W I D E R H A L L - Nr. 63
J u l i / A u g u s t ~ 2 0 1 1 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
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1.) Michael Nier:
- - Finanzwahn ungebrochen.
- - Die Fallhöhe für das Finanzsystem wächst.
*
2.) Horst Mahler:
- - Kein Beuteschutz für Zinshaie.
- - Zwischenruf und Presseerklärung aus dem Kerker.
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Michael Nier


Finanzwahn ungebrochen.
Die Fallhöhe für das Finanzsystem wächst.


Die Kette von Finanzkrisen wird nicht abreißen. Eine Finanzblase nach der anderen wird aufgeblasen
werden. Immer wieder wird eine platzen. Wahrscheinlich geht das jetzt sogar in einen historischen
Galopp über. Warum ist das so? Würden die Banken nur das Geld verleihen, das wir ihnen zum
Aufheben überlassen und für das wir ein paar Zinsen erbitten, dann gäbe es keine Finanzblasen und
auch keine Finanzkrisen. Gäbe es noch eine Goldwährung und würden alle Wechsel nach zwei oder
drei Monaten wieder in Gold einzulösen sein, dann würde weder in großem Maße Inflation passieren,
noch würden wir in Finanzkrisen schliddern. Doch unser System ist anders, und das heutige System ist
zutiefst kulturell fixiert. Der deutsche Hausvater hat auch vor hundert Jahren schon einmal einen Kredit
bei der Bank aufgenommen, war aber schleunigst dabei, wieder davon herunterzukommen.

Mein Vater hat vor über 100 Jahren als Schüler ins Realgymnasium in Zwickau zum Frühstück
Fettschnitten mitgenommen, die er bei den Stadtkindern gegen Wurstbrote eintauschte. Bis zum 5.
Lebensjahr trug er die Kleider seiner drei älteren Schwestern ab, dann schien sein männliches
Selbstbewußtsein durchgeschlagen zu haben. Sein Vater, ein Fabrikdirektor mit gutem Einkommen,
wollte schnell vom Kredit herunter. So war das üblich. Wenn einer sich nicht so verhalten hatte, dann
war er ein Hallodri.

Heute ist alles anders. Unser heutiges Geldsystem ist an die Bereitschaft von Schuldnern gebunden,
immer neue Schulden aufzunehmen und Zinszahlungen versprechen zu wollen. Es ist ein
Schuldgeldsystem. Zu einem solchen Schuldgeldsystem gehört natürlich immer jemand, der mitmacht.
Es ist ein kultureller Stil des Umgangs mit Geld bei Bevölkerung, Unternehmen und Staaten
einzuführen. Man muß sich willentlich verschulden, um der Finanzbranche die Chance zur
Geldschöpfung zu geben.

Roland Benedikter ("Neue Blasen stehen vor der Tür", in: Telepolis, www.heise.de) betont in einem
Interview die unterschiedliche Finanzkultur von US-Amerikanern und Deutschen, das heißt, die
unterschiedlichen kulturellen Gewohnheiten, mit Geld umzugehen: "Das hat damit zu tun, daß die
meisten Amerikaner, einschließlich der Intellektuellen, vor dem Hintergrund ihrer ureigensten Kultur
und Lebensform nicht verstehen können, wie man ein Leben lang sparen kann, statt das Geld ständig
auszugeben - und zwar noch bevor man es verdient hat. Die gesamte US-Kultur ist im Kern auf einem
antizipativen Umgang mit Geld, also auf Schulden, aufgebaut."

Natürlich hat das nicht schon immer im Blut der nach den USA strömenden Einwanderer gelegen,
sondern ist ein Erziehungsprodukt aus den letzten 40 bis 50 Jahren, als Konsum-, Finanz- und
Medienbranche einen neuen US-Amerikaner geschaffen hatten. Allerdings steht hier eine alte
Erfahrung dahinter, die heute zur Illusion geworden ist: Die USA empfanden und propagierten sich als
Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Der hemmungslose Konsum auf Pump ist so eine andere Variante vom Land der unbegrenzten
Möglichkeiten und das volkswirtschaftliches Prinzip der USA. In den letzten Jahrzehnten haben sich
die Staaten, vor allem die USA immer weiter verschuldet, ohne daß da in der Bevölkerung oder der
Welt große Aufregung entstand. Wir haben uns daran gewöhnt, daß die Schulden in Beziehung zum
Bruttosozialprodukt gesetzt werden, nicht zum vorhandenen Eigenkapital oder Vermögen.

