W I D E R H A L L - Nr. 63
J u l i / A u g u s t ~ 2 0 1 1 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
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Atomausstieg, Ja oder Nein?


Vorwort Seitenbetreiber: Auch im patriotischen Lager gibt es
Befürworter und Gegner der Atomtechnologie bzw. der Atomkraft-
werke. Zuerst ein Briefwechsel zwischen einem Befürworter und
einer Gegnerin, der etwas umständlich und ausschweifend wirken
kann. Doch gerade darin liegt die Tiefe der Diskussion. Jede
Leserin/Leser sollte die Geduld aufbringen, die Gedankengänge
der Kontrahenten nachzuvollziehen, auch bei Ausweitungen in die
Landwirtschaft und in den Naturschutz, ist doch der Werdegang
der Atomdiskussion in der BRD von den Anfängen an beschrieben.
Gefolgt von den Artikeln "Von der Wasserstofftechnik zur Metha-
noltechnik" von Prof. Sigurd Schulien, "Die 68er und die Ver-
nichtung der deutschen Nuklearindustrie", "Die Atomhysterie"
und "Tschernobyl und kein Ende". Wußten Sie, daß dem russischen
Leser in seiner Bibel "Tschernobyl" sozusagen vorausgesagt wurde?
KHH.
* * *

P r o ~ u n d ~ k o n t r a ~
Zur Frage der Nutzung der
Kernenergie zu friedlichen Zwecken.


Heute entscheiden wir über die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Die Entscheidung: "Ausstieg aus der
Atomenergie" lädt uns allen eine große Verantwortung auf. Jeder Bürger ist gefragt.

Doch um entscheiden zu können, muß man wissen - und zwar genau - worüber. Deshalb haben wir für
unsere Leser die gegensätzlichen Argumente zusammengestellt. Letztendlich geht es um den Stellenwert
der Wirtschaft: Dient der Mensch der Wirtschaft und diese dem Kapital, oder umgekehrt: Dient das Kapital
der Wirtschaft und diese dem Menschen?

Ihre Schriftleitung
"Stimme des Reiches"

*

Ursula Haverbeck

Errare humanum est! (Irren ist menschlich!)


Daß ein GAU (größter anzunehmender Unfall) bei Nutzung von Atomenergie aus Kernspaltung nicht
völlig auszuschließen ist, das wissen alle Betreiber, alle Politiker und auch die noch selbständig denkenden
Bürger. Der unvollkommene Mensch - der zwar berechtigt ist, vom Gott in sich zu sprechen -, ist eben
nicht Gott in seiner Vollkommenheit, sondern dem Irrtum unterworfen. Das ist der Preis der Freiheit.

Also: Ein GAU ist nicht zu vermeiden.

Was wir nicht wissen, ist, wann er eintreten wird. Nun ist er ausgerechnet in dem Land, das als erstes in der
Welt die furchtbaren Auswirkungen einer Atomexplosion bei dem Atombombeneinsatz durch die
Amerikaner erleiden mußte - noch nach Ende des Zweiten Weltkrieges - eingetreten. Alle Horrorszenarien,
die von der AAK-Bewegung (Anti-Atom-Kraft) in den sechziger Jahren ausgemalt wurden, um vor diesem
Weg zu warnen, werden in dem dicht besiedelten Land Japan nun offenbar übertroffen. Diese Warnungen
gibt es in der Bundesrepublik bereits seit am 23. Dezember 1959 das Atomkraftgesetz verabschiedet und in
Artikel 74 unter 11 a aufgenommen wurde in das Grundgesetz. Auch in diesem Atomgesetz wurde schon
zugegeben, daß damit ein Restrisiko in Kauf genommen würde. Eine Befragung der Bürger, welche das in
jedem Fall auszubaden haben, ob sie dem zustimmen würden, fand nicht statt. Die Vorbereitungen für
dieses Gesetz und diese Politik war natürlich schon länger bekannt. So trat bereits seit 1957 eine
informierte Bürgerbewegung hiergegen an und organisierte bundesweit Vorträge über die mit dieser neuen
Energie verbundenen Risiken. Das Fazit war das oben genannte: "Errare humanum est", das verbleibende
Restrisiko ist zu groß.

Jetzt fragen sich die verunsicherten Politiker in der BRD, die erst vor einem halben Jahr den
Schalmeienklängen der Betreiber-Seite erlegen waren, und welche die Verlängerung der Laufzeit per
Gesetz festgelegt hatten, was sie aus diesem japanischen Desaster lernen könnten. Da fällt ihnen als erstes
ein, daß man nun nicht in Panik geraten dürfe, schließlich gäbe es in der Bundesrepublik weder
vergleichbare Erdbeben noch einen Tsunami.

Doch das sind nicht die einzigen Ursachen für eine solche Katastrophe. Auch in Japan begann nach
Informationen aus japanischen Zeitungen, wie sie uns ein ehemaliger Mitarbeiter des Goethe-Instituts in
Tokio übersetzt hat, die Katastrophe mit dem durch das Erdbeben verursachten Ausfall der Elektrizität und
damit die Computersteuerung. Dann folgte die überhohe Tsunamiwelle, die in das System hineinschwappte
und weitere Ausfälle verursachte. Die Kühlung wurde unterbrochen, die Überhitzung, die schließlich zur
Kernschmelze führt, nahm ihren Weg.

Nun sind auch unsere Atomkraftwerke computergesteuert in unendlich vielen Bereichen. Auch in der
Bundesrepublik gibt es z.B. im Winter den Ausfall von Elektrizität in ganzen Regionen und für mehrere
Tage. Noch waren wir in der Lage, bei solchen gefährdeten Anlagen eine Überbrückung herzustellen, doch
auch das kann zusammenbrechen. Hinzu kommt auch noch das bisher immer noch ungelöste
Atommüllproblem. Es sei hier nur erinnert an das Milliardengrab Asse II und III, sowie auch das immer
noch nicht endgültig erforschte Gorleben.

Jetzt soll erst einmal durch ein Moratorium (inzwischen erfolgt - KHH.), die aber inzwischen gesetzlich
gestattete, Laufzeitverlängerung der Atomreaktoren - auch der sehr alten - ausgesetzt werden. Es müsse
eine neue grundsätzliche Sicherheitsüberprüfung erfolgen. Mit einmal scheint der Absturz eines
Passagierflugzeuges über einem Atomkraftwerk ein ganz neues Sicherheitsrisiko darzustellen. Die
Bürgerbewegung hat allerdings seit Beginn dieser Politik darauf als Möglichkeit hingewiesen. In den
sechziger und siebziger Jahren wurde sie von den großen Parteien und zwar CDU und SPD gleichermaßen
heftig bekämpft mit dem Slogan "Die wollen zurück in die Steinzeit".

Das galt damals auch für den biologischen Landbau. Die Grünen wurden ab 1980 zur Partei. Doch sehr
bald zeigte es sich, daß sie links unterwandert, ja, usurpiert worden waren. Sie demonstrierten zwar immer
noch gegen Atomkraftwerke in Kapitalistenhand, hielten aber kommunistische Atomkraftwerke vielfach
für sicher.

Dieser linke Zug verstärkte sich mehr und mehr und führte dazu, daß schon nach wenigen Jahren die
deutschbewußten und wertkonservativen Gründer einer Umweltpartei ausgebootet worden waren. Jetzt ist
die Grüne Partei zwar immer noch gegen die Atomkraftwerke aber zugleich auch gegen eine deutsche
Politik. Die SPD, zunächst gegen die ökologische Politik, hat diese jetzt in ihr Programm aufgenommen
und ist ebenfalls weiterhin anti-deutsch. Beide verbünden sich mit Chaoten und Antifa gegen die
sogenannten Rechten. Das heißt, sie dulden keine wirkliche Opposition, die sich für deutsche Politik
einsetzt.

Was wir brauchen, ist eine ökologisch fundierte Politik, die bewußt deutsche Politik durchführt.

Das Geschehen in Japan erfüllt die seit langem mit dieser Problematik befaßten Bürger mit Grauen. Es
wird die Schädigungen von Tschernobyl um ein Vielfaches übersteigen. Dieses Tschernobyl ist aber nicht
die einzige Atomkatastrophe, die bisher über die Nutzer dieser risikoreichen Energiegewinnung
hereingebrochen ist. Was muß eigentlich noch alles passieren, damit der Mensch von seiner Hybris und
seinem Größenwahn wieder zurückkehrt auf den Boden der irdischen und menschlichen Wirklichkeit?
Nach den Verantwortlichen für diesen Irrweg braucht nicht lange gesucht zu werden, es sind die hörigen
Politiker der alt-etablierten Parteien CDU/CSU, SPD und FDP, sowie die vom kapitalistischen
Zinsgeldsystem abhängigen und getriebenen Manager der Großkonzerne.

Abschließend sei die Frage erlaubt, ob wir Deutsche wirklich um 1970 herum, nachdem die schlimmsten
Schäden des Krieges beseitigt worden waren, ein unglückliches, von Armut und Elend gepeinigtes Volk
waren ohne Atomenergie und ohne Asylantenströme und ausländische Arbeiter? Nein, wir hatten einen
Butterberg, einen Juliusturm (Geld ohne Schulden) und Vollbeschäftigung.

Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten dem japanischen Volk.

Vielleicht können wir Atomkraftkritiker seit 40 Jahren uns besonders gut vorstellen, was für Ängste die
Menschen jetzt in Japan peinigen. Wir bitten und hoffen mit ihnen, daß das Schlimmste doch noch
vermieden werden kann und nicht auch noch die Region Tokio evakuiert werden muß. Wohin?

Ursula Haverbeck

* * * * * *


Betr.: Irren ist menschlich.


Liebe Ursula,

gestatte mir zu Deinem o. a. Artikel einige Anmerkungen: Schon mehrmals habe ich Dir gesagt und
geschrieben, dass ich mich 18 Jahre lang beruflich mit der Endlagerung radioaktiver Abfälle beim BRD-
Staat beschäftigt habe. Daß ich dadurch etwas mehr Ahnung von dieser Materie habe, wirst Du mir
hoffentlich zugestehen, auch wenn Du um ein Vielfaches schlauer bist!

Weder Du noch Roland Bohlinger, Wieland Körner, Marlis Grollitsch noch teilweise Emst-Günter Kögel
und einige Andere aus unserem Kreis haben mir bisher erklären können, wie sie zu massiven
Kernkraftgegnern geworden sind. Ihr alle seid nach meiner Meinung unseren Feinden auf den Leim
gegangen.

