W I D E R H A L L - Nr. 63
J u l i / A u g u s t ~ 2 0 1 1 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
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Dokumentation zum Stauffenberg-Attentat
auf Hitler am 20. Juli 1944.


Einleitung Seitenbetreiber: Anläßlich des 20. Juli 1944 sind verschiedene
Texte im WIDERHALL veröffentlicht. Dazu die Direkt-Links unten in der Link-
Liste. Der heutige Text als Dokumentation zeigt uns das falsche Spiel der
Feindmächte, die imgrunde genommen gar kein Interesse am Erfolg des an sich
verbrecherischen (Hochverrat, Landesverrat) Widerstandes hatten, während
eines Krieges um Sein oder Nichtsein. Wäre Stauffenberg Erfolg beschieden
gewesen, hätten die Alliierten dumm dagestanden, denn sie wollten Deutschland
zur Gänze erobern und besetzen und brauchten dazu den Krieg bis zum bitteren
Ende für uns Deutsche. Hier nun die Dokumentation, die ich nicht in allen
Teilen gutheißen kann. Karl-Heinz Heubaum.

*

Das Attentat aus Sicht der Feinde.


1944 verhöhnten die Alliierten das fehlgeschlagene Attentat auf Hitler als ein von Verrätern begangenes
Verbrechen. Der Hintergrund enthüllt divergierende "Befreiungs"-Verständnisse sowie die Eisbrecherfunktion des
Faschismus für die "Großen Drei" (USA, UdSSR und Britannien - KHH.).


Die Regie der Sieger.


Eine Bande von Verbrechern hat ein Attentat auf Hitler verübt. Der zum Glück unversehrt gebliebene Führer
konnte den Putsch der heimtückischen Verschwörer vereiteln, die versucht hatten, ihn umzubringen. Die
Hinrichtung der verhafteten Vaterlandsverräter wird bald stattfinden. So lauteten zeitgenössische Berichte über
den am 20. Juli 1944 begangenen Versuch, den berüchtigten Naziführer zu beseitigen. Sie würden kaum mehr
Aufmerksamkeit verdienen - wenn da nicht der Umstand wäre, daß es nicht die Nazi-Propaganda war, die das
legendäre Attentat des deutschen Widerstands auf diese Weise abtat, sondern die angloamerikanische Presse. Sie
gab damit die einhellige Meinung der alliierten Kriegsführung wieder: die Nazis, so ließ etwa Churchill
verlautbaren, hätten ihnen nur die Arbeit abgenommen; sie (die Alliierten - KHH.) hätten mit den Verschwörern
ebenfalls abrechnen müssen, auch sie waren ihre Feinde.

Tatsächlich musste den Alliierten das Scheitern des 20. Juli 1944 mehr als gelegen kommen. Man stelle sich vor:
Hitler stirbt mitten im Sommer 1944. Ein breitgefächertes Bündnis von Widerstandskämpfern übernimmt die
Regierung, auf deren Geheiß hin die deutschen Truppen die Waffen niederlegen. Die Kampfhandlungen enden
jenseits der Grenzen einer großdeutschen Nation, die das von Britannien so eifersüchtig überwachte
Gleichgewicht auf dem Kontinent aus der Waagschale geworfen hat. Doch Besatzung oder gar Teilungen sind
unter den gegebenen Umständen nicht in Sicht. Mehr noch, den gerade erst an den Stränden der Bretagne
angelandeten Amerikanern bleibt es verwehrt, ihre militärische Präsenz nach Westeuropa zu tragen. Und die
Sowjets erhalten keinen Zugriff auf die Länder Osteuropas, die bald hinter einem "Eisernen Vorhang"
verschwinden werden: Polen, Ungarn, Bulgarien, die Tschechei, Rumänien, das Baltikum. Dieses Szenario konnte
unmöglich im Interesse der Alliierten liegen. Und so musste der Krieg andauern, bis die siegreichen Armeen
Stalins, Churchills und Roosevelts ihre längst untereinander abgesteckten "Claims" besetzt hatten. Bis zum
Handschlag von Torgau und der Besetzung Berlins musste fanatisch gekämpft werden. Die Regie der Sieger rief
nach SS-Truppen, nach Volksstürmen, nach Parteibonzen, die Hitlerjungen mit Hakenkreuzfahnen im Arm ins
letzte Gefecht schickten.

Vor dem Hintergrund diente der Nationalsozialismus London, Washington und Moskau auch als psychologisches
weil plakatives Feindbild - ein Feigenblatt, das mit einer Machtübernahme von Nazigegnern, demokratischen
zudem, fortgeweht worden wäre. So mag sich vielleicht insgesamt besser verstehen lassen, wieso die Versuche
der deutschen Widerständler, ausländische Verbündete für ihre Pläne zum Umsturz und zur anschließenden
Neuordnung zu finden, ständig frustriert werden mussten. Und zwar an alleroberster Stelle.


G O E R D E L E R , D E R ~ " V E R R Ä T E R " .

Tatsächlich verfügte der "abenteuerliche Widerstand der Junker" fernab alliierter Kriegspropaganda in
Wirklichkeit über ganz vorzügliche Referenzen. Vor allem im angloamerikanischen Raum, wohin die Verschwörer
des 20. Juli und des Kreisauer Kreises ob ihrer konservativen Grundhaltung auch hin tendierten. Fabian von
Schlabrendorff, dem wir das Buch "Offiziere gegen Hitler" verdanken, wurde bereits 1939 von Winston Churchill
empfangen. Der Diplomat Adam von Trott zu Solz, Sohn einer englischen Mutter und ehemaliger Rhodes-
Stipendiat in Oxford, hatte Zugang zur gesellschaftlichen und intellektuellen Elite der Insel. Er traf 1939 mit dem
britischen Premier Chamberlain und Außenminister Lord Halifax zusammen. Trott war es auch, der gemeinsam
mit Hans Bernd Gisevius, den Leiter des amerikanischen Geheimdienstes in Bern Allen W. Dulles über die Pläne
des Widerstandes informierte. Alexander Kirk, der amerikanische Geschäftsträger in Berlin, war mit dem
Organisator des Kreisauer Kreises Helmuth James Graf von Moltke, bekannt und vermittelte die Verbindung zu
dem Diplomaten George F. Kennan, der später als Historiker über die Gespräche berichtete. Die Kontakte des
deutschen Widerstandes ins Ausland waren also vielfältig. Und ernüchternd (für Regimetreue - KHH.). Vor und
nach Ausbruch des Krieges.

Als sich der zivile Führer des 20. Juli, Karl Friedrich Goerdeler, im März 1938 mit den Alliierten in Kontakt
setzte, bereiteten ihm diese einen mehr als kühlen Empfang. In London bezichtigte ihn der Erste Ratgeber des
britischen Außenministers, Robert Vansittart, sogar des Verrats. Dasselbe galt auch für den Oberleutnant Ulrich
von Schwerin, der vor dem Einmarsch in Polen nach London entsandt wurde, um die Engländer davon zu
überzeugen, daß die Invasion vereitelt werden könnte, wenn die Engländer Hitler zu verstehen geben würden, daß
sie bereit waren, die slawische Nation zu verteidigen. "Nur die Gefahr eines Krieges an zwei Fronten kann Hitler
bremsen," lautete seine Botschaft. Die auch dieses Mal auf taube Ohren stieß.