Normalerweise kann man nur so viele Schulden aufnehmen, wie man mit dem Lockermachen seines
Eigenkapitals (Besitz und Barvermögen) abgelten könnte. Wenn man nun, wie es praktiziert wird, sein
Bruttosozialprodukt systematisch falsch und zu hoch berechnet, dann kann man seine gigantische
Verschuldung klein rechnen. Und so wird es überall gemacht.

Es werden Schulden aufgetürmt, die nie und nimmer regulär zurückgezahlt werden können. Wankende
Schuldengebirge, die jederzeit herunterbrechen können, stehen in allen Ländern.

Mit dieser Finanzkrise, dem sieglosen Steckenbleiben des Westens in Globalisierungskriegen, dem
Aufstieg Chinas, dem wachsenden Selbstbewußtsein Lateinamerikas, dem Haß der muslimischen
Länder auf den Westen und auch den Handelsinitiativen Deutschlands in den Schwellenländern erleben
die USA die Grenzen ihres Handeins. Ihre Aggressivität wird sich erhöhen, ohne daß die Mittel für
ihren Willen ausreichen. Sie machen aber weiter. Die USA werden sich auch noch weiter verschulden
und haben nicht vor, jemals ihre Schulden zu bezahlen, bei wem auch immer.

In der Wirtschaftswoche, Nr. 19, vom 9. 5. 2011, S. 158, wird unter dem Titel »Bis zum goldenen
Schuß« eine weitere »Quantitative Lockerung«, also die Öffnung der US-Dollar-Geldschleusen
vorhergesagt: "Für überschuldete Volkswirtschaften wie die USA sind fallende Vermögenspreise
brisant, weil dann viele Kredite nicht mehr gedeckt sind und rasch zu faulen Krediten mutieren können.
Die FED (Zentralbank der USA in privater vornehmlich jüdischer Hand - KHH.), aber auch andere
westliche Notenbanken, werden Liquiditätsentzug deshalb nicht lange durchhalten können. Andernfalls
bekämen die Märkte Schüttelfröste.

Der Schweizer Vermögensverwalter Felix W. Zulauf hat das Finanzsystem einmal mit einem
Drogenjunkie verglichen. - Diesem merke man nichts an, wenn er seinen Stoff bekommen hat. Doch
sobald die Wirkung nachlasse, beginne er sich zu schütteln. Dann müsse die nächste Spritze gesetzt
werden. Diese wird kommen, mit erhöhter Dosis - bis es irgendwann zum letzten, dem goldenen Schuß
kommt."

Wahrscheinlich schon im Sommer (wie es ja nun zum gegenwärtigen Zeitpunkt - Ende Juli/Anfang
August 2011 - tatsächlich geschieht, sobald sich Hussein Barack Obama und seine "Widersacher" im
Schau"kampf" zusammengerauft haben. - KHH.) werden die USA wieder Geld in die Finanzbranche
fließen lassen. Die "Quantitative Lockerung" Nr. 3 wird kommen (und Erhöhung der Schuldengrenze -
KHH.).

Die Aktien müssen optimistisch steigen, die Anleihen dürfen nicht ausfallen, die Immobilienpreise
sollten möglichst weiter steigen, die Spekulation im Nahrungsgütersektor muß weiter angeheizt werden
und das Spekulieren auf allen Bereichen der Realwirtschaft mit Derivaten muß weitergehen. Das
System braucht blinde Optimisten, die sich verschulden.

Das ist auch der tiefere Sinn des sogenannten >positiven Denkens<, das als Gehirnwäsche aus den
USA kam. Und natürlich müssen sich die Staaten weiter verschulden, und zwar bei der Finanzbranche.
Schuldenschicht kommt auf Schuldenschicht. Die Steuerbürger werden mit Verbrauchssteuern immer
stärker belastet.

23% Mehrwertsteuer, wie in Portugal, kommen auch bald zu uns. Das Sozialsystem muß weiter
zusammengeschrumpelt werden, damit die Finanzbranche und die Superreichen ihre fetten Zinsen
bekommen können. Alles das wird mit einer wachsenden Inflation einhergehen.

Durch Inflation der Vermögenswerte steigt der Schein des Reichtums, die Reichen fühlen sich so
besser. Durch Inflation werden aber vor allem diejenigen ärmer, die bloß ein bißchen Geld
zurückgelegt haben, von ihrer Hände Arbeit leben müssen oder Renten bekommen. Also ist, von ganz
oben gesehen, alles in Ordnung. Von unten jedoch sieht das System immer mieser aus. Uns das wird
für die oben ein Problem.