Hast Du schon einmal etwas von dem moderaten Kugelhaufenreaktor gehört? Oder auch von dem THTR,
Thorium Hochtemperaturreaktor der mit einer Prozesswärme von fast 1000 Grad C betrieben wird.
Ministerpräsident Rau musste die Einstellung des ersten deutschen Reaktors dieser Bauart anordnen der in
Hamm stand. Inzwischen werden diese Reaktoren in Südafrika und jede Menge in China neu gebaut. Der
Erfinder war der deutsche Professor Dr. Rudolf Schulten. In diesem Reaktor ist eine Kernschmelze
weitgehend ausgeschlossen (eben! Weitgehend! Also nicht vollkommen ausgeschlossen! - KHH). Es kann
kein waffenfähiges Plutonium entstehen und die Stillstandszeiten durch Brennstäbewechsel fallen nicht an,
weil die Entnahme und Zudosierung der Kugeln während des Betriebes erfolgen. Kleine Reaktoren dieser
Bauart sind die idealen Reaktoren für Hochindustrieländer wie die BRD, da es Verstopfungen der
Stromnetze, vor allem Leitungsverluste nicht mehr gibt und die Wärme zum Weitergebrauch dringend
benötigt wird.

Natürlich gibt es bei technischen Anlagen ein Restrisiko gleich NULL n i c h t . Wenn eine Atomrakete
oder ein riesiger Meteorit auf ein Kernkraftwerk fällt wird es schon ungemütlich. Übrigens, selbst bei dem
Supergau Tschernobyl wohnt in unmittelbarer Umgebung immer noch ein promovierter Kernphysiker in
seinem Haus und ernährt sich dort weitgehend aus eigenem Garten!

Wie soll in Zukunft nach Deiner Meinung der Stromhunger in der BRD befriedigt werden?

Mit volkstreuem Gruß (Dieter)

* * * * * *


Betr.: Brief vom 27. 03. 2011 zu dem Beitrag "Irren ist menschlich".


31.03.2011

Lieber Dieter!

Ein konventionell wirtschaftender Landwirt, der achtzehn Jahre lang unter Einsatz von wachsenden
Mengen von Kunstdünger und Pestiziden abwechselnd Weizen, Mais und Zuckerrüben - alles Starkzehrer -
anbaute, ist natürlich von dieser Methode, die ja auch recht lange einigermaßen funktionierte, überzeugt.
Ökologische und gesundheitliche Aspekte liegen außerhalb seines Interesses.

Du warst beruflich mit der Endlagerung radioaktiver Abfälle in der Bundesrepublik befaßt. Heißt das, daß
Du Dich mitverantwortlich fühlst für die Katastrophe in Asse II? Dort ist noch nicht einmal ein
Zwischenlager ordnungsgemäß geführt worden und verlangt heute - wie Du sicher weißt - für eine
Umlagerung Kosten in Milliarden Höhe.

Die von Dir erwähnten "sogenannten Atomgegner" haben bewußt die Atombombenabwürfe von
Hiroshima und Nagasaki mit erlebt. Wir hatten 1945 kaum eine Vorstellung von Radioaktivität, erfuhren
aber deren unerhörte Auswirkung. Die Zahl der Toten und Verstümmelten und entstellt Geborenen und
Langzeitgeschädigten wird heute genauso heruntergespielt wie die Zahl von Dresden. Damals wußten wir,
welch Inferno durch diesen Bombenabwurf entstanden ist. Aber wir hatten wenig fachliche Kenntnisse von
dieser neuen Technik und der Atomkernspaltung.

Deshalb wurde bereits 1957, also zwölf Jahre nach dem Atombombenabwurf, von dem Mediziner Dr.
med. habil. Bodo Mannstein ein Kampfbund gegen Atomschäden militärischer und friedlicher Nutzung
begründet. Viele von uns fragten damals, wieso friedlicher Nutzung. Es gab noch keine Atomreaktoren,
der Naturwissenschaftler Dr. Bodo Mannstein ahnte offenbar die Entwicklung.

Schon damals begann die Betreiberseite die Schäden durch die Atombomben zu bagatellisieren. Deshalb
waren die Aufklärungsvorträge zu diesem Thema von großer Bedeutung und führten sehr bald zu den
Ostermärschen, die sich gezielt gegen den Einsatz von Atombomben und auch gegen die oberirdischen
Atombombenversuche wendeten. Bereits 1963 war durch diese oberirdischen Atomversuche die
Muttermilch derartig belastet, daß ein befreundeter Professor aus dem Max-Planck-Institut Hannover zu
uns kam und verzweifelt fragte, was er seinen Enkeltöchtern raten solle, die gerade Säuglinge stillten. Die
Kuhmilch war belastet und durch Anreicherung im Nahrungskreislauf, die Muttermilch noch höher. Nach
Ansicht von Medizinern, von Biologen, von Strahlenexperten und auch von Physikern wurde bereits 1960
der Umgang mit freigesetzter Radioaktivität als höchst bedenklich angesehen. Es erschien 1961 das Buch
von Dr. med. habil. Bodo Mannstein "Im Würgegriff des Fortschritts". Es war gedacht, als eine Art
Nachschlagewerk über die Probleme, die mit den neuen Techniken entstehen.

1977 kurz vor seinem Tode erschien sein zweites "kritisches Handbuch" zum Thema Strahlen, wie er es
selber nannte. Hierin wird eine Zusammenfassung der wissenschaftlichen Erkenntnisse über Radioaktivität
und ihre wirtschaftliche Nutzung gegeben. Mannstein zitiert drei Atomphysiker: Max Born, Max Planck
und Werner Heisenberg. Sie alle drei warnen und sprechen von einer Grenze, welche die exakte
Wissenschaft nicht zu überschreiten vermag. Heisenberg sagt wörtlich:

"Die wissenschaftliche Methode des Aussonderns, Erklärens und Ordnens wird sich der Grenzen bewußt,
die ihr dadurch gesetzt sind, daß der Zugriff der Methode ihren Gegenstand verändert und umgestaltet, daß
sich die Methode also nicht mehr vom Gegenstand distanzieren kann. Das naturwissenschaftliche Weltbild
hört damit auf, ein eigentlich Naturwissenschaftliches zu sein."

Mannstein faßt zusammen:

"Diese Auffassungen dreier Physiknobelpreisträger unterscheiden sich grundlegend
von denen der intellektuellen Handwerker und der mittleren Schicht von
Wissenschaftlern, die sich je nach Können einem Spezialzweig verschrieben haben
und dort dem Broterwerb nachgehen. Sie haben im eigentlichen Sinne mit ihrer
pragmatischen Begabung die Technik zu unserem Schicksal gemacht.
Inzwischen ist ihre Macht so gewachsen, 'daß eine Kritik der Technik' heute bereits
eine Frage von Zivilcourage geworden ist." (Bodo Mannstein, Strahlen, Seite 382 ff.)


Zur Entscheidung über die Anwendung von Atomkernspaltung als Möglichkeit zur Energiegewinnung
haben nicht nur Physiker und Techniker zu entscheiden, dadurch betroffen sind Mediziner, Erbbiologen,
Biologen und Ökologen ganz allgemein, Limnologen, Geologen usw. und so fort, praktisch das ganze
Umfeld des Menschen. In dieses Umfeld wird dramatisch eingegriffen. Bis heute weiß niemand, wo die
radioaktiv verseuchten Brennstäbe sicher und geschützt vor menschlichen Eingriffen und
Naturkatastrophen, gelagert werden könnten. Der hoch radioaktive Abfall entsteht aber, daß wird auch kein
Physiker und Atomtechniker bestreiten, aber uns wird als Lösung eine projektbegleitende Forschung
angeboten, die irgendwann die Frage des Verbleibs dieses hoch radioaktiven Atommülls lösen wird.

Es könnte aber auch sein, daß, wie bei jedem Experiment mit einzubeziehen ist, eine Lösung sich als
unmöglich erweist. Was dann?

Es hätte schon immer die Möglichkeit bestanden, alternative Forschungen zu fördern. Die Großkonzerne
und das dahinter stehende Kapital haben aber den Regierungen diesen Weg mehr oder weniger
aufgezwungen. Eine Förderung durch öffentliche Mittel von echten Alternativen wurde in der Regel
verhindert. Der Weltbund zum Schutze des Lebens, der sich der Aufklärung über diese Problematik in
besonderer Weise angenommen hatte, klagte praktisch gegen jeden Reaktorstandort, auch Uentrop-
Schmehausen unmittelbar neben der Autobahn 2 und auch gegen den schnellen Brüter von Kalkar. Diese
Klagen wurden alle verloren. Aber die Sicherheitsauflagen für die betreffenden Reaktoren wurden in jedem
Prozeß erhöht. Das führte dazu, daß wir tatsächlich besonders sichere Atomkraftwerke in der
Bundesrepublik haben. Es wurde aber auch verhindert, daß eine Vielzahl der 1.200 Megawatt
Leichtwasserreaktoren, in der damaligen, sehr kleinen Bundesrepublik, gebaut wurden.

Wir führten in Zusammenarbeit mit dem Bundesforschungsministerium, damals unter dem
Bundesforschungsminister Hans Matthöfer, den Bürgerdialog Kernenergie durch. Das
Bundesforschungsministerium bezahlte diesen Bürgerdialog, der in Seminarform stattfand unter einer
einzigen Bedingung: Bei jeder Veranstaltung mußte sowohl der Befürworter wie der Gegner zu Wort
kommen.

So habe ich innerhalb von zwei Jahren eine Vielzahl von Wissenschaftlern verschiedenster Fakultäten und
die Vertreter der Umweltschutzbewegungen kennengelernt. Dabei zeichneten sich die offenen Fragen
immer deutlicher ab, die Betreiberseite glaubte und die Gegenseite argumentierte naturwissenschaftlich.
Um das durchführen zu können, hatten wir bereits Anfang der siebziger Jahre den Atomphysiker Prof. Dr.
Max Thürkauf gewinnen können für zwei Mal eine ganze Woche im Collegium Humanum (inzwischen unter
Innenminister Schäuble verboten - KHH.) uns eine Einführung in diese neue Technik zu geben.

Bereits nach einem Jahr Bürgerdialog Kernenergie war deutlich, daß es sich hierbei letzten Endes nicht um
technische Details oder Wirtschaftsfragen handelt. Es geht schlicht um die Frage "Was ist der Mensch"?
Die Anthropologie hatte ihn gerade als Mängelwesen definiert und damit die alte mythische Vorstellung
vom "Irren ist menschlich" untermauert.