Nach Kriegsausbruch versuchte Trott zu Solz am Rande einer Konferenz in Washington Präsident Roosevelt zur
Unterstützung einer Denkschrift zu bewegen. Diese sollte die sich formierende Opposition gegen Hitler
ermutigen. Vergeblich. Ab 1942 wurden seitens von Emissären des Kreisauer Kreises Versuche unternommen,
den Alliierten klarzumachen, daß es durchaus andersdenkende Kreise gab, die den Nazismus zutiefst verachteten
und daß die Alliierten den Nazismus keinesfalls mit dem deutschen Volk gleichsetzen dürften. Aber eine solche
Unterscheidung wurde von den Alliierten nicht akzeptiert. Chamberlain zeigte eine "eisige" Haltung, Roosevelt
hielt Gespräche für "untunlich" und 1942 ließ er einen Mittelsmann wissen, daß seine Bitte um Fühlungnahme die
"offizielle Politik" in "Größte Verlegenheit" bringe. Die Friedensangebote des deutschen Widerstands blockte
Außenamtschef Eden mit der Bemerkung, daß die Angelegenheit zu den Akten gelegt worden sei, während
Churchill mit der Erklärung konterte, daß die Atlantik-Charta nicht für die Achsenmächte gelte.


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Und als nach dem Kriegseintritt Amerikas die Friedensbemühungen von deutscher Seite (der nazistischen und der
widerständlerischen gleichermaßen) verstärkt wurden, da erhoben die Alliierten im Januar 1943 auf der
Casablanca-Konfernez die Forderung der bedingungslosen deutschen Kapitulation. Um gleich darauf in aller
Öffentlichkeit geradezu katastrophische Kriegsziele zu diskutierten, die für keine deutsche Regierung annehmbar
sein konnten.

Damit setzte die bedingungslose Kapitulation, wenn sie durch eine verantwortungsbewußte Regierung in Berlin
verkündet werden sollte, eine totale Niederlage voraus. Im Umkehrschluß hieß das, daß jetzt aus deutscher
Perspektive nur mehr ein schmaler Türausschnitt übrig war, an dessen Pfosten die blutigen Parolen "Totaler
Krieg" und "Endsieg" angeschlagen standen.

Die Folgen waren für die Männer des 20. Juli, die jetzt nur noch sehr schwer Unterstützung für Ihre
Widerstandsarbeit finden konnten, fatal. Dies zumal die Alliierten in Casablanca einem "besseren Deutschland" die
kalte Schulter zeigten. Es wäre leicht gewesen, die verhängnisvolle Forderung nach "bedingungsloser
Kapitulation" mit dem zur Opposition ermutigenden Nebensatz zu verbinden: "...so lange Hitler und sein
Naziregime an der Macht sind". Unzweifelhaft hätten auf diesem Wege eine ganze Reihe führender Generäle -
darauf hoffend, daß eine Umsturzregierung in diesem aussichtlosen Kräftemessen bessere Friedensbedingungen
erhielte als die bestehende - den Weg zum Widerstand gefunden. Anstelle dessen wurde nun die bedingungslose
Kapitulation vom deutschen Staat verlangt, was - ohne das direkt zu benennen - die Männer um Stauffenberg mit
Hitlers Gefolgsleuten auf ein und dieselbe Stufe stellte. Während das alliierte Lager den Widerstand in sämtlichen
außerdeutschen Ländern unterstützte, untergrub es zugleich in geradezu herausfordernder Art und Weise jenen im
direkten Feindesland.


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Dennoch darf nicht übersehen werden, daß es unter den westlichen Alliierten Verantwortungsträger gab, welche
den Antisowjetismus in Deutschland nachhaltig unterstützten. Zu diesen Kreisen unterhielt auch der konservative
Widerstand bis kurz vor dem 20. Juli fortgesetzten Kontakt - und erfuhr für seine Aufstandspläne teils aufrichtige
teils eher doppelzüngige Ermutigung.[1] Die Verschwörer arbeiteten darauf ihren Putschplan und ein akkurates
Zeitfenster aus. Beides wurde den angloamerikanischen Geheimdiensten zugetragen, offenkundig, weil man
deutscherseits hier von einer Zusammenarbeit ausging. So meldete Allen Dulles, antikommunistischer Kopf des
US-Geheimdienstes "Office of Strategic Services" in der Schweiz, Anfang Juli 1944, daß "die nächsten paar
Wochen unsere letzte Chance sind, die Bereitschaft der Deutschen an den Tag zu legen, selbst ihr Land von Hitler
und seiner Bande zu befreien und anstelle dessen eine ordentliche Regierung einzusetzen."[2]

Sehr wahrscheinlich waren es ebenfalls Alliierte Kanäle, welche diese sensiblen Informationsflüsse prompt in die
Zentralen der Gestapo zurücklenkten. Auf jeden Fall erhielt die Naziführung unmittelbar vor dem Losschlagen
hochkarätige Warnungen, durch welche es ihr gelang, den zivilen Sektor der Verschwörung abzugreifen: Am 4.
Juli wurde der designierte Innenminister der geplanten Übergangsregierung, der Sozialdemokrat (MdR) Julius
Leber bei einem konspirativen Treffen von der Gestapo verhaftet. Nicht weniger als 200 weitere Verhaftungen
schlossen sich an. Am 18. Juli 1944 kursierten bereits Steckbriefe, die auf die Ergreifung des neuen
Reichskanzlers in spe, den ehemaligen Leipziger Oberbürgermeister Dr. Carl Goerdeler, eine Belohnung
aussetzten. Als Goerdeler schließlich ergriffen wurde, führte er bittere Klage über einen "Verrat der Briten" an
Deutschland. In seinem politischen Testament nannte er "Neville Chamberlain und seine Clique selbst eine Art
Faschisten", Faschisten, die "mit Hilfe des Nationalsozialismus" ihr "Profitsystem" retten wollten.[3]

Mit diesem von der Zeitgeschichtsforschung viel zu selten beachteten Fluch spielte Goerdeler auf den Umstand
an, daß die Nazis seit den 20er Jahren von konservativen Engländern zu einem Kreuzzug gegen das sowjetische
Schreckgespenst regelrecht aufgerüstet wurden. Motiv: Die beängstigend um sich greifende Weltrevolution des
Kreml drohte von Irland bis Indien das gesamte britische Empire aus den Angeln zu heben. Da der Kommunismus
ebenfalls die Pfründe des großen Kapitals bedrohte, wurde Hitler auch aus diesem Lager nach Leibeskräften
gefördert: Die mit Abstand größten Geldzuwendungen vor der Machtergreifung - ohne die die NSDAP nicht
einen ihrer aufwändigen Wahlkämpfe hätte betreiben können - stammten aus der Schatulle des britischen Shell-
Chefs Sir Henry Deterding. Dessen Milliardenschwere Ölförderindustrie war im nachzaristischen Rußland durch
die Bolschewiki entschädigungslos verstaatlicht worden. Deterding sagte ganz offen, was er sich von den
Braunhemden erwartete: Den gewaltsamen Sturz der Sowjetmacht. Zu diesem Zweck hatte er bereits vor Hitler
den Ostkriegserfahrenen deutschen General Hoffmann und militante exilrussische Kreise finanziert.[4]