Unten, das sind die einfachen Leute.

Die haben überall, auch in Deutschland, die Nase voll. Die Zeitung "Der Freitag" hat in
Zusammenarbeit mit Forsa politische Stellungen der Deutschen analysieren lassen und festgestellt, daß
besonders Mitglieder der Linkspartei anfällig für "rechte Parolen" seien. 61 % der Mitglieder der
Linkspartei sind für drastische Eindämmung der Zuwanderung und 57 % sind für ein "unabhängiges
Deutschland ohne Euro, in das keine EU hineinregieren dürfe". 70% der Deutschen sind der
Auffassung, daß zu viel Geld an die EU fließt. 49 % der Deutschen sind gegen Zuwanderung und 49%
dafür. Dabei sind im Westen 46% gegen Zuwanderung, im Beitrittsgebiet 68 %. Die Ossis sind bei der
gesamten Befragung etwa ein Drittel radikaler als die Westdeutschen. Das heißt, daß das deutsche Volk
nicht schläft, sondern nur ruht. Es hat nur noch nicht die politische Bewegung, die zu ihm paßt.

In der Folge der Finanzkrise werden die Deutschen immer mehr Sozialabbau erleben. Das neoliberale
Programm läuft weiter. Aber auch die Vermögenden werden in einen Lernprozeß gestürzt. Manche
haben schon die Zeichen der Zeit erkannt und rennen zu den Edelmetallhändlern. Kaum sank der
Silberpreis ab, wurde nachgekauft. Die anderen glauben ans Betongold und kaufen Immobilien zu
überhöhten Preisen. Andere glauben noch an ihre Lebensversicherung oder an Zertifikate (über 100
Milliarden Euro haben die Deutschen drin). Die Pensionsfonds, auch die Ärzteversorgung und ähnliche
Versorgungswerke, sind prall gefüllt mit Staatsanleihen aller möglichen Schuldenländer. Wenn da ein
Schnitt kommt, dann gibt's Heulen und Zähneklappern. Man macht dann endlich die Augen auf und
schaltet das Gehirn ein. Dann gibt es für den "Rechten Populismus" nur noch Durchmarschieren. Euro
und EU waren dann Vergangenheit. Wir werden dann aber erst mal ganz kleine Brötchen backen
müssen.

*

Quelle: EURO-KURIER, 6/2011, Grabert-Verlag, Postfach 1629, D-72006 Tübingen.

* * * * * *


Z w i s c h e n r u f e ~ a u s ~ d e m ~ K e r k e r .

Vorbemerkung: Horst Mahler wurde wegen der Verbreitung unerwünschter Ansichten zu insgesamt elf
Jahren Haft verurteilt. Wer Zweifel hatte, was hinter den Phrasen von Meinungsfreiheit steckt, wie sie
in der sogenannten "westlichen Wertegemeinschaft" verbreitet werden, der hat jetzt Klarheit. - Die
monatlich erscheinende Kolumne von Horst Mahler wird inhaltlich aufeinander aufbauen. Es erscheint
sinnvoll, die Zwischenrufe zur späteren Lektüre aufzubewahren.
Die Redaktion

*

Kein Beuteschutz für Zinshaie.

Die Kolumne von Horst Mahler

Mit ihren konzentrischen Verbotsanträgen unternahmen Anfang des noch jungen 21. Jahrhunderts
Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat den letztlich gescheiterten Versuch, die
Nationaldemokratische Partei Deutschlands als Nachfolgeorganisation der Nationalsozialistischen
Deutschen Arbeiterpartei darzustellen.

Ach, wenn sie doch damit recht gehabt hätten!

Die Partei sollte verboten werden, u.a. weil in ihren Schriften die Ausdrücke "Brechung der
Zinsknechtschaft" und "Gemeinwohl geht vor Eigennutz" vorkamen.

Tatsächlich drücken diese Losungen die Substanz der Nationalsozialistischen Idee aus, die heute
aktueller denn je ist.

Aber ist diese Idee im Bewußtsein der Deutschen im allgemeinen oder in der Teilmenge der Deutschen,
die sich zur NPD bekennen, noch wirklich vorhanden? Wäre das der Fall, würde inmitten der
wahlweise als "Finanz-", "Banken-" oder "Währungskrise" falsch bezeichneten Krise des Zinskapitals
die Volkswut den internationalen Plutokraten noch ganz anders ins Gesicht blasen. Vor allem hätten die
Menschen einen zu politischen Taten motivierenden Begriff davon, wie die erstrebenswerte Neue
Ordnung der Dinge beschaffen sein könnte, die den Raubtierkapitalismus von der Bühne des
Welttheaters stürzen wird.