Politiker und Betreiber hatten festgestellt, daß Radionuklide, insbesondere das gefährliche Plutonium, nie
freigesetzt werden dürfen, daß also ein schwerer Reaktorunfall nicht passieren darf, da die Folgen für weite
Landstriche und den darauf lebenden Menschen verheerend wären. Der Mensch kann die Atomenergie
benutzen, er kann sie auch so sicher wie möglich machen, aber er kann sie nie vollständig beherrschen, und
zwar beides aufgrund von Naturgesetzlichkeiten. Wir haben uns also eine verhältnismäßig sichere
Wissensgrundlage erarbeitet. Wir haben sie in öffentlichen Auseinandersetzungen immer wieder
überprüfen können.

Der Gott der Unterwelt und des Reichtums "Pluto" stand und steht warnend vor dem Weg in ein
Atomzeitalter. Nicht zufällig erhielt dieses künstlich erzeugte Element den Namen "Plutonium". Es bringt
den einen Reichtum und den anderen Tod. Plutonium 239 hat eine Halbwertszeit von mehr als
vierundzwanzigtausend Jahren und gleichgültig, ob ein Gramm davon ausreicht um einige Hunderttausend
oder gar eine Million Menschen umzubringen, es ist der giftigste Stoff, den wir kennen.

Selbst wenn die Atomreaktoren jetzt alle abgeschaltet werden, der Atommüll der hoch radioaktive
Atommüll, verbleibt uns und niemand weiß, wohin damit.

Das griechische Wort "atomos" bedeutet unteilbar. "Stimmt nicht", ruft die moderne Wissenschaft, "wir
können es doch teilen!" Es wird nicht überlegt, daß es vielleicht bedeuten könnte: Nicht zu teilen, weil
lebensgefährlich.

Unsere nationalen Freunde, die so gern behaupten, daß wir mit unserer ablehnenden Haltung gegenüber der
Atomkernspaltung auf die Feindpropaganda hereingefallen wären, sind nie der Frage nachgegangen, ob
nicht umgekehrt das Absaufen deutscher Kohlebergwerke, das Einstellen der
Wasserstofftechnologieforschung oder die Weiterleitung von Ofshore-Windenergie mit unterirdisch
verlegten Glasfaserkabeln, deshalb erfolgte - uns abverlangt wurde - weil wir den Unwägbarkeiten der
Atomkernspaltung ausgesetzt werden sollten. Mit einer einzigen Bombe auf eine dieser Anlagen kann
nämlich halb Deutschland unbewohnbar gemacht werden.

Sind die Nobelpreisträger - nicht nur die genannten, sondern auch viele weitere, wie der Physiker Hannes
Alfvèn, den wir in Stockholm aufsuchten oder der Biologe George Wald, dessen Vortrag auf der
Nobelpreisträgerkonferenz 1978 wir als Flugblatt druckten - Dummköpfe?

Wieso glauben wir mit einmal den Politikern und den Kapitalisten?

Mit freundlichem Gruß

Ursula Haverbeck

* * * * * *

Deine Meinung zur Nutzung der Kernenergie, Schreiben vom 31.03.2011.


03.04.2011

Liebe Ursula,

(...) Leider darfst Du, genau so wie viele Multiplikatoren in Parteien aller Art, Kirchen, Gewerkschaften,
usw. ungehindert Deine unrichtige Meinung verbreiten! Ja, Du erinnerst Dich richtig, ich war 25 Jahre lang
fast ausschließlich mit hochqualifizierten Fachkollegen zusammen tätig. Deren Denkvorgänge ich bis in
alle Einzelheiten kenne. Glaub mir liebe Ursula, Du kannst heute von W i e s e n schaftlern jedes
gewünschte Ergebnis bekommen. Auch in den politischen Ansichten ist es so; die erfolgreiche
Umerziehung der Deutschen ist direkt proportional mit der Höherqualifizierung! Hast du das etwa noch
nicht gemerkt? Dennoch preist Du die Nobelpreisträger.

Mit der Asse hatte ich beruflich nichts zu tun. Erst nach meiner Verrentung wurde die Asse, meiner
Dienststelle, dem "Bundesamt für Strahlenschutz" in Salzgitter zugeordnet. Ich darf Dir allerdings verraten,
dass die Rückholung der Fässer aus der Asse ein deutsches volkswirtschaftliches Verbrechen ist. Dort
nimmt man an, das sich alle eingebrachten Radionuklide beim Absaufen der Grube - wie von Geisterhand -
aus dem gesamten Grubengebäude konzentriert an eine Stelle begeben und dann durch ein Bohrloch direkt
in eine Kindergrippe geleitet würden. Die Babys müssten dann ausschließlich diese Lauge trinken. Diese
Annahme ist mehr als Irre oder etwa nicht? Aber so irre ist inzwischen fast alles, was über die Nutzung der
Kernenergie in der BRD gesagt und geschrieben wird.

Die Kernspaltung zur Strom- und Wärmegewinnung mit Atombombenabwürfen zu vergleichen ist so, wie
wenn Du Dir auf dem Kohleherd ein schönes Mittagessen bereitest oder wenn mit der Feuerbrunst eine
ganze Stadt niedergebrannt wird. Beides ist mit dem Feuer möglich!

Wir Menschen unterscheiden uns bekanntlich mit unserem Geist von den Tieren. Die Tiere haben
Qualitäten die wir nicht besitzen. Wildtiere merken z.B. sofort was für Nahrungsmittel ihnen nicht
bekommen. Wir Menschen sind dagegen verpflichtet, unseren Geist zum Wohle aller, optimal zu nutzen.
Noch ist es uns auf der Welt nicht gelungen, die Energiegewinnung wie sie auf der Sonne erfolgt, zum
volkswirtschaftlichen Nutzen sicher nachzubauen. Da werden noch einige Jahrzehnte vergehen. Sollen das
die Menschen nach Deiner Meinung nicht nutzen dürfen? Wieso kann der Mensch die Kernenergie aus
"Naturgesetzlichkeiten" nicht beherrschen? Das solltest Du mir bitte erklären!

Bei einem Supergau eines Kernkraftwerkes in der BRD wäre keinesfalls "halb Deutschland" unbewohnbar.
Du solltest Dich mal über den THTR von einem Fachmann für Reaktoren aufklären lassen.

Mit volkstreuem Gruß (Dieter?)

* * * * * *

Abhängigkeit von Atomkraftwerks-Betreibern.


Betr.: Schreiben vom 31.03.2011:

05.04.2011:

Lieber Dieter!

Du weist noch einmal darauf hin, daß Du "fünfundzwanzig Jahre lang fast ausschließlich mit
hochqualifizierten Fachkollegen zusammen tätig" warst. Das ist es ja eben, mit Fachkollegen, nicht mit
Ärzten, Biologen, Geologen und Physikern, die gegen den Einsatz der Atomkernspaltung mit einbezogen
werden müssen, weil es sich hier um einen dramatischen Eingriff in die Natur handelt. So lange Du nur mit
Deinesgleichen, den Mitarbeitern und damit auch Abhängigen von den Großkonzernen der Atombetreiber
sprichst, wirst Du selbstverständlich nur den einen Aspekt kennenlernen und behandeln, der diesen
Konzernen genehm ist. Sie werden logischerweise kritische Einwendungen unterdrücken und abwimmeln,
wie wir das doch Jahrzehnte lang in der Pharmaindustrie, in der konventionellen Agrarwissenschaft usw.
bis heute erleben.

Ich hatte bisher immer den Eindruck, daß auch Du die Politik der Großkonzerne, denen es nur um den
höchstmöglichen Gewinn geht, durchschaust. Prof. Dr. Erich Gutenberg, Vertreter des Kapitalismus als
Wirtschaftswissenschaft sagt doch als Fachmann unverblümt: "Im Kapitalismus geht es primär um die
Gewinnmaximierung, die Produktion ist dem gegenüber sekundär.

Zum Abschluß Deines Briefes fragst Du, wieso der Mensch die Kernenergie "aus Naturgesetzlichkeiten
nicht beherrschen könnte". Dazu kann ich nur sagen, dann hast Du meinen Brief nicht gelesen. Ich habe
doch ausdrücklich drauf hingewiesen, und Du hast es im Grunde mir bestätigt, daß der Mensch
unvollkommen ist, dem zufolge auch sein Werk nicht vollkommen sein kann. Auch die Giftigkeit der
Radionuklide mit ihren zum Teil unvorstellbar langen Haltwertzeiten (Plutonium 239
vierundzwanzigtausend Jahre, Halbwertzeit!) unterliegen einer Naturgesetzlichkeit.

Ich finde es höchst anmaßend, wenn der "Risikofaktor Mensch", der offenbar schon in Frankreich und auch
den USA größer ist als in Deutschland, einfach vernachlässigt oder wegdiskutiert wird. Wer übernimmt
jetzt die Verantwortung für die noch kaum absehbaren Schäden im Ökosystem nicht nur Japans?

Ich vergleiche die Kernspaltung zu Strom- und Wärmegewinnung nicht mit den Atombombenabwürfen,
sondern ich vergleiche einen, wie jetzt in Japan eingetreten größten anzunehmenden Unfall mit der
Explosion einer Bombe, deren Sprengkraft inzwischen ebenfalls um ein Vielfaches gesteigert worden ist,
aber dennoch an die Auswirkungen dieser Reaktorkatastrophe nicht herankommt. Supergau ist Unsinn, das
hieße Supergrößter anzunehmender Unfall.

"Wir Menschen sind verpflichtet, unseren Geist zum Wohle aller, optimal zu nutzen", schreibst Du. Ja, zun
Wohle aller, auch der Natur, der Tiere und Pflanzen und unserer Kinder und Kindeskinder. Aber nicht zum
Wohle und für die Profitgier einiger Großkonzerne, die damit Geschäfte machen. Genau das dient nicht
dem Wohle aller, sondern dem Wohle einiger weniger.

Anstatt der ausgegebenen Milliardensummen, einige behaupten, in der Bundesrepublik seien es mindestens
achtzig Milliarden, die in den letzten sechzig Jahren für die Atomkernspaltungsforschung und - Nutzung
ausgegeben worden seien - ausgegeben von unseren Steuergeldern -, hätten Alternativen umfassend
gefördert werden können.