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Doch auch jenseits des großen Teichs gab es eine starke Lobby für die Braun- und Schwarzhemden: "Eine Clique
von US-Industriellen", bekundete der US-Botschafter in Deutschland, William E. Dodd, 1937 gegenüber einem
Reporter der New York Times, "arbeitet eng mit den Faschistenregimes in Deutschland und Italien zusammen. Ich
hatte auf meinem Posten in Berlin oft Gelegenheit zu beobachten, wie nahe einige unserer amerikanischen
regierenden Familien dem Naziregime sind. Sie trugen dazu bei, dem Faschismus an die Macht zu verhelfen und
sind darum bemüht, ihn dort zu halten."[5] Unter die regierenden Familien Amerikas ist nun zweifellos die Bush-
Dynastie zu rechnen. Deren damaliges Oberhaupt Prescott - Vater von Präsident George Bush sen. und
Großvater von George W. - amtierte als Direktor bzw. Aufsichtsratmitglied von vier Unternehmen, die im
Oktober 1942 allesamt wegen "Nazi-Verbindungen" staatlich konfisziert wurden.[6] Sein damaliger Syndikus war
niemand geringerer als Allen W. Dulles, welcher ebenfalls auf Hitlers Barbarossafeldzug setzte, zugleich aber den
Kriegseintritt seines Landes (wie er sagte, aus "aufgeklärter Selbstsucht" heraus) vorangetrieben hatte. Was auf
einen Plan schließen lässt, die amerikanische Militärmacht wie schon im ersten Weltkrieg als finalen
Entscheidungsträger in das abgekämpfte Europa zu werfen - frei nach der Empfehlung, die sein enger Vertrauter,
der spätere US-Präsident Harry S. Truman am 24. Juni 1941 in die New York Times stellte: "Wenn wir sehen,
daß Deutschland gewinnt, sollten wir Rußland helfen, wenn Rußland gewinnt, sollten wir Deutschland helfen,
damit sich auf diese Art und Weise soviel als möglich gegenseitig töten."

Jetzt, da der demokratische Präsident Roosevelt entschlossen schien, die Nachkriegswelt mit den Sowjets zu
teilen, setzte der Republikaner Dulles auf einen Separatfrieden mit dem konservativen Teil des Widerstands, dem
es nach einer Machtergreifung ermöglicht werden sollte, im Osten den Sozialismus zu "containen"
(zügeln/zurückhalten - KHH.). Gerade acht Tage, bevor Stauffenberg seine Bombe hochgehen ließ, drahtete
Dulles aus dem schweizerischen Bern, daß ein "dramatisches Ereignis" in Kürze "im Norden" über die Bühne
gehen könnte. Um werbend hinzuzufügen, daß eine Gruppe der Anti-Hitler-Verschwörung bestrebt sei, "zu
verhindern, daß Zentraleuropa .... unter die Kontrolle der Russen komme."[7] Doch diese antisowjetische Vision
war ihrer Zeit mindestens ein Jahr voraus und in den entscheidenden Etagen der Macht tickten die Uhren noch
anders. Quasi als Warnschuß lancierten interessierte Kreise über die Presse die Nachricht, der spätere CIA-Chef
hätte Anfang 1933 im Hause eines engen Geschäftspartners - des Kölner Bankiers Schroeder - die
Koalitionsregierung zwischen Hitler und Papen auf den Weg gebracht; an der Seite seines Bruders John Foster
Dulles, der nach dem Krieg unter Truman zum US-Außenminister erhoben werden sollte. Das war lupenreines
Insiderwissen: Auch in den nachgelassenen Tagebüchern des ehemaligen amerikanischen Botschafters in Berlin,
William E. Dodd, findet sich eine Notiz, derzufolge die von J. F. Dulles vertretenen Banken Ende 1933
Deutschland Anleihen im Wert von einer Milliarde (!) Dollar gewährt hatten.[8]

Ebenfalls Indiskretionen waren es, die Stauffenberg währenddessen in Deutschland zwangen, den vorher so oft
abgebrochenen Umsturzplan tatsächlich am 20. Juli ablaufen zu lassen. Am 18. Juli 1944 wurde nämlich bereits in
Diplomatenkreisen über das erwarteten Großereignis getuschelt. Weiteres Zuwarten bedeutete, das Unternehmen
der Gestapo in die Hände zu spielen. Als Stauffenberg in die Wolfsschanze beordert wurde, war der Beschluß
unumstößlich, diesmal auf alle Fälle zu bomben. Heute weiß jedes Kind, daß der Anschlag fehlging. Kaum
bekannt bzw. nur ungenügend behandelt wurde dagegen der tieferliegende Grund: Die Sprengkraft jener Bombe,
die Graf Stauffenberg zur Zündung brachte, war für eine sichere Tötungsaktion weit zu schwach bemessen. Hitler
wurde nicht einmal ernsthaft verletzt. Die offizielle Forschung mäandert gern an der These, daß die
Höllenmaschine vor ihrer Detonation "einige Fuß weit" von Hitler weggeschoben worden war. Auch habe ein
Holztisch die Durchschlagskraft der Sprengladung entscheidend gebremst. Abgesehen davon, daß die
Unversehrtheit von Hitlers unteren Extremitäten dieser Behauptung den Boden entzieht, ist festzuhalten, daß trotz
langer Tradition kein Fall eines Bombenattentats bekannt wäre, in dem ein Tisch einen derartigen Anschlag ins
geradezu Wirkungslose hätte verpuffen lassen. Fakt dagegen ist, daß die Sprengkraft der Bombe falsch bestimmt
worden sein muß. Darf es da verwundern, daß das Corpus Delikti englischer Herkunft war...?

Vermutlich hätten die Männer um Stauffenberg ihren Coup niemals ablaufen lassen, wenn ihnen die eigentlichen
Kriegsziele und die daraus resultierenden Zusammenhalte im Bündnis der Alliierten bekannt gewesen wären.
Anders als gewiß von Dulles oder Empirelastigen Briten erhofft, galten unter den "Großen Drei" nämlich nach wie
vor die öffentlichen Treueschwüre und - zwischen Stalin und Roosevelt - das bereits lange vor Kriegsausbruch
datierende Einverständnis, den faschistischen Popanz zu nutzen, um die Welt unter sich aufzuteilen.[9] Die
Forderung nach bedingungsloser Kapitulation und das Verbot gesonderter Friedensschlüsse trug dem Rechnung.
Darüber hinaus wusste Roosevelt nur zu gut, daß es ein Friedensgesuch einer neudemokratischen Regierung in
Berlin ihm und Churchill unmöglichen machen würde, den alliierten Soldaten zu erklären, warum es zum Preis
weiterer Millionen Menschenleben nötig sein sollte, weiterzukämpfen. Diese nicht ganz leichte Aufgabe fiel nun
der alliierten Presse zu, die sich zu dem Spagat genötigt sah, eine Revolte gegen einen Despoten mit dessen
Worten zu erklären.


D I E ~ A T M O S P H Ä R E ~ D E R ~ F I N S T E R E N ~ V E R B R E C H E R W E L T .