Ohne den Begriff der "Neuen Ordnung" der Dinge ist die Not der Alten Ordnung nicht zu wenden, für
diese ist das Nichtwissen darüber, was Geld, Zins und Kredit eigentlich, d.h. seinem Wesen nach ist,
lebenswichtig. Ein stetig wachsender Anteil am virtuellen Reichtum der Völker wird vergeudet mit
Anstrengungen, die Realität des Zinskapitalismus mit positiven wie negativen Illusionen zu verhängen.
Die positiven Illusionen machen uns glauben, daß wir in der besten aller denkbaren Welten bereits
angekommen seien. Die negativen machen uns glauben, daß gegen das Zinskapital kein Kraut
gewachsen sei.

Das Zusammenspiel dieser Illusionen hält den Willen der Völker, das zinskapitalistische Joch
abzuwerfen, in absoluter Ratlosigkeit nieder.

Die Dreieinigkeit von Geld, Kredit und Zins ist der weltgeschichtlich notwendige Meißel, mit dem der
Geist aus dem Marmorblock des Stammwesens die schöne Gestalt der individuellen Freiheit
herausgehauen hat. Nachdem das erreicht ist, stranguliert jetzt der Zins das Gemeinwesen. Damit
vernichtet er die Schöpfung des Geistes, die Freiheit des Individuums. Sein Zerstörungswerk wird in
unseren Tagen in der Überschuldung sowohl der individuellen Konsumenten als auch der Staaten als
solchen augenfällig. Es ist die innere Notwendigkeit des Zinskapitals, die gesamte Menschheit
unerbittlich in die Schuldenfalle zu treiben, die den hübschenden Namen "Globalisierung"
angenommen hat.

Der historische Nationalsozialismus hat mit der Unterscheidung zwischen "schaffendem Kapital" und
"raffendem Kapital" geschichtsmächtig den vermeintlich "unübersteigbaren
Verblendungszusammenhang" (Theodor W. Adorno) in der Wirklichkeit überstiegen. Das ist der
tiefere Grund seiner absoluten Verteufelung durch die internationale Plutokratie.

In der gegenwärtigen finalen Krise des Zinskapitals kommt alles darauf an, bewußt zu machen, daß die
Rechtstitel auf Zinszahlung für sich nicht den Anspruch auf rechtlichen Bestandsschutz (Art. 14 GG)
erheben können, sondern als dem Raub und der räuberischen Erpressung artverwandte
Aneignungsformen von der Rechtsordnung zu vernichten (zu annullieren) sind.

Anders ist die lebensbedrohliche Überschuldungskrise nicht zu überwinden.

*

Quelle: Deutsche Stimme, Juli 2011. Redaktion: Postfach 10 00 68, D-01571 Riesa
ePost: redaktion(A)ds-verlag.de

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Elf Jahre Haft für das freie Wort: in BRD Horst Mahler, in China Liu Xiaobo!

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Seitenbetreiber: Zwischenzeitlich ist Horst Mahler aus durchsichtigen Gründen von BRD-Medien als
Stasi-Informant diffamiert worden. In einer Presseerklärung wehrt sich Horst Mahler aus dem
Gefängnis heraus entschieden gegen die Unterstellung dem Staatssicherheitsdienst der DDR dienlich
gewesen zu sein. Eine Kopie der Original-Erklärung liegt vor. Der Medienbericht - also die gezielte
Verleumdung - soll mittlerweile amtlich von der Staatsanwaltschaft dementiert worden sein. Nun die
Erklärung im Wortlaut:

*

Horst Mahler
Anton Saefkow-Allee 22c
14772 BRANDENBURG

am 4. August 2011

Information für die Presse, betreffend meine angebliche Stasi-Mitarbeit.


Ich habe zu keinem Zeitpunkt wie auch immer für das Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet.

Die Behauptung, ich hätte die Zusammenarbeit mit der Stasi "gestanden", ist frei erfunden und wird für
den Urheber juristische Konsequenzen haben.

Ich habe auch nicht beobachtet, daß das MfS der DDR versucht hat, mich für eine Mitarbeit zu
gewinnen. Dagegen hat die CIA - erfolglos - einen solchen Versuch unternommen. Vermutlich ist
dieser Versuch beim Innenministerium des Landes Berlin dokumentiert.

