloß den Verlust von Position, Pfründen und Rente, wenn sie aus dem Zug
der Europa-Lemminge ausscheren, um nicht mit diesen in den Abgrund zu marschieren? Der
Rettungsschirm rettet weder den Euro noch die Bankrott-Staaten vor den Folgen ihrer Mißwirtschaft.
Der Euro erlaubte es ihnen, über die Verhältnisse zu leben und das Wirtschaftspotential inflatorisch zu
überziehen. Mit den Milliarden des Europäischen Stabilitätsfonds (ESM) werden nicht die Fast-
Pleitestaaten entschuldet, sondern deren Geldgeber: Banken, Fonds und Versicherungen. Nicht
Arbeitsplätze werden gerettet, sondern Dividenden und Boni der Finanzmanager. Die Bilanzen der
Finanzwirtschaft werden im Einvernehmen mit der Europäischen Zentralbank (EZB) geschönt, die jetzt
hoffen kann, die von ihr angekauften Schrottanleihen an den ESM loszuwerden. Der Finanzminister
bekundet, daß ihm nicht die Stabilität der Staatsfinanzen am Herzen liegt, sondern "Europa". Für wie
dumm hält er die Bürger, wenn er ihnen vorrechnet, er könne zwei Drittel des Jahresaufkommens an
Bundessteuern für den ESM reservieren und trotzdem die ihm vom Grundgesetz auferlegten Sparpläne
verwirklichen?

Wolfgang Schäubles "kreative Buchführung", die Einzahlungen an den ESM als "Bundesvermögen"
auszuweisen, hilft nicht weiter. Die horrenden Zins- und Tilgungslasten der steigenden
Staatsverschuldung machen jeden Spielraum für Gemeinde-, Bildungs-, Gesundheits- und
Sozialreformen zunichte. Eines läßt sich jetzt nicht mehr gebetsmühlenhaft behaupten: Deutschland
profitiere vom Euro. Jetzt sieht jeder, daß und wie er Deutschland ruiniert: wie ein Ertrinkender, der
den Retter mit in die Tiefe reißt.

*

Prof. Dr. Wilhelm Hankel war Leiter der Währungsabteilung im Wirtschaftsministerium und Chef der
Bank- und Versicherungsaufsicht.

Quelle: "Junge Freiheit" vom 1. April 2011. ePost: redaktion(A)jungefreiheit.de
Redaktion & Verlag: Hohenzollerndamm 27a, 10713 Berlin (kostenlose Probeexemplare sind
möglich!)

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Ansgar Lange

Die Hurra-Europäer als Totengräber.


(JF-Kolumne Freitag, 22.07.2011.)

Wenn es um die Rettung des Euro geht, schalten selbst kluge Köpfe zwischendurch ihr Gehirn ab und
lassen Emotion pur walten. Vielleicht ist die FAZ auch nur der Meinung, ihre Leser seien kluge Köpfe.
Für ihre Kommentatoren würden aber andere Maßstäbe gelten. Doch so weit wollen wir nicht gehen,
da FAZ-Urgestein Georg Paul Hefty ansonsten oft durch intelligente Leitartikel überzeugt.

Als ich am gestrigen Abend besagte Tageszeitung aufschlug und die Überschrift "Heimat Europa" las,
beschlich mich bereits ein komisches Gefühl. Sollte Deutschlands einzig verbliebene konservative
Tageszeitung jetzt auch zum Tummelplatz von Hurra-Europäern geworden sein? Dies wäre
bedauerlich, denn die letzten Monate haben gelehrt, daß wir in Zukunft mehr Nation statt Europa
brauchen, um unsere Interessen als Volk angemessen artikulieren und durchsetzen zu können.

Nationen sollen sich wie Zuckerwürfel im Tee von Europa auflösen.


Doch ein Kölsch stand bereit, und die Tabakspfeife - bekanntlich ein Signal der Gelassenheit - war
gestopft. Was sollte mir bei der Lektüre da noch passieren? Heftys Leitartikel listet all die Dinge auf,
die wir dem vereinten Europa angeblich verdanken. Es ist ein jämmerliches Ablenkungsmanöver der
Hurra-Europäer, daß sie von Krieg und Frieden faseln, wenn es um eine ökonomische Diskussion geht.

Die Frage, ob es sinnvoll ist, den Griechen und den anderen Südländern immer mehr Geld hinter her zu
werfen, läßt sich eben nicht mit Totschlagargumenten beantworten. Diejenigen, die den Gedanken der
Transferunion kritisieren, wollen ja nicht gleich Reisefreiheit und freien Waren- und Güteraustausch
abschaffen; vielleicht ja noch nicht mal den Euro, insofern er eine Währung wäre für wirtschaftlich
ungefähr gleichwertige Länder.

Heftys Stoßrichtung ist klar. Er bejubelt, daß die Nationalstaaten wie ein Zuckerwürfel im Tee von
Europa aufgehen. Man mag dies ja alles noch hinnehmen. Doch folgende Passage lässt an Heftys
Fähigkeit zur nüchternen Analyse stark zweifeln und hat von der Wortwahl auch nichts in einem FAZ-
Leitartikel zu suchen: "Die größte Bedrohung für das Erreichte kommt nun daher, daß nicht nur ältere,
sondern auch junge Deutsche jetzt von der Angst vor einer Transferunion umgetrieben werden. Dabei
enthält schon das Wort Union die Notwendigkeit des Transfers von Gütern, Geldern und Ideen
zwischen ihren Mitgliedern ist wie eine Ehe ohne Geschlechtsverkehr (sic!) - fad, kraftlos und ohne
Gewähr auf Zukunft."


Transferunion ist wie Geschlechtsverkehr in einer Ehe.


Bei der Lektüre solcher Sätze ist man fassungslos. Die Transferunion ist also wie Geschlechtsverkehr in
einer Ehe. Man höre und staune. Um in Heftys Wortwahl zu bleiben: Vergeht dem Ehepartner - in
diesem Fall Deutschland - nicht vielleicht die Lust auf Geschlechtsverkehr mit der Braut (also
Griechenland), wenn diese ihn schon vor der Eheschließung massiv betrogen, nämlich die eigenen
Zahlen gefälscht hat?

Nein, die Hurra-Europäer sind die wahren Totengräber Europas. Sie greifen zu schiefen Bildern
(Geschlechtsverkehr), Infantilismen (Ich lasse mir mein Europa nicht kaputt machen) oder zu
Drohgebärden (wenn Griechenland aus dem Euro herausgeworfen wird, ist Europa am Ende, und es
gibt Krieg). Nicht die attraktive Silvana Koch-Mehrin (FDP) mit ihrem wie auch immer erworbenen
Doktortitel ist eine Gefahr, sondern Europa-Politiker vom Schlage eines Elmar Brok (CDU), die sagen,
Deutschland trage Mitschuld an der Misere, profitiere von den Krediten an Griechenland und solle sich
jetzt mal nicht so aufregen.

Warum vergessen insbesondere unsere Europapolitiker, daß ihre Heimat zunächst einmal Deutschland
ist und nicht Europa? Warum tun sie so, als wäre Kritik am üppig alimentierten Brüsseler
Beamtenapparat oder am demokratischen Defizit der EU immer gleichzusetzen mit
Europafeindlichkeit? Die Antwort ist einfach:

Sie wollen ihre Privilegien retten und weiter ausbauen und nicht zugeben,
daß der Weg zur politischen Union ein Irrweg ist. Wir brauchen in Zukunft
wieder mehr Nation und Demokratie und weniger Europa und damit
verbundenen Demokratieabbau.


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Quelle: http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M50d826f923e.0.html
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