So textete denn die New York Times über das Attentat, daß dessen Einzelheiten mehr an "die Atmosphäre der
finsteren Verbrecherwelt" erinnerten als an die, welche man "normalerweise in einem Offizierkorps eines
Kulturstaates erwarten würde." Das Renommierblatt zeigte sich entrüstet darüber, daß höchste Offiziere ein Jahr
lang an dem Komplott "gegen das Oberhaupt des Staates und den Oberbefehlshaber der Streitkräfte" gearbeitet
hätten. Ein Komplott, bei dem man sich noch dazu "einer Bombe, der typischen Waffe der Unterwelt" bedient
hatte.[10]

Eine andere wichtige US-Zeitung, The Herald Tribune, kommentierte: "Im allgemeinen bedauern es die
Amerikaner keinesfalls, daß Hitler von der Bombe verschont wurde und sich nun persönlich seiner Generäle
entledigt. Außerdem haben die Amerikaner mit Aristokraten nichts am Hut, ganz besonders nicht mit solchen, die
Dolchstöße ausführen".[11]

Und die London Times schlug nach, es wäre wohl kaum nötig hervorzuheben, daß Hitlers Gegner keine Freunde
der Alliierten sind: "Die Generäle, die sich als Thronfolger aufspielten, handelten nicht als Verfechter der Freiheit,
sondern als Verfechter der Militarismus."[12]

Eine offenbar an zentraler Stelle ausgegebene Sprachregelung, die darauf abzielte, die Sympathien der eigenen
Bevölkerung von den deutschen Vorgängen abzuziehen, bewirkte, daß die alliierte Presse ganz allgemein die
breite Beteiligung von Zivilisten an den Umsturzplänen bestritt oder verschwieg. Allenthalben wurde stattdessen
gebetsmühlenartig von der "Verschwörung der Generale", von einer "Intrige des Adels" oder auch vom
"Widerstand der Junker" gesprochen, hinter dem sich nichts als der verzweifelte Versuch in ihrem Ehrgeiz
verletzter Militärs verberge, aus Interesse an der eigenen Karriere den Tyrannen zu ermorden. Eine rein
soldatische Verzweiflungstat ohne jeden ethischen Hintergrund.


D A S S ~ W I R ~ B E S S E R ~ D A S T E H E N .

In genau diesem Sinne wurde der antifaschistische Aufstand von Churchill verhöhnt. Vor dem Parlament erklärte
er am 2. August 1944, daß die Köpfe der deutschen Führung lediglich versuchten, ihr vorgezeichnetes Schicksal,
die absolute Niederlage, zu umgehen, indem die "sich gegenseitig ermordeten".[13] Daß diese Worte in
Wirklichkeit der Angst eines Jägers entsprangen, dem um ein Haar noch die sicher geglaubten Felle
davongeschwommen wären, verdeutlicht die Auslassung seines engen Vertrauten John W. Wheeler-Bennett.
Dieser sowohl beim Geheimdienst, als auch beim Außenministerium akkreditierte "Deutschlandexperte", hatte
eine Woche zuvor seinen Premier (Churchill) und Außenminister Eden über die Vorgänge im Reich wie folgt
gebrieft:

"Es kann jetzt mit einiger Sicherheit gesagt werden, daß wir besser dastehen, so wie die Dinge heute stehen, als
wenn die Verschwörung vom 20. Juli geklappt hätte und Hitler ermordet worden wäre. In diesem Falle hätten die
Generäle der 'Alten' Armee die Macht übernommen und, wie sich aus dem letzten Statement des Vatikans
hinsichtlich der Vermittlungsbereitschaft des Papstes herleiten lässt, dann hätten sie über Baron von Weizsäcker
einen bereits ausgearbeiteten Friedensappell veröffentlicht, laut welchem sich Deutschland geschlagen gibt und um
Bedingungen nachsucht, die sich von der Forderung nach bedingungsloser Kapitulation unterscheiden.

"Durch das Scheitern des Aufstands sind uns sowohl hier zu Hause wie in den Vereinigten Staaten Verlegenheiten
erspart geblieben, die aus einem solchen Friedensgesuch möglicherweise resultiert hätten (etwa wenn sich die
Putschregierung auf vorherige Versprechungen der Engländer berufen hätte, W. E.) Darüber hinaus entsorgen die
gegenwärtigen Säuberungsmaßnahmen Hitlers wahrscheinlich zahlreiche Individuen, die uns nicht nur im Falle
eines gelungen Putsches, sondern auch nach der Niederringung eines nazistischen Deutschlands Schwierigkeiten
bereitet hätten.

"Wenn es stimmt, daß eine Anzahl der bedeutenderen Generäle zusammen mit solchen Zivilisten wie Schacht,
Neurath und Schulenburg erledigt worden sind, so haben uns die Gestapo und die SS einen gewichtigen Dienst
erwiesen, indem sie eine Auslese jener Kräfte beseitigte, die zweifellos nach dem Krieg als "gute" Deutsche
posiert hätten... Es ist daher zu unserem Vorteil, daß die gegenwärtigen Verfolgungen weiter andauern, denn das
Töten von Deutschen durch Deutsche wird uns künftig vor vielen Verlegenheiten bewahren."[14]

Soweit das Memorandum Wheeler-Bennetts, der vor dem Attentat die Oppositionsführer Adam von Trott und
Goerdeler empfangen und ihnen suggeriert hatte, er stünde auf ihrer Seite. Das Dokument datiert auf den 25. Juli,
als in Deutschland bereits die ersten Todesurteile gegen festgenommene Widerstandskämpfer vollstreckt wurden.


W E N N ~ S I C H ~ " D I E ~ R E V O L T E ~ V E R S C H L I M M E R E N " ~ S O L L T E .

Währenddessen zeigte sich auch das Weiße Haus in Sorge um "seinen" Führer.

So schrieb Franklin D. Roosevelt an seine Frau Eleanor aus Hawaii: "Möglicherweise muß ich überstürzt
zurückkommen, wenn sich die deutsche Revolte verschlimmern sollte! Ich hoffe, daß das nicht passiert." Erst eine
Woche nach Hitlers Beinahe-Entmachtung gab der Präsident seine erste öffentliche Erklärung zu dem
Staatsstreich ab. Gegenüber Reportern log er: "Ich denke nicht, daß ich mehr über die deutschen Vorgänge weiß,
als Sie... Wir mögen alle unsere eigene Anschauung dazu haben." Dann fuhr er fort, die alliierte Forderung nach
einer totalen Kapitulation zu betonen: "Fast jeder Deutsche leugnet die Tatsache, daß sie sich im letzten Krieg
ergeben haben. Aber dieses mal, werden sie mit der Nase darauf gestoßen werden!"[15] Aus Moskau stimmten
Stalins Propagandisten ein: "Das hitleristische Deutschland wird nicht durch aufrührerische Generäle auf die Knie
gezwungen werden, sondern durch uns und unsere Verbündeten!"[16]

Natürlich blieb diese extreme Sichtweise im Westen nicht ohne Widerspruch. Allen Dulles war über die Tragödie
des 20. Juli über alle Maßen bestürzt. Und George Anthony Bell, der Bischof von Chichester, verlangte - außer
sich vor Wut über die alliierte Reaktion - daß alles Menschenmögliche getan werden sollte, um wenigstens jene
Verschwörer, die noch nicht von der SS ergriffen worden waren, aus Deutschland herauszulotsen. Seinem Appell
wurde nicht einmal eine Antwort zuteil.[17] Wohl, weil die Regierung gerade in die genau entgegengesetzte
Richtung ruderte:


E N G L A N D ~ D E N U N Z I E R T ~ D I E ~ D E U T S C H E ~ O P P O S I T I O N .

