W I D E R H A L L - Nr. 63
J u l i / A u g u s t ~ 2 0 1 1 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
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Blick in den Abgrund.

Einleitung Seitenbetreiber: Die hier veröffentlichten vier Texte
wurden mir von Hans-Wolff Graf aus München zugestellt, mit der
freundlichen Erlaubnis der Weiterverbreitung. Der "Blick in den
Abgrund" (Frank Amann) hat unmißverständlich aufgezeigt, "wie
marode und fragil große Teile der heutigen Wirtschafts-, Finanz-
und Sozialsysteme tatsächlich" sind. Herr Graff und seine Mit-
streiter halten es deshalb für ihre Pflicht klar und konkret zu
erklären, "wie wir zu bestimmten Fragen unserer Zeit stehen."
(Zitate nach Frank Amann.) Karl-Heinz Heubaum
*

1.) Griechenland - Hintergründe und Ausblicke.
- - Hans-Wolff Graf liefert eine Analyse zum Euro,
- - dessen Ende praktisch unausweichlich ist.
*
2.) Euro- und Schuldenkrise - (wie) geht es weiter?
- - Die "Erste Finanz- und Vermögensberater Aktien-
- - gesellschaft in Deutschland" gibt Zukunftstips.
*
3.) FDP ruft Bürger zum Run auf die Banken auf und
- - bereitet uns auf den Verlust unserer Ersparnisse
- - vor. Nun brennt das Europäische Haus!
*
4.) Subventionswahnsinn!
- - ich weiß nicht, ob Sie's schon wußten .... -
- - daß Daimler, BMW u.a. Millionen vom Staat kassieren!

(Zu den Artikeln nach unten scrollen.)
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Hans-Wolff Graf

1.) Griechenland - Hintergründe und Ausblicke.


Das uns alle derzeit wohl am meisten bewegende Thema ist die Frage: Ist das Desaster Griechenland noch
abzuwenden (und wenn, wie?), oder ist Griechenland der Beginn einer Krise, die sich - weit über Europa
hinaus - zu einer weltweiten, mutmaßlich der größten Finanz- und Wirtschaftskrise aller Zeiten entwickeln
könnte?

Lassen Sie uns deshalb ein wenig hinter die Kulissen blicken:


W i e ~ e s ~ z u r ~ K u n s t w ä h r u n g ~ E U R O ~ k a m .

Die meisten unserer Leser und Lesereinnen beziehen ihr Gehalt in EURO, in der gleichen Währung
bezahlen sie ihre Mieten, den Lebensunterhalt, das Taschengeld für die Kinder sowie die Chappi- und
Whiskas-Dosen für die 'vierbeinigen Familienmitglieder’ (politisch korrekt in den USA für Haustier).

Nun ist der EURO (wie bereits dessen Vorläufer, der ECU als theoretische Recheneinheit) eine künstliche
Währungseinheit, wie es sie noch nie gegeben hat, seit Menschen nicht mehr Muscheln, Gewürze,
Edelsteine, Edelmetalle und Rohstoffe, Pferde, Kühe und Esel als "Währungen" verwendeten; zum ersten
Mal gestattete man nämlich nicht Produzenten und Nachfragern, eine Währung zu verwenden, die sich als
stärker als andere erwiesen hatte. Vielmehr beschlossen die politischen "Eliten" von fünf der sechs
stärksten Volkswirtschaften Europas, ihre pseudo-demokratisch erworbene "Legitimation" dazu zu
mißbrauchen, eine Wirtschafts- und Währungsunion zu konstruieren - vorgeblich (und in völliger
Verkennung der historischen Entwicklung) nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika -, um
im Rahmen der fortschreitenden Globalisierung eine wichtigere Rolle spielen zu können. Verkauft wurde
dies den Bevölkerungen der betroffenen Länder als 'historischer Akt' - mit den daraus resultierenden
Vorteilen eines grenzenfreien Handelsraums, besserer Studien-, Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten in
einem dann 'Vereinigten Europa', in dem künftig auch nicht mehr mit unterschiedlichen Währungen
hantiert und gerechnet werden müßte.

Wovon also bereits Cäsar und Alexander der Große, Dschinghis Khan und Kublai Khan, Karl der Große,
Maria aus Österreich und Josef aus Rußland, Napoleon und Hitler geträumt hatten - jeweils mit
kriegerischen Mitteln -, das wollten nun, gründend auf den 'Römischen Verträgen' (1960), die "Herrscher"
dieser Länder auf politischem Wege verwirklichen. Und ebenso wie die Vorgenannten ging es diesen
Politikern auch gar nicht darum, ethnisch und soziologisch völlig unterschiedliche Entitäten behutsam
aufeinander zuzuführen, sondern ausschließlich darum, ihren politischen Willen umzusetzen (und sich so
nebenbei ein Denkmal in der Geschichte Europas zu sichern).

Hierbei muß man vielleicht etwas tiefer blicken: Auch die unzähligen Vorfahren unserer heutigen Politiker
waren ja keine Philosophen und Psychologen; ihnen ging es um Macht, Reichtum, Ruhm und "Ehre", und
dabei setzten sie jeweils auf die Waffen ihrer Zeit. Nun sind heutzutage Pfeil und Bogen, Elefanten und
Reiterheere etwas aus der Mode gekommen und das Zeitalter der Okkupation fremder Länder mit schierer
Waffengewalt neigt sich mit dem bereits erfolgten Niedergang des Vereinigten Königreichs
("Groß"britannien - KHH.), Frankreichs, Belgiens, Spaniens und Portugals und dem bevorstehenden
Bankrott der Vereinigten Staaten von Amerika ebenfalls allmählich dem Ende zu. Insofern benutzten die
neuzeitlichen Okkupanten - nachgerade Jacques Chirac und Helmut Kohl - eben die neuzeitlichen
"Waffen" der undemokratischen Besetzung ganzer Volkswirtschaften, um diese, ungeachtet aller
soziologischen, ethnischen und kulturalen Unterschiede, zu einem Kunstgebilde namens 'Europäische
Union' zusammenzubasteln. Sie gingen dabei in etwa so vor wie ein hyperaktives Kind bei einem Puzzle:
Was nicht paßte, wurde mit dem Hammer hineingezwungen.

Ja, und nun stehen wir wie Goethes Zauberlehrling vor der Katastrophe, die sich am Fallbeispiel
Griechenland ankündigt. Man muß sich dies mal praktisch vorstellen: Ein Land mit knapp 12 Millionen
Einwohnern (Rang 74 unter den etwa 200 Ländern der Welt) mit einem Brutto-Inlandsprodukt von etwa
320 Milliarden ist d’rauf und d’ran, das gesamte europäische "Kartenhaus" entweder als Potemkin’sches
Dorf zu entlarven und zum Einsturz zu bringen, oder aber es wird aus politischen Gründen an die
finanzielle "Herz-Lungen-Maschine" der EZB (Europäische Zentralbank - KHH.), des IWF (Internationaler
Währungsfond - KHH.) und der Weltbank gehängt, obwohl Fachleute - also Nicht-Politiker -, die
tatsächlich wissen, wovon sie reden, Griechenland bereits für politisch-ökonomisch so verrottet erklärt
haben, daß Mediziner von einem bereits erfolgten "Hirntod" sprächen.


W ä r e ~ ' G r i e c h e n l a n d ' ~ i n ~ d e n ~ U S A ~ m ö g l i c h ?

Um die Obskurität des "Falles" Griechenland noch plastischer darzustellen: Dieses Land entspricht in
seiner wirtschaftlichen Größe etwa dem US-Bundesstaat Delaware. Könnte sich irgend jemand vorstellen,
daß dieser Winzling mit seinen knapp 850.000 Einwohnern durch Mißwirtschaft in der Lage wäre, die
USA in den Ruin zu führen? Nun, zum einen beträgt die Quote der Staatsbediensteten in Delaware nur
etwa 9 % - in Griechenland sind es etwa 25 %; zum anderen ist es in den USA jedem einzelnen Staat
überlassen, sich wirtschaftlich-finanziell selbst zu ruinieren oder notfalls eben zu sanieren. Ein weiterer
Unterschied fällt zur Bildung der Vereinigten Staaten im Vergleich zur Zwangskorporation der EU auf:
Seit der Declaration of Independence (am 4.7.1776) vergingen immerhin 183 Jahre, bis sich Hawaii (auch
nicht ganz freiwillig) als 50. Bundesstaat den USA anschloß. Der Größenwahnsinn einiger europäischer
Regierungschefs stampfte hingegen den modernen "Golem" des heute aus 27 Ländern bestehenden
Staaten"bundes" innerhalb von knapp 40 Jahren aus dem Boden. Im Gegensatz zu den USA handelte es
sich aber bei diesen Ländern jeweils um historisch einzeln gewachsene Entitäten - teilweise mit einer
Geschichte von 2.500 bis 5.000 Jahren. Die sich in dieser Zeit entwickelnden Länder mit völlig
unterschiedlichen soziologischen, ökonomischen und ethnischen Strukturen wurden also - fernab der
Berücksichtigung all dieser Unterschiede - im 'Hau-Ruck-Verfahren' zwangsweise assimiliert. Den
Bevölkerungen erklärte man lakonisch bis euphorisch-stolz, daß sie nunmehr bei Reisen keine
Schlagbäume mehr zu fürchten hätten und der Umtausch in die jeweilige Landeswährung entfiele.

Dabei war den Einflüsterern dieser ruhmsüchtigen Politiker sonnenklar, daß man Länder wie die
skandinavischen, die Niederlande, Deutschland und Österreich nicht per Dekret mit süd- und
südosteuropäischen Ländern 'vereinen' kann, und auch die wirtschaftspolitische Beglückung von Ländern
wie Irland, Spanien und Portugal konnte nur kurzzeitig wirtschaftliche Prosperität vorgaukeln, da hierfür
das historische Fundament als Basis für einen lang anhaltenden Aufschwung völlig fehlt(e). Glaubt denn
irgend jemand wirklich, daß Italien weniger korrupt sei als Griechenland?