Alle Forschungsergebnisse haben bisher keine sichere Möglichkeit einer Endlagerung der hochradioaktiven
Abfälle ergeben, doch siebzehn Reaktoren wurden gebaut. Ein Wohnhaus darf niemand bauen, bevor er
nicht die Endsorgung seiner Abwässer etc. gesichert hat. Wieso haben die Atomreaktoren
Baugenehmigungen erhalten, bevor die Endsorgung ihrer Abfälle gesichert war? Auf diesen Widerspruch
haben wir, so lange das Atomgesetz besteht, hingewiesen.

Jetzt wird davor gewarnt, daß der Strom teurer werden müsse, wenn man nun auf regenerierbare Energien
umstellen müßte. Teuerer für wen? Nicht für die Bürger, diese können mit Recht verlangen, daß die
Betreiberkonzerne und die diese fördernden Politiker dafür aufzukommen haben. Sie haben alle
Alternativen - nicht nur Wind- und Sonnenenergie - sondern auch wesentlich effektivere Alternativen
seinerzeit mit allen Mitteln zu verhindern gewußt. Sie sind gegen alle Warnungen dieses Risiko
eingegangen. Es ist eine wissenschaftliche Selbstverständlichkeit, daß ein Experiment zur Lösung eines
Problems so oder so ausgehen kann. Damit haben die Vorgenannten die Verantwortung für den von ihnen
begünstigten Weg übernommen. Es gibt keinerlei Berechtigung, dem Bürger jetzt noch einmal die Kosten
für den Umschwenk aufzulasten.

Lieber Dieter, auch Du hast Dich seinerzeit sehr intensiv mit dem kapitalistischen Geldsystem befaßt.
Dieses ist in Beziehung zu setzen, zu dem, was wir gegenwärtig erleben. Wir brauchen zwingend ein neues,
alternatives Wirtschafts- und Geldsystem. Nur so könnten in Zukunft derartige natur- und
menschenschädliche Experimente verhindert werden, um andere - wissenschaftlich auch mögliche -
Alternativen zu fördern. Wobei auch hier die Nutzung und großflächige Anwendung erst dann gestattet
werden darf, wenn keine offenen Fragen mehr erkennbar sind. Das gilt auch für die Gen-veränderten
Nahrungsmittel und vieles andere mehr.

Ich erinnere noch einmal an den Satz in dem Buch "Strahlen" von Bodo Mannstein, Seite 384 "Diese
Auffassungen dreier Physiknobelpreisträger unterscheiden sich grundlegend von denen der intellektuellen
Handwerker und der mittleren Schicht von Wissenschaftlern, die sich je nach Können einem Spezialzweig
verschrieben haben und dort dem Broterwerb nachgehen."

Mit freundlichem Gruß
Ursula Haverbeck

PS. Prof. Schulien sprach bei der Heidetagung mit E. O. Cohrs vor einigen Jahren von der Möglichkeit,
man könne die aus der Atomkernspaltung entstandenen Radionukleide wieder zurückentwickeln zu den
nicht radioaktiven Ausgangselementen. Das klingt glaubwürdig. Doch in einem anschließenden längeren
Briefwechsel mußte er zugeben, daß es sich hier um ein sehr kostspieliges Forschungsprojekt handele,
welches aus Kostengründen eingestellt worden sei.
Es gibt diese einsetzbare Lösung der Atommüllfrage noch nicht. Es handelt sich um ein Forschungsprojekt,
auf dessen günstigen Ausgang hoffend, heute kein Strontium, Caesium oder Plutonium als Abfallprodukt
erzeugt werden dürfte.

||======================================================
|| Das Metall Blei wird sowohl nach alter Überlieferung
|| als auch durch neuere Bildekräfteforschung (L. Kolis-
|| ko) dem Planeten Saturn zugeordnet. Saturn spielt im
|| Sonnensystem - wie Blei im Periodensystem - die Rol-
|| le einer Grenzmarke, die ein inneres Gebiet als Le-
|| bensbaum von einem fernerliegenden Äußeren abtrennt.
|| Saturn ist der letzte eigentliche Planet. Naheliegen-
|| derweise wurden auch die ersten Benennungen für neu-
|| entdeckte Elemente jenseits von Blei dem platonischen
|| Bereich außerhalb von Saturn entnommen: Uran (92) von
|| Uranus, Neptunium (93) von Neptun, Plutonium (94) von
|| Pluto. Hiermit erschöpfte sich allerdings der Vorrat
|| an himmlischen Namen; man ging dann über zu Anlehnun-
|| gen an berühmte Forscher wie Curium (96) und Einstei-
|| nium (99) oder Forschungsstätten wie Berkelium (97)
|| von Berkerley oder Californium (98). (aus Georg Blatt-
|| mann: Radioaktivität, Seite 99)
||======================================================



Deine massiv falsche Meinung zur Nutzung der Kernenergie.

Schreiben vom 05.04.2011.

12. 04.2011

Liebe Ursula,

vielen Dank für Dein o. a. Schreiben was erneut zeigt, dass Du in Sachen Nutzung der Kernenergie nicht
lernfähig, eigentlich lernresistent bist. Aber da bist Du ja in guter Gemeinschaft mit den deutschen Gutmenschen!

Dass ich nur mit Meinesgleichen im Bundesamt tätig war, da irrst Du gewaltig. Zum Beispiel ist der Präsident
Wolfram König, seit nunmehr 12 Jahren, nachweislich ein grüner Kernkraftgegner. Seine Klientel hat er langjährig
nachgezogen. Aber Du fandest ja Herrn König überaus gut und interessant! Der Herr hat nach 12 Jahren immer
noch keine Schlafstelle an seinem Dienstort Salzgitter. Er fährt, wenn er denn in seiner Dienststelle ist, die ca. 250
km von Berlin bis Braunschweig mit dem Zug und dann als Selbstfahrer mit dem PKW nach Salzgitter. Ist doch
ein hervorragendes Vorbild - nicht wahr? .

Den Großkonzernen ist es übrigens ganz egal womit sie den für die Volkswirtsch9ft so dringend benötigten Strom
erzeugen. Sie verfeuern auch Weizen, Raps, Holz und Stroh wenn es gewünscht wird. Den Preis bestimmen die
Stromerzeuger pro kWh, als Großkonzerne! Leider irrst Du bezüglich meinem Verhältnis zur Natur. Meines
Wissens durften in meiner Anwesenheit in Deinem CH (Collegium Humanum - KKH.) Karl Ernst Osthaus oder
auch Herr Rabben kaum mal bei Dir referieren. Dafür mussten wir uns stundenlang unsinnige, überflüssige
Schriften von Hegel anhören. Für H.M.'s (Horst Mahler - KHH.) Aufklärung bezüglich des Judentums bin ich ihm
dagegen überaus dankbar. Bedauerlich, dass er es bis heute nicht weiter tun darf und kann. Er selbst hätte als RA
dies verhindern müssen, vor allem auch in unserem Interesse bezüglich der Aufklärung. (Horst Mahler ist wegen
Meinungsdelikten zu über 11 Jahren Haft verurteilt. - KHH.)

Übrigens habe ich in den letzten Tagen 20 Obstbäume in der Feldmark finanziert und selbst angepflanzt. Es ist
überflüssig erneut zu schreiben, dass wir uns mit Biogemüse ganzjährig aus eigenem Garten ernähren. Seit 3
Wochen haben wir auch ein kleines Gewächshäuschen im Garten und dies inzwischen bepflanzt und gesät.

Das ideale Geld- und Wirtschaftssystem ist mit wenigen Worten zu erklären. Die Geldschöpfung
(Papiergeldherstellung) gehört in die Hand der Volksgemeinschaft. Die Zinsnahme wird verboten. Arbeitsloses
Einkommen gibt es nicht mehr. Geld wird nur soviel in Umlauf gebracht, wie volkswirtschaftlich produziert bzw.
erarbeitet werden kann.

Inflation ist gleich Null. Grund und Boden wird langfristig Eigentum des Volkes, so wie es bei den GERMANEN
vor der Einführung des römischen Rechtes war.

Mit volkstreuem Gruß (Dieter?)

* * * * * *

Betrifft "meine massiv falsche Meinung".
Das Collegium Humanum.
Inzwischen durch den damaligen Innenminister Schäuble verboten.


14.04.2011

Lieber Dieter!
Du bist eben leider erst sehr spät zu uns gestoßen. Das Collegium Humanum hat bereits seit seinem Bestehen
1968 eine Vielzahl von Seminaren zum ökologischen Garten- und Landbau durchgeführt und zwar mit allen uns
damals bekannten Landwirten aus diesem Bereich und auch Vertretern des herkömmlichen Landbaus. Natürlich
waren darunter auch Osthaus und Rabben, Ernst-Otto Cohrs und Professor Preuschen und Dr. Siefert, wie die
späteren Berater für den ökologischen Landbau.

Es gelang uns auch, einen Lehrstuhl für die ökologische Landwirtschaft durchzusetzen und zwar in Kassel-
Witzenhausen, wo auch der von uns vorgeschlagene Professor Lehrstuhlinhaber für den ökologischen Landbau
wurde, als Ergebnis unserer Seminare mit Vertretern der Landwirtschaftsministerien.

Außerdem arbeiteten wir mit allen Landwirtschaftkammern in Norddeutschland zusammen, um zu erreichen, daß
sie einen Berater für den ökologischen Landbau einstellten. Dabei erwies es sich bald als notwendig, solche
Berater durch erfahrene ökologisch wirtschaftende Landwirte zu schulen. So führten wir ein ganzjähriges
Umschulungsprogramm in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt durch für arbeitslose Agraringenieure, die sich
weiterbilden wollten zu Umstellungshelfern vom konventionellem zum ökologischem Landbau. Das alles war in
den 70er und frühen 80er Jahren neben der Atomenergie unser Hauptthemenkomplex.

Ich füge Dir unser Gartenfaltblatt bei, was durch das Bundesumweltamt in Berlin finanziert wurde.

Aus beiden Themenkomplexen ergab sich die Notwendigkeit, nun auch nach einer Alternative zu Kapitalismus
und Kommunismus zu suchen. Diese war vorgegeben im NS-Wirtschaftssystem, welches ja auch die Frage der
Bodenreform und des Zinses mit einbezogen hatte. Da dieses NS-Wirtschaftssystem völlig abgeblockt wurde und
wird durch die Gleichsetzung des NS mit Holocaust und Kriegsschuld, wurden wir mehr oder weniger gezwungen
uns nun der Geschichtsaufarbeitung zuzuwenden. (Was letztendlich zum Verbot durch Schäuble führte. - KHH.)