Am 13. Juli 1996 druckte die London Times verschiedene Briefe, die das Blatt nach Platzierung eines Berichts
erhalten hatte, der sich mit Englands Verrat am deutschen Widerstand beschäftigte. Eine Einsendung erinnerte an
einen Fall direkter britischer Sabotage an der Anti-Hitleristischen Opposition. Der Verfasser, International Affairs
Rezensent Nicky Bird, verweist darin auf "die verhängnisvolle BBC-Radioübertragung vom 22. Juli 1944" - zwei
Tage nachdem Stauffenbergs Anschlag gescheitert war -, "in welcher bis dato noch nicht verhaftete Verschwörer
genannt wurden." Der Beitrag "wurde von Maurice Latey vom Deutschlanddienst des BBC verfasst, auf
Anforderung von dessen Schriftleiter Hugh Greene. Greene hatte ein Tonband erhalten, welches eine lange Liste
von Personen namentlich erfaßte, die man mit dem Coup in Verbindung brachte. Und von denen suchte sich Latey
die wichtigsten heraus." Bird weiter: "Eingesandt worden war das Band von der in Woburn Abbey eingerichteten
Geheimdienstabteilung 'Political Warfare Executive, Foreign Office'/PWE, die für den Inhalt der
Nachrichtensendungen nach Deutschland verantwortlich zeichnete. Latey schrieb 1988 in einem privaten Brief,
'weder Hugh noch ich hätten ahnen können, daß die PWE uns mit einer Aufstellung beliefern würde, welche die
Verschwörer in Schwierigkeiten bringen könnte.' Nichtsdestoweniger taten sie genau das, und die PWE muß sich
der Folgen wohl bewußt gewesen sein, die aus der Veröffentlichung einer solchen Liste resultierten."[18]

Die von den Briten betriebene Denunziationskampagne - sie wurde seinerzeit auch durch den PWE-eigenen
"Soldatensender Calais" verfolgt[19] - lag genau auf der Ratschlagsebene des Wheeler-Bennett-Memorandums,
die Fraktion der "guten Deutschen" noch vor Kriegsende auszudünnen. Was nicht verwundern darf, da der
gefragte Chefberater John Wheeler-Bennett dem Chef der Political Warfare Executive Bruce Lockhart als Vize
zur Seite stand.

Dieser Machiavellismus ist um so befremdlicher, wenn man sich vor Augen hält, daß Churchill, Roosevelt und
Stalin damals schon seit mehr als einem Jahr von der gegen das europäische Judentum gerichteten "Endlösung"
wussten. Doch anstatt den Holocaust durch den Widerstand beenden zu lassen oder auch nur ein einziges Mal mit
gezielten Luftschlägen gegen die Wach- und Vernichtungseinheiten von KZs auf das Geschehen einzuwirken,
mühte man sich um seine propagandistische Instrumentalisierung. Etwa um den Kampfeswillen der eigenen
Soldaten anzuspornen oder - wie bei Churchills Zivilbombardements geschehen - um eigene Terrorkampagnen als
Vergeltungsschläge zu begründen. Auch die Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland wie Teilung, Besetzung und
"Umerziehung" fanden hier eine willkommene zusätzliche Argumentationsplattform.


Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung!


Um die Doppelzüngigkeit noch zu steigern, wurde den unterlegenen Deutschen die zurückliegende und
fortdauernde Zerstörung ihres Landes damit erklärt, daß sie sich der Nazis nicht frühzeitig selbst
entledigt hatten. Unter der Überschrift "Grundlegenden Ziele der Militärregierung in Deutschland"
forderte der US-Generalstab am 26. April 1945 von dem Oberbefehlshaber der Besatzungstruppen an
vorderster Stelle:

"Es muß den Deutschen klargemacht werden, daß Deutschlands rücksichtslose Kriegführung und der
fanatische Widerstand der Nazis die deutsche Wirtschaft zerstört und Chaos und Leiden unvermeidlich
gemacht haben und daß sie nicht der Verantwortung für das entgehen können, was sie selbst auf sich
geladen haben." Bruchlos daran anschließend heißt es, die Maske des edlen Ritters ein Stück weit
freigebend: "Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung, sondern als ein besiegter
Feindstaat. Ihr Ziel ist ... die Besetzung Deutschlands, um gewisse wichtige alliierte Absichten zu
verwirklichen."

Wohl auch im Sinne der "gewissen Absichten" hielten es die Alliierten nach dem Krieg für angebracht,
die Interpretation aufrecht zu erhalten, laut der die Ereignisse des 20. Juli Frucht einer Verschwörung
einiger weniger ehrgeiziger Offiziere gewesen war. So konnte man nämlich die (vor allem von der
Nazi-Propaganda verbreitete) These stützen, nach der es während der Naziherrschaft in Deutschland
keinerlei Form von Widerstand und Opposition gegen das Regime gegeben hätte, weshalb alle
Deutschen als Nazis betrachtet und auch als solche behandelt werden müßten. Louis P. Locher,
früherer Chef des Berliner Büros der Associated Press und später Kriegskorrespondent der Alliierten in
Paris, erwähnt in seinem Buch "Always the Unexpected", daß die amerikanische Presse gezielt
Meldungen über den deutschen Widerstand unterdrückte. Er erklärt: "Berichte über die
Widerstandsbewegung passten nicht in das Konzept der bedingungslosen Kapitulation. Schon im
Sommer 1942 hatte meine Annahme Bestätigung gefunden, daß Roosevelt entschlossen war, die
Schuld des gesamten deutschen Volkes und nicht nur des Naziregimes für den Ausbruch des Zweiten
Weltkrieges festzulegen." Jetzt erließ der US-Präsident sogar eigens eine Weisung, daß schriftliche
Erwähnungen über einen deutschen Widerstand während der Hitlerzeit zu unterbleiben hätten.[20] Der
lange Arm dieses Banns überschattete ein gutes Stück Nachkriegszeit des besetzten Deutschland und
reichte mitten hinein in die sogenannten Kriegsverbrecherprozesse, bei denen es auch um die
Aburteilung von Widerstandskämpfern ging, die den Nachstellungen der Gestapo entgangen waren.

Nicht wenige Köpfe der Opposition hatten die Kapitulation auf diplomatischen Positionen im Ausland
überdauert, nur um jetzt zu erleben, daß sie als Angeklagte vor das Nürnberger Siegertribunal zitiert
wurden. Natürlich baten die Verzweifelten sofort ihre vermeintlichen Freunde im britischen
Außenministerium um Bezeugung ihrer aktiven Widerstandsarbeit, doch liefen ihren Appelle zumeist
ins Leere. So wurde infolge schwerster Rechtsbeugung der entschiedene Nazigegner Ernst von
Weizsäcker, ehemals Staatssekretär im deutschen Außenamt, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt -
obwohl zahllose bekannte Antifaschisten aus aller Herren Länder für ihn Partei ergriffen.[21]

Die Rehabilitation sollte auf sich warten lassen. Während der von eigenen Landsleuten geleistete
Widerstand besonders in den Niederlanden, in Polen, Frankreich und Italien zur Grundlage des
politischen Selbstverständnisses der Demokratie wurde, blieb der Widerstand der Deutschen gegen den
Nationalsozialismus auf Druck der Besatzungsmächte lange Zeit ein Tabuthema. Die Alliierten waren
auch nach Kriegsende nicht an einem "Nachweis des anderen, besseren Deutschlands" interessiert. "Sie
wollten nicht", schreibt Gerd Überschär, "daß sich die Überlebenden der NS-Diktatur auf einen
deutschen Widerstand berufen könnten."[22] Wobei praktisch-psychologische Gesichtspunkte, die sich
von dem zentralen Begriff der Kollektivschuld herleiteten, bestimmend waren.