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|| "Je weniger wir Trugbilder bewundern, desto mehr
|| vermögen wir die Wahrheit aufzunehmen."
|| Erasmus von Rotterdam (holländischer Gelehrter,
|| 1465 - 1536.)
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Nein, das von der Hybris einer völlig undemokratisch entscheidenden Minorität initiierte Experiment
'Europäische Union' ist katastrophal gescheitert. Und nun sind Politiker nur noch emsig bemüht, diese
Katastrophe zu verschleiern; statt ihren Irrtum einzugestehen, ver(sch)wenden sie Hunderte von Milliarden
dazu, zu kitten und zu flicken, was sie als völlig widernatürliches Monstrum geschaffen haben. Bei dem
Gedanken, welche Unsummen hierbei zur Rettung eines längst komatösen "Patienten" in den Sand gesetzt
werden, könnte jedem vernünftigen Menschen eigentlich nur schlecht werden.


VOR WELCHER FINANZTECHNISCHEN SITUATION STEHEN WIR DENN NUN?

Die EZB hat bereits 50 Mrd Euro an Griechenbonds aufgenommen. Hinzu kommen 87 Mrd Euro an
Krediten. Aber auch an andere Peripherie-Staaten hat die EZB weitere 25 Mrd Euro in Bonds investiert.
Zusätzlich vergab die EZB an irische Banken 78 Mrd Euro, an portugiesische 47 Mrd Euro, an spanische
weitere 44 Mrd Euro und italienische Banken erhielten 36 Mrd Euro. Griechische Banken liehen ihrem
Staat knapp 86 Mrd Euro, was etwa 29 % der bislang ausstehenden griechischen Staatsschulden entspricht.
Deutsche Banken halten griechische Staatsanleihen im Wert von etwa 23 Mrd US-Dollar; hinzu kommen
Kredite an die griechische Wirtschaft in Höhe von 34 Mrd US-Dollar.

Französische Banken haben nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ihre
Staatsanleihen zwar von 27 Milliarden US-Dollar (März 2010) inzwischen auf etwa 12 Milliarden US-
Dollar reduziert, halten aber immer noch Kredite an der griechischen Wirtschaft von etwa 57 Milliarden
US-Dollar.

Hierzu meint Allan Meltzer, US-Ökonom und Professor an der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburg:
"Die Politik der EZB wie auch das IWF (Internationaler Währungsfonds, d.Verf.) in der Euro-Krise ist
fatal. Zwar knüpfen beide Organisationen jeweils Bedingungen an die Vergabe ihrer Kredite, z.B.,
Wirtschaftsreformen einzuleiten, aber diese Bedingungen werden nicht durchgesetzt. Griechenland hat
zwei Möglichkeiten: Entweder muß das Land die Euro-Zone verlassen, oder es muß deflationieren, also
Löhne und Preise senken, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Griechenland noch mehr Geld zu
leihen, hilft dem Land nicht." Nun, alle diese Kredite haben eigentlich nur zwei Motive: Abhängigkeiten zu
schaffen und zwangsweise zu vereinen, was nicht zusammengehört.

Nicht viel anderes passiert in den USA: Sämtliche "Rettungsprogramme" - TARP, TALF, QE1 und QE2
und die inzwischen ausgerufene 'Nullzins'politik - waren umsonst; sie häuften damit nur weitere fünf
Billionen US-Dollar an öffentlichen Schulden an.

Noch viel haarsträubender ist aber, was diese Politiker in ihrem Wahnsinn an soziologischen und
psychologischen Schäden anrichten, deren Folgewirkungen sich erst in der Zukunft herauskristallisieren
werden. Die nunmehr aufgewendeten Hunderte von Milliarden fehlen nämlich den einzelnen Ländern nicht
nur in ihren Haushalten und für infrastrukturelle Maßnahmen, bei der Versorgung ihrer eigenen
Bevölkerung und in den Bildungs- und Sozialetats, vielmehr türmen sich diese Aufwände zu einem
kolossalen Schuldenberg auf, den die heranwachsenden und zukünftigen Generationen nicht im Ansatz in
der Lage sein werden, wieder abzutragen. Damit führen diese Maßnahmen geradezu zwangsläufig zu
sozialen, ökonomischen und psychologischen Verwerfungen, die ein Außenstehender nur noch als Irrsinn
bezeichnen würde. Und unsere G7-/G8- und G20-Häuptlinge suhlen sich munter bei ihren Kaffeefahrten
(zulasten der Steuerzahler) im Schein eigener Glorie.

Zwar ist selbst dem dümmsten Bürger (nicht nur hierzulande, sondern wohl weltweit) längst klar, daß es
unseren "Führern" beileibe nicht um die Menschen geht - die sollen system-adäquat funktionieren, brav
konsumieren und ansonsten den Mund halten -, aber die Frage ist, wie lange sich Menschen in ein immer
enger werdendes Korsett zwängen und ansonsten für dumm verkaufen lassen. Es ist, um zu Griechenland
zurückzukehren, nur eine Frage der Zeit, bis die dortige Regierung (egal, welcher Couleur) den Notstand
wird ausrufen lassen müssen und letztendlich eine Militärdiktatur ans Ruder kommt. Vielleicht gebiert
diese dann den Begriff 'Demokratische Militärdiktatur Griechenland' und läßt ihre Sportler bei den
nächsten olympischen Spielen unter 'DMG' auflaufen.

Auch unser benachbarter Sonnenkönig Sarkozy, der völlig gestörte Bunga-Trapezkünstler aus Italien, der
Reichsverweser von Themsen-Liesel`s Gnaden in Großbritannien, das derzeit herrenlose Belgien und
Berlin, in dem sich 600 Nicht-Demokraten um den einzig wahren Platz in der Mitte raufen, werden nicht in
der Lage sein, sich dem Aufbegehren der Volksmassen zu widersetzen - sobald sich endlich
herumgesprochen hat, in welch infamer Weise hier Steuern und Abgaben mißbraucht und die Zukunft der
Bevölkerung, vor allem aber der nächsten Generationen, auf dem Altar politischen Irrsinns und
hemmungsloser Egomanie geopfert werden.


U n d ~ w a s ~ m a c h e n ~ u n s e r e ~ V e r a n t w o r t l i c h e n ~ i n ~ B e r l i n ?

Welchen unserer Politikschranzen schenken Sie denn nur das mindeste Vertrauen? Wem würden Sie auch
nur noch ein 'Guten Morgen' glauben? Brüderle, den man vor jedem Auftritt einer Blutprobe unterziehen
sollte? Seiner Janus-köpfigen, absolut meinungsfreien Chefin? Von der Laiin, die von Hartz IV wie der
Blinde von der Farbe schwafelt? Dem komödiantischen Röslein? Westerwelle, der die FDP nach Süden
geführt hat und völlig de-liberalisiert zurückläßt? Schäuble, dem Zyniker, Kohl-Handlanger und
Restitutionslügner? Gabriel, der 'Fast-Food'-Werbeikone? Dem Opportunisten Cem, der so gern auf unser
Aller Kosten fliegt und wenn ertappt, so grenzenlos empört spielt? Der von keiner Neurone gequälten C.
Roth (beide stehen den Grünen vor!)?

Wir lästern über die Verhältnisse in Griechenland, in dessen Schulen neben 'Schreiben' und 'Rechnen' auch
'Korruption' auf dem Stundenplan steht, aber auch hierzulande wollen 27 % der befragten Studenten am
liebsten 'in den Staatsdienst'. Wo liegt hier der Unterschied? Wo lebt sich am wärmsten, sichersten und
ruhigsten? Im öffentlich-(un)rechtlichen Dienst.