Als letztes noch den Hinweis, daß es inzwischen in den Landwirtschaftskammern einen Berater für den
ökologischen Landbau gibt, jedenfalls in den mir bekannten Landwirtschaftskammern. Auch die Frage der
Atomproblematik begann nicht mit den Grünen, sondern mit dem Bombenabwurf von Hiroshima und der daraus
resultierenden Befassung mit der Auswirkung freigesetzter Radionuklide auf Umwelt und Mensch.
Dies für heute

Herzlichen Gruß
Ursula Haverbeck

* * * * * *



VERMUTLICH WURDET IHR DURCH STAATLICHE FÖRDERUNG AUF DIE FALSCHE FÄHRTE
BEZÜGLICH NUTZUNG DER KERNENERGIE GESETZT: Dein Schreiben vom 14.04.2011.

22.04.2011.

Liebe Ursula, vielen Dank für die Zusendung Eurer Schrift "Dein Garten - gesunde Nahrung + Natur verstehen",
die wirklich gut gelungen ist. Leider konnte ich nicht erkennen, aus welchem Jahr diese Schrift stammt! (aus dem
Jahr 1981) Sicherlich weißt Du, dass ich in der bundesweit organisierten politischen Organisation VOS langjährig
tätig war. Dort war ich Bezirks- und Landesvorsitzender und kurzzeitig Beisitzer im Bundesvorstand. Hier habe
ich die so genannte demokratische Spielart bis in alle Einzelheiten - bald 20 Jahre lang - erlernt. Auch wir
bekamen jährlich Fördergelder vom Staat, der diese Gelder nach Wohlverhalten der Organisation verteilte. In
dieser Form werden eventuelle Gegenströmungen in der B R D bis zum heutigen Tag erfolgreich kanalisiert. Die
Vertriebenenverbände, alle politischen Organisationen usw. müssen, gemäß der geforderten politischen
Korrektheit, weitgehend im Gleichschritt mitmarschieren. Entsprechende V-Leute werden in Spitzenpositionen
hineingemogelt die für die richtige Richtung sorgen müssen. So wird man auch Euch, ohne das Ihr es bemerktet,
zu Kernkraftgegnern! (gemacht haben - KHH.)

Ausgerechnet das COLLEGIUM HUMANUM mit den gesunden, ehrlichen Bestrebungen bezüglich der
Bodennutzung wurde "auserwählt" die Kernkraftnutzung massiv zu bekämpfen. Unsere Feinde sind wirklich nicht
daran interessiert, dass wir Deutschen die Kernkraft nutzen. Glaubst Du allen ernstes, dass irgendein anderer
Industriestaat seine KKW's (weltweit ca. 460 Stück) abstellt? Mit dem moderaten THTR hätten wir in der B R D
unsere Energieprobleme langfristig lösen können. Aber vielleicht wird der wirtschaftliche Zusammenbruch in
unserem Restdeutschland dadurch derart grausam, dass die ungebetenen Gäste komplett aus diesem Chaos
flüchten. Schließlich wäre das ein entscheidender Vorteil. Spätestens dann wird sich niemand mehr dafür
interessieren, wer den 1. und 2. Weltkrieg begonnen oder ob es einen HOLO gegeben hat.

Mit volkstreuern Gruß (Dieter?)

PS. Nachfolgend einige wirtschaftliche Zahlen von vor ca. 30 Jahren, also ca. um 1980, bezüglich der Nutzung
der Kernenergie. Im Verhältnis zu Natururan muß z.B. das 15.600-fache an Steinkohle verbrannt werden. Eine
Tonne Natururan kostete seinerzeit ca. 150.000 DM. Für 10.000 Tonnen Erdöl mußten seinerzeit 2.000.000 DM
bezahlt werden, um die gleiche Menge Strom herzustellen. Das sind das ca. 13-fache an Geldwert!

Unterschiedliche Ausnutzung des Natururans für einen 1.000 MW-Reaktor in verschiedenen Kraftwerkstypen:
1. Leichtwasserreaktor (LWR) 175 t/a Natururan.
2. Leichtwasserreaktor mit aufbereiteten Brennelementen 115 t/a Natururan
3. Optimiertes System aus Leichtwasserreaktor und Leichtwasser-Hochkonverterreaktor 40 t/a Natururan
4. Zusätzliche Einbeziehung von Brutreaktoren 3 t/a Natururan.
Über die Vorteile des von Professor Rudolf Schulten erfundenen moderaten Kugelhaufenreaktor hatte ich schon
in einem meiner vorigen Briefe berichtet.

Unsere Feinde, die unsichtbaren Dunkelmächte, waren und sind nicht interessiert, daß ausgerechnet die Verlierer
des 2. Weltkrieges diese moderne Energiegewinnung anwenden. Leider bemerken das die zahlreichen
Gutmenschen nicht.

* * * * * *


BETRIFFT: DEIN HINWEIS AUF ÖFFENTLICHE FÖRDERMITTEL.

26.04.2011.

Lieber Dieter!
Diese öffentliche Förderung für verschiedene Einrichtungen, die wir ja auch im Rahmen der erwachsenen
Weiterbildung für einige Jahre erhielten, ist etwas völlig anderes und nicht zu vergleichen mit unserem erkämpften
Bürgerdialog Kernenergie. Es handelte sich dabei nicht um allgemein übliche öffentliche Fördermittel. Wir haben
beim Forschungsministerium durchgesetzt, daß nachdem bisher die Atomenergie und die Kernreaktoren nur
positiv dargestellt worden waren, endlich auch dem Bürger die Gegenseite und die Risiken bekannt gemacht
werden sollten. Der damalige Bundesforschungsminister konnte nach einer sehr langen Verhandlung davon
überzeugt werden, daß das bisher nicht geschehen war. Dann erklärten wir uns bereit auf seine Forderung der
Pro- und Contraerörterung bei jeder Veranstaltung einzugehen und er übernahm die Finanzierung. Damit machten
wir "uns in keiner Weise abhängig, es wurde lediglich eine Selbstverständlichkeit für alle korrekte
wissenschaftliche Arbeit erfüllt: Die Erörterung und Einbeziehung beider Aspekte, der möglichen erwünschten
Ergebnisse, wie auch der negativen Begleitumstände.

Ich habe leider den Eindruck, daß Du auf der einen Seite zwar uns Recht gibst, wenn wir von der Lüge in der
Politik insbesondere im Hinblick auf die deutsche Geschichte sprechen, auf der anderen Seite aber der
Überzeugung bist, daß Politik und Großkonzerne uns die Wahrheit sagen, wenn es um die Einführung einer so
risikoreichen Technik geht.

Du kennst ja sicher das Rasmussen-Gutachten über die Sicherheitsrisiken der Atomkraftwerke. 1975 galt es als
offizielle Regierungsunterlage und enthielt den immer wieder zitierten Satz: "Die Gefahr, daß es bei der Lieferung
von Atomenergie einen nennenswerten Unfall gäbe, sei etwa so groß wie das Risiko, daß eine Stadt in Amerika
von einem Meteoriten getroffen werde, nämlich einmal im Laufe von einer Million Jahren." Doch die
Nachfolgeorganisation, die Nuclear Regulatory Commission, in derem Auftrag die Angaben von Rasmussen
überprüft und nachgerechnet wurden, kam bereits vier Jahre später 1979 zu dem Ergebnis, daß dieses Rasmussen-
Gutachten nicht aufrecht erhalten werden könnte. Insbesondere brachte es Prof. Herold Lewis, ein Physiker aus
Kalifornien, zu Fall.

Inzwischen hatten wir Harrisburg, Tschernobyl und jetzt Fukushima. Das sollte doch auch dem letzten
Befürworter der Atomkernspaltung zu denken geben. Vielleicht liest Du doch einmal das Buch von Bodo
Manstein "Strahlen" in welchem Manstein die Gefahren der Radioaktivität und Chemie behandelt mit dem
Untertitel: "Medizin und Wissenschaft im Umbruch, ein kritisches Handbuch".

Solange Du einfach die medizinischen, erbbiologischen und sonstigen Beeinträchtigungen durch die
Atomkernspaltung außer Acht läßt, kannst Du doch gar nicht zu einer wirklich ganzheitlichen Beurteilung dieser
neuen Technik gelangen.

Und ist es nicht beschämend, wie in Japan jetzt die Betreiber, die mit allen Mitteln sich für die Durchsetzung der
Atomkernspaltung zur Energiegewinnung eingesetzt hatten, die Verantwortung von sich weisen? Wie wollen sie
den Abertausenden von Japanern begegnen, die auf Nimmerwiedersehen ihre Heimat verlassen mußten?
Entsprechendes gilt übrigens auch für Tschernobyl. Lieber Dieter, beziehe doch in Deine Überlegungen auch die
Argumente der Gegenseite ein. Wie wir, ausgehend von den Befürwortern, das Jahrelang gemacht haben.
Einen herzlichen Gruß in diese wunderschöne Osterfrühlingszeit
Ursula Haverbeck

P.S.

Hoffentlich hast Du Dir die Argumente in der Ethikkommission gestern angehört. Da waren sehr gut informierte
und argumentierende etwa 40-jährige und jüngere zu sehen und zu hören, um deren Zukunft es geht. Wir haben
diesen jungen Menschen schon mit dem Atommüll und den ausgedienten AKWs - sie haben alle nur eine
begrenzte Lebensdauer - genug aufgelastet und können nur hoffen, daß sie uns nicht ob dieses Danaergeschenkes
in absehbarer Zeit verfluchen.

||=================================================
|| Wozu brauchen wir eigentlich die Energie? Nicht
|| zuletzt für: Herstellung und Einsatz von Bomben,
|| Raketen und Drohnen, für Kriegsführung, heute
|| genannt: humanitärer Einsatz für Demokratie und
|| Menschenrechte, für Globalisierung, Weltraumfahrt
|| und Satellitenüberwachung. Mit einem Wort:
|| "Mondflüge" zum Preis der Erdzerstörung!
||=================================================

* * * * * *

Von der Wasserstofftechnik zur Methanoltechnik.