D I E ~ D E U T S C H E N ~ U N T E N ~ H A L T E N .

Das Bild wandelte sich erst Anfang der 50er Jahre, als die Sowjetunion Bonn im Austausch gegen eine
Neutralisierung die sofortige Wiedervereinigung antrug. Zur gleichen Zeit suchten die Westmächte,
"ihren" Teil Deutschlands als aufgerüstete Frontspitze in die NATO zu integrieren. Jetzt behinderte die
Theorie der Kollektivschuld plötzlich die auf Einbindung der Bundesrepublik ausgerichteten
Werbefeldzüge Londons und Washingtons. Um die eigene Öffentlichkeit von der neuen Partnerschaft
mit dem alten Feind zu überzeugen, beschloß man daher, das Naziregime von seinen Untertanen zu
unterscheiden. Als deren Repräsentanten waren nun die "Guten Deutschen" der 30er und 40er Jahre
gefragt. Die am heißesten gehandelten Ikonen waren dabei jene Oppositionelle, die in der Tradition des
Antikommunismus gestanden hatten.[23] So begann die Rehabilitation des 20. Juli 1944.

Der Schritt geschah aus rein praktisch-strategischen Gesichtspunkten. Und so kann es nicht
verwundern, daß es der ehemalige Berater des britischen Außenministers, John Wheeler-Bennett war,
welcher jetzt als erster Engländer von Rang den Verschwörern des 20. Juli ethische Motive zubilligte.
Bis hart an diesen Moment heran hatte der linientreue Geheimdienstmann und "Historiker" das Wohl
und Wehe des Widerstands weit weniger vorteilhaft bewältigt. Wobei seinem Wort als "Berater des
Foreign Office für die Veröffentlichung von Akten des Deutschen Außenministeriums" sowie
zeitweiligem Chefherausgeber bleibendes Gewicht zukam. Auf diese Weise montierte nun
ausgerechnet ein Mann, der nur wenige Jahre zuvor Hitlers Rachejustiz an Stauffenbergs Mannen
bejubelt hatte, den Deutschen die spannenderen Passagen ihrer jüngsten Geschichte.

Daß die in der gebotenen Form präsentiert und in ihren tagespolitischen Implikationen auch verstanden
wurden, dafür hatte neben der alliierten Lizenzpresse vor allem der westdeutsche Rundfunk zu sorgen.
Dessen erster und langjähriger Chef? Niemand geringerer als jener Hugh Greene, der 1944 an der Seite
von Wheeler-Bennett die Schwarze Propaganda gegen Deutschland geleitet und Männer des
Widerstandes über den Äther denunziert hatte.[24]

Diese englischen Quellen fragwürdiger Tradition waren es, die jetzt an vorderster Front daran
arbeiteten, die Bundesrepublik "fit" für die NATO und die Wiederbewaffnung zu machen. Daß die
Mitgliedschaft in dem Militärbündnis die deutsche Teilung zementierte, wurde der Öffentlichkeit
freilich verschwiegen. Und auch die strategische Bedeutung der Allianz blieb dem stolzen Michel, der
aufrichtig daran glaubte, nun wieder "wer" zu sein, verborgen. Die NATO, sagte deren erster
Generalsekretär, der Brite Lord Ismay, wurde gegründet um "die Russen draußen, die Amerikaner
drinnen, und die Deutschen unten zu halten".[25] Am Taufbecken der vielbeschworenen
Wertegemeinschaft stand niemand geringerer als Machiavelli. *)

*) = (Niccoló M., italienischer Staatsmann, Geschichtsschreiber, *1469 - + 1527, sein Buch "Il
principe" beschrieb den von allen sittlichen Normen losgelösten Machtstaat: Machiavellismus.
Friedrich der Große verfaßte dagegen seinen "Anti-Machiavell" in 1739. - KHH.)


S C H M E R Z L I C H E S ~ E R W A C H E N .

Doch es mußte noch manch andere Lektion nachfolgen, bis der als Mitglied der "Bekennenden Kirche"
in den Stauffenberg-Aufstand verwickelte Eugen Gerstenmaier, Bundestagspräsident 1954-1969, in der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung einräumte: "Was wir im deutschen Widerstand während des ganzen
Krieges nicht wirklich begreifen wollten, haben wir nachträglich vollends gelernt: daß der Krieg
schließlich nicht gegen Hitler, sondern gegen Deutschland geführt wurde. Das Scheitern aller unserer
Verständigungsversuche aus dem Widerstand (...) war deshalb kein Zufall. Es war ein Verhängnis, dem
wir vor und nach dem Attentat machtlos gegenüberstanden".[26]

Nicht wenige Briten haben Gerstenmaiers Sicht in unverstellter Offenheit selbst bestätigt, allen voran
die "Balance of Power"-Fraktion um Churchill und Vansittart. Als im Sommer 1989 die deutsche
Wiedervereinigung (besser Teilvereinigung - KHH.) "drohte", kommentierte das die liberale
Wochenzeitung "Sunday Correspondent" mit den Worten: "Wir müssen jetzt ehrlich über die deutsche
Frage sein, so unbequem sie auch für die Deutschen, für unsere internationalen Partner und uns selbst
sein mag. ..Die Frage bleibt in der Essenz die gleiche. Nicht wie wir es verhindern, daß deutsche
Panzer über die Oder oder Marne rollen, sondern wie Europa mit einem Volk fertig wird, dessen Zahl,
Talent und Effizienz es zu unserer regionalen Supermacht werden läßt. Wir sind 1939 nicht in den
Krieg gezogen, um Deutschland vor Hitler oder die Juden vor Auschwitz oder den Kontinent vor dem
Faschismus zu retten. Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten,
daß wir eine deutsche Vorherrschaft in Europa nicht akzeptieren konnten!" [27]

Beide Sichtweisen, die deutsche wie die britische, geben sicherlich zwischenstaatliche Positionen
korrekt wieder. Nichtsdestoweniger sind sie mit nationaler Brille zu kurz gegriffen: Es war Britanniens
Schicksal, daß es durch diesen veralteten europäischen Zentrismus die größeren Abläufe aus den Augen
verlor. Während Downing Street vom europäischen Zwist geblendet war, teilten die verbündeten
Russen und Amerikaner nicht nur den Alten Kontinent, sondern gleich die ganze Welt unter sich auf.
London wurde so zum Juniorpartner seiner alten Koloniallande degradiert; der von einer
amerikanischen Mutter geborene Churchill, schreibt dessen gründlichster und kritischster Biograph
Prof. John Charmley, servierte den Angelsachsen auf dem Tablett des Sieges "The End of Glory" - das
Ende nationaler Größe (das Ende Großbritanniens, ein Großbritannien, das Hitler fast bis zur
Selbstaufgabe hofiert hatte - KHH.). [28]
Doch auch Gerstenmaier übersieht die Bedeutung der amerikanischen und der russischen Geopolitik,
für die nicht nur Hitler sondern selbst Deutschland eine auswechselbare Größe darstellte - ein Hebel
zur Ausschaltung und Beerbung des zentraleuropäischen Weltachse.