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|| "Die 'Qualifikation' vieler Protagonisten insti-
|| tutioneller Souveränität reduziert sich bei ge-
|| nauerem Hinsehen auf die Quantität ihrer Freßwerk-
|| zeuge, eine unbeugsam ablehnende Haltung gegenüber
|| wertschöpfender Arbeit, eine modernster Aerodyna-
|| mik entsprechende Windschlüpfrigkeit, ein begnadet
|| dickes Fell und keinerlei Ahnung (geschweige denn
|| Wissen) von dem, was sie verlautbaren." J.-L. Earl
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Mit dieser Zeichnung der realen Verhältnisse beziehen wir sehr klar Position - sicherlich nicht unbedingt
zur Freude aller Leserinnen und Leser. Uns geht es dabei aber vor allem darum, Sie nicht im unklaren
darüber zu lassen, was auf uns alle zukommt, denn wir alle werden von dem, was sich da in Griechenland
abspielt (weitergehend in Portugal, Spanien, Irland und Italien sowie einem halben Dutzend ost- und
nordosteuropäischen Staaten, die alle an die Pforten der EZB, des IWF und der Weltbank klopfen werden)
betroffen sein werden. Als weitere Kandidaten lassen dann wohl Belgien - das ansonsten seit über einem
Jahr eine herrlich regierungslose Zeit erlebt -, einige frankophone (ehemalige) Kolonien in der Karibik und
Afrikas, letztendlich wohl auch Frankreich selbst als Bettler vor den Pforten der (noch!) sattelfesten EU-
Länder - deren Anzahl mit Finnland, Holland, Österreich und Deutschland recht übersichtlich geworden ist
- herzlich grüßen. Dabei war die Zahl derer, die bereits zu Zeiten 'Helmuts, des Fürchterlichen' Mitte der
90er Jahre vor dem von Größenwahn geprägten Lügengespinst warnten, gar nicht so klein (wir zählen uns
als DBSFS (Deutscher Bundesverband für Steuer-, Finanz- und Sozialpolitik e. V - KHH) in aller Demut
auch dazu), nur wurde sie vom Chor der EU-Bekifften niedergebrüllt, aber Lieschen und Hänschen
hierzulande haben weder Zeit noch Lust, sich wirklich tiefschürfend mit den Zusammenhängen
auseinanderzusetzen. Dabei bräuchten wir intelligente, engagierte Bürger und mutige Wissenschaftler, die
der politisch nihilistischen Restbevölkerung Wege in die Zukunft aufzeigen, um den finanz-, steuer-,
wirtschafts- und sozialpolitisch bis zur Deichsel im Dreck steckenden Karren aus dem Sumpf zu ziehen.
Doch daran gebricht`s völlig; eine meinungslose, nur noch hilflos nach Mehrheiten schielende
Staatsratsvorsitzende, die sich aller, ihre gebrechliche Autorität mutmaßlich gefährdenden Mitstreiter längst
entledigt hat und einen zur Lachnummer verkümmerten Koalitionspartner mit sich schleift; ein keifendes
Oppositiönchen, das inzwischen nur noch die dritte Geige im "hohen Hause" spielen darf und froh ist,
gerade nicht in der Regierung zu sitzen; ein amorphes Sammelsurium euphorischer Neu-Volksparteiler, die
politische Wut- und Protestwähler aller Couleur als Befürworter eigener Ziellosigkeit verkennt sowie ein
seniler Freundeskreis vorvorgestriger Linksfaschisten irren orientierungslos im Nebel dessen umher, was
uns (inter)national an Problemen um die Ohren fliegt. Fach- und Sachkunde: Fehlanzeige. Ein gelernter
Arzt wird aus wahltaktischen Gründen flugs zum Wirtschaftsminister gekürt, während ein Bankkaufmann
aus gleichem Grunde den obersten Medizinmann der Nation spielen darf. Das misantropische Merkel läßt
sich stolz von Oh Bama den "Freiheits"-Orden ums zierliche Genick wickeln und spielt die "entschlossene
Europäerin", die "geläuterte Atomgegnerin", ohne daß irgendein Medium dieser Närrin ins Wort fällt; wie
vor knapp 22 Jahren hat unser aller Ängschi mal wieder instinktsicher die Seiten gewechselt. Gäb`s dafür
einen Nobelpreis, sie hätte ihn wahrlich verdient.

Aber auch in den Maghreb-Staaten, dem Vorderen Orient und Teilen der Subsahara brennt die Welt; ein
Drittel aller weltweiten Staaten weist eine Jugendarbeitslosigkeit von 20 bis 60 % auf, während ein
weiteres Drittel unter seinen Sozialsystemen kollabiert; weltweit werden mehr Summen zur Rettung der
Finanzsysteme, i.e. Banken und Hypothekenfinanzierer, aufgewendet, als das Weltbruttosozialprodukt
ausmacht - das Hochmittelalter läßt grüßen, in dem Bankdynastien trefflich kassierten, indem sie König-
und Kaiserreiche vor dem Kollaps retteten, Kriege und Kreuzzüge finanzierten und dem Klerus das
Überleben sicherten.


W i e ~ r e a g i e r e n ~ W i s s e n s c h a f t ~ u n d ~ M e d i e n ?

Und welche Rollen spielen in dieser Gemengelage eigentlich die Wissenschaftler als 'Hüter der Wahrheit'
und die Medien als Reporteure und omnipräsente Meinungsbildner? Nun, erstere sind zum größten Teil
öffentlich-(un)rechtlich versorgt und damit mehr dem parteipolitischen Dienstherren ergeben als der
Wahrheit zugeneigt, letztere bangen um Einschaltquoten, Auflagen und ihre Werbeetats. Sie sind zu
sensationsgeilen Unterhaltungsclowns verkommen. [Der verschwindend geringen Restmenge in Parteien,
Medien und Wissenschaft, die sich diesen Schuh zu Recht nicht anziehen muß, gebührt (m)ein Kotau;
wirklich zu sagen haben sie jedoch faktisch nichts.] Die Masse der Bürgerinnen und Bürger aber wartet,
ängstlich gedrängt unter der jeweils nächstgelegenen Markise, auf besseres Wetter, genauer auf die richtige,
einzig wahre Lösung, die es natürlich nicht gibt. Während sich die Parteistrategen, eskortiert von
Wissenschaftlern und Medien in sinnlosem Gezänk zerfleischen, geht immer mehr die klare Einsicht
verloren, daß es den Königsweg, eine alle Wunden heilende Lösung, längst nicht mehr gibt; dafür ist der
"Karren" EU (nebst EURO) längst viel zu tief im Schlamm hirnloser politischer Dummheit festgefahren.
Ob sich die Griechen lieber für ein 'Ende mit Schrecken' oder einen 'Schrecken ohne Ende' entscheiden,
oder Brüssel sie mit 'sanfter Gewalt' zum Ausstieg zwingt, indem es ihnen die Konten sperrt und weitere
Kredite ablehnt, oder einige (noch zahlungsfähige) Länder, eigene Interessen schützend, die EU/den längst
todkranken Währungsverbund verlassen - die Frage ist letztlich nur, welche Lösung die
erfolgversprechendere und finanziell wie auch sozialpolitisch heilsamere ist. Ohne Schmerzen hingegen ist
diese 'Operation am offenen Herzen' nicht mehr zu bewältigen. Wer dies von den Politikern erhofft oder
erwartet, glaubt auch noch an Weihnachtsmänner, Osterhasen, Klapperstörche oder Götter
unterschiedlicher Bauart.

Oberbuchhalter Schäuble plädiert nun für eine Verlängerung der Laufzeiten für griechische Anleihen und
Rentenwerte. Was soll das aber de facto ändern? Pleite ist pleite, da hilft auch keine künstliche Beatmung.

Versicherungen und Pensionskassen dürfen Griechenland-Papiere nicht mehr im 'gebundenen Vermögen’
(Deckungsdock) halten, da Griechenland inzwischen von der Ratingagentur Standard & Poors auf CCC (=
Ramschstatus) herabgestuft wurde. Das würde notwendigerweise zu Zwangsverkäufen und einer weiteren
Verschärfung der Situation führen, wenn nicht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) eine
Ausnahme gewährt. Mit anderen Worten: Um zu retten, was längst nicht mehr zu retten ist, wurden bereits
der Maastricht-Vertrag und die grundsätzlichen Vereinbarungen des EU-Vertrags gebrochen, und nun
folgen weitere "Ausnahmeregelungen", da Banken und Versicherungen auch die hauptsächlichen
Aufkäufer von Staatsanleihen darstellen. Es geht also beileibe nicht nur um die Sozialversicherung
griechischer Staatsbediensteter, sondern auch die der im EU-Zwangsverbund befindlichen übrigen
Staatsdiener. Nur haben das bislang die meisten Bürger der EU noch gar nicht bedacht.

Fazit: Für die Fehler der Politik(er) haftet in immer höherem Maße die Mehrzahl derer, die (bislang) davon
noch gar nicht betroffen sind.

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|| "Al-Qaida mit ihrem neuen Obermurkel Al-Sawahiri
|| und die Taliban können sich getrost aufs Alten-
|| teil setzen - unsere Sozial-, Wirtschafts- und
|| Finanzterroristen sitzen in Berlin und Brüssel,
|| Rom und Paris, London und Washington, und deren
|| Menschenbild ist so krank und verrottet wie das
|| der Terroristen, die sie vorgeben zu jagen."
|| J.-L. Earl
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Zwar wird sich das ganze Szenario erst allmählich entwickeln, und die Bevölkerungen der zwangsvereinten
EU sind von diesen künftigen Entwicklungen auch unterschiedlich betroffen, aber wer als langjähriger
Leser des 'zeitreport' unsere Prognosen aus den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts noch im
Kopf hat, wird konzidieren, daß das gesamte Schlamassel, in dem wir uns heute befinden, leider tatsächlich
in erschreckender Klarheit vorhersehbar war; denken Sie an die Entwicklung der gesetzlichen
Sozialversicherungen, der privaten Lebens-, Renten- und Krankenversicherungen, des Bildungs- und
Gesundheitswesens u.v.m.


D a s ~ S y s t e m ~ v e r h i n d e r t ~ d i e ~ L ö s u n g .

Natürlich wäre Griechenland ebenso zu "retten" wie auch die Sozial-, Wirtschafts- und Finanzwirtschaften
Dutzender Problemländer, nur eben nicht im heutigen System, mit den heute verwendeten Machtmitteln,
die vor allem (bis ausschließlich) denen dienen, die sich damit den/die Staat(en) zu eigen gemacht haben
und deshalb nichts mehr fürchten als einen Systemwechsel, eine wirkliche Reform.

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|| Fähnchen im Wind nutzen sich schneller ab als
|| Menschen, die Flagge zeigen." J.-L. Earl
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Nun, "die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt ein russisches Sprichwort ("Nadezhda umiraet paslednej"), und in
der Tat werden die Menschen einen Weg finden, sich dieser "Sumpfblüten" politischen Wahnsinns
irgendwann zu entledigen. Die Werkzeuge, die der homo sapiens sapiens zur Entwicklung einer
urdemokratischen Form des Miteinander-Lebens und -Umgehens bräuchte, sind längst vorhanden. Klar ist
auch, daß für schiere Produktionszwecke immer weniger Menschen benötigt werden, wohingegen
wachsende Wirtschaftsbranchen - Bildung und Kultur, Gesundheitswesen, Tourismus und Sozialdienste,
Forschung und Entwicklung, Energie- und Versorgungswesen u.v.m. - Millionen von Menschen ein
auskömmliches Leben und eine sorgenarme Zukunft bieten könnten.

Erlauben Sie mir hierzu, auf die 'alternativen Konzepte’ des PERSPEKTIVE ohne Grenzen e.V.’ (www.d-
perspektive.de) zu verweisen.