Von Prof. Sigurd Schulien, *)

Da die erneuerbaren Energien von der Natur nur in geringer Intensität und sehr unregelmäßig angeboten werden,
der Kunde aber kontinuierliche Lieferung fordert, haben sie nur dann eine Chance, sich in größerem Maße
durchzusetzen, wenn das Problem der Energiespeicherung gelöst ist. Der optimale Speicher für erneuerbare
Energien ist Wasserstoff, da er leicht und in unbegrenztem Maße durch Wasserzersetzung gewonnen werden
kann, da er gut speicherbar und transportabel und sein Verbrennungsprodukt mit Sauerstoff bei hoher
Energieausbeute reines Wasser ist. Der mit elektrischem Strom aus erneuerbaren Energien erzeugte Wasserstoff
kann direkt als Energieträger oder -speicher verwendet werden oder als Rohstoff für die Erzeugung von
Methanol, indem man ihn mit Kohlendioxid aus Verbrennungsprozessen u.ä. reagieren läßt.

In den Jahren ab 1986 hat die Fachhochschule Wiesbaden in Zusammenarbeit mit Industriefirmen und Instituten
eine Wind-Wasserstoffanlage mit einer installierten Leistung von 20 kW entwickelt und jahrelang erfolgreich
betrieben, sowie eine Solar-Wasserstoffanlage mit einer Leistung von 2 kW. Die Wind-Wasserstoffanlage bestand
aus einem Windrad (20 KW), das die elektrische Energie lieferte für eine Heizung und bei Starkwind für die
Zersetzung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff durch einen Wasserelektrolyseur. Der Wasserstoff wurde in
Druckflaschen gespeichert und betrieb bei Windstille einen von Benzin auf Wasserstoffbetrieb umgebauten Corsa-
Motor von Opel, der einen Generator zur Stromerzeugung antrieb, so dass das System auch bei Windstille Strom
lieferte. Die Solar-Wasserstoffanlage bestand aus Solarpaneelen (2 kW), welche die elektrische Energie für die
Wasserzersetzung in einem Druckelektrolyseur lieferten.

Wasserstoff und Sauerstoff wurden gespeichert und bei Bedarf in eine Brennstoffzelle gegeben. In der
Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser, wobei elektrische Energie (ca. 60%) und
Wärmeenergie (ca. 40%) frei wird unter Bildung von Wasser. Das System liefert also auch Energie, wenn die
Sonne nicht scheint.

Die experimentellen Untersuchungen zeigten, dass die Speicherung des Wasserstoffs sehr große Druckbehälter
erforderlich macht, was zu erheblichen Kostenproblemen führt. Vor allen Dingen im Verkehrsbereich bestehen für
die Einführung des gasförmigen Wasserstoffs große Hemmnisse. Gerade hier haben flüssige Energieträger
bedeutende Vorteile, fast die gesamte Infrastruktur beruht auf flüssigen Brennstoffen. Wie kann man aus
gasförmigem Wasserstoff, der z.B. mittels erneuerbarer Energien erzeugt worden ist, einen flüssigen, verlustfrei
speicherbaren und transportablen, sicher zu handhabenden Energieträger machen?

Flüssigwasserstoff ist aus Kostengründen und wegen der sehr aufwendigen Technik keine praktikable Lösung für
den breiten Einsatz. Die Lösung des Problems ist die Methanol-Herstellung, ein längst bekanntes Verfahren aus
der Chemietechnik (Kohleverflüssigung). Wenn man unter geeigneten Bedingungen Wasserstoff mit CO2
reagieren läßt, entsteht Methanol. Mit Methanol kann man Motoren, Heizungen, Brennstoffzellen usf. betreiben.
Es ist ein leistungsfähiger Energieträger und vielseitig verwendbarer Chemierohstoff. Das zur Methanolerzeugung
benötigte CO2 ist also kein Schadstoff, sondern ein wertvoller Rohstoff, der aus Verbrennungsprozessen, der
Stahl- oder Zementherstellung u.ä. gewonnen werden kann und viel zu schade ist, um ihn in der Erde zu
vergraben, wie es gewisse Klimapropheten vorhaben.

Brennstoffzellen funktionieren also nicht nur mit reinem Wasserstoff und Sauerstoff, sondern auch mit Methanol
und Sauerstoff (Direkt-Methanol-Brennstoffzelle DMFC). Wenn man also in einer DMFC Methanol mit
Sauerstoff reagieren läßt, erhält man elektrische Energie (ca. 60%) und Wärmeenergie (ca. 40%).

Die von der Direkt-Methanol-Brennstoffzelle gelieferte elektrische Energie kann nun einen Elektromotor
antreiben, der nun seinerseits ein Auto antreibt. Die Brennstoffzelle ist also nichts anderes als eine Batterie, die
dauernd durch Methanolzufuhr geladen wird. Hiermit hat man die Lösung des Problems, wie man im
Verkehrsbereich Benzin ersetzen kann durch Wind- oder Solarenergie: mittels der erneuerbaren Energien erzeugt
man Wasserstoff, den man in Form von Methanol speichert.

Im Jahre 2000 wurde in einer Zusammenarbeit zwischen Opel und dem Wasserstofflabor der Fachhochschule
Wiesbaden ein Antriebssystem auf der Basis von einer Direkt-Methanol-Brennstoffzelle für den Zafira von Opel
getestet. Die Messungen ergaben, dass die Brennstoffzelle gut funktionierte bis auf lösbare Dichtigkeits- und
Kostenprobleme. Aus nicht bekannten Gründen wurden die Versuche nicht weitergeführt. Einer der Gründe mag
das Kontrollratgesetz Nr. 23 vom 10.4.1946 sein, der die Kohleverflüssigung in Deutschland verbietet, sowie das
Kontrollratgesetz Nr. 25 vom 29.4.1946; das die Methanolsynthese unter Kontrolle stellt (siehe
www.de.wikipedia.org/Kontrollratgesetze). Nach Artikel 139 des Grundgesetzes der BRD stehen alle
Verfügungen der Besatzungsmächte über jedem deutschen Recht. Es wird behauptet, diese Verfügungen seien
nicht mehr in Kraft. Gemäß dem "Gesetz zur Bereinigung des Besatzungsrechts" vom 29.11.2007 (nachzulesen
unter www.bgbl.de) gelten diese Verfügungen auch heute noch.

*

*) Von Prof. Sigurd Schulien gibt es weitere Arbeiten zum Thema Energie im WIDERHALL. Direktlinks unten in
der Linkliste.

* * * * * *

Die 68er und die Vernichtung der deutschen Nuklearindustrie.


Nun beginnt die Kritik an der Atomenergie nicht erst um das Jahr 1970, sondern 1957, als der Arzt Dr. med.
habil. Bodo Mannstein seinen "Kampfbund gegen Atomschäden aus militärischer und ziviler Nutzung" gründete.
Damals gab es weder die sogenannten 68er noch die Grünen. Aber es gab die unendlich vielen oberirdischen
Atombombenversuche. Diese bedeuteten bereits damals ein großes Gefährdungspotential im Hinblick auf die
Anreicherung von Radionukliden in Lebensmitteln, z.B. in Kuh- und Muttermilch. Es waren keine "irregeleiteten
Idealisten", die diesen Kampfhund förderten und dann zum Ostermarsch ausbauten, sondern es waren unter
Beteiligung sehr vieler Atomphysiker, Ärzten und Ökologen verantwortungsbewußte Menschen, die hier eine
Gefährdung der Menschheit erkannten.

Ich weise nur hin auf die Nobelpreisträger Max Born, Max Planck, Werner Heisenberg, George Wald und Hannes
Alvèn neben vielen anderen, wie Professor Ernest J. Sternglass, Professor Erich Huster und Professor Thürkauf.
Diese alle können wir doch nicht als unwissende und unkritische irregeleitete Idealisten abtun.

Rückblickend läßt sich feststellen, daß in der Atomdiskussion nahezu Entsprechendes zu der Holocaust-
Diskussion erfolgte. Wer eine andere, als die politisch erlaubte und erwünschte Beurteilung der Atomenergie
veröffentlichte, galt als nicht ernst zu nehmender Ignorant und Technikfeind. Allerdings gab es keinen § 130, der
Hinterfragen unter Strafe stellte.

Professor Schulien erklärt in einem Aufsatz, die Mafia der geistig zu kurz gekommenen, die seit den 80er Jahren
insgeheim die Fäden der Politik zu ziehen begann, ist technik- und industriefeindlich. Das ist eine nicht
hinzunehmende Abqualifizierung dieser geistigen Vordenker und Mitbegründer der Atomenergietechnik. Es wird
weiter behauptet, diese Linken und Grünen hätten den Auftrag gehabt, die deutsche technische Leistungshöhe und
damit den wachsenden Wohlstand Deutschlands zu vernichten.

Es wird nirgendwo, auch gegenwärtig nicht in der erneut aufgebrochenen Auseinandersetzung, darauf
hingewiesen, oder auch nur dem Gedanken eine Beachtung geschenkt, daß unter Umständen genau diese Tendenz
zur Zerstörung der deutschen Wirtschaftskraft dadurch erfolgte, daß man uns zwang, unsere Kohlebergwerke
absaufen zu lassen - die US-Kohle sei wesentlich billiger -, daß man uns weiter die Leichtwasserreaktoren
aufnötigte, womit, wie damals bereits in den Prozessen erkennbar wurde, eine Schwachstelle und verwundbarer
Punkt Deutschlands geschaffen wurde. Außerdem wird in all diesen Ausführungen die jetzt wieder aufgenommen
werden, der Risikofaktor Mensch ausgeklammert. Es heißt: Es kann, es könnte, es sollte das und das alles
gemacht werden. Nur muß zugegeben werden, wie bereits in Tschernobyl ersichtlich und jetzt in Fukushima
erneut wiederholt, daß eben dieser Mensch manches nicht macht, was er machen könnte, machen müßte, um einen
GAU zu verhindern.

Eine weitere Frage, die vollkommen ausgeklammert wird, ist die Frage nach dem Wirtschaftssystem und des
sinnvollen Einsatzes dieser riesigen Mengen von Energie. Das kapitalistische Wirtschaftssystem sagt eindeutig,
daß es primär um die Gewinnmaximierung und erst sekundär um die Produktion geht. Und diese Produktion ist zu
einem sehr großen Prozentsatz völlig überflüssig und lediglich Rohstoff- und Energievergeudung, deren
Ergebnisse nichts mehr mit der Lebensqualität zu tun haben. Der Natur schaden sie eher.