Das in Zeiten sowjetischer Bedrohung koalitionär empfundene Verteidigungsinstrumentarium NATO
täuschte lange darüber hinweg, daß die USA seit jeher eigene Interessen wahrnehmen. Heute stellt
diese "Wertegemeinschaft" in einer unipolaren Welt mehr denn je zuvor einzig die Speerspitze
Washingtons dar. Eine Speerspitze, mit der Amerika seine machtpolitischen Interessen nach
Gutsherrenart "verteidigt". Auch in Europa und gegen Europa. Im März 1991, als die Sowjetunion
zusammenbrach und jedermann das goldene Zeitalter des Friedens angebrochen wähnte,
prognostizierte kein geringerer als der ehemalige amerikanische Justizminister Ramsey Clark
gegenüber der französischen Monatszeitschrift "L´Autre Journal": "Ich warne die Europäer davor zu
glauben, dass die USA im Rahmen der Neuen Weltordnung Skrupel haben würden, auch in Europa
militärisch zu intervenieren. Unsere Armee wird überall eingreifen, wo unsere Interessen gefährdet sind
und zwar mit allen Mitteln, einschließlich Atomwaffen. (...) Ich gehe sogar so weit zu behaupten, daß
Amerika ohne Zögern auch in Westeuropa intervenieren würde, wenn dies gegenwärtig auch manchen
Leuten als absurde Idee vorkommen mag. Die USA würden eine europäische nukleare und
wirtschaftliche Großmacht nicht lange dulden."


D E R ~ P R E I S ~ I S T ~ D A S ~ W E R T .

Rückblickend kann festgestellt werden, daß das Scheitern des Stauffenberg-Aufstandes katastrophale
Kriegsfolgen nach sich zog: Auf Grund der fortgesetzten alliierten Sabotage gegen den
antifaschistischen Widerstand, die so weit ging, deutsche Freiheitskämpfer den Nazis ans Messer zu
liefern, wurden die Kämpfe um ihr blutigstes Jahr verlängert. Es war das Jahr der Zerstörung der
deutschen Städte, das Jahr der millionenhaften Vertreibungen, das Jahr, in dem eine Aberzahl von
Juden nach der Räumung der KZs auf den todbringenden Evakuierungsmärschen vor Erschöpfung und
Krankheiten umkamen. Endresultat? Zwischen dem 20. Juli 1944 und dem 8. Mai 1945 ließen allein
auf dem heißumkämpften europäischen Kriegsschauplatz 10 Millionen Menschen ihr Leben: Soldaten
und Zivilisten, nicht nur Deutsche, sondern auch Russen, Franzosen, Engländer und Amerikaner, mehr
als in den gesamten vorangegangenen fünf Jahren dieses schlimmsten Konflikts der menschlichen
Geschichte. Es war ein hoher Preis. Aber die Politik ist freigiebig, wenn es um die Verzinsung von
Opferzahlen geht.

Erinnern wir uns, daß George Bush sen. am Ende des ersten Irak-Krieges den auf Bagdad
zumarschierenden General Schwarzkopf zurückpfiff, wodurch Saddam Hussein im Amt verblieb. Um
die Schlacht auf anderen Ebenen weiterführen zu können, verhängte die UNO anschließend auf
Drängen der USA und Großbritanniens rigide Boykottmaßnahmen gegen die einstige Vormacht des
Mittleren Ostens. Die Auswirkungen auf das geschwächt am Boden liegende Land waren verheerend,
während Washington strategisch und ökonomisch punkten konnte. In der in Nordamerika
ausgestrahlten Fernsehsendung "60 Minutes" fragte darob die Moderatorin Leslie Stahl am 12. Mai
1996 US-Außenministerin Albright: "Wir haben gehört, daß eine halbe Million Kinder (aufgrund der
Wirtschaftssanktionen) gestorben sind. Ich meine, das sind mehr Kinder, als in Hiroshima gestorben
sind. Ist das den Preis wert?" Madeleine Albright bezweifelte die Zahlen gar nicht und erwiderte: "Ich
denke, das ist eine sehr harte Wahl, aber wir denken, der Preis ist das wert!"[29]

* * * * * *

Wolfgang Eggert, geboren 1962, Studium der Politik, Geschichte und Journalistik, redaktionelle
Ausbildung bei TV-Sendern, seit 2000 freier Publizist, Autor mehrerer Bücher zu zeithistorischen
Themen. Zuletzt "Erst Manhattan - dann Berlin. Messianisten-Netzwerke treiben zum Weltenende"
(2006, Chronos, München) www.chronos-medien.de
____________________