Mut macht, daß alle Parteien (und beide "christlichen" Kirchen) zunehmend Mitglieder verlieren; lediglich
den Grünen laufen noch politisch Heimatlose und Versprengte zu. Aber auch diese Partei wird der
'Westerwelle-Effekt’ ereilen.

Wichtig wäre vor allem, daß die Majorität der heute lebenden Bevölkerung aus ihrer Lethargie erwacht und
den Mut hat, den mit Händen zu greifenden Wahrheiten ins Auge zu blicken, statt sich auf skrupellose
Scharlatane und Laienspieler zu verlassen, die sich ihre Pensionen damit verdienen, ihre Wähler verbal
einzuseifen und für dumm zu verkaufen.

Hans-Wolff Graf
http://www.zeitreport.de
-
Seitenbetreiber: Hans-Wolff Graf ist Autor mehrerer WIDERHALL-Veröffentlichungen, insbesondere des
nahezu jeden Monat meistgelesenen Artikels im WIDERHALL Nr. 22 mit dem Titel "Blick in die
Zukunft" (Direktlink unten in der Linkliste). KHH.

* * * * * *

2.) Euro- und Schuldenkrise - (wie) geht es weiter?


ERSTE FINANZ- UND VERMÖGENSBERATER
AKTIENGESELLSCHAFT IN DEUTSCHLAND


ANALYSE · KONZEPTION · BETREUUNG · VERMÖGENSVERWALTUNG

Betreuungs-Newsletter der efv-AG 1/2011.

Euro- und Schuldenkrise - (wie) geht es weiter?

Als Finanz- und Vermögensberater der efv-AG haben wir schon seit jeher immer auch die Hintergründe
des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, sozialen und politischen Geschehens beleuchtet und daraus
gewonnene Erkenntnisse in unsere Beratungstätigkeit einfließen lassen. Seit 2008, dem Ausbruch der
sogenannten Finanz- und Wirtschaftskrise, hat sich jedoch unsere Sensibilität für Hintergründiges noch
einmal erheblich erhöht, denn schließlich ist seitdem tatsächlich vieles nicht mehr wie es war; oder besser
gesagt, der "Blick in den Abgrund", den uns der Ausbruch der Krise(n) gewährt hat, hat uns
unmißverständlich und konkret aufgezeigt, wie marode und fragil große Teile der heutigen Wirtschafts-,
Finanz- und Sozialsysteme tatsächlich ist. Wir halten es daher für unsere Pflicht (und unserer Mandanten
gutes Recht), so klar und konkret wie möglich zu erklären, wie wir zu bestimmten Fragen unserer Zeit stehen.

Nachfolgend nun einige Antworten/Einschätzungen auf Fragen, die so (oder ähnlich) immer wieder - meist
im persönlichen Gespräch - an uns herangetragen werden. Wem die Antworten "zu einfach" vorkommen,
dem sei versichert, daß diese auf einem langjährigen und tiefgründigen Studium der Verhältnisse basieren
und wohlüberlegt sind.


I. WAS BEDEUTET DIE EURO-KRISE?
- -IST EIN AUSEINANDERBRECHENDES EURO WAHRSCHEINLICH UND WELCHE FOLGEN
HAT DAS FÜR UNS?

Die Frage, ob der Euro auseinander bricht (das wird er höchstwahrscheinlich) ist eigentlich zweitrangig;
das viel entscheidendere Problem aus unserer Sicht ist, daß die aufgetürmten Schulden der Euro-Staaten
und die zwischenzeitlich faktisch vollzogene "Haftungsgemeinschaft Euroland" nicht einmal den Hauch
einer Chance auf eine einigermaßen "elegante" Bereinigung haben - allen Beteuerungen der herrschenden
Klasse zum Trotz. Hierbei handelt es sich nämlich im Wesentlichen um eine mathematische und nicht um
eine politische Frage. Die Eurokrise ist in Wirklichkeit ein Schuldenkrebs im Endstadium, der sich jedoch
durchaus noch in die Länge ziehen kann. Am Ende werden sich alle Kunstgriffe an dem im Schuldenkoma
liegenden Patienten als erfolglos erweisen. Kurz: Wir haben jahrzehntelang über unsere Verhältnisse
gelebt, den falschen Politschranzen vertraut, die in ihrem Größenwahn und unter dem Deckmäntelchen
"Sozialstaat" immer phantastischere Potemkin‘sche Dörfer errichtet haben, und dafür werden wir einen
hohen Preis zu zahlen haben.


Auf welche Folgen müssen wir uns also einstellen?

a)
Finanzielle Folgen: Im Rahmen einer Schuldenbereinigung (wie unter Frage II. noch genauer ausgeführt)
werden sich die Staaten früher oder später entschulden und Leistungsversprechen (massiv) reduzieren
müssen. Die Staaten werden erst dann wieder auf soliden finanziellen Beinen stehen, wenn Bürger,
Steuerzahler und Sparer erhebliche Teile ihres Vermögens und ihrer Ansprüche verloren haben werden.

b)
Soziale Folgen: Der sogenannte Lebensstandard wird deutlich sinken; was heute noch "hipp" und "trendy"
ist, wird all dem weichen (müssen), was für den Einzelnen wirklich notwendig ist. Die soziale Verrohung
der Gesellschaft wird weiter voranschreiten. Im schlimmsten Fall drohen weitreichende soziale Unruhen,
unter denen naturgemäß die Älteren und Schwächeren mehr zu leiden haben werden als die jüngere
Generation.

c)
Politische Folgen: Diese sind unabsehbar, aber die entscheidende Weichenstellung wird bereits recht
kurzfristig dahingehend erfolgen müssen, daß wir entweder auf eine dezentral organisierte
Bürgergesellschaft oder auf eine totalitäre Superdiktatur (EUDSSR) zusteuern.

d)
Ökonomische Folgen: Solange es Menschen gibt, wird auch gewirtschaftet werden. Hier machen wir uns
die wenigsten Sorgen. Unternehmen/Unternehmer werden - wie immer - die ersten sein, die nach
erfolgtem "Schnitt" wieder aus dem Schlamassel herauskommen werden.

-

II. WIE KANN/MUß MAN SICH EINE ENTSCHULDUNG VON STAATEN VORSTELLEN?

Wenn ein Staat an seiner Schuldenlast bzw. an seinen Zahlungsverpflichtungen zu ersticken droht, gibt es
mehrere Möglichkeiten der Bereinigung. Vorweggeschickt werden muß aber, daß alle Varianten eines
gemeinsam haben: Die Entwertung des angehäuften Vermögens ihrer Bürger. Im Einzelnen:

Variante A:
Ein "Herauswachsen" aus den Schulden durch Wirtschaftswachstum und damit verbunden höhere
Steuereinnahmen auf die Erträge der Unternehmen und Einkommen der Arbeitnehmer. Einhergehend mit
einem hohen Wachstum sind in der Regel höhere Inflationsraten, d.h. die Entwertung des Geldes erfolgt
mehr oder weniger schleichend. Ein Prozeß, der z.B. in den 70er und 80er Jahren des vergangenen
Jahrhunderts noch funktioniert hat, seither allerdings lassen die realen (mageren) Wachstumsraten und die
dem gegenüber exponentiell angewachsenen Schulden eine Lösung der Schuldenprobleme auf diesem
Wege als höchst unwahrscheinlich erscheinen.

Variante B:
Erhöhung der Staatseinnahmen durch Steuern und Abgaben, sowohl auf Einkommen als auch die Substanz
(z.B. Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuer). Da der Staat ja bereits heute fleißig abkassiert und
dann teuer umverteilt, kommt hier aber das Problem auf, daß wenn Bürgern und Unternehmen gar zu
hemmungslos Steuern und Sozialabgaben abgeknöpft werden, die Variante "Herauswachsen" auf gar
keinen Fall funktionieren kann, da die Wachstumskräfte gebremst werden; d.h. die staatlichen
Möglichkeiten sind diesbezüglich bereits weitgehend ausgereizt. Einem radikalen Sparprogramm steht die
von der politischen Klasse allseits gefürchtete Abwahl (und ggf. soziale Unruhen) entgehen, so daß auch
auf der Ausgabenseite keine wirklichen Erfolge zu erwarten stehen.

Variante C:
Eine sogenannte Währungsreform, was in der Praxis bedeutet, daß der Staat die Verrechnungseinheiten für
Schulden und Guthaben neu festsetzt. Was sich harmlos anhört, meint letztlich nichts anderes, als daß der
Staat seine Schulden ganz oder teilweise annulliert und diejenigen "in die Röhre schauen", die dem Staat
direkt oder indirekt (auch über das Bankensystem, den siamesischen Zwilling des Staates in punkto
Geldwesen) Geld geliehen haben. Diese Variante halten wir für sehr wahrscheinlich, lediglich der
Zeitpunkt und die genaue Ausgestaltung sind unklar, weil sie nach politischen Opportunitäten willkürlich
erfolgen.

Insbesondere von politischer Seite wird - je nach Lager - derzeit noch die Hoffnung geschürt, daß mit
Variante A oder B (bzw. einer Mischung daraus) das Schlimmste verhindert werden kann; wir halten das
für illusorisch und schlicht unseriös. Die griechische Problematik ist eine sehr präzise Blaupause für das,
was bereits in vielen Industrieländern (siehe USA und Japan), aber eben künftig auch für Deutschland dem
Grunde nach erwartet werden muß, nämlich ein sich immer weiter aufbauender Druck, die Schuldenfrage
klären zu müssen. Während wir derzeit mit Argusaugen nach Griechenland starren, ist uns noch gar nicht
hinreichend klar, daß wir prinzipiell bereits in derselben Situation stecken, nur eben auf der Zeitachse noch
weiter hinten; von einigen unserer europäischen Nachbarn ganz zu schweigen.

Wir teilen die Einschätzung von Prof. Dr. Bernd-Thomas Ramb (*1), der schlüssig und gut
nachvollziehbar dargelegt hat, daß die Wahrscheinlichkeit einer Währungsreform in 2011 bei 33%,
spätestens ab 2017 bei über 50% und bis spätestens 2030 bei nahe 100% liegt - wohlgemerkt: Nur auf
Deutschland bezogen.