Seit der Kuba-Krise (1962) habe ich in Westberlin mit einem politischen Freundeskreis intensiv für das
Vorhaben geworben, Westberlin zur "Drehscheibe" eines offenen west-östlichen Dialogs auszubauen.
An der Erarbeitung dieses Konzeptes war mein damaliger engster politischer Freund, Walter Barthel,
beteiligt, der in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts für die Außerparlamentarische
Opposition in Westberlin Außerordentliches geleistet hat. Nach dem Zusammenbruch der DDR ist
BARTHEL laut DER SPIEGEL als Doppelagent (für das MfS und den BND) enttarnt worden. Ich
hatte von der Geheimdiensttätigkeit meines Freundes keine Kenntnis.

Zu damaliger Zeit habe ich mich - insbesondere auch öffentlich - dafür eingesetzt, die SEW (*) als
Dialogpartner zu fairen Bedingungen in Westberlin in den politischen Willensbildungsprozeß
einzubinden. Diese Anstrengungen brachten vielfältige Kontakte zu Journalisten und Parteifunktionären
"der anderen Seite" mit sich. Ich wurde auch mehr oder weniger regelmäßig von den in Westberlin
akkreditierten Vertretern der sowjetischen Nachrichtenagenturen TASS und Novosty zu Gesprächen
aufgesucht.

In den bewegten Ostertagen 1968 (nach dem Mordanschlag auf Rudi Dutschke) gestaltete sich mein
Verhältnis zum Vorsitzenden der SEW, Gerd Danelius, fast freundschaftlich. Von diesem erfuhr ich,
welche Berichte über meine politische Tätigkeit auf dem Schreibtisch von Erich Honneker landeten.
Auf dem Höhepunkt der Turbulenzen von 1968 ordnete Danelius zu meiner Unterstützung ein Mitglied
des Parteivorstandes als meinen "persönlichen Sekretär" ab mit der Aufgabenstellung, meine Termine
zu koordinieren.

Als sich vor diesem Hintergrund im Jahre 1968 die gegen meine Paerson gerichtete Medienhetze
verschärfte, bot mir der "Kronjurist" der DDR-Regierung, der Kollege Friedrich K. Kaul, eine
Dozentur an der Humboldt-Universität an, um mich und meine Familie auf diese Weise in "Sicherheit"
zu bringen. Ich habe dieses Angebot im Einvernehmen mit meiner damaligen Ehefrau abgelehnt.

Es ist sicher kein Zufall, daß der vermeintliche "Stasi-Verdacht" gegen mich gerade in diesen Tagen in
großer Aufmachung hochgespielt wird. Offensichtlich soll damit ein Gegengewicht gegen den
Eindruck gesetzt werden, den der vor einigen Tagen im ARD-Fernsehen ausgestrahlte mehrfach
preisgekrönte Dokumentarfilm "Die Anwälte" von Birgit Schulz in einer breiten Öffentlichkeit
hinterlassen hat.

Bemerkenswert ist der Umstand, daß auch diesmal die Höhe der gegen mich ausgesprochenen
Freiheitsstrafen (12 Jahre - durch nachträgliche Gesamtstrafenbildung auf 10 Jahre und 2 Monate
zurückgeführt) sowie die zugrundeliegenden "Taten" - ausschließlich Meinungsäußerungen - im
Verborgenen gehalten werden.

Um dieses Intrigenspiel bestimmter Medien zu durchkreuzen, sollte die Öffentlichkeit darauf bestehen,
daß die Generalstaatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin das vollständige Protokoll meiner
Vernehmung im wiederaufgenommenen Ermittlungsverfahren gegen Kurras veröffentlicht. Die
Vernehmung erstreckte sich über 5 Stunden.

Abschließend verweise ich darauf, daß die mich angeblich als IM belastenden Karteikarten in Presse-
Kreisen seit Jahren bekannt sind.

-
(*) = SEW, Sozialistische Einheitspartei Westberlin - ein Ableger der SED der DDR.

* * * * * *

Anhang des Seitenbetreibers, ein Spruch von Adolf Glassbrenner:
*
Zwei Wünsche ach, zwei Wünsche wünsch' ich immer,
leider immer noch vergebens.
Und doch sind's die innig-frommsten.
schönsten meines ganzen Lebens:
Daß ich alle, alle Menschen könnt mit gleicher Lieb' umfassen
und daß einige ich von ihnen morgen dürfte hängen lassen.

Adolf Glassbrenner
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Abgeschlossen am 6. August 2011.
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