Es geht nicht ohne ein ganzheitliches Denken in dieser Frage. Es muß untersucht werden, wozu wir eigentlich so
viel Energie einsetzen? Man denke nur an die Weltraumfahrt und an die riesigen Ausgaben für die Rüstung, diese
dient doch ganz eindeutig der Zerstörung und Vernichtung von Rohstoffen. Die alte Devise aus den 70er Jahren
"Umdenken - Umschwenken" gilt immer noch und ist aktueller denn je.

U.H.

* * * * * *

Die Atomhysterie.


Das Patent ging an China und die anhaltende Fremdsteuerung der BRD.


Von Rigolf Hennig

Der Untergang des japanischen Kernkraftwerkes Fukushima mit der schwer zu bändigenden Strahlung trifft Japan
hart und verschreckt die Weltöffentlichkeit. Indes ist weder dieses Unglück vor Ort noch sind die Gefahren der
Kernkraftnutzung insgesamt durch Kopflosigkeit oder gar Hysterie zu meistem.

Zum einen sind die japanischen Verhältnisse mit schwersten Erdbeben im Bereich mehrerer sich verkantender
Erdplatten nicht auf andere Standorte zu übertragen, zum anderen ist die Kernkraft als Naturerscheinung eine
gegebene Größe, die nicht einfach abzuschalten ist und auch gar nicht abgeschaltet werden soll.

Kernspaltung ist, wie Dr. Kurt Dannhäuser berichtet, als Naturerscheinung seit Milliarden von Jahren auf der Erde
von sich aus im Gange ohne menschliche Nachhilfe. Im Jahre 1972 fiel in der Tagbaumine für Uranerze "Oklo" in
Gabun auf, daß der übliche Gehalt an Uranisotop U-235 unter die Norm abgefallen war. Bei den natürlichen
Kettenreaktionen hatten sich schon damals Elemente gebildet entsprechend den Erfahrungen mit aufgebrauchten
Brennstäben in Kernmeilern. Die Grundvoraussetzung für Start und Aufrechterhaltung dieser Kettenreaktion war
das Vorhandensein einer genügend hohen Ansammlung von U-235.

Aber selbst wenn unterstellt wird, daß die Nutzung der Kernkraft durch gezielt in Gang gesetzte und überwachte
Kettenreaktion eine neue, von Menschen gemachte Entwicklung ist, so handelt es sich doch um die Nutzung
natürlicher Erscheinungen. Diese Erkenntnisse und die Folgerungen aus ihnen haben die Menschheit von Anfang
an begleitet. Und immer geriet die Anwendung der Erkenntnisse sowohl zum Guten wie zum Bösen je nach
Bedarf und Verantwortung wie die Erfindung des Dynamits oder der Strahltriebwerke.

Nun ist die Erscheinung der Kettenreaktion erkannt und diese Erkenntnis nicht mehr rückgängig zu machen.
Weitere Erkenntnisse werden folgen, solange es Menschen gibt. Ebensowenig ist das Wissen um die Nutzung
dieser Erkenntnis rückgängig zu machen, es sei denn, die Menschheit verständigt sich durchgehend und
überwacht, auf den Verzicht von Kernkraft verläßlich sowohl in ihrer friedlichen wie feindlichen Anwendung.

Das ist in Kenntnis der menschlichen Veranlagungen höchst unwahrscheinlich. Außerdem sind die Übergänge
fließend und die Nutzung radioaktiver Vorgänge in Medizin, Industrie und vielen weiteren Bereichen längst Gang
und Gäbe und praktisch unverzichtbar. Tatsache ist, daß alle Lebewesen von Urbeginn an in ionisierende - und
darunter auch radioaktive Strahlungen eingebettet sind. "Ionisation" bedeutet die Entfernung oder Anlagerung
eines oder mehrerer Elektronen aus einem Atom - oder an ein Atom oder Molekül mit dann veränderter negativer
oder positiver Ladung. Dies kann bei Lebewesen zu Zellveränderungen bis zu Zellzerstörungen führen.

Diese Strahlungen übten schon immer einen Auslesedruck aus und sind möglicherweise an der Schaffung des
Lebens ursächlich beteiligt. Natürlich unterliegen alle Lebewesen einer Restgefahr; völlige Gefahrlosigkeit gibt es
nur für Tote.

Es gibt bislang noch keine echte Wahlmöglichkeit zur Kernenergie, sofern die Menschheit an ihren Fortschritten
festhalten will. Und die Zeit zurückdrehen zu wollen, wird am menschlichen Wesen scheitern. Ein einseitiger
Verzicht Deutschlands würde wegen Strommangels zum Einkauf im Ausland zwingen, im Zweifel Strom aus
Kernkraft, den dann deutsche Abnehmer gleichsam doppelt bezahlen, nämlich nach Menge und zusätzlich als
fremde Dienstleistung. Es wäre dies dann eine indirekte und zudem teuere Förderung der Kernkraft. Wenn sich
die großen deutschen Energiegesellschaften darauf verständigen könnten, den Strom aus Kernkraft für nur eine
Woche abzustellen, dann wären die Zusammenhänge auch für Lieschen Müller erkennbar.

Eine Möglichkeit, die Gefahren zu mindern, ist, den Strombedarf drastisch durch Einsparungen zu senken. In
Erinnerung an den letzten Weltkrieg wären im täglichen Leben tatsächlich rund 70 % an Strom einzusparen unter
Verzicht auf manche Bequemlichkeit - mit gleichwohl noch ausreichender Lebensqualität.

Die "erneuerbaren Energien" *) können gegenwärtig die Kernkraft nicht ersetzen. Sonnen- und Windkraft fallen
immer in zu geringer Menge - und vor allem ungleichmäßig an. Selbst Verbundkraftwerke sind nicht in der Lage,
eine gleichmäßige Versorgung zu gewährleisten, wie sie nun einmal erforderlich ist. Hinzu treten die
vergleichsweise höheren Kosten (Herstellung, Aufbau, Wartung), weiche die Russen bei einem Vorhaben für
Ostpreußen mit dem Faktor fünf gegenüber der Kernkraft errechneten. Hierin sind noch nicht die
Entsorgungskosten für ausgemusterte Sonnensammler und Windkraftanlagen eingerechnet. (Haben die Russen die
Entsorgungskosten der radioaktiven Abfälle der AKW's einbezogen??? - KHH.)

Es gäbe immerhin nach Prof. Sigurd Schulien die Möglichkeit der Stromspeicherung in Gestalt von Wasserstoff.
Durch Zersetzung von Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff etwa durch erneuerbare Energie,
Speicherung der Gase und Wiedervereinigung (Knallgasreaktion) kann die aufgewandte Kraft zum großen Teil als
thermische oder elektrische Kraft - letztere in Brennstoffzellen - zurückgewonnen werden. Es macht also keinen
Sinn, Windräder und Sonnensammler ohne die zugehörige Speichertechnik zu entwickeln, doch haben sich die
politischen Entscheidungsträger der BRD dieser Entwicklung, ungeachtet aller Warnungen der Wissenschaftler
bislang versagt.

Diese haben auch versagt, als es darum ging, Kernmeiler wie den Kugelhaufenmeiler oder den "Schnellen Brüter"
zu bauen. Der letztere hat eine ungleich höhere Ausnutzung der Brennelemente, der erstere arbeitet statt mit Uran
235 mit Thorium 232, weshalb bei der Kernreaktion keine langlebigen Transurane entstehen. Wenn die
Brennelementkugeln verbraucht sind, bleiben sie in einem Raum unterhalb des Reaktorkerns eingelagert, wo sie
nach 100 Jahren nicht mehr strahlen, als die Umgebung. Das Entsorgungsproblem ist hier also gelöst. Eine
Kernschmelze ist nicht möglich. Der Kugelhaufenmeiler ist der sicherste. 1980 wurde der THTR 300 (Thorium
Hochtemperaturreaktor) in Ham-Uentrop entwikkelt. Das Patent ging an China.

Der bereits in Kalkar am Niederrhein errichtete Schnelle Brüter wurde 1991 als "teuerste Bauruine Deutschlands"
wegen "politischer Bedenken" aufgegeben. Es sind dies Rückschläge in Folge - s. Magnetschwebebahn,
Senkrechtstarter u. a. m. -, welche die BRD immer dann ereilen, wenn deutscher Erfindungsgeist auf dem
Erfolgsweg ist. Sie kommen nicht von ungefähr und sind Ausdruck der anhaltenden Fremdsteuerung der BRD.

In der gegenwärtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzung um die Kernkraft im Schatten der Ereignisse in Japan
zeichnen sich die Politiker der BRD durch besonderes Unvermögen aus. Die FDP kippt von einer Stunde auf die
andere vom Befürworter zum Gegner der Kernenergie und beweist einmal mehr ihren schwankenden
weltanschaulichen Untergrund. Die Konservativen flüchten in Populismus und ließen zunächst klare
Sachentscheidungen vermissen. Inzwischen haben sie sich in Kernkraftgegner verwandelt und beweisen als Teil
des Systems einmal mehr, daß sie nichts auslassen, was Deutschland schadet.

Die "Grünen" sind grundsätzlich gegen alles, was Zukunft verspricht. Gegenwärtig zehren sie von Proteststimmen
derjenigen Wähler, die das Gefahrenpotential gerade dieser Systempartei für Deutschland noch nicht erkannt
haben. Sie sind noch deutlicher fremdgesteuert als die klassischen Lizenzparteien. Die grün getarnte, im Kern
knallrote - nämlich kommunistische - Systempartei hat. im Grunde wenig für die Umwelt geleistet, dafür aber viel
wirtschaftlichen Schaden angerichtet. Die SPD hat von Haus aus keine eigene Meinung und wird daher von den
"Grünen" überholt. Und weitere Parteien, die Einfluß ausüben könnten, sind derzeit nicht in Sicht, so daß sich die
Systemfrage des Parteienstaates stellt. Den vereinigten Kernkraftgegnern kommt immerhin das Verdienst zu,
durch ihren hartnäckigen Widerstand dafür gesorgt zu haben, daß Deutschland die weltweit sichersten
Kernkraftanlagen baut und betreibt. Allerdings ist Ideologie in dieser wichtigen Frage der falsche Ratgeber.
Entscheidend ist hier nicht Glauben, sondern Wissen, und dieses beruht auf gesundem Menschenverstand und
wissenschaftlicher Sachkenntnis.