-

III. MÜSSEN WIR UNS AUF EINE HOHE INFLATION EINSTELLEN?

In einer Zeit, in der fast alle großen Industrienationen fleißig damit beschäftigt sind, Geld zu drucken, um
kratergroße Schuldenlöcher zu stopfen, und somit der realen Gütermenge immer mehr (Papier-)Geld
gegenübersteht, liegt der Schluß nahe, daß wir auf hochinflationäre Zeiten zusteuern dürften (was ja den
meisten Politikern und "Experten" die liebste Lösung wäre, siehe Variante A). Auf der anderen Seite
spricht wesentlich mehr gegen eine Entschuldung (oder besser Entwertung) von Schulden und Vermögen
auf diesem Wege. Der Grund dafür ist, daß inflationäre Phasen in der Vergangenheit niemals dazu genutzt
wurden, um Schulden zu tilgen, sondern vielmehr dazu, neue Schulden aufzutürmen, weil man den
Bürgern eine Schuldentilgung (= Sparen) gar nicht hätte "verkaufen" können. Der Hauptgrund also, warum
eine Schuldenbereinigung über diese vermeintlich "sozial gerechte" Variante nicht funktionieren kann und
wird, ist schlicht die absolute Höhe der seit 1948 (Zeitpunkt der letzten Währungsreform auf deutschem
Boden) aufgetürmten Gesamtschulden im Verhältnis zur realistisch erwartbaren Wirtschaftsleistung in der
Zukunft. Daher ist eine "Inflationslösung" sowohl praktisch als auch theoretisch schlicht Unsinn.

-

IV. WIE KANN MAN SEIN VERMÖGEN VOR DEN FOLGEN EINER DROHENDEN
WÄHRUNGSREFORM AM EFFEKTIVSTEN SCHÜTZEN?

Eine wirklich seriöse Antwort auf diese Frage kann es schon deshalb nicht geben, weil völlig unklar ist,
wer zum Umstellungszeitpunkt "am Ruder" ist und welche Regeln dann für eine derartige "Reform" oder
Umstellung und Neubewertung festgelegt werden. Dies ist dann wieder eine politische und eben keine
mathematische Frage.

Selbstverständlich gibt es gewisse Wahrscheinlichkeiten und Erfahrungen aus bereits vergangenen
Währungsreformen, und man muß kein großer Prophet sein, um vorherzusagen, daß Sachwerte vermutlich
besser abschneiden als reine Geldwerte. Doch wer nun glaubt, mit Immobilien und ein paar Aktien sowie
einem Barren Gold im Schließfach wären alle Probleme gelöst, muß sich darüber im klaren sein, daß auch
Sachwerte jederzeit für einen wie auch immer gearteten Lastenausgleich (*2) mit herangezogen werden
dürften.

Noch einmal: Die Regeln zur Neubewertungen von Schulden und Vermögen sowie die
Verrechnungseinheiten, die hierfür gelten sollen, sind nicht vorhersehbar und haben - genauso wie das
Steuerrecht - mit Logik nichts zu tun. Sie werden von den Bürokraten (Bürokratie = Herrschaft der
Verwaltung) erlassen, umgesetzt und kontrolliert.

-

V. KANN ES SEIN, DASS WIR MIT UNSERER EINSCHÄTZUNG EIN VIEL ZU DÜSTERES BILD MALEN?

Wir sind fest davon überzeugt, daß der "point of no return" unseres Geld- und Schuldensystems schon seit
längerem überschritten wurde, diese durch die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 einen weiteren massiven
Schub erhielt und mit verzweifelten Aktionen nur vorläufig hinausgezogen wurde, dies am Ende aber zu
dem von uns beschriebenen Ergebnis führen wird - ohne 'wenn' und 'aber'.

-

VI. WIE KANN MAN SICH DANN ÜBERHAUPT AUF EIN SOLCHES SZENARIO VORBEREITEN?

Sechs Jahrzehnte relativer wirtschaftlicher und politischer Stabilität haben uns so nachhaltig die "Sinne
vernebelt", daß wir drohende Gefahren nur noch bedingt wahrnehmen und in unsere Handlungsmuster
einbauen können und wollen. Um jedoch drohenden Stürmen nicht völlig schutzlos ausgeliefert zu sein, ist
es dringend und zuallererst erforderlich, diese Einstellung schnellstens ad acta zu legen und sich den
Realitäten zu stellen, d.h. zu akzeptieren, daß das heutige Sozial-, Wirtschafts- und Finanzsystem keine
Überlebenschancen hat und vor großen notwendigen Umbrüchen steht, es also keinen Sinn macht, die
Erfahrungen der letzten sechs Jahrzehnte einfach nur in die Zukunft fortzuschreiben.

Wie bereits unter Punkt IV. dargelegt, gibt es hierfür kein Patentrezept. Wir können heute zwar das
"Schlamassel" konstatieren und sein zwangsläufiges Ende vorhersagen, nicht aber den (genauen) zeitlichen
Ablauf und die sich hieraus ergebenden Folgen im Einzelnen.

Darüber hinaus muß bedacht werden, daß die individuelle Ausgangsposition jedes Einzelnen sehr
unterschiedlich ist - familiär, beruflich, psychologisch, vermögenstechnisch usw.

Bereits vor einigen Jahren erstellten wir eine Broschüre zum Thema Altersvorsorge, an deren Ende wir '10
Grundsätze für eine kluge Altersvorsorge' stellten. Wir haben diese Grundsätze nun, anbetracht der
vorbeschriebenen Problematik, noch um aktuelle Einschätzungen und Anmerkungen ergänzt, in der
Hoffnung, Ihnen damit einen brauchbaren Leitfaden für Ihre weiteren Überlegungen zu bieten.

1)
Machen Sie eine regelmäßige Bestandsaufnahme Ihrer Vermögenssituation. Die einzig wirklich relevante
Meßgröße für die Frage, ob eine Altersvorsorge ausreicht, ist das jeweilige Nettovermögen (und dessen
Verfügbarkeit). Es kommt also - einfach gesagt - nicht darauf an, ob Sie drei Lebensversicherungen
haben, sondern wie hoch Ihr Nettovermögen ist.

Ergänzung:

Dies ist selbstverständlich nach wie vor wichtig. Ein noch größeres Augenmerk sollte jedoch auf die reale
Werthaltigkeit und Verfügbarkeit des Vermögens gelegt werden.

2)
Vermeiden Sie Schulden jedweder Art. Denn spätestens wenn am Schluß das angesparte
Vorsorgevermögen zur Schuldentilgung verwendet werden muß, weil ja dann das Einkommen für die
Bedienung der Kredite fehlt, ist schon manche Altersvorsorgeillusion zerplatzt. Eine Ausnahme hiervon
stellen eigengenutzte und vermietete Immobilien dar, doch auch hier gilt: Kaufen Sie nur eine Immobilie,
bei der Sie davon ausgehen (können), daß diese im Wert steigt oder zumindest wertbeständig bleibt.

Ergänzung:

Die weit verbreitete Meinung, daß eine etwaige Inflation private und betriebliche Schulden "automatisch"
schrumpfen läßt, halten wir für gefährlich. Insbesondere im Zusammenhang mit Immobilien wird meist
davon ausgegangen, daß hier kein Risiko droht. Wenn aber im Rahmen einer Währungsreform
hochverschuldete Vermögensgegenstände (meist Immobilien) ihrerseits an Wert verlieren (und das ist
zunächst einmal wahrscheinlich), kann dies zu äußerst unangenehmen Konstellationen führen. Bei
Kreditverträgen wird gerne überlesen, daß wenn die Bank unterbesichert zu sein glaubt (z.B. aufgrund
eines Wertverlustes des finanzierten Vermögensgegenstandes), sie einfach weitere Sicherheiten verlangt
oder aber - falls diese nicht beigebracht werden können - Kredite auch fällig stellen kann. Entscheidend ist
also, daß die Schulden im Verhältnis zu den vorhandenen Vermögensgegenständen bzw. den laufenden
Einkünften deutlich unterdimensioniert sein sollten, um hier böse Überraschungen zu vermeiden. Es darf
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, daß Schulden im Falle einer
Währungsreform nicht einfach verfallen, sondern in einem (für den Schuldner) ungünstigen Verhältnis im
Vergleich zu z.B. Sparguthaben neu bewertet werden.

3)
Sparen Sie Ihr Vermögen so flexibel wie möglich an. Hierzu eignen sich am besten Fondssparpläne. Bei
der Auswahl der Fonds bzw. bei der Verwaltung dieser Sparpläne und des daraus resultierenden
Vermögens sollten Sie sich professioneller, vor allem aber unabhängiger (!) Hilfe bedienen - was Banken
und Versicherungen per se ausschließt. Der große Vorteil des freien Fondssparens ist, daß Sie die Sparrate
entsprechend Ihrer aktuellen Lebenssituation immer wieder neu justieren können. In schwierigen Zeiten
können Sie diese sogar vollständig aussetzen, ohne daß Ihnen dies (vertragsbedingt) zum Nachteil gereicht.
Sie können aber auch jederzeit Sonderzahlungen leisten. Zudem haben Sie eine ständige Transparenz und
wissen genau, wie viel Ihr Sparvermögen aktuell wert ist. Wird Ihr Vermögen außerdem aktiv - und
ebenfalls unabhängig und professionell - gemanagt, wird Ihr Verwalter auch rechtzeitig die Fonds
wechseln.