Bibliographie

[1] Knightly, Phillip. The Master Spy: The Story of Kim Philby, New York: Alfred A. Knopf, 1989,
Seite 108
[2] Beschloss, Michael. The Conquerors: Roosevelt, Truman and The Destruction of Hitler's Germany,
1941-1945, New York: Simon & Schuster 2002, 1. Kapitel: The Plot to Murder Hitler
[3] Krause, Friedrich (Hrsg.), Goerdelers politisches Testament. Dokumente des anderen Deutschland,
New York: 1945, Seite 58
[4] Zu Deterding siehe: Glyn Roberts, The Most Powerful Man in the World. The Life of Sir Henry
Deterding , New York: Covici Friede, 1938. Deterding zeigte sich auch nach Hitlers Machtantritt
spendabel. Am 12. Januar 1937 trug Goebbels in sein Tagebuch ein: Deterding hat 40 Millionen
gestiftet. Die Tagebücher von Josef Goebbels- Sämtliche Fragmente, Band 3, KG Saur, München
1987. Insgesamt spricht man allein bei diesem Geldgeber von einem Spendenaufkommen von 55
Millionen Pfund Sterling.
[5] Seldes, George. Facts and Fascism, New York: In Fact Inc, 1943, Seite 122
[6] Tarpley, Webster/Chaitkin, Anton: George Bush - The Unauthorized Biography, Washington:
Executive Intelligence Review 1992 sowie Joshua Tree/CA: Progressive Press 2004, Kapitel 2 "The
Hitler Project"
[7] Beschloss, Michael. The Conquerors: Roosevelt, Truman and The Destruction of Hitler's Germany,
1941-1945, New York: Simon & Schuster 2002, Kapitel 1: The Plot to Murder Hitler
[8] Deschner, Karlheinz, Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA, Kapitel 10 "John Foster
Dulles - eine Milliarde Dollar für den »Führer«" Heyne, München 1997. Die gegen Dulles gerichteten
Enthüllungen "hielten" sich und erreichten bald die Höhen der Politik: Im Oktober 1944 äußerte US-
Senator Claude Pepper, Florida, zu jenen, die Hitler zur Macht verhalfen, habe auch John Foster
Dulles, der unter Präsident Dwight D. Eisenhower von 1953 bis 1959 als Außenminister diente, gehört,
"denn es waren Dulles' Firma und die Schroeder-Bank, die Hitler das Geld beschafften, das er
benötigte."(Deschner, ebenda)
[9] Ein früher strategischer Paktabschluß zwischen den USA und der UdSSR zur Teilung der Welt
stellt bis heute eine Black-Box in der Zeitgeschichtsforschung dar. Der Begründer des akademischen
Revisionismus, Berkely-Professor David L. Hoggan, datiert eine entsprechende Übereinkunft auf das
Jahr 1933, als beide Länder ihre diplomatischen Beziehungen wiederaufnahmen. Als Kronzeugen
beruft Hoggan sich auf persönliche Aussagen von William. C. Bullitt, 1933 bis 1936 erster US-
Botschafter in der Sowjetunion. Hoggan: "Die Tatsachen des Roosevelt-Stalin-Bündnisses von 1933
sind von den offiziellen Vertretern nie öffentlich eingestanden worden. Das Geheimnis des Bündnisses
von 1933 wurde mir 1947 persönlich bestätigt, als ich Gast in Bullitts Haus in Washington, DC, war.
Ich wurde Bullitt durch meinen bedeutendsten Harvard-Professor William Langer (1896-1977)
vorgestellt. Langer war im Zweiten Weltkrieg Chef der geschichtlichen Abteilung des OSS, des
damaligen CIA." (Hoggan, Meine Anmerkungen zu Deutschland, Grabert, Tübingen 1990, Seite 18f.)
[10] Klemperer, Klemens von. German Resistance Against Hitler: The Search for Allies Abroad: 1938-
1945. New York: Clarendon Press/ London:Oxford University Press 1992, Seite 386. Bezug auf New
York Times vom 9. August 1944.
[11] Rothfels, Hans. The German Opposition to Hitler: An Appraisal, Hinsdale/Ill.: H. Regnery Co
1948, Seite 160f. Bezug auf New York Times vom 9. August 1944 sowie Diese 'Verbrecher', die dem
Krieg ein Ende setzen wollten, Artikel in der "Civiltà Cattolica", von Giovanni Sale. Interview: Davide
Malacaria, 2003.
[12] Klemperer, Klemens von. German Resistance Against Hitler: The Search for Allies Abroad: 1938-
1945. New York: Clarendon Press/ London:Oxford University Press 1992, Seite 386
[13] Beschloss, Michael. The Conquerors: Roosevelt, Truman and The Destruction of Hitler's
Germany, 1941-1945, New York: Simon & Schuster 2002, 1. Kapitel: The Plot to Murder Hitler sowie
Kettenacker, Lothar. Der deutsche Widerstand aus britischer Sicht. In: Der deutsche Widerstands gegen
Hitler: "Wahrnehmung und Wertung in Europa und den USA". Hrsg. von Gerd R. Überschär,
Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2002, Seite 28, Anmerkung 15
[14] Lamb, Richard. The Ghosts of Peace: 1935-1945, Salisbury, Wiltshire (GB): Michael Russel
1987, Seite 296-297 nach Artikel British Aimed For End Of Germany, Not Nazism, gedruckt im
"Executive Intelligence Review", Oktober, 1998 sowie Klemperer, Klemens von. German Resistance
Against Hitler: The Search for Allies Abroad: 1938-1945. New York: Clarendon Press/
London:Oxford University Press 1992, Seite 387
[15] Roosevelt-Zitate nach Beschloss, Michael. The Conquerors: Roosevelt, Truman and The
Destruction of Hitler's Germany, 1941-1945, New York: Simon & Schuster 2002, 1. Kapitel: The Plot
to Murder Hitler.
[16] Beschloss, Michael. The Conquerors: Roosevelt, Truman and The Destruction of Hitler's
Germany, 1941-1945, New York: Simon & Schuster 2002, 1. Kapitel: The Plot to Murder Hitler.
[17] Klemperer, Klemens von. German Resistance Against Hitler: The Search for Allies Abroad: 1938-
1945. New York: Clarendon Press/ London:Oxford University Press 1992, Seite 386.
[18] Artikel British Aimed For End Of Germany, Not Nazism, gedruckt in: "Executive Intelligence
Review", October, 1998
[19] Empire Radio, The Biggest Aspidistra In The World, Teil 8, erstellt von Michael R Burden,
members.aol.com/skywave48/aspidistra.htm. Hier ist explizit erwähnt, daß sich der deutsche
Marineattaché in Stockholm, von Wahlert, unter den Genannten befand.
[20] Klemperer, Klemens von. German Resistance Against Hitler: The Search for Allies Abroad: 1938-
1945. New York: Clarendon Press/ London:Oxford University Press 1992, Seite 386
[21] Martin, Brian. The British Foreign Office and the German resistance to Hitler, Essay Blick auf
Patrica Meehan´s The Unnecessary War( Whitehall and the German Resistance to Hitler, London:
Sinclair-Stevenson, 1992/1997), veröffentlicht in "Nonviolence Today", No. 39, July/August 1994,
Seite 16-18.
[22] Ueberschär, Gerd R., Der nicht endende Kampf um die Erinnerung, "Frankfurter Rundschau" Nr.
159 v. 12.07.1994, Seite 10.
[23] Hamerow, Theodore. On The Road To The Wolf´s Lair: German Resistance To Hitler,
Cambridge/Mass: Belknap Press of Harvard University Press 1997, Seite 2f.
[24] Mit Beginn des Kalten Krieges mauserte sich der Gründer des NWDR zum "Roten Tuch" der
Sowjets, da er eine Reihe hochrangiger Journalisten wegen ihrer "kommunistischen" Sympathien
feuerte (darunter den Kölner Intendanten Burghardt und den politischen Kommentatoren Karl von
Schnitzler). Nicht wenige der freien Stellen besetzte Greene anschließend mit waschechten - dafür aber
umso fügsameren - Altnazis, die ihre Sporen in Goebbels Propagandaministerium verdient hatten.
Tracey, Michael: The Illusive Ideal: An Essay on Hugh Greene and the Creation of Broadcasting in the
Federal Republic of Germany. Dissertation Univ. of Leicester 1984, Seiten 57-58.
[25] Pond, Elizabeth. The Rebirth of Europe, Washington D.C.: The Brookings Institution, 2002, Seite
23 sowie Varwick, Johannes/Woyke, Richard: Die Zukunft der Nato. Transatlantische Sicherheit im
Wandel, Opladen: Leske und Budrich 2000, Seite 55 sowie "Die Welt", 18.5.2001, Seite 8.
[26] Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. März 1975. Nach Wikipedia, de.wikiquote.org/wiki/
Eugen_Gerstenmaier, sowie Die Aula - Das Freiheitliche Magazin, Graz, 15.1.2006, S. 3.
[27] The Sunday Correspondent, 17.September 1989, zitiert in Frankurter Allgemeine Zeitung vom 18.
September 1989. Der Herausgeber des SC, Peter Cole, arbeitete als Stellvertretender Chefredakteur des
Guardian und US-Korrespondent für die London Evening News
[28] John Charmley, Churchill: The End of Glory, Hodder and Stroughton, 1993. (dt. udT Churchill -
Das Ende einer Legende bei Propyläen und Ullstein)
[29] Unter anderem in The Independent, London 25.9.2002 und junge Welt, Berlin 7. 12.2002.
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Abgeschlossen am 31. Juli 2011.
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