Die wohlbedachte, äußerst zurückhaltende und vorsichtige weitere Nutzung von Kernkraft liegt im nationalen
Interesse Deutschlands. Dies sowohl aus wirtschaftlichen wie aus wissenschaftlichen Gründen.

Die Wahlmöglichkeiten sind entweder nicht ausreichend gegeben wie die "erneuerbaren Energien" (wobei die
Wasserkraft ausgereizt ist), oder sie führen in die Abhängigkeit wie Erdöl und -gas. Kohle liegt nur noch
beschränkt auf eigenem Gebiet vor und reicht nicht aus, auch wenn der "Klimawandel" durch Verbrennung
fossiler Brennstoffe - also die angeblich bedrohliche Erhöhung des CO2-Anteils in der Luft - längst als
ausgemachter Schwindel erkannt ist. Die Spritgewinnung aus Biomaterial wie Mais und Sonnenblumen geht zu
Lasten von Lebensmitteln aus Ackerwirtschaft und die Erdwärme ist kostspielig und bedarf weiterer Forschung
und Entwicklung.

Wir Deutschen bedürfen in der gegebenen Lage, die sich auch weitpolitisch im Umbruch befindet, einer
verantwortlichen, keinem fremden Einfluß unterworfenen Regierung in eindeutiger Selbstherrschaft.

Wenn überhaupt eine Möglichkeit besteht, in weltweiter Absprache einen überwachten Ausstieg aus der
Kernkraftnutzung zu bewerkstelligen, dann sicher nicht durch einen Vorabverzicht, der Dritten nur dient,
Deutschland zu unterdrücken, sondern nur aus der Lage der Stärke heraus, in der Deutschland in der
Kerntechnologie führt und über Atomwaffen zur Abschreckung verfügt.

-

*) "Erneuerbare Energien" gibt es genau genommen nicht. Energien die verbraucht sind, können nicht erneuert
werden, auch wenn sie von der Sonne kommen. Korrekterweise müßte es heißen: "auffangbare Energien". Nur
das klingt nicht so toll. KHH.

* * *

Seitenbetreiber: Ehrlich eingestanden bereitet mir die Wiedergabe dieses Textes einige Bauchschmerzen. Nur ein
Beispiel. Die natürlichen radioaktiven Strahlungen würden schon seit jeher einen Auslesedruck bei der
Menschheitsentwicklung ausüben. Soll mit dieser Aussage ein GAU bzw. dessen Ausstrahlungen verharmlost
werden? Sozusagen als Beschleuniger der natürlichen Auslese? Nein, das muß nun wirklich nicht sein. KHH.

* * * * * *

Tschernobyl und kein Ende - für viele tausend Jahre.


Von Werner Herrmann

Der Apokalyptiker Johannes hat in seiner Vision über das Ende der Welt in der "Offenbarung" Kapitel 8 Vers 10
folgendes geschrieben: "Und der dritte Engel posaunte; und es fiel ein großer Stern vom Himmel, der brannte wie
eine Fackel und fiel auf den dritten Teil der Wasserströme und über die Wasserbrunnen. Und der Name des Sterns
heißt Wermut. Und der dritte Teil der Wasser ward Wermut und viele Menschen starben von den Wassern, denn
sie waren bitter geworden."

Was hat dieser Vers mit Tschernobyl zu tun? Auf den ersten Blick gar nichts, und die deutschen Leser werden
auch auf den zweiten Blick keinen Zusammenhang erkennen. Dagegen wird der russische Leser seiner Bibel schon
auf den ersten Blick sehr erschrecken, denn das Wort, das im Deutschen Wermut heißt, lautet im Alt-Russischen:
Tschernobyl!

Ist das nicht wirklich erschreckend und zur tiefen Besinnung anregend? Ist die Bibel doch nicht so ein überholtes,
unverbindliches Märchenbuch, für das es selbst die meisten Christen halten? Da sagt einer: "Es wird einmal ein
Tschernobyl geben!" Und wenn man die Bildersprache der damaligen Zeit in unser heutiges Verständnis überträgt,
dann kann man ja wohl unschwer folgende (mögliche) Bedeutung herauslesen:

Das auf die Erde gefallene Sternenfeuer ist das "atomare" Feuer, daß der Schöpfergott den sonnengleichen
Sternen vorbehalten hat. Nun ist es nicht auf die Erde "gefallen", sondern besonders fähige, erkenntnissuchende
Wissenschaftler haben es auf die Erde geholt und verantwortungslose Ingenieure und Techniker meinen in ihrer
Hybris, diesen atomaren "Schöpfungsstoff", beherrschen und der Menschheit nutzbar machen zu können. Alle
Warnungen wurden in den Wind geschlagen, und so mu8te Tschernobyl geschehen, denn die "Himmelskraft" ist
nicht beherrschbar, auch nicht durch die "bessere" deutsche Technik und Gründlichkeit. Es ist nur eine Frage dar
Zelt, wann das nächste Tschernobyl passiert, in Rußland, in Frankreich, bei uns oder sonst wo auf der Welt.
Darüber hinaus verstoßen die deutschen AKW-Betreiber permanent gegen das Atom-Gesetz, wonach ein
Kernkraftwerk nur betrieben werden darf, wenn die "Entsorgung" des strahlenden Abfalls gesichert ist. Aber die
Entsorgung dieses die Menschheit auf Jahrtausende vergiftenden Atomabfalls ist nicht und kann nie "gesichert"
sein und werden, - doch die deutschen Gerichte erlauben den Betreibern, den AKW-Betrieb und weisen die
Einwendungen und Klagen der besorgten Bürger(innen) und Umweltorganisationen kostenpflichtig ab und
bestrafen die Protest-Demonstranten!

Erst allmählich wird das ganze Ausmaß der Katastrophe letztlich durch einen Fernsehfilm mit dem russischen
Atomforscher und -ingenieur Tschernosenkov ("Zeit, die mir noch bleibt"), der an den Aufräumungsarbeiten
beteiligt war, bekannt. Die Lüge über die Folgen ist international, denn nach seinen Worten existiert in allen
Atom-Ländern eine brutale, rücksichtslose Atom-Mafia, Politiker und Industriebosse im Nadelstreifenanzug,
Techniker in weißen Kitteln.

Es sind nicht einige hundert oder tausend Menschen in und um Tschernobyl an der Strahlenverseuchung
gestorben, sondern Zehntausende. Hunderttausende sind akut gefährdet und Millionen müßten aus Städten und
Dörfern evakuiert werden, wenn man wüßte, wie und wohin. Fehlgeburten und fürchterliche Mißgeburten sind an
der Tagesordnung, die ganze Ukraine ist mehr oder weniger verseucht und auf Generationen hinaus im Grunde
unbewohnbar, 6 Millionen sind schon krebskrank! Das gilt sicher auch für das Gebiet um Alma-Ata, das durch die
chinesischen Atombombenversuche verseucht ist und in dem ebenso viele Miß- und Totgeburten registriert
werden. Auch bei uns sind die Krebsfälle besonders bei Kindern signifikant vermehrt, und da wir den strahlenden
Tschernobyl-Abfall ebenfalls mit der Nahrung und Flüssigkeit zu uns genommen haben und diese strahlenden
Teilchen nicht alle wieder ausscheiden, sind die zukünftigen Folgen gar nicht abzusehen. Wenn man alle atomaren
Verbrechen an der Menschheit und der Erde unter dem Begriff "Tschernobyl" zusammenfaßt, dürfte wohl noch
mehr als ein Drittel der "Wasser und Brunnen bitter geworden" sein, - und "viele Menschen sterben"!

Auch im Schaumburger Land wurden und werden "Tschernobyl-Kinder' zu Ferienaufenthalten geholt, die ihnen
Freude bereiten, und deutsche Krankenhäuser behandeln kostenlos die armseligen und doch nicht heilbaren
Kinder. Das ist vorbildlich, verdienstvoll, human und christlich, - und doch nur ein "Tropfen auf dem heißen
Stein" und ein Laborieren an Symptomen.

Wann endlich wird den Atom-Verbrechern das Handwerk gelegt, wann ihre Macht durch einen "Aufstand der
Massen" gebrochen? Sie haben nicht nur die immer sichtbarer werdenden Leiden der durch Atome geschädigten
Menschen verursacht, sondern den noch unsichtbaren Zerfallprozeß der Erde beschleunigt: Die natürliche
Radioaktivität, die durch ihre Strahlung verschwindende Materie, ist der langsame Sterbevorgang der Erde. Die
künstliche Radioaktivität treibt das Tempo an, kommt also einer "Euthanasie" gleich. Doch der Atom-Mafia, die
schon keine Rücksicht auf das Leben der Menschheit nimmt, wird das Leben der Erde völlig gleichgültig sein.

Leider ist Zweifel am "Aufstand der Massen" angebracht. Es scheint, als hätten die Menschen seit Jesajas
"Zustandsbericht" vor 2.600 Jahren im Kapitel 53, Vers 6 nicht viel dazugelernt: "Wir gingen alle in die Irre wie
Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg... und (etwas verändert) die gemartert wurden, litten doch willig und taten
ihren Mund nicht auf, wie Lämmer, die zur Schlachtbank geführt werden..." Unzählige Male haben wir uns zur
Schlachtbank führen lassen, haben "denen da oben" ihre Lügen geglaubt, daß es heilige, christliche, nationale,
völkische Pflicht und Notwendigkeit wäre, sich schlachten zu lassen und "Feinde" zu schlachten, und wir taten
unseren Mund nicht auf, es sei denn, im Sieges- oder Todesschrei.

Auch jetzt tun wir unseren Mund nicht auf.

Überschrift: Wenn Sie, liebe Leser, mit mir der Meinung sein sollten, daß wir für die Zukunft unserer Kinder und
Enkel - und der Erde - etwas mehr als bisher tun müssen und mit dem Inhalt meines Schreibens einverstanden
sind, möchte ich empfehlen, diesen Schriftsatz zu fotokopieren und mit eigenen Stellungnahmen an Verwandte
und Freunde, Politiker und Parlamentarier, Richter und Industrielle, Offiziere und Soldaten, Bischöfe und
Pastoren, Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen und wen Sie sonst noch für einflußreich halten, mit der Forderung
einer Verhaltensänderung zu schicken. Seien Sie bitte bestrebt, "am Ball zu bleiben".

* * * * * *

Quelle aller Texte:
Stimme des Reiches Nr. 3/2011, Herausgeber: Freistaat Preußen, Südstraße 9, D-27283 Verden
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Abgeschlossen am 26. Juni 2011.
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