Ergänzung:

Fondssparpläne oder sonstige liquide Geldanlagen: Entscheidend ist nicht nur die Ansparung, sondern auch
das Halten bereits aufgebauter Bestände in möglichst flexibler Form. Mittel- und langfristigen Bindungen
(z.B. 5-oder 10-jährige Sparbriefe o.ä.) erscheinen anbetracht der bevorstehenden Umwälzungen/Umbrüchen
völlig unangebracht ist, da im Fall der Fälle keinerlei Möglichkeiten bestehen, ggf. noch einigermaßen
rechtzeitig zu reagieren. Der Neuabschluß lang laufender Sparverträge, wie z.B. Lebens-/Rentenversicherungen,
sollte gemieden werden. Bzgl. bestehender Verträge muß individuell abgewogen und entschieden werden,
wie damit zukünftig zu verfahren ist.

4)
Meiden Sie jegliche Form von geschlossenen Beteiligungen (geschlossene Immobilienfonds, Medienfonds,
Schiffsbeteiligungen etc.), solange Sie Ihre "Schäfchen" (noch) nicht "im Trockenen" haben. Die Risiken
solcher Anlagen sind in der Regel deutlich höher als die Chancen, und lockende Steuerersparnisse sind
zumeist nur teuer erkaufte Steuerverschiebungen.

Ergänzung:

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer daß wir zwischenzeitlich der Meinung sind, daß auch diejenigen, die
ihre "Schäfchen" bereits im "Trockenen" haben, geschlossene Beteiligungen meiden sollten. Politiker
haben nicht die geringsten Skrupel, neue Gesetze auch auf alte Verträge anzuwenden.

5)
Trennen Sie Versicherungen und Kapitalanlagen konsequent. Versicherungen sollten nur Risiken
(Invalidität, Tod, Unfall etc.) absichern - ohne "integrierte Kapitalbildung". Meiden Sie alle kombinierten
Angebote dieser Art.

Ergänzung:

Hieran hat sich nichts geändert.

6)
Bedenken Sie bei allen staatlich geförderten Produkten, daß einmal erhaltene Subventionen irgendwann
von irgend jemanden (Erben, evtl. sogar von Ihnen selbst) zurückbezahlt werden müssen. Wie bereits
ausgeführt, sind staatliche Subventionen stets mit hohen Verwaltungskosten und meistens mit
Verpflichtungen und Gegenleistungen (späterer Steuerpflicht) verbunden. Überlegen Sie also lieber
zweimal, ob Sie durch den Abschluß eines "staatlich geförderten" Finanzproduktes alle diese Auflagen mit
in Kauf nehmen wollen, auch wenn Ihnen Strukturvertriebe, Banken, Bausparkassen und Versicherungen
etwas anderes vorgaukeln.

Ergänzung:

Die Wahrscheinlichkeit, daß zukünftig Subventionen gestrichen oder die Regeln willkürlich zu Lasten der
"Geförderten" geändert werden, halten wir für so hoch, daß wir diese bereits vor Jahren ausgesprochene
Warnung mehr als bekräftigen müssen.

7)
Das beste Vorsorgeprogramm ist Ihre geistige, seelische und körperliche Gesundheit! Die Entwicklung und
Bewahrung der eigenen Fähig- und Fertigkeiten sowie die körperliche und geistig-seelische Gesundheit des
Einzelnen sind die besten Altersvorsorgegaranten, die sich über jede (staatlich vorgegebene) Altersgrenze
hinwegsetzen. Wer diese Grundannahme verinnerlicht, hat bereits einen wesentlichen Schritt zur klugen
Altersvorsorge getan, denn nichts ist krisensicherer als die Gesamtheit der eigenen Fähigkeiten und
Fertigkeiten, Kenntnisse und Ziele.

Zur Erinnerung: In Deutschland kam es im 20. Jahrhundert immerhin zu zwei Währungszusammenbrüchen
- mit verheerenden Konsequenzen für die Altersvorsorge seiner Bürger. Ohne die Rolle und den Zustand
des Weltfinanzsystems an dieser Stelle vertiefen zu wollen, muß jedem klar sein, daß es immer nur eine
relative Sicherheit bzgl. aller Geld- oder sonstiger Vermögenswerte geben kann.

Insofern sollte die andere "Schiene" der Altersversorgung, die Entwicklung und Bewahrung der
persönlichen sozialen, mentalen und emotionalen Kräfte sorgsam gepflegt werden.

Ergänzung:

Dem gibt es nichts hinzuzufügen, es hat an Bedeutung nur noch gewonnen.

8)
Ziehen Sie die Kapitalauszahlung - wo immer möglich - der Option einer Rente vor. Die reichhaltigen
Angebote der Versicherungsgesellschaften, Ihr Kapital zu vereinnahmen und Ihnen dafür eine monatliche
Rente zu bezahlen, schränkt Ihre Flexibilität insofern ein, als es in der Regel keine Möglichkeit gibt, diesen
Schritt wieder rückgängig zu machen. Zudem kalkulieren die Versicherungsgesellschaften derartig
vorsichtig, daß Sie schon steinalt werden müssen, damit nicht die Versicherungsgesellschaft, sondern Sie -
es ist ja Ihr Geld - daran verdienen.

Ergänzung:

U.a. die Versicherungsgesellschaften (als größte Kapitalsammelstellen) werden die großen Verlierer der
Zukunft sein. Wobei - streng genommen - es nicht die Versicherungen selbst sind (einige davon werden
untergehen, andere werden überleben), vielmehr ist es das Vermögen der Versicherten, das einer harten
fortdauernden Belastungsprobe unterzogen werden wird. Die staatlichen Möglichkeiten, hier
Auszahlungsstopps oder eine Reduktion der Leistung von Amts wegen anzuordnen, ist denkbar einfach;
wer es nicht glaubt, möge einfach § 89 des Versicherungs-Aufsichts-Gesellschaftengesetzes (VAG) lesen.
Schon aus diesem Grund halten wir es für nicht besonders ratsam, Kapital bei (Lebens-)
Versicherungsgesellschaften zu deponieren und darauf zu hoffen, daß da schon nichts "anbrennen" wird.

9)
Je früher Sie mit dem Aufbau einer eigenen Altersvorsorge beginnen, desto besser. Wir alle kennen die
Geschichte, was aus einem Cent geworden wäre, wenn man ihn bei Christi Geburt angelegt hätte. Im
Übrigen ist der Mensch nun einmal ein Gewohnheitstier, und je früher er sich daran gewöhnt zu sparen,
desto leichter tut er sich damit. Auch dieser Gedanke kann gar nicht früh genug in die Erziehung bei
Kindern einfließen.

Ergänzung:

Auch wenn man natürlich zu dem Schluß kommen könnte, daß das Sparen angesichts der bevorstehenden
Herausforderung an sich gar keinen Sinn mehr macht: Wer frühzeitig (schon als Jugendlicher) immer ein
Quentchen weniger ausgibt als er sich leisten könnte, wird erfahrungsgemäß immer mehr Spielräume
haben, und zwar auch und gerade dann, wenn die Umstände unübersichtlich und das Budget enger zu
werden droht.

10)
Holen Sie sich qualifizierten Rat ein. Zahlen Sie lieber ein Honorar an einen unabhängigen Berater, als sich
von einer Heerschar an Verkäufern mit Bildern von einer Yacht im Mittelmeer oder einem (gar nicht so)
seniorengerechten Gefährt aus Zuffenhausen den Mund wässrig machen zu lassen. Sie haben es
wahrscheinlich auch schon in anderen Bereichen Ihres Lebens gemerkt: Weniger ist manchmal mehr, und
jeden Tag müssen sich die Marketingprofis der Finanzproduktanbieter wieder etwas Neues einfallen lassen,
um an Ihr sauer verdientes Geld zu kommen.

Ergänzung:

Unsere Tätigkeit als Berater, obwohl vielleicht auf den ersten Blick nicht erkennbar, hat sich gravierend
geändert. War es uns früher wichtig, unter den vielen Finanzprodukten die individuell richtigen
herauszufiltern, so wird in Zukunft z.B. die Frage nach einem halben Prozent hin oder her für die nächsten
Wochen, Monate und vermutlich Jahre eher nebensächlich sein. Vielmehr wird es darauf ankommen, die
eigene (Finanz-) Architektur auf die bevorstehenden immer schneller wechselnden Herausforderungen
konsequent anzupassen, um den drohenden "Stürmen" bestmöglich trotzen zu können. Flexible Robustheit
ist die Zauberformel - sowohl für das eigene Finanzkonzept, als auch für die eigene körperliche, geistige
und seelische Konstitution. Komplizierte (und komplexe) Schönwettermodelle aller Art haben ausgedient.
Das heißt nicht, daß alles, was früher richtig war, nun falsch ist, aber klar sein muß, daß wir auf
unabsehbare Zeit unter dem Damoklesschwert diverser System(-zusammen)brüche zu arbeiten und zu
leben haben.

Frank Amann

Seniorberater und Aufsichtsrat der Erste Finanz- und Berater AG in Deutschland (efv-AG)
© Erste Finanz- und Vermögensberater AG in Deutschland (efv-AG) www.efv-ag.de
München Berlin Böblingen

(*1) = Prof. Dr. Bernd-Thomas Ramb: Außerplanmäßiger Universitätsprofessor für Volkswirtschaftslehre
in Siegen.
(*2) = Der Lastenausgleich regelte ab 1948 über diverse Gesetze, daß diejenigen denen erhebliches
Vermögen verblieben war (insbesondere Immobilien), die Hälfte des Vermögens nach dem Stand vom
21.6.1948 in einen Ausgleichsfonds einzahlen mußten (in 120 vierteljährlichen Raten) [Bei den
Immobilien werden einfach von Gesetzeswegen in die Grundbücher Zwangshypotheken eingetragen - Da
macht der Staat den Jahrzehnte gepäppelten Häuslebauern dann eine lange Nase! Er holt sich so all' die
Zuschüsse und Fördergelder und noch mehr zurück. KHH.].


* * *

Zwischenbemerkung Seitenbetreiber: Bei der Sache mit den Goldbarren im Schließfach muß bedacht
werden, daß der "Staat" auch diesen Punkt bedenkt. Erstens gab es Zeiten, in denen der Besitz von Gold
verboten und strafbar war und zur Zeit sind Überlegungen laut geworden, daß die Bank-Schließfächer für
den "Staat" zugänglich gemacht werden, d.h. es soll ein Gesetz in Arbeit sein, nachdem die Banken
gezwungen werden können, Vertretern des Staates die Schließfächer zur Einsicht zu öffnen und zwar auch
ohne Wissen des Schließfach-Besitzers bzw. -Mieters. Unser Besitz ist vor dem Zugriff des Staates niemals
und nirgends sicher. KHH.

||============================================================
|| Bundesinnenministerium will in deutsche Schließfächer
|| schauen dürfen. - Kopp-Spezial 19/11: Das deutsche Innen-
|| ministerium will künftig jederzeit und ohne Wissen der
|| Betroffenen in deutsche Bankschließfächer schauen können.
|| Einen entsprechenden Gesetzesvorstoß will der Innenmini-
|| ster nun möglichst schnell von der Koalition absegnen
|| lassen. Dazu soll auch eine neue Behörde für Bankaus-
|| künfte geschaffen werden, die zentral Informationen von
|| deutschen Banken einholt und dann den anfragenden Behör-
|| den zur Verfügung stellt. Die Verschärfung sei wegen der
|| Terrorgefahr unumgänglich, behauptet das Bundesinnenmini-
|| sterium. Die bisherigen Maßnahmen würden nicht ausreichen,
|| um Terroranschläge abzuwenden. Allerdings ist bislang
|| weltweit noch kein Fall bekannt geworden, bei dem Terrori-
|| sten Anschlagspläne in Bankschließfächern aufbewahrt hätten.
||============================================================


3.) FDP ruft Bürger zum Run auf die Banken auf und
- - bereitet uns auf den Verlust unserer Ersparnisse
- - vor. Nun brennt das Europäische Haus!


"Wie jedes Schneeballsystem wird es früher oder später zusammenbrechen."


Udo Ulfkotte

Eine kleine Lüge nennt man "Notlüge", große Lügen "Wahlkampf" und viele Lügen "Politik". In Deutschland
haben Politiker in den vergangenen Monaten viel Politik gemacht und entsprechend viel gelogen. Sie haben
behauptet, die aus unseren Steuergeldern nach Athen überwiesenen Euro-Rettungsmilliarden seien nicht verloren.
Und sie haben behauptet, die Ersparnisse der Bürger seien sicher. Nun hat FDP-Generalsekretär Christian Lindner
mitgeteilt, daß die Ersparnisse der Deutschen keinesfalls mehr sicher sind. Die Politik bereitet die Bürger jetzt
ganz vorsichtig auf den Verlust ihrer Ersparnisse vor. Andere FDP-Abgeordnete sagten am Wochenende zum
deutschen Finanzsystem: "Wie jedes Schneeballsystem wird es früher oder später in sich zusammenbrechen".
Noch deutlicher kann man die Bürger wohl kaum darauf hinweisen, daß sie jetzt ihr Geld bei den Banken abheben
sollten.

***
Was macht ein normal entwickelter Mensch, wenn in seiner Nachbarwohnung ein Großbrand ausbricht, die
Feuerwehr anrückt und er sein ganzes Vermögen in seiner Wohnung hat? Schließt ein normal denkender Mensch
dann seine Wohnungstür, geht entspannt zur Arbeit oder zu Freunden und käme nicht im Traum darauf, seine
Wertsachen vor den lodernden Flammen zu retten? Wohl kaum. Unabhängig davon, ob jemand politisch links
oder rechts oder nirgendwo steht, religiös oder Atheist, schwarz oder weiß ist - wir erwarten von einem
durchschnittlich intelligenten Menschen in einer solchen Situation bestimmte Aktivitäten zur Rettung seiner
Wertsachen. Wenn uns jemand warnt, dass ein Haus brennt und wir darin eine Wohnung haben, dann werden wir
aktiv.

Nun brennt das Europäische Haus, der Brandherd könnte jederzeit von Griechenland auf andere übergreifen
(bereits bis nach Italien - einem Euro-Kernland - KHH.). Auch auf uns. Mit anderen Worten: FDP-
Generalsekretär Lindner, der immerhin an führender Stelle der Regierungskoalition angehört, hat ganz offen
darüber gesprochen, dass die Finanzprobleme des EU-Staates Griechenland auch die Ersparnisse der
Bundesbürger gefährden. Alle deutschen Banken und Versicherungen stellen sich jetzt allmählich auf den
Staatsbankrott Griechenlands ein (Athen braucht schon wieder mindestens 120 Milliarden Euro), also auf den
Großbrand im Europäischen Haus. Sie halten ihn für nicht mehr abwendbar. Vor diesem Hintergrund sind die
Äußerungen des FDP-Politikers nichts anderes als die öffentliche Aufforderung an die Deutschen zum Bank-Run.

Doch wir leben in einer merkwürdigen Welt, denn während gerade die Griechen ihre Ersparnisse von der Bank
abholen, machen die Bundesbürger weiter, als wäre nichts geschehen (wie schon immer auch auf allen anderen
Gebieten - KHH.). Schon im Jahr 2008 machte die Zeitung Welt die Deutschen darauf aufmerksam, daß ihre
Sparguthaben keinesfalls dauerhaft gesichert seien. Damals gab die Bundeskanzlerin allerdings noch eine
öffentliche Garantieerklärung für die Sparguthaben ab, um einen Bank-Run abzuwenden. Die Garantiezusage gilt
heute allerdings nicht mehr. Im Fall des abzusehenden Griechenland-Crashs kann die Bundesregierung künftig
jederzeit beruhigt behaupten, sie habe die Bürger doch rechtzeitig vor dem Verlust ihrer Ersparnisse gewarnt (mit
den Aussagen Lindners, siehe oben).

Die deutschen Qualitätsmedien lenken die Bürger derweilen vom herannahenden Verlust der Sparvermögen ab,
berichten an prominenter Stelle lieber über Tote im weit entfernten Syrien und über vier Kaufhof-Filialen, die
vielleicht geschlossen werden. Dabei wäre es an der Zeit die Bürger aufzufordern, ihre Ersparnisse von der Bank
zu holen.

Drucken Sie diesen Artikel aus und heben Sie ihn gut auf. Und fragen Sie sich in wenigen Monaten, warum auch
Sie so lange mit dem Gang zur Bank gewartet haben.

Vielleicht haben Sie ja inzwischen ganz einfach den Durchblick verloren. Da teilen die Notenbanker der Deutschen
Bundesbank gerade mit, sie erwarteten jetzt einen unglaublichen Höhenflug der deutschen Wirtschaft. Er werde
so groß sein, daß man die Wachstumsprognosen wahrscheinlich immer wieder nach oben korrigieren müsse. Diese
Notenbanker werden von unseren Steuergeldern finanziert. Nun sind entweder sie oder die Bundeskanzlerin ihr
Gehalt nicht wert. Denn während die Notenbanker sich am unglaublichen Aufschwung ergötzen, warnt die
Bundeskanzlerin am gleichen Tag vor dem steilen Absturz des Aufschwungs. Danach steht nun ganz Europa vor
dem Crash. Für unsere Leser ist das eigentlich keine Neuigkeit, schließlich steht das Sachbuch "Europa vor dem
Crash" (s. unten Buch-Hinweis - KHH.) ganz vorn auf der Liste der Wirtschaftsbestseller.

Man fragt sich nur unwillkürlich, was noch alles passieren muß, bevor die Menschen ihr Geld in Sicherheit
bringen. Die Generation unserer Eltern und Großeltern hat im letzten Jahrhundert mehrfach alles verloren. Das
kam damals für viele überraschend. Aber kann heute wirklich noch jemand behaupten, nach den Äußerungen des
führenden FDP-Politikers Lindner irgendwann überrascht zu sein, wenn seine Lebensversicherung nur noch ein
wertloses Stück Papier und das Sparguthaben ein rein fiktiver Bestand sein wird? Wer sein Geld jetzt immer noch
bei Versicherungen oder Banken läßt, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Mit dem sollte man dann allerdings auch
kein Mitleid haben, wenn der Tag der Wahrheit kommt.

Die drei FDP-Abgeordneten Frank Schäffler, Sylvia Canel und Jens Ackermann haben am 10. Juni 2011 im
Bundestag eine persönliche Erklärung abgegeben. Darin bekunden die drei renommierten Abgeordneten zum
drohenden Zusammenbruch unseres deutschen Finanzsystems: "Dieses Geldsystem hat ein Schneeballsystem aus
ungedeckten, zukünftigen Zahlungsverpflichtungen geschaffen. Wie jedes Schneeballsystem wird es früher oder
später in sich zusammenbrechen. Wir befinden uns auf dem Weg in die Knechtschaft."

Wer künftig ein Knecht sein will, der muß jetzt also gar nichts unternehmen. Der läßt sein Geld einfach weiter bei
der Bank.

***

Persönliche Erklärung der FDP-Abgeordneten
Frank Schäffler, Sylvia Canel und Jens Ackermann:


Erklärung nach § 31 GOBT zu TOP 28

Entschließungsantrag der Fraktionen der CDU/CSU und FDP

zu der Abgabe einer Regierungserklärung durch den Bundesminister der Finanzen

"Stabilität der Eurozone sichern - Reformkurs in Griechenland vorantreiben"

Drucksache 17/6163, 10. Juni 2011

Am 11. Februar 2010 haben die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union gemeinsam geschaffenes
und von allen Staaten der EU ratifiziertes Recht und damit Europäisches Recht kollektiv gebrochen.

Es wurde angekündigt, daß man Griechenland auf jeden Fall finanziell helfen werde, falls es Griechenland im April
und Mai 2010 nicht gelingen sollte, sich zu ausreichend niedrigen Kosten am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Damit
haben die Staats- und Regierungschefs am 11. Februar 2010 den Bruch der No-Bail-out-Klausel im Vertrag über
die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) verkündet. Am 7. Mai 2010 erklärte die Bundeskanzlerin, hier
im Deutschen Bundestag, daß die Griechenland-Hilfe eine einmalige Hilfe sei, die absolute Ausnahme und sonst
nichts.

Als der Deutsche Bundestag am 21. Mai 2010 das sogenannte Euro-Rettungspaket, den vielzitierten
Rettungsschirm, verabschiedete, wurde hier im Deutschen Bundestag erklärt, daß ohnehin niemand unter diesen
Schirm flüchten werde. Lediglich die Finanzmärkte müßten durch ein starkes Zeichen beruhigt werden. Heute
drängeln sich bereits Irland und Portugal unter diesem Schirm, Griechenland soll folgen. Im Herbst diesen Jahres
soll er mangels Kapazität in seinem Ausleihvolumen weiter erhöht werden. Noch am 27. Oktober 2010 erklärte
die Bundeskanzlerin zur Dauer des Rettungsschirms:

"Er läuft 2013 aus. Das haben wir auch genau so gewollt und beschlossen. Eine einfache Verlängerung kann und
wird es mit Deutschland nicht geben, weil der Rettungsschirm nicht als langfristiges Instrument taugt, weil er
Märkten und Mitgliedstaaten falsche Signale sendet und weil er eine gefährliche Erwartungshaltung fördert. Er
fördert die Erwartungshaltung, daß Deutschland und andere Mitgliedstaaten und damit auch die Steuerzahler
dieser Länder im Krisenfall schon irgendwie einspringen und das Risiko der Anleger übernehmen können."

Vier Wochen später galt dieses alles nicht mehr. Und es wurde dann sogar am 11. März 2011 ein Weg zur
"Änderung des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union hinsichtlich eines Stabilitätsmechanismus
für die Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist - Ratsdok. 17620/10 (EUCO 30/10, Anlage I)"
eingeschlagen. Dieser Weg ist erstens ein Weg zur Ausweitung des bestehenden Euro-Rettungsschirms, die der
Deutsche Bundestag nie wollte. Dieser Weg ist zweitens ein Weg zur unbefristeten Verlängerung des Euro-
Rettungsschirms, die der Deutsche Bundestag nie wollte. Schließlich ist dieser Weg drittens ein Weg zur
qualitativen Veränderung der Europäischen Wirtschaftsverfassung, die der Deutsche Bundestag nie wollte.

Heute befassen wir uns mit einer zweiten Griechenland-Hilfe. Aller Bekundungen zum Trotz hat bereits die erste
Griechenland-Hilfe vor einem Jahr die Situation für Griechenland nicht entschärft, sondern verschärft. Es ist
eingetreten, was die Bundeskanzlerin angekündigt hat. Durch die Griechenland-Hilfe haben wir den Märkten
falsche Signale gesendet. Wir haben die Erwartungshaltung gefördert, daß Deutschland und damit auch seine
Steuerzahler im Krisenfall schon irgendwie einspringen. Wir haben die berechtigte Hoffnung geweckt, daß der
Staat das Risiko der Anleger übernehmen wird.

Der Erwerb griechischer Anleihen ist dadurch zum Geschäftsmodell geworden. Wir ändern daran nichts, sondern
verstetigen im Gegenteil mit der weiteren Subventionierung der Anleihegläubiger das Geschäftsmodell. Wir
perpetuieren die Erwartungshaltung. Wir erhalten die berechtigte Hoffnung, daß der Staat das Risiko der
Anleiheinhaber übernimmt. Nichts von dem wird dadurch geändert, daß wir die Gläubiger über die versprochene
Prolongation beteiligen. Die Anleiherenditen werden immer noch überdurchschnittlich sein. Mit dem Kauf von
Anleihen erwirbt man die hohe Rendite entsprechend dem griechischen Insolvenzrisiko, ohne daß dieses Risiko zu
tragen ist.

Bedrohlicher noch ist der Blick über die griechische Situation hinaus. Was wir anhand des griechischen Beispiels
vorexerzieren, werden die Marktteilnehmer zu deuten wissen. Wir werden die Nutzung des gleichen
Geschäftsmodells demnächst bei Schuldtiteln aus Zypern erleben. Zypern ist klein. Wir werden die Nutzung des
gleichen Geschäftsmodells anschließend bei Anleihen aus Italien und Spanien erleben. In allen drei Ländern sinkt
die Sparquote. In Zypern und Italien ist sie bereits negativ. In allen drei Ländern existieren hohe
Leistungsbilanzdefizite. Fallende und schließlich negative Sparquoten bei hohen Leistungsbilanzdefiziten gingen
jeweils dem Bankrott in Griechenland und Portugal voraus. Wenn wir die Subventionierung der Anleihegläubiger
Griechenlands nicht beenden, werden wir in kurzer Zeit im Bundestag zusammenkommen, weil wir erneut vor der
gleichen Situation stehen. Dann aber werden es Spanien und Italien sein, die Hilfe suchend den Blick nach Norden
richten. Angesichts der wirtschaftlichen Größe beider Länder kann sich jeder ausmalen, was das für den Euro
bedeuten wird. Der Preis, den wir für den im Februar des Jahres 2010 eingeschlagenen und heute weiter
beschrittenen falschen Weg zu bezahlen haben werden, ist hoch. Viel zu hoch. Er kostet den Euro und dadurch
vielleicht die europäische Einigung.

Es ist höchste Zeit und vielleicht schon zu spät, um umzukehren und endgültige Lösungen zu diskutieren. Wir
müssen uns trauen, die einzigen möglichen Wege, die Griechenland wirklich helfen, zu gehen. Wir müssen uns
endlich eingestehen, daß wir es mit einer pathologischen Überschuldung von Staaten und Banken zu tun haben.
Wir müssen uns endlich eingestehen, daß das staatliche Geldsystem zu einer Überschuldungskrise von Staaten und
Banken geführt hat. Wir ignorieren die Krankheit unseres staatlichen Geldsystems, in dem Geld und Kredit aus
dem Nichts geschaffen werden. Dieses Geldsystem hat ein Schneeballsystem aus ungedeckten, zukünftigen
Zahlungsverpflichtungen geschaffen. Wie jedes Schnellballsystem wird es früher oder später in sich
zusammenbrechen.

Wir befinden uns auf dem Weg in die Knechtschaft. Dieser führt uns von Intervention zu Intervention
spiralenförmig abwärts. An seinem Ende erwartet uns ein planwirtschaftliches Europa. Mit dem
planwirtschaftlichen Europa kommt die Vollendung seines ökonomischen Verfalls. Ökonomischer Verfall führt
zur Unzufriedenheit bei den betroffenen Menschen. Die schlimmen politischen Folgen ökonomischer
Unzufriedenheit sehen wir in Dänemark, das seine Grenzen schließt. Statt eines Europas mit Grenzen für Güter
und Menschen brauchen wir ein marktwirtschaftliches Europa mit Freihandel und gesundem Geld. Nur so erhalten
wir ein Europa der Freiheit.

Berlin, den 10. Juni 2011

Frank Schäffler, Sylvia Canel, Jens Ackermann

Grandt/Spannbauer/Ulfkotte: "Europa vor dem Crash", 336 S., geb. 19.95, Europa steht vor dem
Zusammenbruch. Wer hätte vor einem Jahr an einen Staatsbankrott von Griechenland und Irland geglaubt? Daran,
daß Portugal, Spanien und sogar Großbritannien kurz davorstehen? Auch in Deutschland ist der Staatsbankrott
bereits vorprogrammiert. Er ist nur noch eine Frage der Zeit. Hier erfahren Sie, wie Sie dem kommenden Sturm
trotzen können und wie Sie ihre Ersparnisse schützen. Erhältlich in jeder Buchhandlung oder über Grabert-Verlag,
Postfach 1629, D-72006 Tübingen mit Best.-Nr. 465052.

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4.) Subventionswahnsinn!
- - ich weiß nicht, ob Sie's schon wußten .... -
- - daß Daimler, BMW u.a. Millionen vom Staat kassieren!


Die euphorischen Meldungen über den bundesdeutschen Aufschwung überschlagen sich: VW wird Toyota
überholen, Mercedes und BMW melden Rekordabsätze - vor allem in Asien.

Da mutet schon merkwürdig an, daß diese Riesen staatliche Subventionen kassieren - eine Art 'Kindergeld'. [das
können Sie auch als Millionär nicht ausschlagen; so beweglich/vernünftig ist das deutsche Bürokratiewesen nicht -
Gesetz ist Gesetz!]

BMW darf für die 'Entwicklung eines faltbaren Fahrrades, das - zur Schließung der Mobilitätskette - in einem
Elektroauto mitgeführt werden kann' (kein Witz!) auf eine Million ? Fördergelder hoffen; insgesamt erhielt der
notleidende Münchener Konzern bereits fast 27 Millionen. Mercedes kassierte 64 Mio, VW 17,6 und Ford 4,7.
Insgesamt subventionierte der deutsche Michel im Rahmen des 2009 beschlossenen 'Konjunkturpaketes' 15
Konzerne mit 125 Mio.

Wir überlegen gerade, ob wir für den Bürokratie- und Zertifizierungswahn der Politclowns Fördergelder
beantragen sollen. Aber als Mittelständler fehlt uns eine Arbeitskraft, die nur damit beschäftigt ist, Gesetze nach
Förderquellen zu durchforsten und dann kiloweise Anträge auszufüllen. Außerdem können wir keine MdBs mit
lukrativen Verträgen nach ihrem Abschied aus dem "Hohen Hause" ködern.

Wohin soll uns dieser Wahnsinn eigentlich noch führen?

Hans-Wolff Graf

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Abgeschlossen am 15. Juli 2011.
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